Back to the Mac – Teil 2 – iLife ’11

„Back to the Mac“ hieß es am 20. Oktober 2010, so lautete der Titel der Keynote zu der Apple einlud. Nach der obligatorischen Übersicht über aktuelle Verkaufszahlen, diesmal rein auf den Mac bezogen, kam Steve Jobs auf die Bühne und kündigte ein neues iLife an.

iLife ist eine Zusammenstellung verschiedener Programme und ist auf jedem neuen Mac bereits installiert. Folgende Programme waren bisher, bis iLife’09, enthalten:

  • GarageBand – Das Tonstudio nicht nur für zu Hause
  • iPhoto – Zum verwalten seiner Fotos, erstellen von Grußkarten, Fotobüchern, Diashows, etc.
  • iMovie – Zum schneiden eigener Videos
  • iDVD – Zum erstellen eigener Foto- und Video-DVDs mit schicken Menüs
  • iWeb – Der extrem einfache Web-Designer für den einfachen, eigenen Webauftritt

Zu den Zahlen habe ich bereits im ersten Teil etwas geschrieben. In diesem Beitrag soll es nun um das neue iLife ’11 gehen. Was ist drin, was nicht?

Mehr dazu nach dem Klick.

iLife ’11

iLife’11 heißt es nun also und setzt damit die Nummerierung nach Jahreszahlen fort. Es zeigt aber auch deutlich, dass es schon sehr lange keine neue iLife-Version gab. Die Letzte Version, iLife’09, musste nun schon sehr lange aushalten aber eigentlich tat sie das auch ganz gut.

Nun wurde also die Version ’11 angekündigt und tatsächlich soll sie auch ab sofort verfügbar sein. Endlich mal wieder eine Keynote bei der Dinge gezeigt wurden, die man auch wirklich schon bekommen kann smile

Ausführlich wurden drei Programme aus diesem Paket erwähnt:

  • iPhoto
  • iMovie
  • GarageBand

iDVD, iWeb – Tot?

Nicht vorgestellt wurden iDVD und iWeb. Die Gerüchte sprachen im Vorfeld der Keynote bereits davon, dass diese Programme wohl sterben sollten aber diese Berichte über den Tod der Anwendungen waren wohl etwas übertrieben. Fakt ist: Die Symbole dieser Anwendungen waren in der Keynote zu sehen als das iLife’11 Paket vorgestellt wurde und auch auf der Apple-Webseite ist zu sehen, wenn auch etwas versteckt, dass die Programme weiterhin dazu gehören. Man darf aber wohl davon ausgehen, dass iDVD und iWeb nicht wirklich weiterentwickelt wurden. Sie bleiben vermutlich auf dem Stand der ’09 Version.

Apple, oder zumindest Steve Jobs, scheint ja von Scheiben als Datenträger nicht mehr viel zu halten und setzt schon seit dem ersten AppleTV voll auf Streaming-Inhalte. Es ist grundsätzlich auch nichts dagegen einzuwenden, wenn man aktuellen Entwicklungen folgt und alte Konzepte einfach mal über Bord schmeißt. Apple war wohl einer der ersten Unternehmen die das Floppy-Laufwerk einfach mal weg gelassen haben. Damals ging auch ein Aufschrei durch die Benutzer-Gruppen aber schlussendlich war das eine gute Entscheidung. Dateien wurden ohnehin immer größer und passten kaum mehr auf eine Diskette – zur Erinnerung, es passten 1.4MB (Megabyte! Nicht Gigabyte) auf eine Diskette. Es gab aber eine Alternative: Die CD. CDs konnte man schließlich immer günstiger selbst beschreiben und die Rohlinge erreichten doch recht schnelle Preise, zu denen man so eine Scheibe auch mal ohne nachzudenken weitergeben oder austauschen konnte.

Mit der Entwicklung bei Apple, nun die Scheiben kaum mehr zu unterstützen bin ich aber noch nicht so ganz einverstanden. Die DVD ist derzeit noch immer der Datenträger für Software und Filme. Reicht der Platz nicht mehr aus, so greift man zur Blu-Ray Disk. Apple unterstützt allerdings weiterhin kein Blu-Ray, und ich kann es auch ansatzweise verstehen wenn man sich mal durchliest, was dazu an digitalem Rechtemanagement nötig wird. Dass man nun aber auch die DVD offenbar immer mehr ignoriert mach mich nachdenklich.

