(M)eine kleine Bank-Geschichte

Bank

Es gibt sie, diese Momente an denen ich glaube, dass ich nicht glauben kann was ich erlebe … äh, ja smile Es geht um Banken, technische Entwicklungen, Dienstleistungen, Gebühren, Zinsen und andere Merkwürdigkeiten.

Um zu verstehen, warum ich mich wundere und mich auch ein klein wenig ärgere, warum ich diesbezüglich zum Prinzipienreiter werde und warum ich ziemlich sicher meine Bank wechseln werde, muss ich etwas ausholen…

tl;dr; – MasterCard-Gebühren trotz hoher Umsätze, keine Zinsen, steigende Kosten wenn man doch Personal bemühen wollte, kein Fingerspitzengefühl oder vorausschauendes Denken beim Kundenbetreuer … Ich bin nicht wirklich böse aber enttäuscht. Ich gehe weg von der lokalen Bank.

Am Anfang war das Konto

“Haha, jetzt wird er episch…”, mögt Ihr beim lesen denken und Ihr sollt – ein klein wenig – Recht behalten wink

Wie kommt man denn zu seinem Konto? Na, über seine Eltern. Jedenfalls war das bei mir so. Und wo hatten die Eltern Ihre Konten? Na, dort wo man wohnte. Logisch. So hatte ich früher mal ein Konto bei einer Volksbank. So richtig mit Sparbuch und allem. Später, nach einem Umzug, einen Bausparvertrag bei einer anderen Volksbank und schließlich auch – das erste Gehalt kam endlich – ein Girokonto dort. Nach weiteren Umzügen zog auch mein Girokonto mit um zu einer lokalen Kreis-Sparkasse.

So war das und so wird das bei vielen auch Heute noch sein.

Entwicklung der Technik – Unpersönlicher aber bequemer

Um das mal in eine Relation zu setzen: Zu dieser Zeit gab es kein Word-Wide-Web, kein Internet für uns normalsterbliche. Anfangs gab es nicht mal Geldautomaten und schon gar nicht an jeder Ecke. Man ging zur Bank, genau zu der eigenen Filiale, an den Geld-Schalter, legte seine Kundenkarte und den Personalausweis vor, nannte einen Betrag und bekam den Geldbetrag in die Hand ausgezahlt nachdem man eine Unterschrift auf einem Dokument getätigt hatte.

Später gab es Datex-J / BTX und ich war ganz vorne dabei. Mit einem Modem konnte ich auf mein Konto zugreifen und Überweisungen tätigen, Daueraufträge einrichten, irre! Die Zukunft wie man sie sonst nur aus Kinofilmen wie War Games kannte.

Meine Erinnerungen sind nicht mehr ganz frisch, daher mag ich die ein oder andere Reihenfolge durcheinander würfeln… Irgendwann kam jedenfalls eine EC-Karte, oder wie auch immer die hieß, so nenne ich sie jedenfalls auch heute noch. Damit konnte man bei einigen Geschäften bargeldlos bezahlen. Geldautomaten standen erst in der Bankfiliale, später auch in der Nähe von größeren Geschäften.

Noch immer gab es keine Smartphones, jedenfalls keine, die man aus heutiger Sicht so nennen wollte. Es gab irgendwann Pocket-PC und schließlich kam WAP – braucht Ihr nicht nachschlagen, war Internet für Handys und selten mehr als eine sündhaft teure Spielerei zum angeben.

Macht Euch das mal klar – Das erste iPhone kam erst 2007 und die erste Version konnte zwar in Internet aber keine 3rd-Party-Anwendungen ausführen. Das ging erst irgendwann 2008 los.

Trotzdem war ich immer weniger und schließlich gar nicht mehr in der Filiale. Der Übergang war fließend aber irgendwann waren die Automaten zuverlässig im Betrieb und immer mehr Geschäfte akzeptierten die EC-Karte. Meine Auszüge druckte ich nicht mehr aus sondern sah sie mir in Star-Money, einer Banking-App für Windows an. Ich überwies alles online, keine Überweisungsformulare mehr, kein Kontakt mehr zu irgendeinem Bankangestellten.

Ich orderte mir eine MasterCard weil damit Einkäufe im Ausland einfacher oder überhaupt erst möglich waren. Ich konnte sie bei Apple und anderen Anbietern angeben, Hotels und Mietwagen-Anbieter konnten Sicherheiten reservieren, alles war viel schneller und einfacher abgewickelt.

