Back to the Mac – Teil 1 – Zahlen und FaceTime

Am 20. Oktober 2010 lud Apple ein zur Keynote mit dem vielversprechenden Titel „Back to the Mac“. Sollte Apple sein ehemaliges Brot-und-Butter-Geschäft also doch nicht aufgegeben haben?

Ich hatte ehrlich gesagt nie wirklich daran gezweifelt denn wie sollte man ohne einen Mac die Software für iPod, iPhone und iPad entwickeln? Es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass ein vollwertiger Computer weiterhin notwendig ist, auch für Apple. Apple hat dies am 20. Oktober 2010 auch klar gesagt.

Mehr Informationen dazu und eine erster Eindruck von FaceTime nach dem Klick

Zahlen

Der Mac als solcher wird weiterhin bestehen. Auch bei Apple besteht die Welt aus mehr als iPhone und iPad. Soweit die durchaus beruhigende Meldung dieser Keynote. Noch klarer machte dies Tim Cook der zeigte, dass der Mac immerhin 1/3 des Umsatzes ausmacht, was im übrigen nicht weniger $22 Milliarden Dollar entspricht. Apple hat also durchaus ein großes Interesse daran, den Mac weiterhin im Programm zu halten und auch weiter zu entwickeln.

Weiterhin wurde erzählt, dass die Anzahl der installierten Mac-Systeme weiter stark wächst, es immer mehr Softwareanbieter für die Mac-Plattform gibt und auch alte Bekannte wieder zurück kehren wie z.B. AutoDesk mit der Software AutoCAD. Ich möchte hier nicht jedes Detail der Keynote runterbeten, Du hast die sicher selbst schon gesehen smile Fall nicht, kannst Du dies auf der Apple-Seite nachholen.

Fazit zu den Zahlen

Apple geht es weiterhin gut. Sehr gut möchte man meinen. Interessant, dass man in den Nachrichten hört, dass die Anleger und/oder Analysten unzufrieden mit den letzten Quartalszahlen sein sollen. Für mich unverständlich wenn man alleine den Fakt nimmt, dass Apple im letzten Quartal mehr iPhones verkauft hat als RIM Blackberries. Mag ja sein, dass der Gewinn pro Einheit etwas zurück gegangen ist, aber das ist doch kein Grund unzufrieden zu sein, wenn stattdessen mehr Einheiten verkauft wurden als prognostiziert? Ich denke, Apple ist zufrieden und die Anleger können es auch sein smile

 

FaceTime

Apple „neue Erfindung“ der Video-Telefonie fand sich zunächst nur auf dem iPhone 4. Ja, die Kritiker schrieben seinerzeit, dass das ja alles gar nichts neues wäre, dass andere das schon vor Jahren ausprobiert hätten und es ein großer Flop gewesen wäre. Das mag nun alles sein aber selbst wenn man die Apple-Fanboy-Brille abnimmt muss man doch recht schnell erkennen, dass die Umsetzung beim iPhone schöner und einfacher gelungen ist. Nahtlos vom Telefonat auf Video umschalten, sehr gute Ton und Videoqualität statt den „Diashows“ von Damals. Ja, bisher läuft das nur über WLAN aber es wurde schon bei der Ankündigung gesagt, dass man dies in absehbarer Zeit auch über 3G verfügbar machen möchte. Ich denke, dass hier eher die Mobilfunkanbieter bremsen als dass es eine technische Hürde gäbe. Aber selbst über WLAN ist es erstaunlich wie gut das durch diverse Router und AccessPoints funktioniert ohne auch nur eine einzige Konfiguration vorzunehmen.

Bisher ging das aber nur von iPhone 4 zu iPhone 4. Das hat sich am 20. Oktober 2010 geändert. Die Spekulationen sagten schon damals voraus, dass Apple das ganz sicher in iChat integrieren würde, schließlich gibt es dort schon die Funktion der Video-Konferenz. Aber nun kam es ganz anders.

