Apple – neues von der Macworld 2008

macworld2008

San Francisco, Januar 2008. Seit Wochen schon fieberten Mac-Anwender auf dieses Datum hin. Der Grund: Steve Jobs eröffnete auch in diesem Jahr wieder die Macworld Messe mit einer Keynote. Diese Keynotes nutzt Jobs regelmäßig um über neue Produkte und Entwicklungen zu informieren. Genaueres weiß man im Vorfeld eigentlich nie. Natürlich, viele Gerüchte, hier und da ein gefälschtes Foto und kurz bevor es losgeht gibt es immer einen geheimnisvollen Slogan der alles verraten kann – oder auch gar nichts. In diesem Jahr zierte der Satz: „There is something in the air“ die Banner.

Um 18 Uhr unserer Zeit war es dann soweit. Die Keynote startete und die Leitungen diverser Chat- und Newsticker-Server glühten. Einen Live-Stream von Apple gab es wie schon in den letzten Jahren zuvor nicht. Dafür aber viele Newsticker die teils mehrfach in der Minute aktualisiert wurden.

Vier große Punkte waren es über die Steve Jobs geredet hat:
1. Ein neues Produkt für die drahtlose Datensicherung: Time Capsule
2. Software Updates für iPhone und iPod Touch
3. Ein Mietangebot für Filme im iTunesStore und damit verbunden ein großes Softwareupdate für AppleTV die nun auch ohne Computer einsetzbar wird
4. Ein neues Produkt namens MacBook Air

Ich habe mir nun die Keynote, die es inzwischen als Stream auf der Apple-Seite gibt, angesehen, habe einige Newsticker gelesen und etwas nachgedacht. Nachfolgend eine Bewertung der Keynote-Highlights von meiner Seite.

Ergänzend zur nSonic-Podcast Folge #140 hier ein paar ausführlichere Gedanken von meiner Seite.

Time Capsule
Time Capsule
Mit diesem Produkt soll es möglich sein, mehrere Macs drahtlos zu sichern. Und zwar regelmäßig mit Time Machine. Das ganze soll wie gewohnt sehr einfach einzurichten sein: Anschalten, auf dem Mac Time Machine aktivieren, Time Capsule als Ziel für die Sicherungen wählen, Glücklich sein. Time Machine sichert dann in regelmäßigen Abständen alle Änderungen an allen Dateien. Sollte man also mal aus Versehen etwas löschen oder verunstalten, dann kommt man mit Time Machine wieder zurück zu einer vorherigen oder vor-vorherigen Kopie.

Der Gedanke dabei war, dass möglichst jeder Anwender in die Lage versetzt wird so einfach wie nur irgendwie möglich eine Sicherung seiner Daten vorzunehmen. Mit Time Machine und einer externen Festplatte war schon ein großer Schritt in diese Richtung gemacht. Ja, Windows hat die Schattenkopien, das Konzept an sich ist also nicht neu, aber mit Time Machine war es plötzlich wirklich einfach und für jeden nachvollziehbar wie das funktioniert.

Das ist auch praktisch wenn man an einen Desktop Rechner denkt – also MacPro, iMac Mini oder iMac. Hier ist es kein Problem eine externe Festplatte über Firewire oder USB zu betreiben.
Hat man aber ein mobiles Gerät, also ein MacBook oder MacBook Pro, dann wird das Konzept schon wieder etwas lästig. Die externe Festplatte steht vielleicht im heimischen Bürozimmer und da liegt dann auch das Firewire-Kabel. Nun sitzt man aber gerade im Wohnzimmer und arbeitet ein paar Dokumente aus. Ergebnis: Es wird nichts gesichert – solange nicht, bis man das Gerät wieder im Büro an die externe Festplatte steckt. Das kann aber unter Umständen ein paar Tage oder Wochen dauern – schließlich hat man ein mobiles Gerät.

Hier setzt nun Time Capsule an. Die neuen MacBooks haben ein recht schnelles WLAN an Bord. Mit 802.11n werden Brutto fast 250 Mbit/s übertragen. Davon bleiben Netto allerdings nur etwa 75 MBit/s übrig – bei guter Verbindung. Dennoch, im Vergleich zum bisher sehr schnellen WLAN 802.11g, das Netto bei etwa 20 Mbit/s liegt, ist es schon eine beachtliche Steigerung und plötzlich durchaus auch für größeren Dateien interessant.

Time Capsule ist im Grunde eine AirPort Extreme (also ein WLAN-Router) mit eingebauter Festplatte. Derzeit verfügbar mit 500GB oder 1TB. Es sollen übrigens sehr robuste Server Festplatten sein. Durch abgestimmte Software können nun also alle Macs im Haushalt drahtlos mit Time Machine auf diese Netzwerkfestplatte speichern. Plötzlich ist es also egal wo man gerade im Haus mit seinem MacBook arbeitet – es wird gesichert.

