Apple, iPad und die Mär vom Laptop-Ersatz

Es gibt ein paar neue Werbesports für das iPad (Pro) und ich gebe zu, ich mag diesen Humor in diesen ultrakurzen Clips. :) Aber der Inhalt?
Seit einiger Zeit proklamiert Apple das iPad als Laptop-Ersatz und ich weiß nicht, wie sie darauf kommen? Benutzt Tim Cook seine Geräte nur zum E-Mails abrufen und zum Twittern? Ja ich weiß, dass man mit iOS noch etwas mehr machen kann und dass auf dem iPad Anwendungen mit mehr Bildschirmoberfläche als am iPhone laufen – am Ende bleibt es aber dasselbe iOS wie auf dem iPhone und das Gerät hat, vom Zeichenstift abgesehen, dieselben Möglichkeiten.
Aber Laptop-Ersatz oder gar „besser als ein Laptop“? „All day battery life“ spricht Apple auch dem MacBook(pro) zu und bei diesen Geräten kann man ohne Klimmzüge:
  • Externe HDD/SSD anschließen um Daten zu übertragen
  • Einfach Daten zwischen Anwendungen und Dokumenten austauschen
  • Mehrere Browserfenster aufhaben
  • Diverse Geräte über USB anschließen um Firmware-Updates einzuspielen, z.B. für „The Dash“ (Bluetooth Ohrhörer) interessant aber auch wichtig, um Updates für seine Kameras einzuspielen
  • Dateien verschiedener Programme in einem ZIP zusammenfassen um es jemandem zu mailen oder auf einen (FTP-)Server zu legen

Ein iPad mag ja schick sein. Ein iPad mag ja auch einige Dinge richtig gut können, bzw. die Anwendungen dafür – Es gibt z.B. richtig gute, einfache Video-Schnitt-/-Produktions-Programme. Alles gut. Meiner Meinung ist ein iPad aber maximal eine Ergänzung, nicht aber ein Ersatz für ein Notebook.

Kommt mir jetzt nicht mit Spitzfindigkeiten wink Apple meint das nicht für spezielle Anwendungsfälle sondern streut breit und Allgemein! Dann viel Spaß im Studium mit NUR einem iPad, wenn die Anatomie-Software nur für Windows und Mac verfügbar ist. Viel Spaß als Grafikdesigner, Architekt, Raumplaner, … Softwareentwickler erwähne ich gar nicht erst wink

Apple: Kommt mal auf den Boden der Tatsachen zurück. Denk mal wieder darüber nach, was man arbeiten und bearbeiten möchte und erfinde wegen mir die Zukunft der Computerbedienung neu. Aber ruht Euch nicht auf Technik und Ideen von vor vielen Jahren aus um dann mit Marketing-Geschwafel zu versuchen, neue Einsatzgebiete zu finden.

Ich sage: Apple fehlen Visionen und Ideen.

4 Kommentare zu “Apple, iPad und die Mär vom Laptop-Ersatz

  1. erhard Speck

    …und doch hat Apple recht.
    Für gefühlt 95% aller Notebookanwender reicht das iPad vollkommen aus. Ich selbst komme als Vertriebler mit einem alten iPad Mini 2 über meinen beruflichen Tag ohne auch nur einmal an die Grenze dessen zu stossen.
    Zugegeben, ein Update der Firmware meiner Fuji’s geht nicht mit dem iPad, aber wie viel der Knipser da draussen spielen Firmwareupdates auf ihren Geräten ein, wenn in Foren von Personen, die es eigentlich wissen sollten, ob das Update denn Sinn mache.
    Also.
    Gerhard

    • Die 95% zweifle ich sehr stark an! Schon mein Vater hatte mal eine ganz simple Aufgabe: Er wollte Kfz-Teile verkaufen. Fotos mit der Digitalkamera gemacht, Karte ins Notebook (=Browser mit den Dateien geht auf), Verkaufsseite im Browser aufgerufen, Beitrag geschrieben, Foto per Drag&Drop auf die Webseite (=Seite lädt das Bild hoch).

      Das ist echt nichts superaufwendiges. Und jetzt versuch das mit einem iPad. Und komm mir nicht mit „Dann machste das Foto halt mit dem iPad“ – selbst dann wird es mit dem Upload schwierig.

      • erhard Speck

        ich verkaufe gerade den Hausstand meiner verstorbenen alten Dame per App und iPhone oder iPad. Senza Problema.

  2. Das Problem ist doch, wenn jemand der Werbung glaubt und von seinem Windows Notebook auf ein iPad Pro umsteigt.
    Nach dem ersten Tag Freude an diesem wirklich sehr schönen Gerät, wird sich Ernüchterung einstellen und dann vielleicht sogar Wut gegen Apple aufkeimen.
    Anschließend geht der Kunde für immer zurück zu Windows.
    Ich bin selbst seit iPad 1 dabei und ich liebe mein iPad, aber es hat nichts mit Arbeit, Studium oder ähnlichem zu tun.
    Deswegen verstehe ich zB. auch Adobe nicht, mit ihren Lightroom mobile apps.
    Ich komme doch nicht mit 300 RAW’s + vom shooting und brech mir dann einen ab, die Bilder ins iPad zu bekommen um sie dann mit Fingern zu bearbeiten und anschließend wieder umständlich zu exportieren.
    Anstatt sich um eine gute Verbindung von Laptop und Desktop zu kümmern, Sync von Presents, Einstellungen, Bildern usw. stecken sie viel Zeit und Geld in diese „unsinnigen“ Apps.

    Grüße aus Berlin

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