Es folgte PayPal – Wow! Endlich konnte ich auch kleine Beträge in die USA oder nach Australien überweisen um Shareware zu registrieren oder um einer Webseite etwas Gutes zu tun.

Habt Ihr mal versucht über Eure Bank Geld ins Ausland zu überweisen? Ich wollte das ein paar mal machen, in den meisten Fällen wären die Gebühren höher gewesen als der zu überweisende Betrag. In den anderen Fällen war es immer noch unverschämt viel im Verhältnis zum Betrag.

Mit dem iPhone schließlich konnte ich von überall Geld überweisen, per Online-Banking, per PayPal, schnell mal den Kontostand prüfen, alles kein Ding mehr. Ich lebe in der Zukunft. Geil!

Zinsen und Gebühren

Damals gab es tatsächlich Zinsen auf Sparkonten und sogar auf Girokonten. Diese wurden mit der Zeit immer weiter reduziert bis sie bei Girokonten schließlich komplett gestrichen wurden. Ich habe das alles mitgemacht, weil so ist halt der Markt und außerdem habe ich mein Konto ja schon immer dort und ein Umzug ist ja so aufwendig. Außerdem haben andere ja auch keine Zinsen, so what?

Es gab aber immer wieder Dinge, die mich einfach aus Prinzip genervt haben.

Konfoführungsgebühren

Allein die Tatsache, dass ich ein Konto bei meiner Bank hatte, sollte Geld kosten. Sehr früh schon verhandelte ich mit meinem Berater über dieses Thema. Ich war schon länger nicht mehr in den Dispo gerutscht, ich tätigte schon lange alles per Online-Banking und belästigte niemanden der Angestellten. Tatsächlich hatte man ein Einsehen und erließ mir diese Gebühren – Weil ich ja so ein guter Kunde bin… und weil meine Frau bei einer Firma arbeitet, die quasi der Bank gehört.

Mir egal warum, Hauptsache keine Gebühren. Damit entfielen auch die Überweisungsgebühren, die mich auch nervten. Alle? Aber nicht doch…

Geld abheben am Automaten – Strafgebühren

Stecke ich die EC-Karte in einen Sparkassen-Automaten bekomme ich den gewünschten Betrag. Alles gut.

Ist aber in meiner unmittelbaren Nähe nur ein Automat einer anderen Bank, so bekomme ich den Betrag mit einer Strafgebühr von 5 Euro. Hebe ich also 100 Euro ab, muss ich 5% Strafe bezahlen. Ich versuche das zu vermeiden, geht aber nicht immer.

Überweisungsgebühren

Da bekam ich diese tolle EC-Karte, wenn ich sie aber benutzte, muss ich für die Zahlung ein paar Cent, ich glaube 40 Cent bezahlen. Warum? Die Bank erklärte mir, dass es ein Unterschied wäre, ob ich an einem Terminal mit PIN-Eingabe bezahlte oder mit einer Unterschrift auf einem Kassenbeleg. Eines von beiden kostete die Gebühr, das andere nicht.

Ich hatte zu dieser Zeit glücklicherweise etwas Geld angespart auf dem Konto und ich hatte Sparbücher für meine Schwestern, auf denen die Verwand- und Bekanntschaft auch einiges gesammelt hatte. Ich hatte also einen Hebel – OK, ein zartes Strohhälmchen – und ich nutze ihn.

Ich sprach also wieder mit dem Berater, erklärte meinen Unmut und tatsächlich wurde in der Software ein Knopf gedrückt, der mir diese Gebühren erließ.

Erst mal.

Nach einigen Jahren erhielt ich einen Anruf. Der Berater der Bank. Da wäre so eine Sonderregelung was die Kontoführung und Überweisungsgebühren beträfe und er hätte nun den Auftrag, diese Sonderregelungen aufzuheben. Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Das wäre super, meinte ich und schlug direkt vor das Konto aufzulösen weil ich auf diese Spiele keine Lust mehr hätte. Jetzt erst schaute er auf mein Konto und die Sparbücher, entschied wohl, dass ich ein guter Kunde sei und meinte, er würde das mal so lassen…

Ich kapiere das nicht – Ich hatte zwischenzeitlich Anrufe der Bank mit dem Vorschlag, die Konten doch zusammen zu legen um diese größere Summe dann auf ein Konto zu legen bei dem ich Zinsen bekommen könnte.