Fazit
WLAN Router mit Festplatte sind sicherlich keine neue Erfindung. Die Tatsache aber, dass diese als Backuplösung konzipiert wurde und sich nahtlos in die Mac-Umgebung eingliedert ist schon interessant. Würde ich einen neuen WLAN-Router benötigen, ich würde definitiv über Time Capsule nachdenken.
Wer schon eine AirPort Extreme besitzt, der ärgert sich vermutlich, dass er so ein drahtloses Backup nicht auch mit einer dort angeschlossenen Festplatte machen kann. Wenn ich aber im Internet richtig gelesen habe, dann wird dies mit dem nächsten Leopard Update möglich sein! Also besser mal auf OS-X 10.5.2 warten anstatt überstürzt Time Capsule zu bestellen smile

Software Updates für iPhone/iPod Touch

iphone

Ich habe weder ein iPhone noch einen iPod Touch aber ich verfolge die Neuigkeiten schon mit Interesse. Aktuell ist die iPhone-Software meiner Meinung nach einfach noch nicht komplett und so war ich gespannt was kommen sollte. Leider kamen zwar ein paar interessante Änderungen aber eben wieder nichts Komplettes.

  • SMS können nun an mehrere Empfänger gleichzeitig geschickt werden. Zeit wurde es ja auch.
  • Die Symbole auf dem Startschirm können nun umsortiert werden und es gibt bis zu 9 Startschirme durch die man blättern kann wie durch seine Bilder.
  • Webseiten können mit einem Symbol auf dem Startschirm verknüpft werden. So hat man einen schnelleren Zugriff zu häufig besuchten Seiten. Das Gerät merkt sich nicht nur den Link sondern auch die Position und die Zoomstufe die man eingestellt hatte. Webclips nennt sich das.
  • Man kann nun einen Link zu einer Webseite einfach per Mail verschicken.
  • Die Videofunktion unterstützt nun Kapitel für eine bessere Navigation durch längere Filme. Außerdem können Untertitel angezeigt werden und es werden mehrere Sprachen unterstützt wenn sie denn im Film vorhanden sind.
  • Song-Texte können nun ebenfalls angezeigt werden wenn man ein Musikstück spielt.
  • Sehr spannend: Das iPhone kann nun die eigene Position auf der Google-Map anzeigen und zwar ohne GPS. Apple nutzt dafür zwei Datenbanken. Zum einen eine Datenbank aller WLAN Hotspots des Unternehmens Skyhook. Das Gerät erkennt die Station-IDs verschiedener Hotspots in der Nähe und deren Signalstärke. Über die Datenbank (ich vermute eine Online-Anfrage an Skyhook) wird dann die eigene Position trianguliert. Zum anderen über eine Google-Datenbank aller Mobilfunk Sendemasten. Funktioniert genau wie mit den WLAN Hotspots nur das eben verschiedene Daten der umgebenen Funkmasten ausgewertet werden. Sprich: Man benötigt WLAN-Hotspots oder Funkmasten in der Nähe. Hat man mit dem Gerät keinen Empfang gibt es natürlich auch keine Position. Gibt es auf dem Land nur wenige Funkzellen, so wird die Position vermutlich etwas ungenau sein – das wird die Praxis zeigen müssen. Interessant ist es allemal denn die Idee ist keinesfalls neu. Vor Jahren hatte Wolfgang Back vom ComputerClub so etwas schon erzählt und wenn ich mich recht erinnere sogar ein kleines Programm geschrieben. Nun hat Apple aber zumindest das erste Handy mit dieser Technik das mir bekannt ist.

Das Update ist für iPhone kostenlos. Sehr gut!

Für den iPod Touch gibt es ein größeres Update das auch gleich die „fehlenden“ Anwendungen liefert. Wetter und Aktienkurse sind vielleicht nicht so spannend, Notizen, Mail und Maps aber schon. Für $20 kann man es bekommen, in Deutschland sind es wohl €18.
Nun kann auch der iPod Touch die aktuelle Position auf der Karte zeigen – wenn man denn ein paar WLAN Hotspots in der Nähe hat.