Statt einem erweiterten iChat gibt es nun eine eigene FaceTime-Anwendung. Die Installation ist schnell abgeschlossen und der Mac muss anschließend auch nicht neu gebootet werden. Nach dem ersten Programmstart muss man sich mit einer E-Mail Adresse bei FaceTime registrieren. Das ist die Mail-Adresse, über die man später per FaceTime erreichbar ist. Man bekommt dann eine Bestätigungsmail um diesen Vorgang zu autorisieren und das war es dann auch schon. Ab sofort kann man Kontakte über das Adressbuch anrufen und man kann über seine Mail-Adresse auch angerufen werden. Das funktioniert sogar dann, wenn FaceTime gerade gar nicht gestartet ist – FaceTime öffnet sich dann selbstständig und fragt, ob man den Anruf entgegen nehmen möchte. Auch das funktionierte bei mir auf einem MacBook Pro über WLAN, durch einen Router komplett ohne irgendeine Konfiguration.

Lustiges Detail: Wird man von einem iPhone aus angerufen, so sieht man ein FaceTime-Fenster im Hochformat vor sich auf seinem Mac. Wenn nun der Gesprächspartner das iPhone ins Querformat dreht, so dreht sich auch das FaceTime-Fenster auf dem Mac… Klar, simpel, aber irgendwie doch… lustig smile Einen Vollbild-Modus gibt es übrigens auch. Das wird ohnehin immer stärker kommen aber dazu in einem späteren Teil mehr.

Warum ist FaceTime nun eine eigene Anwendung und nicht in iChat integriert? Darüber kann man natürlich nur spekulieren und dies wäre kein Blog, wenn ich dies nicht auch tun würde wink Hier mal meine Vermutungen, warum Apple es so gelöst hat:

  • Die eigene Anwendung dient genau einem Zweck und sie muss sich um nicht mehr kümmern. Das macht es für die Entwickler leichter, neuen Programmcode einzubauen und neue Ideen umzusetzen. Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass FaceTime einmal iChat ablösen wird.
  • Würde iChat gestartet werden, so wäre man plötzlich „online“ zu sehen, zumindest bestünde die „Gefahr“. Nur weil man gerade ein Video-Gespräch mit jemanden führt möchte man aber nicht unbedingt gleich von allen Seiten angechattet werden. Das könnte eher lästig als nützlich sein, zumindest für die Anwender, die nicht ständig in iChat unterwegs sind.
  • Dass es eine eigenständige Anwendung ist macht es zumindest theoretisch möglich, oder zumindest möglicher, wenn das ein Wort ist, es auch für Windows zu entwickeln. Nach iTunes, Bonjour und Safari also bald Apple FaceTime für Windows? Wer weiß…

Fazit zu FaceTime

Die Tatsache, dass FaceTime die Anwender polarisiert, zeigt, dass Apple irgendetwas richtig gemacht haben muss smile Ich stehe auf der Seite derer die sagen, dass FaceTime eine wirklich tolle „Erfindung“ ist. Die Idee mag nicht neu sein aber so, wie es jetzt umgesetzt ist, kann man es wirklich ohne nachzudenken benutzen. Ich finde das Klasse, auch wenn ich persönlich eher wenig Anwendung dafür finden werde. Ich telefoniere schon sehr wenig, Videotelefonate werden da eher noch seltener sein. Ich sehe aber viele Menschen da draußen, die das wirklich extrem gut einsetzen können und sich freuen, wenn das jetzt so einfach möglich ist.

Fazit

Ich sehe das also sehr positiv. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, Apple baut sein Barvermögen weiter aus und die Aktien fallen wohl nur ein wenig wegen der Gewinnmitnahmen schon vor dem Event. FaceTime ist jetzt auf dem Desktop angekommen und damit gibt es neben über 14 Millionen iPhone 4 Kunden auch zig Millionen potentielle Nutzer die einen Mac besitzen.

Insgesamt eine gute Entwicklung die von Apple hoffentlich nicht missbraucht wird.

Wie ist Deine Meinung zu den aktuellen Zahlen und zu FaceTime? Ich freue mich über Deinen Kommentar.

 

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2 Kommentare zu “Back to the Mac – Teil 1 – Zahlen und FaceTime

  1. Was? Apple wollte den Mac aus dem Programm schmeißen?
    Glück gehabt dass sie es doch nicht gemacht haben ;).

    Zu Face Time:
    Find ich eigentlich nicht schlecht. Auch dass es nicht in iChat mit drinnen ist, da hätten sie vorher schon ne komplett neue Version rausbringen müssen.

  2. Du schreibst: „Die Tatsache, dass FaceTime die Anwender polarisiert, zeigt, dass Apple irgendetwas richtig gemacht haben muss“

    Den Satz merke ich mir… :-)

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