Streamen ist solange keine Alternative, wie nicht flächendeckend eine wirklich schnelle Leitung verfügbar ist. 1 MBit ist keine schnelle Leitung um den Inhalt einer DVD zu übertragen. Ab 16 MBit können wir uns darüber unterhalten – aber nur dann, wenn auch ein ebenso schneller Upload möglich wird, oder wie lange soll man warten, bis das eigene HD-Video auf dem eigenen Webserver liegt? Bei einer 1 MBit Leitung hat man einen Upload von 128 bis 160 Kilobit. Das bedeutet, dass man, grob gerechnet, für 1 Megabyte 1 Minute benötigt. Wollte man also ein Video von nur 200MB hochladen, müsste man über 3 Stunden warten. Auf eine selbst gebrannte DVD passen im einfachsten Fall über 4GB. Wollte man diese hochladen, so wäre die Leitung für ungefähr 3 Tage belegt. Selbst wenn man die 4GB herunter laden wollte bräuchte man über 11 Stunden. Man sieht, dass auch 2MBit keine Lösung sind (1,5 Tage / 6 Stunden) oder 6MBit (12 Stunden / 2 Stunden). Von den 25GB einer Blu-Ray fange ich jetzt gar nicht erst an. Es braucht eine richtig dicke Leitung um eine Scheibe zu ersetzen und genau diese Leitungen fehlen nach wie vor – ja ich weiß, dass es vDSL mit 50MBit und mehr gibt aber dies steht leider längst nicht der breiten Bevölkerung zur Verfügung.

USB-Sticks sind auch keine Lösung. Ich hatte immer gehofft, dass diese Sticks so günstig werden, dass man sie wie Disketten einfach weiter gibt und gleich im Duzend kauft. Leider sind wir davon noch recht weit entfernt.

Ich kann also nur hoffen, dass wenigstens iDVD noch länger bestehen bleibt oder auch mal weiter entwickelt wird, damit ich weiterhin Urlaubsvideos oder Theaterprojekte für alle Beteiligten auf einer Scheibe weitergeben kann.

iPhoto

iPhoto wurde weiter überarbeitet und erweitert. Gezeigt wurden, durch Phil Schiller, die folgenden Dinge:

  • Vollbild-Modus. Das ist das neue Credo was sich bis zum neuen OS-X durchziehen wird. Dazu vielleicht in einem späteren Teil mehr. Man kann iPhoto nun komplett im Vollbildmodus nutzen. Keine Menüleiste, kein Dock, nur seine Fotos und Projekte. Das sieht sehr hübsch aus und könnte praktisch sein, wenn man nicht abgelenkt werden möchte. Wenn man aber Drag&Drop benötigt oder nutzen möchte, dann stört es wohl eher.
  • Album-View – Erinnert an die Fotoübersicht beim iPad
  • Facebook. Ich bin ja kein großer Freund von Facebook aber offenbar gibt es weiterhin eine stets wachsende Anzahl von Nutzern. Grund genug für Apple, Facebook noch intensiver in iPhoto zu integrieren. Per Klick lädt man seine Fotos zu Facebook und, das ist neu, liest direkt in iPhoto die Kommentare von anderen Facebook-Nutzern zu seinen Bildern.
  • Drag&Drop ist im Vollbild-Modus nicht so einfach, richtig? Wie also Bilder vernünftig per E-Mail verschicken wenn man sie nicht einfach per Mauszug auf das Mail-Symbol im Dock ziehen kann? iPhoto löst es, indem es Mail nach iPhoto holt. Ein Klick und es öffnet sich ein spezielles Mail-Fenster. Hier kann man seinen Text schreiben, die gewählten Bilder sehen, Empfänger auswählen, etc. Außerdem kann man ein Layout für die Mail wählen… Die HTML-Mail-Gegner „freuen“ sich jetzt schon wink
  • Die Landkarte wurde deutlich verbessert. Man kann in einem Kartenmodus arbeiten und sieht so, wo man überall Fotos aufgenommen hat – vorausgesetzt, man auch GPS-Daten zu seinen Fotos. Man kann nach Städten suchen und so die Auswahl eingrenzen wobei man weiterhin die Karte mit den roten Pins sieht. Alles schöner und umfangreicher soweit ich das sehen konnte.
  • Diashows. Natürlich gibt es wieder neue Diashows. Einige kennt man schon vom neuen AppleTV oder vom iPad aber was das Team bei Apple mit der Landkarte gemacht hat ist einfach irre gut. Vorausgesetzt man GPS-Koordinaten zu den Fotos geht nun folgendes:
    Man sucht einen Ausschnitt auf der Karte, zum Beispiel das Gebiet in dem man während seines Urlaubs war. Die Diashow startet nun automatisch mit einer Globus-Animation, blendet dann die Karte ein, fährt die Karte von Pin zu Pin ab und blendet dann die entsprechenden Fotos ein. Ein komplettes Reisetagebuch mit einem Mausklick. Sicher nicht sehr individuell aber doch sehr beeindruckend.
  • Bücher und Grußkarten wurden überarbeitet. Der Designer wurde offenbar komplett erneuert. In einer Art 3D-Karussell wählt man das gewünschte Design, welches hier bereits in der Auswahl die eigenen Fotos verwendet. Anschließend kann man wie gewohnt die Seiten gestalten. Bei den Grußkarten gibt es einen neuen Typ „Letterpress Card“. Bei diesen Karten werden einzelne Muster mit alten Maschinen in das Papier gepresst. Man hat also ein Muster auf der Karte, dass man auch fühlen kann. Scheint mir sehr edel zu sein.
  • Beim automatischen füllen von Fotobuch-Seiten nutzt iPhoto nun Informationen der Bilder. Titelbilder eines Albums landen auf dem Cover, Fotos mit höherer Bewertung werden eher groß gezeigt, zeitlich bei einander liegende Aufnahmen kommen auch auf eine Seite oder eben auf folgende Seiten.
  • Sehr schick ist der „Project View“. Ein virtuelles Buchregal zeigt fotorealistisch alle eigenen Projekte die man mit seinen Fotos erzeugt hat. Man sieht also Fotobücher, Karten, etc. Wie praktisch das noch ist, wenn man sehr viele Projekte erzeugt hat, wird sich zeigen.

Keine Kalender

Nicht gezeigt wurden übrigens Kalender und das mit gutem Grund: In dieser aktuellen Version von iPhoto sind derzeit keine Kalender möglich. Wer also in diesem Jahr Kalender verschenken möchte, der sollte von einem Update vorerst absehen – Es gibt nämlich auch kein Zurück mehr.

Kalenderprojekte bleiben aber erhalten und Apple möchte diese Funktion „in Kürze“ nachliefern mit einem Update. Wann das sein wird bleibt aber offen. Die bestehenden Kalenderprojekte sollen aber nach diesem zukünftigen Update normal zugänglich und auch bestellbar sein. Also lieber noch etwas warten, empfehle ich.

iMovie

Mit iMovie konnte man von je her sehr tolle Sachen machen. Sehr einfach konnte man seine Videos schneiden, Übergänge definieren, nachvertonen, etc. Mit iMovie’08 kam eine komplett neue Version von iMovie, ohne richtige Zeitleiste und einem komplett neuen Konzept. Mit iMovie’09 wurde dieses Konzept etwas verfeinert und tatsächlich kann man damit recht schnell und einfach kleinere Videos zusammen stellen. Es taugt meiner Meinung nach nicht mehr wirklich für lange Videos, da man doch recht schnell die Orientierung verlieren kann und in einer Übersicht nicht mehr präzise arbeiten kann. Für kürzere Clips und kleinere Urlaubsvideos ist es aber gar nicht so übel.