Fazit
Ich verstehe nicht, warum Apple das Update für den iPod Touch nicht auch kostenlos gemacht hat. Ich vermute, dass man mit dieser Aktion das Software-Kauf-System im iTunesStore testen und einweihen möchte. Steve Jobs erzählte nämlich auch, dass das Entwickler Kit für das iPhone (SDK) demnächst erscheinen würde. Da Apple sehr um die Sicherheit und Stabilität der Geräte bemüht ist wird man vermutlich in Zukunft Software für diese Geräte über den iTS kaufen können. Wie könnte man das besser testen als mit einem eigenen Softwarepaket?
Die neuen Funktionen sind ohne Frage gut. Aber mir fehlt weiterhin noch so einiges:

  • Text kopieren/einfügen?
  • Mehrere Kalender (unterschiedliche Farben) verwalten (wie in iCal) und synchronisieren? Wird auf dem iPhone ein Termin angelegt kann man nicht sagen für welchen Kalender.
  • Eine Suchfunktion um Adressen, Mails und Termine etc. schneller zu finden?
  • Das iPhone über Bluetooth als Modem für den Computer nutzen?
  • Eingehende SMS am Mac zeigen wenn das Gerät per Bluetooth verbunden ist und diese auch direkt am Mac beantworten?
  • Eine Videofunktion für die eingebaute Kamera?

Ich denke aber, dass dies nicht das letzte Update gewesen sein wird.

Filme mieten und AppleTV Take 2
itunes
Apple bietet in den USA ja schon länger Spielfilme zum Kauf über den iTunesStore an und es wurden auch eine Menge Filme verkauft. 7 Millionen Filme laut Steve Jobs. Allerdings waren das nicht so viel wie man sich erhofft hatte. Der Grund dafür ist allerdings nicht wirklich neu und wurde in Foren und Chats schon von Anfang an diskutiert. Überlegt mal wie oft Ihr im Kino gewesen seid. Und wie oft habt Ihr einen Film gekauft? Bei den meisten dürfte das Verhältnis jetzt wohl irgendwo um 10:1 oder noch geringer liegen.
Ein Musikstück von drei bis fünf Minuten hört man sich in seinem Leben sicher einige hundert mal an. Aber wie oft schaut man sich einen durchschnittlichen Film an? Einmal, vielleicht nach einer ganzen Weile ein zweites mal, oder? Nur die richtig guten wird man sich kaufen. Dann aber vermutlich eher als harte Ware – also eine Box mit DVD, mit Booklet, mit vielen Extras und einer hübschen Aufmachen für das Bücherregal.

Apple hat dies offenbar nun auch eingesehen und bietet im iTS nun Filme zum ausleihen an. Alles, typisch Apple, sehr einfach. iTunes Store starten, Film aussuchen, eine kostenlose Vorschau ansehen wenn man mag und auf einen Knopf zum Ausleihen drücken. Das bestätigt man dann noch einmal und schon fängt der Download an. Ist genug herunter geladen worden kann man auch sofort anfangen zu gucken, man muss also nicht den kompletten Download abwarten. Apple spricht von 30 Sekunden bei einer modernen Internetleitung, was auch immer eine moderne Internetleitung ist.

Apple hatte aber noch zwei Asse im Ärmel:
Der erste Clou war die Meldung, dass tatsächlich alle großen Studios mit an Bord sind:

  • Touchstonde Pictures
  • Miramax Films
  • Metro Goldwyn Mayer (MGM)
  • New Line Cinema
  • Lions Gate Films

Verhaltene Freude und betretenes Schweigen im Saal.
Dann sagte Jobs: „Ach und übrigens… diese sechs auch…“. Eine neue Folie wird gezeigt:

Film Studio Logos
  • 20th Century Fox
  • Warner Bros. (WB)
  • Walt Disney
  • Paramount
  • Universal
  • Sony Pictures

Alle großen Studios sind dabei! Großer Jubel. Das hatte so vermutlich kaum einer erwartet. Das Film-Angebot sollte also recht groß werden. Alle aktuellen Filme die es auf DVD gibt sollen verfügbar sein. Starten wird man bis ende Februar mit 1000 Filmen. Dann wird man nach und nach das Angebot ausbauen.

Der zweite Clou war die Ankündigung des „AppleTV Take 2“. AppleTV war bisher als Zubehör für Computer und iPod konzipiert um sich die Inhalte auf einem Fernsehgerät ansehen zu können. Das ist nett aber nur die wenigsten wollten so etwas – das musste auch Steve Jobs zugeben.
Mit dem „neuen“ AppleTV Take 2 braucht man nun keinen zusätzlichen Computer im Haushalt. AppleTV geht direkt ins Internet und man kann direkt an seinem Fernsehgerät Filme ausleihen und zwar in DVD und in HD Qualität, man kann Podcasts abonnieren, Fotos von .Mac und Flickr anschauen und so weiter. Man kann aber auch weiterhin auf Macs im eigenen Haus zugreifen aber man muss es eben nicht mehr.
Außerdem sind all diese Möglichkeiten lediglich ein Software-Update – und das ist kostenlos für alle AppleTV-Besitzer verfügbar! Sehr gut!

