Podcast mit WordPress

Nachdem ich nun meine Homepage komplett neu mit WordPress gestartet hatte stand ich vor der Frage, ob ich nicht auch meinen Podcast über WordPress verwalten sollte. Bisher lief der Podcast komplett über Podhost. Dort konnte ich Dateien hochladen und das integrierte Blogsystem verwenden um den RSS-Feed zu erzeugen und den Hörern auch eine Plattform zum nachlesen, suchen und kommentieren zu bieten. Das war zwar alles sehr einfach, hatte aber auch ein paar Nachteile:

  • Upload der Dateien nur über http – nicht über ftp. Keine Wiederaufnahme von abgebrochenen Uploads. Teils langsam und anfällig
  • Beim schreiben der Blog-Einträge keine Vorschau und keine Unterstützung für html-Syntax. Macht man einen Fehler sieht man ihn erst, wenn es auch alle Abonenten sehen
  • Wollte man Bilder im Blog haben so musste man diese entweder auch wie eine Audiodatei hochladen und dann per HTML Verknüpfen oder man musste sie auf eigenen Webspace hochladen und verknüpfen. Lud man sie wie eine Audio hoch, so wurden auch Statistiken für diese Grafikdateien geführt, was die Auswertungen natürlich völlig durcheinander gebracht hat. Ein direktes Hochladen einer Grafik für einen Beitrag ging nicht.
  • Neben seiner Homepage musste man natürlich ein weiteres Template für den Podcast-Blog pflegen.
  • Da der Blog auch eine eigene Kommentarfunktion hatte musste man sich nun auch dort um die Kommentare kümmern. Man war abhängig vom Spamfilter des Anbieters und bekam, auch bei Spam, jedesmal eine E-Mail für jeden neuen Kommentar.
  • Keine Kategorien für den Blog und Podcastfolgen
  • Ein Webinterface das keine Massenänderungen erlaubte (z.B. alle Spam-Einträge zeigen und endgültig löschen; alle Einträge der letzten Woche zeigen um durchgeschlüpften Spam zu markieren und auf einmal löschen zu können; Spamfilter trainieren; – das alles gab es nicht)
  • Bei einigen Podcastern wurden sporadisch (lt. Podhost: „aus Versehen“) einige Folgen komplett gelöscht. Man ist also nicht Herr über Dateien und Feed und von der Gunst anderer abhängig – Dafür bezahlt man. Die Dateien wurden zwar wiederhergestellt, aber da der Kontakt zum Support mehr als schwierig war ging das natürlich doch etwas schleppend und unbefriedigend

Podhost wurde ursprünglich von einer einzigen Person betreut und trotz des enormen Zulaufs klappte das absolut 100%ig zuverlässig. Supportanfragen wurden innerhalb von Minuten oder wenigen Stunden beantwortet und häufig wurden Probleme gelöst bevor man selbst überhaupt welche erkannt hatte. Ich habe diesen Anbieter daher lange Zeit sehr gerne und mit gutem Gewissen weiterempfohlen.
Dann wurde Podhost durch LiquidAir aufgekauft. Ab diesem Zeitpunkt ging es mit der Plattform steil bergab: Keine aktuellen Informationen mehr im Newsticker, Supportanfragen versackten nachweislich im Spamfilter oder nil, geplante Weiterentwicklungen wurden eingefroren, Funktionen wurden sogar reduziert (nach – sehr kompliziert zu bewerkstelligender – Beschwerde aber einige Tage später doch wieder aktiviert), Audiodateien verschwanden sporadisch bei einigen Podcastern, und und und… Ich rede hier nicht von kostenlosen Angeboten sondern von bezahlter Dienstleistung sad

Das waren alles Punkte die mich immer wieder dazu gebracht haben über einen Umzug auf meine eigene Homepage nachzudenken oder einen anderen Anbieter zu suchen.

Hier fasse ich zusammen, was für diesen Umzug nötig war und wie ich das alles realisiert habe.

