Apple Heute und vor fünf Jahren


Apple hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt und mit Apple auch die Hard- und Software.
Hier meine kritischen Gedanken in einer sicher unvollständigen Liste. Wenn Euch weitere Punkte einfallen, ergänzt diese doch bitte in einem Kommentar.

Vor nur 5 Jahren…

  • …hatten die PowerBooks matte Bildschirme in denen man sich nicht spiegelte (von 12″ bis 17″)
  • …hatten die iMacs matte Bildschirme. Die gibt es Heute nicht mal für einen Aufpreis.
  • …lief OS-X und dafür entwickelte Hardware extrem stabil. Mein m-audio Audiodevice störte sich nicht am Standby des PB und lief einfach weiter. Seit Intel und 10.4 gab es immer wieder Probleme. Mag an den Herstellern liegen, oder daran, dass die Architektur doch nicht so super zu beherrschen ist, wenn sie sich mit jedem Release grundlegend ändern kann. Seit 10.6 lief es dann endlich wieder stabil.
  • …hatten die Geräte selbstverständlich Firewire-Anschlüsse. Auch der iPod, der rasend schnell synchronisiert wurde ohne ewig lange Sicherungen und schnarchend lahme Datenübertragung (wie heute bei iPod-Touch/iPhone). Morgens kurz ins Dock, Sekunden später fertig, mitnehmen, glücklich sein.
  • …konnte sich das Adressbuch über Bluetooth mit diversen Handys verbinden und so eingehende SMS am Bildschirm anzeigen und zum Kontakt im Adressbuch archivieren. Per SMS antworten konnte man natürlich auch, direkt vom Rechner aus während das Handy in der Jackentasche blieb. Seit das ach so mächtige iPhone kommen sollte, verschwand diese Funktion aus dem System und das iPhone kann dies bis Heute nicht. Wo bleibt das tolle Zusammenspiel von Geräten bei Apple?
  • …hat man im iCal die Details zu einem Termin direkt mit einem Klick sehen und ändern können, ohne ein extra Fenster öffnen und ggf. noch in den Edit-Modus schalten zu müssen. Man konnte über die Suche mit einem leeren Suchbegriff auch schnell alle Termine in einem Kalender auflisten lassen um sich das lästige blättern durch die Monatsansicht zu ersparen.
  • …gab es einen MacMini für 499,- Euro. Heute werden über 800,- fällig
  • …konnte man ein Programm KOMPLETT deinstallieren, indem im Finder einfach den Programmnamen in die Suche eingetragen hat. Es wurden neben der Anwendung auch die zugehörigen Einstellungsdateien gezeigt. Alles markieren, löschen, fertig. Heute blendet die Suche die Systemdateien (z.B. Programm-Einstellungen) komplett aus und man kommt nur über Umwege an ein Ergebnis wie früher.

Das klingt alles nicht so schön. Teils mögen es Kleinigkeiten sein – es sind aber alles Punkte, die mich persönlich schon ärgern und/oder die mich in meiner Arbeitsweise einschränken oder behindern.

Auch Gutes

Auf der anderen Seite hat es aber auch einen gewaltigen positiven Ruck gegeben in den letzten 5 Jahren:

Mehr nach dem Klick

  • Mit 10.4 kam Spotlight und damit eine irre schnelle Volltextsuche die eine völlig neue Arbeitsweise ermöglichte. Programme, Dokumente, Mails, Adressen – Alles war plötzlich nur noch ein paar Tastendrucke und wenige Sekunden entfernt.
  • Der Automator ermöglicht es plötzlich, dass man ohne Programmierkenntnisse eigene Routineaufgaben abbilden und automatisiert ablaufen lassen kann. So kann man sich Aktionen bauen die im Dock liegen oder die starten, wenn Dateien in ein bestimmtes Verzeichnis kopiert werden u.v.a.m.
  • Die Umstellung auf Intel-Prozessoren brachte einen enormen Leistungsschub bei gleichzeitig geringerem Stromverbrauch. MacBooks wurden flacher, leiser, kühler, schneller.
  • iMacs wurden immer günstiger und dabei immer leistungsfähiger. Die Bildschirmdiagonale wuchs von 17″ bis auf 27″, die Auflösung nahm dabei ebenfalls zu.
  • Der iTunes-Store etablierte sich. Es wurde nicht nur normal, seine Musik online zu kaufen, es wurde auch einfach. Nach einigen Kämpfen mit den Labels fiel sogar (teilweise) der DRM-Schutzzaun.
  • Mit dem iPhone wurde ein komplett neuer Markt geschaffen. Das Ding war und ist nicht nur ein Handy oder SmartPhone, es ist das mobile Internet in der Hosentasche, der Immer-Dabei-Informations-und-Kommunikations-Riegel. Um das Gerät herum entwickelte sich schließlich eine Entwicklungsplattform und der App-Store. Nie zuvor wurden Anbieter und Kunden einfacher zusammen geführt. Ein unglaubliches und trotz einiger Kritiken sehr erfolgreiches Konzept.
  • Mit dem iPad wurde, ob man es braucht oder nicht, eine ganz eigene Interpretation des Tablet-Computer auf den Markt geworfen. Mit ihm auch der Book-Store. Ob dieser so erfolgreich wird wie der App-Store, werden die nächsten 5 Jahre zeigen