Wie sehen nun die Preise aus?
$3,99 für aktuelle Filme, $2,99 für Ältere. Das gilt für „nahezu DVD Qualität“ also einer Auflösung von 640×480 Pixeln. In HD-Qualität mit 5.1 DolbySurround kostet es jeweils $1 mehr.
Man hat dann 30 Tage Zeit einen Film zu beginnen. Hat man angefangen den Film zu schauen, dann hat man 24 Stunden Zeit ihn zu Ende zu gucken. Danach wird er automatisch gelöscht.

Interessant an dem Konzept: Die Filme laufen nicht nur auf dem AppleTV sondern auch auf Macs, PCs und auf allen aktuellen iPods und dem iPhone. Man kann also einen Film im Wohnzimmer anfangen, ihn dann auf den iPod synchronisieren und dort unterwegs im Zug zu Ende schauen. Das alles auch wieder sehr einfach mit wenigen klicks in iTunes. Man bleibt also recht flexibel.

Fazit
Filme ausleihen finde ich eine gute Sache. Es ist günstiger als kaufen und damit für viele Filme sicher ausreichend. Die meisten betrachten dieses Modell als Alternative zum DVD-Verleih. Ich jedoch betrachte das Ganze als Alternative zum Kino-Besuch, auch wenn das jetzt verrückt klingen mag. Es war in der Vergangenheit tatsächlich so, dass ich viele Filme gerne im Kino gesehen hätte aber es einfach nicht geschafft habe. Es ist auch so, dass ich die großen Cinemaxx-Kino meide (ist mir zu groß und zu laut und viel zu teuer). Die kleineren Kinos werden immer weniger und sie zeigen nicht mehr alle Filme. Nun hatte ich stets die Wahl: DVD ausleihen, DVD kaufen oder warten bis der Film im Fernsehen kommt. Nun habe ich zwar eine Karte von einem DVD-Verleih aber nutzen tue ich die so gut wie gar nicht (häufig war der gesuchte Film nicht da oder verliehen und die Videothek liegt nicht auf meinem Weg). Gekauft habe ich einige Filme weil ich sie unbedingt haben wollte – aber eben längst nicht alle. Auf Knopfdruck ins Wohnzimmer? Ich würde es wohl tun – es ist deutlich günstiger als ein Kino-Besuch.
Das dies mit dem AppleTV nun auch alles ohne einen zusätzlichen Computer funktioniert macht es nur noch besser und ist im Grunde etwas, was ich schon bei der ersten Vorstellung dieses Gerätes vermisst hatte.

Einen Haken hat die Sache natürlich: Neue Filme sollen erst 30 Tage nach der DVD-Veröffentlichung im iTunes Store zu finden sein. Sollte ich also mal wieder einen Film im Kino verpasst haben, dann müsste ich nicht nur warten bis die DVD erschienen ist sondern noch einen Monat länger. Vielleicht wird man das Modell in Zukunft noch einmal überdenken. Vor ein bis zwei Jahren hätte auch noch niemand gesagt, dass es MP3 mal ohne DRM zu kaufen geben würde – warum sollte man also einen Film nicht 30 Tage nach Kinostart zum Ausleihen anbieten? Derzeit ist die DVD vermutlich nicht ganz so tot wie sie gerne geredet wird wink

Sehr gut finde ich die Tatsache, dass ein geliehener Film nicht auf einem Gerät gefangen ist. Einfach über iTunes auf einen iPod ziehen oder auf ein MacBook und schon kann man einen Film auch unterwegs zu Ende schauen.
Etwas begrenzt finde ich die 24-Stunden-Frist. Wie oft kommt doch noch ein wichtiges Telefonat dazwischen und es wird zu spät um einen Film fertig zu schauen. Oder der Nachwuchs bekommt neue Zähne etc. 72 Stunden hätte ich deutlich angenehmer empfunden. Bei 24 Stunden fühle ich mich schon beim lesen dieses Modells etwas gehetzt.

Das alles setzt natürlich voraus, dass auch in Deutschland bald mal Filme angeboten werden. Das soll laut Jobs noch in diesem Jahr passieren. Hoffentlich wird das Angebot dann auch wirklich umfangreich genug sein.
In den USA ist AppleTV übrigens auch günstiger geworden: Statt $299 jetzt $229. Im deutschen Apple Store hat sich der Preis noch nicht geändert, vielleicht kommt das noch wenn es hierzulande endlich Filme im Angebot gibt.