Die Planung
Wie eingangs schon geschrieben setze ich für meine Homepage WordPress ein. Um nun den Podcast auf diese Plattform umziehen und weiterlaufen zu lassen waren einige Überlegung im Vorfeld notwendig:

  • Kann ich einen Flash-Player für die Audiodateien einbinden, damit Besucher der Seite den Podcast auch online hören können?
  • Kann ich den „enclosure“-Tag in den RSS-Feed bekommen, damit es überhaupt ein Podcast-Feed wird?
  • Kann ich mit WordPress einen iTunes kompatiblen RSS-Feed erzeugen?
  • Kann ich meine bestehenden Einträge aus dem Podhost-Blog nach WordPress übernehmen?
  • Wo soll ich die Audiodateien in Zukunft ablegen? Auf meinem eigenen Webspace?
  • Kann ich Statistiken über geladene Dateien erhalten? (wie oft wurde eine Folge gehört?)
  • Der RSS-Feed bekommt ja eine neue Adresse – wie gehe ich damit um, damit die Hörer möglichst wenig tun müssen?

Da kommt also einiges auf einen zu und um es vorweg zu nehmen: Wenn man keine Ahnung von WordPress hat, wenn man noch nie irgendwelche PHP-Dateien per FTP-Zugang ausgetauscht hat, wenn man glaubt, einfach auf einen Knopf zu drücken und alles läuft, dann sollte man es lieber nicht machen wink Zumindest nicht alles davon. Das komplizierteste ist der Umzug der Daten an sich. Ein Neustart wäre deutlich einfacher.

Auf den nächsten Seiten werde ich Punkt für Punkt genau beschreiben wie ich es für mich gelöst habe.

20 Kommentare zu “Podcast mit WordPress

  1. Hallo Boris,

    DAS ist ja mal ausführlich!
    Vielen Dank für deine Mühe und das excellente Resultat.

    Viele Grüsse,
    Frank

  2. PodPress war nicht praktikabel?

    Mit diesem Plugin wird Podcasten finde ich recht einfach mit WordPress realisiert. Da ist alles mit drin.

  3. ob PodPress praktikabel ist weiß ich nicht. Ich hatte von einigen Problemen gelesen (auch von vielen positiven Meldungen) und wollte einfach kein Risiko eingehen. Ich wollte umziehen – jetzt. Ich wollte mit dem Live-System nicht experimentieren oder mal zum testen denselben Podcast ein weiteres mal bei iTunes anmelden etc.

    Der Vollständigkeit hier der Link zu PodPress: http://www.podpress.org/
    Von der Beschreibung her absolut fantastisch und die Tatsache, dass man damit auch den Download selbst zählen kann hat natürlich was für sich.

    Wenn Du Erfahrungen damit gesammelt hast (positive wie negative) bist Du herzlich eingeladen die hier als Kommentar zu ergänzen :) – Ich erhebe nicht den Anspruch frei von Fehlern zu sein und freue mich auch immer über neues Wissen :)

  4. Und noch ein Nachtrag zum PodPress: Zwei Seiten wo Problemchen genannt werden
    http://www.isightseeing.de/2007/06/25/podpress-spinnt/
    http://upload-magazin.de/?p=436#comment-7201

    Es ist mir völlig klar, dass solche Probleme sicher nicht bei jedem auftreten. Ich hatte nur schlicht keine Lust herauszufinden, ob es bei mir keine Probleme damit gibt um dann beten zu müssen, dass dies nach einem Update noch immer so sein wird…
    Daher dachte ich mir: Ist egal – nimm den Standard-RSS2-Feed, schick ihn an Feedburner. Die haben damit Erfahrung :)

  5. Hallo Boris,

    danke für deinen großartigen Erfahrungsbericht. Sollte ich auf die Idee kommen meinen Podcast-RSS selbst zu erstellen, werde ich mich darauf stützen.

    Viele Grüße

    Deef

    PS: schon mal drüber nachgedacht ein Fachbuch zu schreiben?