Apples Strategie geht derzeit sehr gut auf und der Aktienkurs ist nahezu ununterbrochen auf einer steilen Fahrt nach oben. Das wird natürlich nicht ewig so weiter gehen können, irgendwann wird dieser Kurs einknicken.

Hochmut kommt vor dem Fall

Ich meine zu bemerken, dass Apple wieder hochnäsiger geworden ist, überheblicher, irgendwie „mutig“ in einer nicht immer sehr schönen Form. Das gab es in der Vergangenheit schon einmal bis sie hart dafür bestraft wurden und fast komplett am Boden lagen. Ich wünsche mir, dass sich das nicht wiederholt.

Es ist ja gut, Visionen zu haben und nach vorne zu schauen. Anders kann man keine innovativen Produkte entwickeln. Ich finde es aber übertrieben, wenn man etablierte Standards nicht mehr unterstützt ohne echte Alternativen anzubieten. Was ich damit meine?

  • Firewire verschwindet immer mehr bei Apple. Warum? Es ist nach wie vor die schnellere und CPU schonendere Übertragungsschnittstelle. Geräte können in Kette geschaltet werden, sich direkt miteinander unterhalten und es taugt nicht nur für Festplatten sondern für alle möglichen Geräte. USB als Alternative? Ach Bitte… Höhere CPU-Last, deutlich niedrigere Netto-Übertragungsraten, keine Kette möglich. USB3? Bei Apple nicht mal von Weitem zu sehen (wobei sich USB3 auch erst einmal bei Herstellern von Geräten etablieren muss – Aber: Henne/Ei…). Die iPods haben kein Firewire mehr und zu allem Überfluss werden nicht mal mehr die Stromleitungen der Firewire-Pins im Dock-Connector genutzt. Altes Zubehör, was die iPods darüber geladen hat, ist also obsolet.
  • E-SATA für schnellen Anschluss externer Festplatten? Fehlanzeige. An sich nicht immer tragisch, aber wenn Firewire auch weg fällt?
  • Blu-Ray? Klare Absage von Apple. Nun gibt es aber HD-Filme auf BD und es gibt Anwender, die solche Scheiben produzieren möchten. Mit einem Apple wird das nun schwierig.
  • Ein AppleTV das eigentlich gar kein TV ist, sondern einen (oder mehrere) Macs mit dem TV verbinden soll. Man kann nun zwar Inhalte vom Mac über das lokale Netzwerk anschauen, aber dafür ein extra Gerät? Warum hat das Gerät keinen DVD-Slot (von Blu-Ray brauche ich ja gar nicht erst reden, s.o.)? Dann könnte es den heimischen DVD-Spieler gleich mit ablösen und ich prophezeie, dass das AppleTV dann ein deutlich größerer Erfolg wäre.