Was ich bei der Vorführung übrigens nicht mehr gesehen habe ist die Kauf-Option. Zumindest über AppleTV wird man offenbar nur ausleihen können. Ob über die aktuelle iTunes-Version noch ein Film-Kauf möglich ist wird man sehen. Nach genauem hinsehen ins Keynote Video meine ich aber zwei Knöpfe gesehen zu haben die man drücken kann… ob das nun die Wahl DVD/HD Qualität oder aber Ausleihen/Kaufen war konnte ich nicht erkennen.

Sorge macht mir die Aussage mit den 30 Sekunden bei einer modernen Internetleitung. Wenn ich mal davon ausgehe, dass damit mindestens eine DSL-6000 Leitung gemeint ist, dann würde es bei meiner DSL-1000 Leitung mindestens 6x so lange dauern. Also 3 Minuten. Diese Rechnung wird aber nicht stimmen! Denn der Film läuft ja mit gleicher Geschwindigkeit und nicht in Zeitlupe. Sprich: der Puffer muss deutlich größer sein, damit man beim anschauen nicht vorzeitig das Ende des Puffers erreicht. Ich könnte mir also vorstellen, dass es bei einer DSL-1000 Leitung eher 20-30 Minuten dauert bis man starten kann… es wäre mal interessant zu erfahren wie groß eine durchschnittliche Filmdatei in DVD- und in HD-Qualität ist.
Und weil ich weiß, dass dieser Kommentar wieder kommen wird: Ich habe DSL-1000 nicht aus Kostengründen sondern weil hier auf der Leitung wegen der Dämpfung nicht mehr möglich ist sad

Was mir am AppleTV nach wie vor fehlt: Ein DVD- oder Blueray-Laufwerk! Man wird auch in Zukunft Filme kaufen mit Bonusmaterial und aufwendig gestalteten Menüs. Und die möchte man natürlich auch sehen. Ein simples Laufwerk im AppleTV (oder daran angeschlossen) würde diese Lücke schließen und man hätte nur ein Gerät an seinem TV-Gerät anstatt eben wie bisher ein weiteres. Diesen Wunsch wird Apple aber absehbare Zeit wohl nicht erfüllen.
Ein interessante Detail hierzu erzählte der „Chairman & CEO“ von 20th Century Fox, Jim Gianopulos. Er erzählte, dass er den Wunsch der Kunden verstehen kann einen gekauften Film nicht nur mit einem DVD-Player anzusehen sondern auch auf einem iPod oder auf einem Notebook. Er zog eine Blueray-Disk (oder war es doch eine DVD?) aus der Tasche mit einem aktuellen Film (Family Guy – Blue Harvest) und meinte, dass man in Zukunft eine digitale Kopie auf diesen Scheiben anbieten würde die sich dann ganz einfach auf einen iPod etc. übertragen ließen. Man möchte also vermeiden, dass die Filme gehackt werden um eine digitale Kopie zu erstellen – lieber legt man gleich selbst eine Kopie mit dabei. Wenn das wirklich so reibungslos funktionieren wird dann finde ich das eine großartige Lösung.

MacBook Air

MacBook Air

Nachdem es bis hierhin nur um Backuplösungen, Softwareupdates und Filme ging war diese Ankündigung wohl für viele doch eine kleine Überraschung. Ein neues Notebook von Apple. Nicht irgendein Notebook sondern ein extrem Flaches: „Das dünnste Notebook der Welt“ soll es sein (es geht um aktuelle Geräte).
Steve Jobs zog dieses Gerät aus einem Dokumentenumschlag – so dünn ist es. An der dicksten Stelle ist es keine 2 cm „dick“, an der dünnsten gerade mal 4 mm.
Als Referenz wurde ein Sony Subnotebook genommen. In eine grafischen Darstellung der Maße kann man erahnen wie dünn das MacBook Air ist. Mit einem Augenzwinkern wurde dann auch gezeigt, dass das MacBook Air an seiner dicksten Stelle sogar noch dünner ist, als das Sony an seiner dünnsten Stelle smile
mba thin 1

mba thin 2

Es hat einen 13,3″ Bildschirm mit LED Beleuchtung und iSight im Rahmen, natürlich hochglänzend wie derzeit alles bei Apple, und eine normal große Tastatur, eben wie beim MacBook auch. Nettes Detail: Die Tastatur ist hintergrundbeleuchtet wie z.B. beim 15″ MacBook Pro. Im Inneren werkelt ein Core2Duo mit 1,6 bzw. 1,8 GHz und es sind 2 GB RAM verbaut. Die Festplatte ist ein 1,8″ Modell mit 80 GB, optional gibt es eine 64 GB Solid State Disk die allerdings nicht unbedingt günstig sind derzeit.
MacBook Air hat natürlich das aktuelle Wi-Fi an Bord: 802.11n soll für schnelle Datenübertragung sorgen. Bluetooth in Version 2.1+EDR ist ebenfalls vorhanden.