Mit der Version ’11 wurden nun die folgenden Dinge überarbeitet bzw. hinzugefügt:

  • Audio editieren. Das war bisher eher mal nicht möglich. Man konnte zwar ein paar Anpassungen machen aber das Vorgehen war eher sehr kompliziert. Mit Version ’11 kann man sich nun die Wellenform einer Audiospur direkt unter dem Clip im Schnittbereich einblenden lassen. Dort kann man einzelne Abschnitte der Audio-Spur markieren und einfach durch anklicken und ziehen lauter oder leiser machen – wohlgemerkt, nur den markierten Abschnitt statt immer die ganze Datei. Die Änderung kann dabei auch sanft ein- und ausgeblendet werden. Sieht sehr gut aus und funktioniert hoffentlich auch so gut.
  • Audio-Effekte. Sehr schnell und mit „Vorschau“ (Vorhör?) kann man Audioeffekte hinzufügen. So wie Video-Effekte gibt es nun also Roboter-Stimme, Mickey Mouse, Hall, und andere Spielereien… Wer’s braucht…
  • Es gibt ein paar Ein-Klick-Effekte. Z. B. markiert man ein Stück, wählt den Effekt „Replay“ und schon hat man ein Replay wie bei einer Sportübertragung im Video. Gleiches geht mit Slow Motion oder Schnappschuss.
  • Gesichtserkennung gibt es nun auch in iMovie. Recht beeindruckend obwohl man natürlich abwarten muss, wie gut das in der Realität mit den eigenen Dateien funktioniert. Wenn es funktioniert, dann findet man sehr schnell Ausschnitte im Video, in denen bestimmte Personen zu sehen sind. Sucht man also schnell alle Clips in denen das Geburtstagskind zu sehen ist, dann ist dies kein Problem mehr und man muss nicht selbst stundenlang durch seine Clips stöbern.
  • Natürlich gibt es neue Themes, also Titel, Übergänge mit neuen Designs.
  • Und es gibt jetzt Movie Trailers. Entschuldigt den Ausdruck aber meine Fresse ist das geil smile Apple hat Trailer-Themes entworfen, die den Titeln bekannter Studios ähnlich sehen. Man wählt nun ein Theme und bekommt ein Story-Board für den Trailer, also einen vorgegebenen Ablauf wobei man je nach Theme wählen kann, wie viele Personen die „Hauptdarsteller“ sind. Nun füllt man Textinformationen aus, wie Titel, Namen der Personen und so weiter. Anschließend wählt man Clips für den Trailer aus und hier wird es jetzt heiß:
    Das Storyboard weiß, ob es eine Clip mit einer, zwei oder mehr Personen haben möchte und Dank der Gesichtserkennung kann iMovie direkt passende Clips heraus suchen. Auch kann nach Nahaufnahme oder Übersicht gefiltert werden, nach Action oder Ruhe. Beeindruckend. So hat man relativ schnell einen sehr coolen Movie-Trailer zusammen gestellt, kann diesen an die Verwandtschaft schicken, als Appetithappen,  und hat nun etwas Zeit in die Ruhe das eigentliche Video fertig zu machen.
  • Die Hintergrundmusiken für die Movie Trailers sind übrigens mächtig beeindruckend und lt. Apple tatsächlich in London mit dem Symphonie-Orchester aufgenommen, welches auch viele der großen Titel der großen Studios gespielt haben.

Ob sich noch mehr getan hat wird man erst im echten Einsatz sehen. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf das Update, da ich doch immer mal wieder etwas mit iMovie schneide.

Ich würde mir zwar noch viel mehr Funktionen in iMovie wünschen und ich wünschte, Apple würde es offener gestalten damit andere Anbieter weitere Themes anbieten könnten, aber man kann ja nicht alles haben. Wer wirklich mehr machen möchte, der muss eben Final Cut Express nehmen… Wobei man sich dann wünschen würde, dass man die teils sehr schicken Themes auch hier nutzen und man auch in FinalCut so einfach Effekte einfügen, diese dann aber besser, oder überhaupt, an die eigenen Vorstellungen anpassen könnte.