    Aber nein, Scheiben sind ja Computer-Steinzeit, sagt Steve Jobs und er schaut in die Zukunft. Er, bzw. Apple bietet Miet- und Kauf-Videos online an. Mal davon abgesehen, dass ich meine bereits gekauften Filme nicht noch einmal bezahlen möchte – Es gibt ja nicht mal alle Filme oder Dokumentationen im iTunes-Store! Es gibt keine Extras, keine zusätzlichen Audiospuren oder Untertitel, oder hat sich das inzwischen geändert? Ich glaube nicht.
    Was Apple auch nicht anbietet, ist ein ausreichend schneller Internetzugang für dieses Angebot. Nicht nur in Deutschland, auch in den USA ist es keinesfalls selbstverständlich eine 50 oder wenigstens 30 oder 16 mbit Leitung zu haben. Das Problem sind dabei oft gar nicht die monatlichen Kosten sondern schlicht die nicht vorhandene Verfügbarkeit! Für gut aufgelöste Video-Inhalte braucht man aber eine schnelle Leitung. Mit DSL-1000 (= 1 mbit/s – und damit hat man oft schon Glück, von DSL-300 möchte ich gar nicht reden und die Zwangs-ISDN-Nutzer tun mir echt Leid) kann man schon viele Vimeo- oder Youtube-Filmchen nicht flüssig anschauen ohne lange Wartezeiten – einen ganzen Kinofilm kann man gleich vergessen, oder man muss schon zwei Tage vorher wissen, dass man ihn gucken möchte.

    Ein völlig unangemessen hoher Stromverbrauch im „Standby“ kommen nur noch hinzu.

  • Glossy wohin das Auge schaut. Ja, es sieht brillant aus und ja, es kann verdammt störend sein. Ich habe es jetzt wirklich ausprobiert (15″ MacBookPro seit über einem Jahr im Einsatz). Ich bin nicht allein wenn ich sage, ich möchte keinen iMac mit 27″ Glossy Bildschirm. Ich möchte auch dunkle Fotos bearbeiten können ohne mich im Bildschirm zu sehen. Ich möchte auch bei Sonnenschein im Zimmer arbeiten können, ohne ein helles Holzregal hinter mir im Display sehen zu müssen. Das alles geht mit meinem alten 24″ iMac (weißes Modell) problemlos. Mit dem MacBookPro auf dem Schreibtisch bekomme ich eine grobe Idee dessen, was mich mit dem neuen iMac erwarten würde. Viele Nutzer sehen das wie ich. Apple bietet aber keine Alternative. „Unsere Kunden LIEBEN Glossy“ – Sprach es und packte noch eine nicht-entspiegelte Glasscheibe davor.
  • Alles was, abseits des Livestyle, mit Arbeit zu tun hat kommt immer wieder viel zu kurz. Vernünftiger Jahresplaner in iCal? Wochenansicht auf dem iPhone? Wichtige Termine auf dem iPhone-Anmeldeschirm? ToDo?
  • Selbst beim Life-Style werden schleichend Abstriche gemacht. Das neue iMovie’09 macht bei DV-Cams gerne mal Probleme beim Import. Geht einfach nicht, es kommen nur unsortierte Sekundenbruchstücke an bei einigen Geräten. Eine Nachvertonung ist im neuen iMovie auch schwerer als im alten, vor allem, wenn man verschiedene Musikstücke platzieren möchte. Früher gab es immerhin ein „Senden an Garageband“ in iMovie, damit man dort präzise vertonen konnte. Diesen Menüpunkt gibt es nicht mehr. Natürlich geht es noch (Export mit QuickTime, dann manuell in Garageband öffnen) aber der einfache Weg ist weg. Das neue QuickTimeX kann nur ein Bruchteil dessen, was mit dem alten QuickTime (Player) möglich war. Man kann die alte Version noch installieren, wenn man weiß, dass es auf der CD in einem Zusatz-Paket steckt, sonst hätten alle Pro-User wohl auch Drohbriefe an Apple geschickt.
  • Neue Tastaturen kommen auf den Markt und als ob es nicht schon kontrovers genug wäre, eine Notebook-Tastatur für den Desktop zu bauen, wird bei der kabellosen Version einfach mal der Ziffernblock weg gelassen. Was soll das? Ich verstehe sehr gut, dass viele Kunden so eine schmale Tastatur für das Wohnzimmer lieben. Ich bin aber erneut nicht alleine wenn ich sage, ich liebe kabellose Tastaturen auf dem Schreibtisch, aber ich tippe viele Beträge und Termine und brauche den Ziffernblock. Fazit: Es gibt derzeit für den Apple keine einzige kabellose (Bluetooth ist gemeint) Tastatur mit Ziffernblock von Apple. Wer eine gute Bluetooth-Tastatur mit 10er Block von einem anderen Hersteller kennt, der möge sich bei mir melden. Ich kann nur hoffen, dass meine alte Apple-Tastatur noch eine Weile hält.