Jetzt sehen wir mal von den lächerlichen Zinsen ab die nach dem Komma noch mal eine 0 haben. Selbst wenn – können die bei der Bank nicht rechnen? Die paar Prinzip-Cent für Überweisungen muss ich hart erkämpfen aber auf der anderen Seite möchten sie mir ein paar Euro an Zinsen zukommen lassen? Nur nicht auf dem Giro-Konto, da nicht, nein nein.

Ja mir ist klar, dass Banken mit fest angelegtem Geld besser arbeiten können. Wenn sich so ein Berater aber mal meine Konto-Historie ansehen würde, müsste er ein gewisses Muster erkennen können. Außerdem kann ich auch ein Sparkonto von einen auf den anderen oder übernächsten Tag leeren.

Gebühren für MasterCard

Es blieb also dabei, Kontoführung war frei und Überweisungsgebühren zahlte ich auch nicht. Und offenbar musste ich extrem dankbar dafür sein.

Da war aber nun die MasterCard und für diese sollte ich jedes Jahr 11 Euro bezahlen.

Ich erfuhr erst kürzlich, dass dies schon ein sehr günstiger Preis war den ich nur erhielt, weil meine Frau in einer Firma arbeitet, die quasi dieser Bank gehört und ich so Mitarbeiterrabatte bekam. Danke.

Das war weniger als 1 Euro pro Monat und damit zwar einmal im Jahr nervig aber ansonsten unter meinem Radar. Bis neulich!

Da flatterte Post ins Haus. Die Gebühren für die MasterCard sollten angehoben werden. von 11 auf 20 Euro. Also gefühlt eine 100% Steigerung. Sicherlich, bringt einen nicht um – aber haben oder nicht haben! Ich versuch doch nicht Cent um Euro beim Strom und anderen Dingen zu sparen um das Geld dann für solche Gebühren raus zu werfen.

Und wieder – Ich sollte doch sehr glücklich mit diesem Preis sein! Reguläre Kunden zahlen deutlich(!) mehr.

Nun sieht man bei anderen Banken immer VISA-Karten als kostenlose Karten, subventioniert VISA da also besser als Master? Möglich, aber nicht bei meiner Bank, dort kostet die VISA-Karte mindestens genauso viel.

Meine Forderungen

Ich rief meinen Berater also an und wollte das geklärt haben. Im Grunde hätte es mir gereicht, wenn er die Preiserhöhung für mich rückgängig gemacht hätte. Das wollte oder konnte er nicht. Schließlich gab ich mal eine neue Ziellinie vor: Gar keine Gebühren für die Kreditkarte! Er möge sich mal die Umsätze darauf ansehen und mir eine Antwort geben.

Wer wissen möchte, wie das Konstrukt aus Banken, Händler, Kunde und Kreditkarte funktioniert und wer dabei verdient, der kann dies z. B. hier nachlesen.

Man kann festhalten, dass auch die Kundenbank sich freuen sollte, wenn der Kunde die Karte häufig benutzt. Manche Banken bieten solche Karten erst kostenlos an, wenn der Kunde z. B. mindestens 2000 Euro Umsatz damit macht. Nach der Lektüre des Links oben wird vielleicht klar warum.

 

Die Antwort bekam ich auch – Er wollte gerne persönlich mit mir sprechen und mich beraten. War klar, er ist ja ein Kundenberater smile

Mal so am Rande: Mich persönlich stören solche Termine. Die Sachlage ist klar und unstrittig. Klarer Wunsch könnte eine klare Antwort geben.

Ein Termin bedeutet für mich viel Zeit und Aufwand. Ich muss in die Stadt fahren, einen Parkplatz finden, diesen je nach Uhrzeit auch bezahlen, quer durch die Stadt laufen, ein Gespräch führen, und dann wieder raus aus der Stadt.

In der Zeit könnte ich auch meine Steuerunterlagen fertig machen oder die Wohnung aufräumen oder zum Pferd fahren oder ein Shooting machen oder auf dem Sofa entspannen oder …

Kundenberater

Ich verstehe, dass es viele Kunden gibt die ein persönliches Gespräch haben wollen. Nicht jeder mag Online-Banking, andere wollen über Kreditrahmen verhandeln etc. Mich persönlich stören diese Termine, siehe oben.