Dafür gibt es allerdings recht wenige Schnittstellen: 1x USB, DVI (auch VGA oder Composite über Adapter) und ein Audioausgang z.B. für Kopfhörer. Das war es auch schon. Kein Firewire, Kein PC-Card Slot, Kein Platz für Speicherkarten.
Auch kein Ethernet-Anschluss, den kann man allerdings über einen USB-Adapter nachrüsten.
Außerdem gibt es kein optisches Laufwerk. Wer so etwas braucht, für den gibt es ein externes Superdrive im schlanken Design für den USB-Port der auch genug Strom liefert um ohne zusätzliches Netzteil DVD lesen und schreiben zu können.
Dieses Laufwerk soll aber laut Steve Jobs gar nicht mehr wirklich nötig sein:

  • Filme mietet man schließlich bequem über das Internet, wozu also DVD?
  • Backups macht man bequem drahtlos mit Time Capsule
  • Musik-CDs muss man nicht mehr brennen weil ja ohnehin die meisten schon einen iPod-Anschluss im Auto haben
  • Und zum Software-Installieren hat man nun die Möglichkeit ein DVD-Laufwerk an einem Mac oder PC zu nutzen. Dafür gibt es extra eine Software die dem MacBook Air beiliegt

Die Touchpad-Funktionen wurden gegenüber den MacBook Geräten nochmals erweitert. Multitouch ist das Zauberwort und „Gesten“. Man kann nun nicht nur mit zwei Finger scrollen sondern durch auseinander ziehen von Zeigefinger und Daumen auch Bilder vergrößern oder eben wieder verkleinern. Man kann Bilder drehen usw. Sehr spannend.

Der Akku soll für eine Laufzeit von bis zu 5 Stunden sorgen. Selbst wenn davon im wirklichen Einsatz vielleicht 3,5 Stunden übrig bleiben sollten wäre das nicht wirklich schlecht für so einen Flachmann der mit 1,3 kg auch ziemlich leicht ist.

Der Preis ist mit $1799 vielleicht günstiger als viele gedacht hätten aber eben doch recht hoch. In Deutschland kostet es €1699 in der Standardkonfiguration.

Fazit
Ich hatte das MacBook Air noch nicht in der Hand aber ich kenne diese Geräteklasse recht gut. Ich habe nämlich einen IBM X40. Der spielt etwa in der selben Preis- und Gewichtsklasse und verzichtet ebenfalls auf ein optisches Laufwerk und ist daher ziemlich dünn. Das ist tatsächlich sehr angenehm unterwegs oder auch Abends auf dem Sofa. Das PowerBook 12″ ist da zwar ziemlich genau so groß wie das IBM, nur etwas dicker, aber es ist deutlich schwerer und das macht sich durchaus bemerkbar.
Ein flaches und leichtes Notebook ist mir also immer gerne Willkommen.

Aber!
Ob es wirklich schlau war so konsequent auf drahtlose Verbindungen zu setzen und die Anschlüsse so dermaßen knapp zu halten? Die Tatsache, dass Apple selbst ein Gerät ohne Firewire-Anschluss anbietet lässt mich nichts Gutes für die Zukunft erahnen.
Die Touchpads bei den MacBook Pro sind wirklich gut, wenn dieses hier genau so ist, dann wird man eher keine Maus benötigen. So bleibt der USB-Anschluss für andere Zwecke auch frei. Wer Ethernet benötigt weil kein WLAN verfügbar ist, der benutzt den USB-Adapter. Wer ein Modem benötigt nimmt das USB-Modem. Wer einen Audio-Eingang benötigt nimmt ein USB-Gerät für diesen Zweck – aber eben möglichst immer nur eines zur Zeit, denn ob all solche Geräte an einem Hub vernünftig laufen würden ist zumindest fraglich.

Heftig ist allerdings, dass sowohl der Arbeitsspeicher als auch der Akku fest verbaut sind. An diesem Gerät kann man also gar nichts mehr selber wechseln! Der Arbeitsspeicher geht vielleicht nicht so schnell kaputt, aber ein Akku leidet doch recht schnell. Nach 1,5 bis 2 Jahren könnte es also sein, dass man gerne einen frischen Akku hätte – dann muss das Gerät eingeschickt werden. Das ist schon ziemlich arger Kompromiss zu Gunsten der Bauform und meiner Meinung nach ein zu Großer. Man kann nur hoffen, dass wenigstens die Akku-Produktion fehlerfrei verlaufen wird – denn ein ohnehin teures Austauschprogramm, wie in der jüngeren Vergangenheit nicht nur bei Apple zu sehen, wird dann so richtig unangenehm werden – auch für die Anwender die dann auf das Gerät verzichten müssen.