Ich finde es ja schon gut, wenn Apple nicht einfach blind und unüberlegt einfach alles in die Geräte einbaut, was irgendwann mal von einzelnen Kunden gewünscht wurde. Sonst würde man irgendwann bei unförmigen Geräten landen die wenig effizient, unnötig kompliziert und zudem noch hässlich sind.

Ein unglaublich freches „Function follows Form“, wie es Apple aber derzeit immer wieder macht, ist aber auch nicht in Ordnung:

  • Sorry – Aber wieder Glossy: Ja, sieht toll aus. Aber seit Jahrzehnten versucht man Monitore sinnvoll zu entspiegeln und hat das auch sehr gut hin bekommen. Das geschah nicht aus Spaß sondern weil es für viele Anwendungsbereiche äußerst sinnvoll ist. Apple mag es aber wenn es dünn ist und glänzt. Zum Glossy-Bildschirm auch noch eine Glasscheibe, der absolute Design-Wahnsinn für einen Computer. (Und ja, ich weiß, dass viele sehr gut damit leben können – sehr viele andere aber nicht)
  • Natürlich sieht ein iMac klasse aus – er lässt sich aber weder schwenken noch in der Höhe verstellen, dafür sieht das Design des Standfußes aber ganz toll aus.
  • iCal sieht natürlich sehr hübsch und aufgeräumt aus, weil man alle Details zu einem Termin einfach nicht mehr im selben Fenster anzeigt. Dass nun aber viele Klicks nötig sind um einen Termin zu bearbeiten kann nicht im Sinne des Erfinders sein. (Tipp: cmd+e auf einem Termin geht schneller als Doppelklick + Klick auf Bearbeiten)
  • Die neuen Antennen am iPhone4 sind schick und haben sogar eine Funktion. Wenn man nun aber eine Anleitung braucht, wie man das Telefon in der Hand zu halten hat, damit man das Signal nicht über die Maßen beeinträchtigt, dann ist das nicht in Ordnung. Ein Gerücht behauptet, Apple sei es vorher vermutlich nicht aufgefallen, weil man die Geräte in einer iPhone3G-Verkleidung (getarnt) getestet haben soll und somit die Antennen nie direkt berührt wurden von den Testern. Ich denke schon, dass Apple diesen Signalabfall bemerkt hat in den eigenen Testlabors. Sie werden abgewogen haben was schwerer wiegt: Design ändern, Gerät vielleicht dicker machen und die Antenne in alter Form einbauen – oder Gerät so dünn lassen und dem Anwender nahe legen das Telefon anders zu halten oder einen Bumper zu verwenden… Ich sagte ja schon, Apple mag es glänzend und dünn, die Entscheidung war also vermutlich nicht sehr schwer. Ob das Problem wirklich so groß ist, werde ich erst beurteilen können, wenn ich selbst ein iPhone4 habe… Jemand hier, der mir eines aus England schicken kann? wink

Fazit

Apple Heute und vor fünf Jahren. Es hat sich viel getan. Für Apple läuft derzeit sehr vieles außerordentlich gut. Sie nehmen dabei allerdings auch in Kauf, dass sie langjährigen Kunden immer mal wieder vor den Kopf stoßen. Ich bin gespannt, wie lange das gut gehen wird. Mangels echter Alternative könnte das noch eine Weile so weiter laufen. Zu Windows werden wohl nur wenige wechseln wollen und Linux ist längst nicht in jedem Bereich eine Lösung.

Ich gebe die Hoffnung vorerst nicht auf. Beim Glossy-Thema ist Apple eingeknickt und bietet die MacBookPro inzwischen ab 15″ optional auch in matt. Wer weiß, wie der nächste iMac aussehen wird? Ich denke mal positiv: Solange es Apple so gut geht, so lange haben sie auch das Kapital um neue, außergewöhnliche Produkte zu realisieren und das ist wohl das Beste, was wir uns wünschen können.

Was ist Eure Meinung? Schreibt mir einen Kommentar.

