Apple offenbar überrascht von Kritik

Ich las gerade auf iFun ein Zitat von/über Apple, die Entwicklung der jüngsten Zeit betreffend und musste doch schmunzeln:

„Well, after the announcement of the new MacBook Pro with Touch Bar, orders for refurbished „old“ MacBook Pros supposedly went through the roof, and after the initial batch of reviews came out, they shot up even higher. This response to the new MacBook Pro with Touch Bar took Apple completely by surprise. Combined with the problems surrounding the LG UltraFine 5K display and the constant negativity from professional Apple users, the company decided to double down on professional users.“

Mal ehrlich? …

Seit über 3 Jahren kam keine Aktualisierung für den Mac Pro. Selbst der wirklich tolle iMac 5k setzt schon langsam Staub an. Mac Mini? War da was? Stattdessen stellte Apple neue MacBook Pro Geräte vor, mit Touchbar, ganz innovativ. Noch kompakter. Nur noch ein Schnittstellen-Typ – USB-C mit Thunderbolt3, dafür 2 bis 4 Anschlüsse davon, je nach Modell.

Was bedeutet das für die Anwender da draußen?

  • Wirklich professionelle Anwender die richtig Leistung benötigen weil es im beruflichen Alltag auf jede Minute ankommt, können eigentlich seit Jahren kein aktuelles Rechenwerk von Apple kaufen. Wenn selbst ein iMac in manchen Disziplinen schon die in die Jahre gekommene Mac Pro Tonne überholt…
  • Der Einstiegs-Computer, der Mac Mini wurde auch ewig nicht aktualisiert. Außerdem wurde er meistens nur teurer und die Erweiterbarkeit wurde eingeschränkt. Festplatte gegen SSD tauschen? Oder mal zwei Platten einbauen? Früher kein Problem, aber mit dem „aktuellen“ (hust) Modell? War der Mini nicht mal auf 499 Dollar angesetzt um einen günstigen Einstieg zu bilden?
  • Wer ein MacBook Pro mit Touchbar kauft und ein wenig mehr damit machen möchte oder ein wenig mehr Interaktion mit anderen Menschen hat, der benötigt schnell viele Adapter. HDMI? SD-Karten? USB-Sticks von Kunden? Passt alles nicht mehr dran bzw. nur noch über Adapter. Blöd, dass Apples eigene Adapter Probleme machen oder es gar keine gibt – Ethernet über USB-C oder besser über Thunderbolt3?

Und Apple wundert sich wirklich, ernsthaft, dass Kunden verstärkt zu den älteren MacBook Pro Modellen greifen? Und Apple wundert sich wirklich, dass Power-User sich beschweren, dass nach über 3 Jahren noch immer keine Updates für die vorhandene Mac Pro Tonne da sind, die Preise nicht mal sinken und schon gar nicht etwas neues, schnelles kommt? Wirklich?

Apple meinte damals, für über 3 Jahren zur Mac Pro Vorstellung: „Can’t innovate  anymore, my ass!“ und gab sich selbstbewusst. Erweitern könne man ja über die zahlreichen Thunderbolt2 Ports. Echt? Und warum gibt es dann bis Heute keine Erweiterungen von Apple zu kaufen? Externe Grafik-Power? Externe CPU-Power? Externe Audio-Schnittstellen oder Gerätesteuerungen? Warum gibt es bis Heute keine modernen Grafikkarten als Upgrade?

Gut, nun hat Apple wohl eingesehen, dass sie beim Mac Pro einen Fehler gemacht haben. Das knappe Design verhindert wohl doch die Erweiterbarkeit und die Lüftung von schnelleren Komponenten. Allein auf Thunderbolt zu setzen war doch nicht so gut. Als kleines Entgegenkommen sind die Preise nun zwar gleich geblieben, dafür wurden die Grundausstattungen des Mac Pro angehoben – Mehr CPU-Kerne und mehr Speicher zum selben Preis.

Prima. Wenn Apple jetzt noch versteht, dass eine Touchbar allein nicht genügt, um einen höheren Preis für ein Notebook zu rechtfertigen, wenn sie kapieren, dass die Touchbar vielleicht nicht ganz zu Ende gedacht ist, vielleicht bekommen sie ja doch noch die Kurve.

Was meine ich mit nicht zu Ende gedacht? Die Touchbar soll die Tastatur unterstützen und in Bereichen ersetzen. Was macht man mit einer Taste? Man drückt(!) sie. Es ist eine Tastatur, kein Touch-Screen. Viele Kritiken wären schon ausgeblieben, wenn die Touchbar drucksensitiv wäre, wenn man einzelne Tasten mit etwas Kraft drücken müsste um eine Aktion auszulösen – Slider-Elemente könnten ja weiterhin auf den Touch allein reagieren wenn man möchte. Sie hätten außerdem dieses Klopf-/Vibrationsmodul verbauen oder weiterentwickeln sollen damit man eine Rückmeldung bekommt, ob man die Taste gedrückt hat oder nicht.

Warten wir mal ab. Die iPad-Updates waren mau und ich glaube ja weiterhin, dass bei Apple aktuell niemand mehr eine Idee hat, was man überhaupt noch entwickeln sollte oder könnte. Sich den Alltag mal genau anschauen und feststellen wo etwas klemmt oder besser laufen könnte mit neuen Geräten oder Anwendungen, so etwas fand früher mal statt bei Apple und das vermisse ich seit einiger Zeit.

2 Kommentare zu “Apple offenbar überrascht von Kritik

  1. Manchmal möchte man einfach mal die Verantwortlichen zur Seite nehmen und bei ein, zwei guten Tassen Kaffee den Leuten mal in Klartext sagen, wo es hakt, was die User_Innen brauchen, was sie sich wünschen.
    Ich verstehe es wirklich nicht, wonach die ihre Entwicklungen ausrichten…
    Ein Jammer!

  2. Ich bin seit 6 Jahren Besitzer eines MBP 13. Und ich muss sagen es läuft noch immer zuverlässig. Glücklicherweise kann man bei meinem Modell noch RAM und HDD/SDD tauschen, was ich auch getan habe. Aber so langsam kommt eben der Prozessor doch an seine Grenzen bzw. ist bereits überholt. Aber was kaufen? Die Touchbar find ich recht sinnlos. Ein Touchscreen, das wäre was. Ach ja, da gibt es ja das iPad Pro. Hmmm nur leider mit iOS… also ohne „richtiges“ Betriebssystem. Ich glaube, ich werd wohl wieder zu Windows getrieben. Denn auch auf der Software-Seite hat Apple nichts weltbewegendes in den letzten Jahren auf die Beine gestellt. Da hat gerade Windows 10 doch deutlich aufgeholt. Und so bekommt man für 1500€ schon ein sehr gutes 2-in-1-Gerät oder für das gleiche Geld einen ordentliches stationäres Arbeitspferd mit 4-oder-noch-mehr-Kerner (Stichwort Ryzen) und dezidierter Grafikkarte. Schade Apple

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