Die Argumente gegen ein DVD-Laufwerk kann ich nur in Ansätzen nachvollziehen. Ein wirkliches Backup sollte man ohnehin nicht auf DVD ziehen sondern besser auf eine externe Festplatte oder einen Streamer. Allerdings ist die Frage, ob eine kleine Sicherung zwischendurch nicht deutlich schneller auf DVD erfolgt ist als über WLAN auf Time Capsule? Außerdem arbeitet Time Machine in festen Intervallen und sichert alles. Wenn man aber mal eben ein paar Dateien sichern möchte? OK, dann gibt es USB Speichersticks.

Filme gucken. Nun ja, das Gerät ist jetzt sicher nicht vorrangig zum Filme gucken konzipiert. Dennoch ist es sehr verwegen zu glauben, dass man nun nur noch online Filme mieten würde. Immerhin hat der Fox-Präsident auf der Keynote angekündigt, dass es zukünftig auf den Blueray-Disks neben dem Film auch eine Version für den Mac geben wird die man dann einfach über iTunes synchronisieren können soll.

Musik-CDs oder auch MP3-CDs brennen. Also ich lese da schon immer noch von vielen Anwendern die das tun weil das Autoradio solche CDs eben abspielen kann und sie eben keinen iPod-Anschluss haben oder auch keinen solchen haben möchten. Ich muss allerdings sagen, dass das MacBook Air ganz klar nicht als Hauptrechner gedacht ist. Wer also so ein Gerät kauft, der hat ganz sicher noch einen kompletten Rechner, also z.B. einen Mac Pro, einen iMac oder einen iMac Mini zu Hause stehen und dort kann man sich seine Musik-CDs ja weiterhin brennen. Das Argument gegen diese Funktion am MBA kann ich also nachvollziehen.

Software installieren. Das kommt schon immer wieder mal vor. Apple selbst bietet ja Programme wie iWork auf DVD an. Nun soll es also mit einer Software, die auch dem MacBook Air beiliegt, möglich sein ein DVD-Laufwerk am Mac oder am PC für das MacBook Air freizugeben. Nun ja – Das habe ich vor Jahren mit dem IBM X40 auch schon so gemacht. Unter Windows nennt sich das „Netzwerkfreigabe“. Warum man nun bei Apple eine eigene Software dafür benötigt verstehe ich so richtig nicht. Mag anschließend ja deutlich einfacher sein – aber wenn ich beim Kunden bin kann ich dort nicht einfach eine Software auf seinen Rechnern installieren! Eine Netzwerkfreigabe könnte ich hingegen schnell mal bekommen.

Welche Zielgruppe hat dieses Gerät also? Es ist irgendwo eine Mischung aus großem iPod und MacBook mit einer Optik in Richtung MacBook Pro zu einem Preis der schon fast an ein MacBook Pro heran reicht. Es bietet im Vergleich zu einem MacBook Pro allerdings recht wenig – außer eben wenig Gewicht und die geringe Bauhöhe.
Ich könnte durchaus zur Zielgruppe gehören. Mein PowerBook 12″ habe ich schon oft mobil genutzt ohne ein DVD-Laufwerk benötigt zu haben. Ich muss nur einen Beamer anschließen können und das geht ja. Zum Surfen oder ausarbeiten von Texten auf dem Sofa, für Präsentationen oder Workshops unterwegs – eigentlich ein tolles Gerät. Allerdings macht mich der fest verbaute Akku doch sehr nervös. Alles was ich brauche würde auch ein normales MacBook erledigen. Das wäre zwar etwas dicker und schwerer, hätte dafür aber deutlich mehr Platz auf der Festplatte die zudem austauschbar wäre, ein Superdrive inklusive und mehr Anschlüsse wie z.B. Firewire. Und das alles für weniger Geld.

Wo ist also die Zielgruppe? Ich lasse mich überraschen. Ein Notebook, das fast durchgehend dünner ist als ein iPhone könnte schon einige zum Kauf verleiten, denke ich mal.

Resumé
War die Keynote nun enttäuschend? Auch wenn ich da teilweise gegen den Strom schwimme behaupte ich: Nein! Es ist völlig klar, dass nicht bei jeder Keynote völlig neue und umwerfende Produkte vorgestellt werden können und die völlig überzogenen Erwartungen, die im Vorfeld in diversen Foren aufgebaut werden können ohnehin niemals gehalten werden.