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14 Kommentare zu “Apple Heute und vor fünf Jahren

  1. kontrollfeld

    Die ganze Geschichte kann man nochmal anders sehen (ich nutze seit 1986 fast ausschliesslich Macs). Apple hat nur durch das iZeugs gerade nochmal die Kurve gekriegt und ist jetzt gerade extrem erfolgreich, weil Microsoft viele Sachen nicht auf die Reihe bekommen hat. Für den Mac als professionelle Arbeitsumgebung bedeutet das nicht nur Gutes, denn der Fokus verlagert sich immer mehr auf private Nutzung und die Rolle als Medienanbieter. Man hat also viel mehr Erfolg mit dem zweiten und dritten Standbein als mit dem eigentlichen Kerngeschäft Mac, das jetzt nur noch „mitläuft“. Apple hat richtig erkannt, dass die Trennlinie zwischen Hobby und Profi klarer gezogen werden muss – deswegen gibt es professionell nutzbare Macs (mit mattem Display und FW-Schnittstelle) nur noch gegen gutes Geld. Die Geräte sind – wie früher – mehr als doppelt so teuer wie vergleichbare Windows-PCs oder Laptops (bei schlechteren Garantiebedingungen).
    Die Entwicklung von Mac OS X stockt zunehmend, weil die wichtigsten Anbieter professioneller Software (Adobe) mehr im Weg stehen als der Sache nützen. Ein wesentliches Problem ist, dass hier keine synchrone Entwicklung stattfindet und sich Updates von OS und Anwendungen gegenseitig im Weg stehen, was den Käufer verunsichert und Investitionen fragwürdig erscheinen lässt. Unter Windows gibt es diese Probleme – gerade mit Adobe – nicht in der Form. Eine neue Hardwareanschaffung will beim Mac sehr gut geplant werden, wenn man nicht mit der gesamten Firmenausstattung in eine teuere und instabile Updatespirale geraten will. Das wird zunehmend zum KO-Kriterium für die Plattform.
    Von den ganzen iProgrammen wie Keynote, Pages, Numbers, iPhoto oder iWork hat der professioneller Anwender überhaupt nichts – die Energie hätte Apple besser in Mac OS investiert, wo besonders der Finder langsam peinliche Defizite aufweist. Ich sehe also für die nächsten fünf Jahre ziemlich schwarz für den Mac, wenn diese Entwicklung so weitergeht:(((

  2. Ich bin Windows-User und überlege schon lange auf einen iMac umzusteigen. Gerade das durchdachte und leise All-in-One-Konzept des iMac sucht man in der Microsoft-Welt noch vergebens. Natürlich gibt es da auch erste Geräte, aber die kommen einfach an den iMac nicht ran, obwohl sie billiger sind. Was mich jedoch bisher vor allem davon abgehalten hat einen Mac zu kaufen, ist der Preis und das fehlenden BD-Laufwerk. Warum soll ich 2000 oder mit neuer SSD sogar bis zu 3000 Euro für ein Gerät ausgeben, was ein großes Display hat und super schnell ist, aber die derzeitigen Standards nicht unterstützt. Und gerade auch der Mac mini würde sich doch so als Wohnzimmer-Rechner eignen, wenn er nur Blu-Ray hätte! Man könnte sowohl CDs anhören, als auch DVDs und BDs abspielen, als auch über einen großen Fernseher komfortabel und schnell ins Netz gehen ohne umbedingt den behäbigen Windows-PC anzukurbeln. Aber dafür gibt es ja jetzt das iPad!
    Fazit: Man sieht bei Apple, wie du schon gesagt hast, klar wo der Trend hingeht: zu mobilen neuen tollen Geräten, die mit vielen Apps viel können, aber ohne PC oder Mac doch nicht so 100 Prozent funktionieren. Also warum vernachlässigt Apple diese Sparte so?! Wir werden sehen.