GarageBand

GarageBand ist ein ziemlich gutes Programm um Musik und Podcasts aufzunehmen. Man kann Audio und Midi auf mehreren Spuren gleichzeitig aufnehmen und abspielen, hat haufenweise Audio-Effekte und Midi-Instrumente zur Verfügung und ich fand es unfassbar, dass so eine Software in einem 79 Euro Paket wie iLife einfach so mit dabei ist. Es hat natürlich auch seine Grenzen und es braucht recht viele Ressourcen, außerdem sollte man nicht zwingend erwarten, dass man mehrspurige Aufnahmen von über einer Stunde ohne Fehler aufnehmen kann. Es ist kein Super-Profi-Werkzeug aber doch professionell genug, um richtig gut Musik zu machen.

In Version ’11 möchte Apple nun das folgende gepackt haben:

  • Flex Time. Bedeutet, dass man nun ein Stück markieren und dieses flexibel ziehen kann. Gezeigt wurde die Aufnahme einer E-Gitarre die zum Schluss hin nicht ausklingt sondern abgewürgt wurde. Einfach den Anschlag markiert, gezogen, schon klingt die Gitarre länger aus. Umgekehrt geht es aber auch und das ganze natürlich ohne Änderung der Tonhöhe.
  • Grooving Matching. Im Beispiel gab es eine recht ordentliche Drum-Spur und ziemlich unsauber gespielte Gitarrenspuren, die eigentlich permanent vor oder hinter dem Beat spielten. Mit dem neuen Tool wählt man nun eine Spur als Master, hier die Drum Spur, und lässt per Klick alle anderen Spuren daran anpassen. GarageBand erkennt die Beats und zieht alles so hin, dass es sauber auf den Beat passt – lt. Apple ohne dabei den menschlichen Charakter des Spiels zu verlieren. In der Demo klappte das ganz gut, wie es bei eigenen Aufnahmen funktioniert wird man probieren müssen.
  • Es gibt mehr Gitarrenverstärker-Simulationen und Effekte
  • Neue Klavier und Gitarren Lektionen sind hinzugekommen. Man konnte bisher ja auch schon lernen, wie bestimmte Riffs und Stücke gespielt werden. Jetzt gibt es wohl weitere Lektionen um ein Instrument spielen zu lernen.
  • Neu ist die „How Did I Play?“ Funktion. Hier kann man die gelernten Lektionen spielen, GarageBand hört zu und zeigt einem fortlaufend an, wie gut man schon ist. Eine Grafik zeigt dann dann den Lernerfolg an. Nett.

Neben iMovie ist GarageBand DAS Programm für mich gewesen, warum ich überhaupt näher zum Mac geschaut habe. Naja, es gab noch andere Gründe aber GarageBand hatte mich echt überrascht. Ich habe es Jahrelang genutzt um kurze Musikstücke einzuspielen und um meine Podcasts zu produzieren, um Hörbücher zu sprechen und anderes. Ich mag das Programm als einfaches aber doch recht mächtiges Aufnahme-Tool und auch zum nachvertonen von Videos ist es einfach klasse.

Ich habe nur etwas Angst, dass aus GarageBand eine Art iTunes für Audio-Produzenten werden könnte. Der Bereich der Lern-Lektionen scheint doch größer zu werden und obwohl ich das durchaus sinnvoll und spannend finde hätte ich mir gewünscht, dass diese Lektionen in einer eigenen Anwendung stattfinden, die vielleicht auf GarageBand-Funktionen zurück greifen kann. Wenn allerdings diese Lektionen das Programm nicht träger machen, dann ist es mir auch wieder egal.

Schön zu sehen, dass wirklich neue und recht professionelle Bearbeitungstools hinzugekommen sind und ich bin schon gespannt, wie die sich im echten Einsatz machen werden.

 

64 Bit?

Apple hatte mal ganz schön böse in Richtung Adobe geschossen und gemeint, sie seien „painfully slow“ bei der Umsetzung neuer Technologien auf dem Mac. Gemeint war die fehlende Nutzung Cocoa und 64 Bit.

Aber wie sieht es nun bei Apple selbst aus? iTunes ist meines Wissens auch noch nicht in Cocoa geschrieben und den Vogel schießen nun die iLife ’11 Anwendungen ab: Sie sind allesamt noch nicht 64 Bit. Sie laufen also weiterhin als 32 Bit Anwendung.