Diese Keynote zeigte, dass Apple durchaus mal Fehler in Konzepten eingestehen kann und diese dann auch ändert. Mal eben das komplette AppleTV geändert, als kostenloses Update. Finde ich großartig! Noch interessanter die Tatsache, dass alle großen Filmstudios mitmachen beim Miet-Modell. Nach allen Meldungen in den letzten Monaten zu diesem Thema war das für mich die größte Überraschung.

iPhone und iPod Touch werden weiter verbessert. Ein gutes Zeichen. Nicht so schön allerdings, dass die neuen Miet-Filme nicht mehr auf den nur wenig älteren iPods laufen werden. Für iPods der 5. Generation wird es offenbar kein Update geben. Das finde ich, obwohl ich so ein Gerät nicht besitze, überhaupt nicht gut.

Ganz typisch Apple ist es, ein Produkt zu modifizieren und sofort ein komplett neues Produkt daraus zu machen. Die AirPort Extreme bekommt eine Festplatte und schon ist es Time Capsule smile Mit deutsch nüchterner und rationaler Betrachtungsweise ist so etwas nicht so leicht nachzuvollziehen. Aber man darf sich ruhig mal freuen. Ist doch egal wie es genannt wird – es ist ein offenbar sehr praktisches Produkt und da Apple dort nach eigenen Aussagen eine Server-Festplatte verbaut nimmt man es wohl auch durchaus ernst. Ich vermute aber wohl richtig, wenn man als normaler Anwender diese Festplatte nicht so einfach tauschen kann?

Und dann doch noch ein richtig neues Produkt. MacBook Air. Man darf nicht den Fehler machen und glauben, dass alles was Apple anbietet auch für einen selbst gemacht wurde. Ich werde z.B. niemals einen Mac Pro kaufen weil er einfach zu viel Leistung hat und für mich viel zu viel Strom verbraucht für das, was ich damit tun würde. Genauso dürfte ein MacBook Air nicht für jeden passen. Ich persönlich ziehe es tatsächlich in die engere Wahl für meine Wunschliste. Einzig der fest verbaute Akku lässt mich wirklich schwanken.

Steve Jobs fasste noch einmal zusammen, erwähnte auch den neuen Mac Pro mit 8(!) Kernen und meinte am Ende der Keynote, dass all diese großartigen Neuheiten in den ersten zwei Wochen des Jahres 2008 erschienen sind. Er wartete einen Augenblick und meinte dann: „und wir haben noch 50 Wochen vor uns“. Freuen wir uns also auf das, was in diesem Jahr noch kommen mag.

5 Kommentare zu “Apple – neues von der Macworld 2008

  1. Ähem. „Die Festplatte hat 8 Gigabyte.“ Steve hat sich zwar versprochen, und von 80 Megabyte geredet, hat sich aber ganz schnell auf Gigabyte verbessert.

    80 GB ist die Standard-Platte, 64 GB die SSD, wenn man denn viel zu viel Geld hat.

    Nur mal so, ein paar Korinthen ausscheidend. ;-)

  2. Ähm, und? Was möchtest du sagen? Ich habe doch von 80 GB geschrieben? Oder ist irgendwo ein Tippfehler? Dann bitte einen genaueren Hinweis :)

  3. Tolle Informationen hier insgesammt – Toll wäre ein Videopodcast zum Thema Mac….
    Vieleicht kannst Du sowas ja mal implementieren.
    Gruß
    Peter

  4. Ja, ich hatte mich verklickt. Sorry.

    Zu den 20$ (18 Euronen) für das Touch-Update habe ich gelesen, dass das den Grund haben soll, dass Apple nicht kostenlos neue Funktionen verteilen darf, wenn es keinen regelmäßigen Geldeingang aus einem Gerät hat. Und zwar ist das wohl eine Regelung in der Steuergesetzgebung. Okay, warum man bei einer eigentlich pro-Forma-Gebühr nicht einen symbolischen Preis macht, ist mir nicht ganz klar. Die zusätzlichen Anwendungen sind allem Anschein nach in der Firmware 1.1.3 bereits enthalten. Durch den Kauf lädt men jedenfalls nur sehr wenige Daten (Freischaltcode?) runter. Nachlesbar unter anderem hier.

  5. @ Andre: Kann mir nicht vorstellen, dass das stimmt. Bei Software-Updates für den Mac gibt’s ja auch neue Funktionen. Und man ja nur im Vorfeld dafür bezahlt …

    Also Apple wollte es nichts anders (beim iPod touch): Ich nutze den kostenlosen Installer und habe eine Menge kostenlose Software zur Verfügung.

    Eine Suchfunktion um Adressen, Mails und Termine etc. schneller zu finden?

    Ja, via Installer ist das möglich. Und die Icons kann schon lange beliebig anordnen … :-)

Schreibe einen Kommentar zu Peter Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.