  3. Apples Produktpolitik macht mir ANGST. Mein altes iBook G3-300 läuft seit dem Jahr 2000 am Stück ohne Probleme. Recht für surfen und Mail. Mein Powerbook G4 1,25 starb letzte Woche, war absehbar seit 6 Monaten, Reanimation zwecklos. Wegen Lücken in Apples Produktpalette kaufte ich mir vor einem halben Jahr meinen ersten 12″-Win-Rechner – ein Subnotebook, und das wurde zu meinem Hauptcomputer! XP läuft erstaunlich stabil… Hätte gerne wieder einen Mac, nur welchen? 13″ MacBookPro habe ich von der Größe her schon, BookPros sind teuer, iMacs für mich zu unflexibel. Überhaupt die Preise! Und wenn was kaputt geht? Und das wird es! 1 Jahr Garantie? Sogar Aldi hat drei. Nein, so sehr ich meinen Mac vermisse, dieses Verhalten von Apple unterstütze ich nicht mit meinem Geld. Lightroom gibt es auch für Win, ebenso viele andere Programme. Ich bin verunsichert, was die Qualität, was den Nutzen angeht. Vor zehn Jahren galt für mich „think different“ – ein ComputerSystem, aus dem Vollen geschnitzt. Heute: Mainstream. Differenzierung über den Preis. Mainboards fallen trotzdem aus, kaum noch Planungssicherheit. TotalCostOfOwnership höher als irgendwo sonst. Apple mag immernoch Apple heißen (ohne „Computer“, sic!), aber es gibt Alternativen. Vielleicht kommt sie irgendwann wieder von unserer Lieblingsfirma?

    • Was die Planungssicherheit angeht, da bin ich bei Apple von jeher skeptisch und ich glaube durchaus, dass dieses Fehlen dieser Sicherheiten ein Grund ist, warum viele Firmen eben nicht auf die Macs setzen. Man erfährt im Grunde sehr kurzfristig, dass es ein Produkt nicht mehr geben wird, eine Schnittstelle weg fällt oder neue Geräteklassen erscheinen. Das sehe ich zwar durchaus kritisch, aber zumindest im Zubehörmarkt tummeln sich ja noch andere gute Firmen. Apple wird nun also den 30″ (matt!) Monitor nicht mehr anbieten, nur noch den neuen 27″ (glossy mit Glasscheibe!). Dafür gibt es aber gute Geräte von Dell und Eizo die zudem weit mehr Anschlussmöglichkeiten bieten – nur eben nicht ganz so schick aussehen.

      Was Du zu den Notebooks schreibst, würde ich aber nicht 100%ig unterschreiben wollen.
      Ich bin mit einem G4 12″ eingestiegen und habe inzwischen einen 15″ MacBookPro. Dieses 15″ Gerät hebt sich vom PC-Mitbewerb in mehr als nur durch den Preis ab! Allein die Verarbeitung, die Ruhe (ist da ein Lüfter drin?), der Standby der einfach tut (inklusive aufwachen). Letzteres ist zwar durchaus besser geworden bei Windows, aber mit WinXP hatte ich durchaus immer mal wieder Probleme mit WLAN oder Bluetooth nach dem aufwachen. Windows7 kann ich natürlich nicht beurteilen. Mein altes IBM X40 (12″) wird auch noch täglich genutzt aber zickt schon hier und da mal rum – läuft allerdings seit vielen Jahren ohne Neuinstallation – und verliert gerne mal die Internetverbindung (WLAN).
      Ausfälle hatte ich bei beiden Geräten nicht. Halt, doch, beim PB 12″ fiel ein Teil der Displaybeleuchtung aus. Das wurde aber auf Kulanz(!) korrigiert und das neue Display (Panel von Samsung) war um Klassen besser als das vorherige :)

      3 Jahre Garantie bekommst Du bei Apple auch – Du musst es allerdings extra bezahlen. Dieser Aufpreis gehört meiner Meinung nach in die Kalkulation mit rein wenn man die Geräte länger nutzen möchte. Allerdings: Ich habe bisher ohne dieses Apple-Care gelebt und meine Geräte haben die Zeit locker gehalten. Ausfälle und Stress mit dem Support gibt auf der anderen Seite auch bei Dell, Asus, Samsung, HP, … da kochen alle nur mit Wasser.

      Ich finde die Hardware durchaus besser/sauberer/hübscher bei Apple und meiner Erfahrung nach ist sie im Betrieb auch leiser. Der PC-Markt ist dagegen ungleich größer, man hat mehr Auswahl. Nimmst Du aber etwas wirklich vergleichbares zum Apple-Produkt, dann greifst Du auch dort tief in die Tasche. Qualität hat schon ihren Preis. Man muss eben abwägen was man möchte.