Erwarte ich in solchen Fällen zu viel von einem Kundenberater? Wenn ich recht deutlich raus hängen lasse, dass solche Termine für mich umständlich sind, warum hat mir noch keiner dieser Berater vorgeschlagen, mir entsprechende Angebote per Post oder gar per E-Mail zukommen zu lassen oder Details am Telefon zu klären? Nein, können sie nicht oder sie kommen nicht auf diese Idee. Immer muss es persönlich sein. Warum? Leute, passt Euch doch mal den Kunden an! Ihr könntet dicke Pluspunkte bei mir sammeln, wenn Ihr per Mail oder iMessage mit mir kommunizieren könnt und wollt!

Erster Termin

Nun hatte ich also kürzlich einen Termin wegen dieser MasterCard-Gebühren. Viele Tage nach dem Telefonat darüber.

Pro: Der Termin war um halb sechs Uhr Abends wenn normalerweise keiner mehr in der Filiale ist. Der Berater zeigt also Einsatz.

Contra: Kein Kaffee, nicht mal ein Wasser bekomme ich angeboten. Zahlen von meinem Konto sind nicht bekannt und werden im Gespräch erfragt und abgerufen. Schlechte Vorbereitung, stattdessen Standard-Fragen.

Ergebnis: Er möchte mir mal ein Angebot ausarbeiten um mehr aus meinem Geld zu machen.

Hm, nach dem Telefonat dachte ich, dass ich genau wegen eines solchen Angebotes zu diesem Termin kommen sollte. Nun stellte sich heraus, dass bei diesem Termin auch besprochen wurde, was wir am Telefon hätten erledigen können um diesen Termin vorzubereiten.

Das ist toll. Ich habe ihm ins Gesicht gesagt, dass mir bewusst ist, dass ich mit diversen Spezial-Konten, Fonds und anderen Spielereien etwas aus dem Geld machen könnte, dass es mir den Luxus aber Wert ist, das Geld an einer Stelle bequem erreichbar zu haben. Was auch immer er mir für ein Angebot machen wollte, es muss weiter bequem für mich sein, sprich, ich muss das online verwalten können ohne den Überblick zu verlieren. Ich möchte auch nicht in Aktien investieren – das Spiel habe ich schon hinter mir – und benötige keine weitere Altersvorsorge. Ich möchte keine neuen Verträge, ich möchte lediglich keine 11 Euro für die Kreditkarte bezahlen und schon gar nicht noch mehr.

Das sagte ich schon im Vorfeld am Telefon und bekam statt einem Angebot nur neue Fragen und – Ihr ahnt es – einen neuen Termin. bigsmile Ja rede ich gegen eine Wand?

OK, ich bin ja ein netter und ich betrachte so etwas inzwischen durchaus als bessere Unterhaltung als Fernsehen. Also sagte ich zu.

Falls das hier im Text etwas rau klingen sollte – ist es nicht. Ich bin wirklich stets freundlich aber durchaus direkt. Ich bin zu alt um lange um den heißen Brei zu reden. Ich habe Verständnis für viele Dinge und bin durchaus Kompromissbereit. Wenn ich mich aber veralbert fühle, dann sage ich das auch. Ich bin bei meiner Bank kein Bittsteller, ich darf dann auch mal Kunde sein, finde ich.

Intermezzo

Der Berater erzählte beim ersten Termin, dass er die MasterCard-Gebühr nicht streichen könnte und auch die Erhöhung könne er nicht verhindern. Das würde ja genutzt, damit die Bank persönliche Kundenberater anbieten könne, im Gegensatz zu den von mir genannten Alternativen, die ja allesamt reine Online-Banken wären.

Ich stimmte ihm zu, finde ich ja auch toll, nur wenn ich seit über 20 Jahren nicht mehr zu regulären Öffnungszeiten in der Stadt war und auch dann kein Gespräch mit der Bank suchte, warum sollte ich das dann bezahlen? Mal abgesehen davon bieten die anderen Banken oft einen Rund-Um-Die-Uhr-Telefon-Support.