  6. Pingback: Die Gefühlskonserve » Blog Archive » Podcastumzug für Dummies

  7. Hallo,

    wenn du etwas machst, dann aber richtig, wie? Das ist ja ein super ausführlicher Bericht. Zwei kleine Anmerkungen habe ich jedoch noch:

    1. Deine Rechnung wie Du auf 10GB Traffic pro Monat kommst ist zwar korrekt, aber viele Podcaster dürften weit weniger Traffic haben. Für unseren kleinen Podcast brauche ich z.b. ca. 5GB/mon.

    2. Podpress läuft super – zumindest hier. Es gab ein paar Probleme mit der Statistikfunktion, aber sonst war es klasse.

    Viele Grüße,
    Patrick

  8. Vielen Dank für Lob und Ergänzungen!

    Zum Traffic: Wie viele Downloads hat Euer Podcast etwa pro Monat?

    Zu Podpress: find‘ ich großartig! Wenn hier noch mehr User von Podpress lesen die wirklich gute Erfahrungen gemacht haben, dann bitte schreibt hier darüber! Ich finde das immer blöd wenn man etwas sucht und dann überwiegend negative Stimmen findet die einen verunsichern :)

    Ich werde dennoch bei Feedburner/podtrac bleiben – selbst wenn ich podpress nutzen sollte. Grund: Wenn ich mal auf ein komplett anderes System wechseln wollte, dann wären meine Statistiken ja auch wieder weg – so habe ich unabhängige Statistiken – egal mit welcher Software ich den Feed erstelle und wo ich die Files hoste :)

  9. Hallo :-),

    wir hatten im letzten Monat ca. 1100 Downloads, Wobei unsere Folgen im Schnitt 20MB haben – das schwankt aber noch ziemlich. Wir sind ja auch keine Alpha-Podcaster, wie du ;-). Das schöne an den Statistiken von Podpress ist, dass sie in der eigenen Datenbank liefen und ich daher jederzeit Dinge anpassen kann. Zugegeben, wenn mir Podpress eines Tages nicht mehr gefällt, dann ist das schon ein größerer Aufwand, dafür bin ich jedoch unabhängig von irgendeinem Dienstleister. Kannst du die Statistiken bei podtrac irgendwie exportieren, z.B. als csv?

    Grüße,
    Patrick

  10. Eine sehr gute Frage eigentlich :)
    Bei Feedburner kann man so einen Export aufrufen. Bei Podtrac konnte ich so etwas tatsächlich noch nicht finden. Ich habe die mal per Mail gefragt – mal gucken :)
    Guter Hinweis! Danke!

  11. Pingback: Die Gefühlskonserve » Blog Archive » Podcast 137: Schlechte Laune, gute Themen

  12. Marco Koch

    Hallo Boris,

    eine Super geschriebene Anleitung. Du machst Dir echt viel Mühe um anderen das Leben mit dem Umziehen bzw. Aufziehen von einen Podcast-Blog zu machen.

    Grüße
    Maroc

  13. Hey Boris,
    habe grad gesehen, dass RSS importieren in WordPress nicht mehr geht…
    Super Artikel übrigens!
    Grüsse von Balthi

  14. @Balthi: Vielen Dank :) Aber was meinst Du damit, dass RSS importieren nicht mehr ginge?

  15. Pingback: iSightseeing » Podpress 8.8

  16. Pingback: Phil’s Podcast » Blog Archiv » Linksammlung: Anleitungen und Tipps zum Podcasten

  17. Pingback: Podcast 137: Schlechte Laune, gute Themen | Die Gefühlskonserve

  18. Hi!

    Ich war auf der Suche nach der Lösung eines Problems. Und zwar konnte Itunes meinen feed link zum Podcast nicht lesen.
    Apple support forum hat mir gerade eine htaccss datei mit umleitung zu erstellen, was aber erst mal ein Studium erfordert hätte.

    Dein Beitrag hat mich auf eine einfach und elegante Lösung gebracht. Vielen Dank hierfür!

    Droid Boy

    PS Auch guter Service das du diesen Beitrag nochmal im Podster Forum verlinkt hast!

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