      • Ja, stimmt. Die kleinen Annehmlichkeiten, die hatte ich schon fast vergessen. Die kleinen Dinge, die Besitzerstolz wecken – die berühmte MacAura? Schläfrig blinkende RuhezustandsLED, beleuchtete Tastatur, InstantWakeUp, … Braucht man nicht, will man aber haben. Und man gewöhnt sich so schnell dran! Vielleicht schaue ich doc mal über die aktuelle Palette drüber. $$Ist wie mit Kameras&Objektiven: Warum zögern? Denkt man an all´ die Bilder, die man während des Wartens NICHT gemacht hat – Stichwort „Opportunitätskosten“. Fazit: WIN (XP,7) macht SATT, ein Leben mit dem Mac ist teuer, aber auch sexy. An was erinnert mich das eigentlich? …

  4. Diese Podcastfolge zeigt all das, warum es für mich noch zu keiner Zeit eine Option war, von Windows PCs zu Apple zu wechseln.

    Warum soll ich von einem uneingeschränkt nutzbaren System, mit nahzeu undendlichen Software- und Hardware-Produkten zu einem System wechseln, das mir alles vorschreibt und mir immer mehr Möglichkeiten nimmt, statt neue zu schaffen?

    Und was nützt mir ein edles Design, wenn sowieso nur die Monitore und Eingabegeräte auf dem Tisch stehen und der Computer in einer Ecke unter dem Tisch. Außerdem setze ich für einen guten Kontrast nur Monitore mit schwarzem Gehäuse ein, die sehen zwar nicht spacig aus, erfüllen dafür aber in vollem Umfang und zu einem akzeptablen Preis ihre Aufgabe.

    Mal sehen was die Zukunft bringt, aber mir würde ohne Apple nichts auf der Welt fehlen!

    • @Frank: Bzgl. edlem Design: Bei Apple Computern steht der Computer selbst in der Regel eben schon auf dem Tisch, sei es ein MacBook, iMac oder wahrscheinlich auch ein Mac Mini. Nur der Mac Pro steht in der Regel unter dem Tisch. ;)

      Gegenfrage: Wieso sollte ich bei einem System bleiben, dass ständig abstürzt und an allen Ecken und Enden Probleme macht? Zugegeben, Macs sind auch nicht fehlerfrei, aber das Arbeiten gestaltet sich doch deutlich entspannter.

      • Das mit den Abstürzen halte ich für ein Gerücht – ich arbeite viel sowohl mit Windows (XP und 7) und Linux (Ubuntu). Beide Betriebssysteme stürzen eigentlich nur bei defekter Hardware oder fehlerhaften Treibern komplett ab. Letzteres kommt gerade bei Notebooks im Zusammenhang mit dem Standby-Modus öfter vor, wie von einem Vorposter schon erwähnt. Windows und Linux müssen halt im Gegensatz zu OS X eine fast unendliche Zahl von Hardware-Konfigurationen unterstützen.

        • Blue-Screens unter Windows habe ich auch lange nicht mehr gesehen. Windows2000/XP liefen/laufen eigentlich sehr stabil. Vista kenne ich nur vom weg gucken. Windows7 scheint auch sehr sauber zu laufen. Aber natürlich: Hat man sich erst einmal einen schlechten Treiber „gefangen“, dann kann es richtig Probleme hageln… unter OS-X allerdings ganz genauso.

          Das Absturz-Argument dürfte wohl überholt sein. Und auch OS-X muss inzwischen bei jedem (Sicherheits-)Update neu gestartet werden.

  5. Sehr schön geschriebener Artikel des Status Quo. Ich unterschreibe – jeden – einzelnen – verdammten – Punkt!

    Bis auf die Bluetooth Tastatur. Mit der arbeite ich sehr gern. Vor allem, weil sie perfekt auf mein Grafiktablett passt (die kabelgebundene ist zu gross) und ich die Dinger dann nicht dauernd beiseite schieben muss. Mit der Zeit tippe ich jetzt auch Nummern schneller als auf dem Zahlenblock. Aber egal.