Ich könnte das Geld auf ein Sparbuch legen. 0,02% Zinsen gibt es da im Augenblick. Nicht gleich alles auf einmal ausgeben! Dafür wird aber auch der Zugriff etwas unbequemer. Ach ja, man könnte den Zinssatz unter bestimmten Bedingungen noch verdoppeln. 0,04% – nicht gleich euphorisch werden bigsmile

Fand er aber selber auch sehr albern und wollte mir das nicht wirklich anbieten. Immerhin etwas.

Post – Kurz vor dem zweiten Termin

Nun ist da also ein persönlicher Kundenberater. Dieser kennt mich nun, vom Telefon und auch persönlich. Er weiß, dass ich auf diesen kleinen Beträgen aus Prinzip herum reite.

Ich würde erwarten, dass in meinem Kundenstamm-Eintrag in der Software der Bank irgendwo ein Vermerk: “Pingeliger Kunde” steht smile

Er weiß, dass wir sehr bald einen Termin haben, bei dem er mir einen Vorschlag machen möchte um mich als Kunden zu halten.

Was flattert mir am Wochenende vor dem Termin ins Haus? Ein Rundschreiben an die Kunden der Bank. Zumindest an solche, die Mitarbeiterkonditionen eingetragen haben wink Und was steht da drin? Das sich Preise erhöhen bigsmile – Wo ist der Face-Palm-Smilie? m)

Konkret geht es im Brief um Gebühren für alle Vorgänge bei denen Papier involviert ist. Wollte ich also einen Überweisungsträger an den Schalter bringen oder ähnliches, so kostet das nun bis zu 2,50 Euro. Wollte ich Kontoauszüge drucken, so würde das nun 1 Euro pro Vorgang kosten – das war bisher kostenlos für mich.

Jetzt mal ehrlich, ich habe in mehr als einer Firma gearbeitet und auch für mehr als eine Firma. Ich kenne das so: Da wird ein Serienbrief gedruckt. Die Briefe gehen dann über den Tisch des zuständigen Sachbearbeiters und dort werden die Briefe aussortiert, die an Kunden gehen, mit denen man ohnehin gerade Termine hat – also jedenfalls wenn es um denselben Kontext geht. Man möchte seinen Kunden ja nicht vor einem Termin zusätzlich verwirren oder gar verärgern.

99% der Preiserhöhungen in diesem Brief betreffen mein Nutzungsprofil nicht, es könnte mir egal sein. Kontoauszüge drucke ich seit Jahren nicht mehr – Die Bank schickt sie mir immer mal wieder zu, ohne dass ich darum gebeten hätte, ist wohl so ein Rechte-Ding. Sollte das zukünftig Geld kosten, werde ich aber rebellisch bigsmile

Alternativen

Gibt es reichlich. Ing.Diba, DKB, Deka, 1822, und und und

Nur mal ein Beispiel – DKB (Stand 27.11.2015)

  • Keine Kontoführungsgebühren
  • Keine Überweisungsgebühren
  • EC-Karte kostenlos
  • Visa-Karte kostenlos
  • kostenlos Geld abheben an jedem Automaten mit dem Visa-Zeichen
  • Zinsen auf dem Girokonto – 0,1%
  • Zinsen auf dem Visa-Konto – 0,7%

Das alles als Standard. Ohne lange Verhandlungen. Ohne mehrfache Termine in der Stadt.

Und was habe ich bei der Sparkasse, und das auch nur, weil ich verhandelt habe und weil meine Frau quasi als Mitarbeiter gilt?

  • Null Zinsen auf dem Girokonto
  • Null Zinsen auf der MasterCard
  • 11,- bzw. künftig 20,- Euro pro Jahr für die MasterCard
  • 40 Cent pro Überweisung wegen smsTAN (könnte ich allerdings verhindern weil inzwischen PushTAN verfügbar ist)

Mein Berater weiß es: Er wird es bei unserem zweiten Gespräch schwer haben! Vielleicht zieht er ja noch ein Ass aus dem Ärmel und überrascht mich. Allein mir fehlt der Glaube.

13 Kommentare zu “(M)eine kleine Bank-Geschichte

  1. So sehr ich Deinen Ärger verstehe, aber wenn Du am Ende Deine regionale Sparkasse mir einer reinen Direktbank wie der DKB vergleichst, dann solltest einfach Dir Lebenszeit sparen und gleich wechseln. Das kannst Du nicht vergleichen, ich weiß wovon ich rede, denn ich habe ursprünglich mal in dieser Branche gelernt. Um es in anderen Worten zu sagen: würde man Dich als Fotograf mit einem Passbildautonaten am Bahnhof vergleichen, dann würde Dir das doch auch nicht schmecken, oder?