Prinzipiell ist das kein Problem, läuft ja. Aber gerade bei iPhoto und iMovie könnte ich mir vorstellen, dass man bessere Leistungen mit 64 Bit erzielen könnte – vor allem wenn es um größere Dateien und Projekte geht. Am Ende ist aber einfach kein guter Stil auf andere zu zeigen und dann selbst neue Softwarepakete mit alten Techniken an den Kunden zu geben.

Fazit

Das Update kostet $49 – Vermutlich €49 bei uns und es ist ab sofort verfügbar. Großer Wurf oder Flopp? Das hängt natürlich davon ab, was man erwartet.

Die neuen iPhoto-Funktionen sind wohl eher für den sehr privaten Gebrauch. Hübsch anzusehen und einfach zu nutzen. Ich brauche häufig mehr als iPhoto kann und arbeite hauptsächlich mit Lightroom. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich dann und wann Fotos zu iPhoto exportiere um dort eine Diashow zu erstellen oder eine Grußkarte zu bestellen.

Die Erweiterungen in iMovie finde ich klasse. Klar wäre mehr noch besser, aber ich freue mich schon auf die neuen Audio-Funktionen. Vielleicht kann man jetzt auch besser nachvertonen – und wenn nicht, dann mache ich das eben weiterhin mit GarageBand.

Und GarageBand? Werde ich auf jeden Fall aktualisieren. Ich mache zwar kaum noch Musik, aber wenn, dann freue ich mich schon jetzt auf die neuen Möglichkeiten und vielleicht gönne ich mir auch mal die ein oder andere Lektion wenn die Winterabende zu kalt werden smile

Was hältst Du von iLife’11? Hat es Deine Erwartungen erfüllt oder nicht? Was hat Dich überrascht, was fehlt Dir? Ich freue mich über Deinen Kommentar.

Links

3 Kommentare zu “Back to the Mac – Teil 2 – iLife ’11

  1. Offen gestanden nutze ich aus dem iLife-Paket eh nur Garageband für meine Audioproduktionen. Das lang dafür locker, da muss ich nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Was mich in der letzten Zeit allerdings mit Logic Express hat liebäugeln lassen ist FlexTime. Innerlich schon auf die Ausgabe eingeschossen kommt mir iLife ’11 gerade recht. Und wenn man den Gerüchten glauben darf, dann wird es Garageband auch als Einzelapplikation geben. Das wäre natürlich der Hammer.

  2. Was mich bei solchen Programmen im Klickibunitstyle eigentlich immer stört ist das eben das bisschen Kontrolle fehlt. wenn ich ein Video schneiden will dann will ich Kontrolle übers Timing. Wenn ich Fotos entickeln will dann will ich RAW-Entwicklung Wenn ich Audiorecording mache dann ist mir Garageband einfach zu beschränkt. Klar für nicht versierte Anwender ist das toll man bekommt viel abgenommen aber man sieht halt auch gleich hey das ist aus iMovie. Kreative Mittel werden beschnitten um leichte Bedienung zu gewährleisten und um einen bestimmten Effekt erzielen zu können muss man dann wieder zig Workarounds nutzen oder es ist schlicht nicht möglich. Gerade die Vorstellung von iMovie fand ich lustig, Klar wenn ich natürlich schon von Haus aus so tolles Bildmaterial habe das evtl. dann auch schon mal durch eine andere Software gelaufen ist (Colorgrading etc.) dann kann ich natürlich tolle Sachen aus iMovie raus holen die professionell aussehen, oder ich nutze fertig gegradete und bearbeitete Daten aus einer RED.

    Danke Boris das du in deinen Posts trotz allem Hang zu Appleprodukten immernoch die Objektivität wahrst.

  3. Peter Brülls

    @angbor3d Darf ich mal einen kleinen Realitätsabgleich abmahnen? Wir reden hier von eine Software-Paket von 49€.

    Für professionelles hat Apple ja anderes im Angebot, zu auch noch sehr humanen Preisen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.