    Glossy geht tatsächlich überhaupt nicht. Ich bearbeite jeden Tag Fotos und mit dem MacBook Pro werde ich wahnsinnig. Deshalb steht zu Hause der Non Glossy Monitor von Apple und in der Firma ein Eizo Non Glossy. Ich verstehe auch die Idee nicht, den Mac, ausgerechnet den Mac, zur Videoabspielmaschine zu degradieren. Wer bitteschön, gibt denn 1500 € für ein MacBook Pro aus, um auf einem vergleichsweise winzigen 15″ Bildschirm hauptsächlich Filme zu sehen? Und Filme sind die Dauerbegründung von Apple für Glossy. Der Trend, die Bildschirme jetzt auch auf 16:9 umzustellen ist ebenso überflüssig, passt aber natürlich ins Bild.

    Ich muss gestehen, dass es mich schon beruhigt, dass ich softwareseitig jederzeit auf Windows umsteigen könnte. Denn falls Apple weiter ohne Rücksicht auf Verluste in diese Richtung marschiert, kann es natürlich sein, dass sich diese Frage irgendwann mal stellt, was ich aber nicht hoffe, da ich gerne mit Mac OS X arbeite. Und eine Bastelei, um Mac OS X auf einen PC zu installieren, möchte ich mir eigentlich sparen.

  6. Sehr schöne Folge. Musste wirklich schmunzeln als ich diese Gestern hörte.
    Für mich selbst kommt ein Apple nie in Frage. Dieses Glossy ist, wie auch erwähnt, für die Bildbearbeitung, einfach schlecht. Weiterhin stören mich so fehlende Geschichten wie e-Sata am iMac und vom Preis wollen wir mal gar nicht reden. Sie sind einfach zu teuer und der Preis ist auch nicht gerechtfertigt. Design hin oder her.

    Weiterhin sind Apple einfach unglaublich arrogant und irgendwie alles andere als Kundenfreundlich. Die Geschichte mit dem aktuellen iPhone ist einfach eine Frechheit. Statt mal einen Fehler einzugestehen macht man die Mitbewerber schlecht. Leider verzeihen die Apple-Jünger einfach alles und egal ob ich nur mit der linken Hand telefonieren kann, ich gehöre dann halt einfach dazu.

    Okay, ich liebe mein iPad und meinen iPod, aber die kann ich auch problemlos an meinem Pc betreiben. :-)

  7. Naja. Ich denke mal, so langsam hat viele Apple auch viele Pragmatiker und nicht nur Fanboys als Kunden. Sie werden umlernen müssen und können sich all diese kleinen „Aktionen“ in Zukunft hoffentlich nicht mehr erlauben. Windows 8 wird auch kommen und vielleicht steige ich irgendwann doch wieder auf den PC um. Lightroom z.B. wird ja jetzt schon für beide Versionen mit einer Lizenz ausgeliefert, so dass das auf dem Gebiet schon mal keine weiteren Kosten anstünden. Wenn Adobe Apple ärgern will, machen sie das bei weiteren Produkten. Grund genug hätten sie ja.

  8. Ich bin 2007 von Windows zu Mac gewechselt und was hatte ich damals für ein Glitzern in den Augen. 2 Jahre später war der Traum ausgeträumt. Ich musste feststellen, dass der Mac meine Bedürfnisse und Anforderungen in vielerlei Hinsicht nicht erfüllen könnte, abgesehen von der finanziellen Mehrbelastung. Dann bin ich Ende 2009 wieder auf Windows umgestiegen, sozusagen einen Back-Switch vollführt. Seit Vista liebe ich Windows. Viele sagen es sei schlecht, ich fand zum damaligen Zeitpunkt, dass Vista ein fantastisches Betriebssystem ist. Und heute mit Windows 7 natürlich erst recht. Ich werde mich jedenfalls nie wieder freiwillig an einen Mac setzen, dafür bin ich ein viel zu freiheitsliebender Mensch.

  9. Großartige Folge! Wir schreiben den 11.11.2011 und ich hör mir grad die alten Aufnahmen an.
    Viele Punkte müsstest du ja eigentlich auch wieder ergänzen, bzw. updaten ;-)
    Zum Bleistift Thunderbolt und so Kleinigkeiten. Wann gibt es das Update? :-)

    Ansonsten hast du wirklich sehr viele wahre Punkte angesprochen. Vor allem die negativen Punkte stören mich auch schon seit geraumer Zeit. Aber es gibt halt noch immer keine Alternative dazu.

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