  2. Lustig, das alles habe ich so oder so ähnlich auch mit der Volksbank durch. Inzwischen bin ich seit 2012 glücklicher Kunde der DKB. =) Und so viel Aufwand, das Konto umzustellen, ist es auch nicht.

  3. Super Artikel – sprichst mir aus dem Herzen. Habe vor einiger Zeit von Volksbank (Kontoführungsgebühren, Zusatzkosten etc) zur Commerzbank gewechselt – war dort aber auch eher unzufrieden (überdurchschnittlich langsame Verarbeitung von Überweisungen, mieses Onlinebanking) und habe vor kurzem ein Konto bei der ING Diba eröffnet Dort ist alles gratis (inkl. Giro und VISA-Karte, alle Vorgänge, und Zinsen auf dem Extra-Konto, das automatisch mit eröffnet wird. Der Telefonsupport ist herausragend gut. War nach dem ersten Telefonat tatsächlich richtig begeistert.

  4. Eigentlich denke ich auch, dass du deine Entscheidung schon getroffen hast. Aus deinem Text lese ich eigentlich keinen Grund mehr heraus bei einer Filialbank zu bleiben, bis auf den Wechsel-Aufwand – und das ist keine Entschuldigung!
    Komm zur Direktbank, hier drüben ist es ganz nett! Ich bin bei der comdirect, da finde ich die Visa-Einbindung komfortabler als bei der DKB, da kein extra Visa-Konto notwendig ist, sondern einmal monatlich vom Giro eingezogen wird…

    Und ich würde mich an deiner Stelle mal mit dem Thema Index-Fonds auseinander setzen, auch wenn du vom klassischen Aktienmarkt genug hast. Aber eins nach dem anderen!

  5. Jaaa die bösen Banken,

    verlangen für eine Dienstleistung (Girokonto) einfach so Geld. Und das monatlich! Mit welcher Berechtigung eigentlich?

    Meinen Internet-Anschluss, Strom, Netflix etc. bekomme ich doch schließlich auch gratis!

    Oh wait..!

    Boris, du als Dienstleister solltest Dienstleistung und deren Wert zu schätzen wissen. Dass das Geschäftsmodell der „Kostenlos-Giro“-Banken darauf fußt, mit dir Folge-Geschäfte zu erzielen sollte jedem klar sein.

    • Lies noch mal genauer, ohne schon vorher böse Absichten oder Ansichten zu unterstellen und Du wirst vielleicht erkennen, dass Dein „rant“ nicht zutreffend ist.

  6. Hallo Boris, danke für deine Antwort zu meinem Kommentar.

    Ich habe deinen Text wie vorgeschlagen nochmals genauer gelesen, komme aber tatsächlich zum selben Ergebnis:

    1. Du möchtest keine Gebühren für Mastercard und Co. bezahlen.

    2. Damit kostest du der Bank Geld.

    3. Jetzt will die Bank ihren Verlust begrenzen, indem sie Gebühren verlangt. Davon kann sie nicht abweichen, weil sie ansonsten kaum mehr mit dir verdient (geringe Zinsmarge, keine Provisionen durch Fonds, trotz Umsätzen auf der Kreditkarte kaum Ertrag aus Intercharge (siehe neue EU-Verordnung), keine Versicherungen bei der Bank – mutmaßlich)

    4. Du möchtest weiterhin keine Gebühren zahlen.

    Was bleibt der Bank?

    – Dich ziehen lassen, Wechsel zur Direktbank
    – Versuchen, mit dir Folgegeschäfte anzubahnen

    Deinen Unmut über die persönlichen Termine kann ich jedoch nachvollziehen. Die Sparkassen verkaufen (sich) und ihre Produkte nicht gut. Am ehesten klappt der Abschluss für die Bank aber vor Ort – da ist der Kunde ja schonmal greifbar.. Per Mail oder beim Telefon wirds schwieriger.. :-)

    • :) Im letzten Absatz Deiner Antwort hast Du erkannt, wo die eigentlichen Auslöser für meinen Unmut liegen: Sie stellen sich eben nicht individuelle auf die Kunden ein. Und wenn jetzt jemand sagt, dass das auch zuviel verlangt wäre, dann werde ich bestätigt in der Ansicht, dass ich so einen Berater auch nicht benötige bzw. er nicht besser oder schlechter ist, als bei jeder anderen Bank.

      Ich mache diesen Zirkus ja nur mit (Termine, Gespräche), weil ich die Hoffnung hatte, noch überzeugt zu werden. Leider war es aber nicht der Fall.

      Und ob ich nun Aufwand oder Gewinn für die Bank bin, kann ich nicht wirklich beurteilen. Bei meinem Kontostand und meinen Umsätzen auf der Kreditkarte würde ich davon ausgehen, dass ich am Ende eher ein Gewinn sein könnte (die Bank sollte an jedem Umsatz beteiligt sein – deshalb bieten andere die Kreditkarte gerne ab einem Umsatz von 4000 Euro/Jahr kostenlos an)

      Wie sich das entwickeln wird (Du hast die neuen Gebührengrenzen angesprochen) wird man sehen. Auch verrückt sind die derzeitigen Negativ-Zinsen für Anlagen, sprich die Banken können auch keine größeren Summen fest anlegen sondern müssen spekulieren – wobei sie das ja ohnehin tun ;))

  7. Ich hab nen Fehler gefunden :)

    Nur mal ein Beispiel – DKB (Stand 27.11.2016)

    2016??

  8. Die 1822Direkt ist für mich eine echte gute alternative zur Sparkasse.

    Sie ist eine Tochter der Sparkasse in Frankfurt und der große, große vorteil ist, das die Geldautomaten der Sparkassen mit EC Karte funktionieren.

    Hier auf dem Land hat die sparkasse, welche nunmal alle 500M nen Geldautomaten aufgestellt hat, die Visa Karten der DKB z.b gesperrt. Also nix mit überall Geld abholen, wie die DKB verspricht.

    1822Direkt
    -Guter Kundenservice
    -Keine Gebühren
    -Bei der Kreditkarte gibt es ab 2000€ Umsatz eine Rückvergütung der 25€ Kartengebühr, automatisch, ohne Fragen. Bei 1000€ gibts die Hälfte zurück.

  9. Sehr erfrischender Beitrag, der mir aus der Seele spricht.
    Auch ich war jahrelang treuer Kunde der ortsansässigen Volksbank. Als es allerdings los ging mit Kontoführungsgebühren und ähnliche Späße (siehe oben ;) ) habe ich mich für die comdirekt Bank (Direktbank der Comerzbank) entschieden, bei der ich seit mittlerweile ca. 10 Jahre zufriedender Kunde bin.
    – EC- & Visa Karte kostenlos
    – Keine Gebühren
    – 12€ „Zinsen“ im Jahr (man bekommt jeden Monat 1€ geschenkt)
    – Gute Erreichbarkeit eines Kundenbetreuers man Telefon, wenn man doch mal einen braucht (auch zu unchristlichen Zeiten!)
    – Sehr gute Geldautomatenabdeckung in ganz Deutschland, da man auch bei Post-, Deutsche-, Dresdner- und Commerzbank kostenfrei Geld abheben kann und selbst bei (fast allen) Shell Tankstellen!

    Bin gespannt, wie der Intermezzo ausgeht. :)

    Weihnachtliche Grüße
    Benny

  10. Ich bin vor drei Jahren weg von der Sparkasse, wollte aber nach wie vor in eine Filiale gehen können, wenn auch selten. Bin jetzt mit meinem Girokonto bei der BB Bank. Keine Kontoführungsgebühren, Zugriff auf alle VR-Net-Bankautomaten ist gegeben. Die Mastercard Gold kostet ab einem Umsatz von 5000 EUR nichts und es sind diverse Reise(kosten-Rücktritt)-Versicherungen für die ganze Familie mit drin, die mich bei der Urlaubsbuchung weitere 150 EUR kosten würden. Die 5000 Euro Umsatz im Jahr schaffe ich in der Regel leicht (Tankstelle, Supermarkt, Familien-Urlaub, Apple-Sachen, Amazon, …). Sparkonten (auch für die Kids) habe ich woanders, aber den Überblick zu behalten ist beispielsweise mit Bank X ja nicht wirklich ein Problem. Und so ein Umzug ist ja auch nicht soo aufwändig…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.