Apple Music – Meine ersten Eindrücke

Apple Music – Toller Musik-Mix, recht überladene Oberfläche
Apple Music – Toller Musik-Mix, recht überladene Oberfläche

Apple Music möchte so vieles sein – 24h Radio, Streaming von Alben, Songs, dynamisch erzeugten Playlisten, Kontaktplattform zu Künstlern und einiges mehr.

Ich habe bisher Musik gekauft und das auch nicht übermäßig. Ein Abo-Model mit um die 10 Euro pro Monat ist für mich eigentlich uninteressant. Vielleicht würde ich das aber immer mal wieder für ein paar Monate buchen, wenn ich darüber neue Künstler, neue Songs entdecken könnte die mir gefallen.

Ich würde mir also wünschen, dass ich irgendwie sagen könnte was mir gefällt und das System mir dann passende Stücke zusammenstellt. Das scheint aber nicht so einfach zu sein…

Vor einigen Tagen hatte ich mir einen ersten Blick auf Spotify gegönnt und jetzt eben mal Apple Music ausprobiert.

Spotify zum Vergleich

Als Apple in der Keynote die neue Music-App/-Plattform vorstellte, schallte es durch die Medien, dass dies Dienste wie Spotify längst bieten würden… also habe ich es mal ausprobiert.

Kurz zu Spotify – Ich schildere hier mein persönliches Erlebnis, bei Euch mag das anderes oder besser funktioniert haben:

  • Nach der Registrierung wurde mir eine App herunter geladen. Ich war in einem Firmennetz an einem Windows-Rechner. Die App installierte sich schnell und einfach, startete und – spielte dann nichts ab.
  • Die Webseite bot mir eine Suche, Playlisten die offenbar von anderen Nutzern geteilt werden, Alben, eigene Playlisten etc. Ich klickte einen Song an und – es spielte nichts. Nur eine Entschuldigung, dass man nichts abspielen könne.
  • Die Lösung: Im Firmennetz sind nicht alle Ports frei und Spotify merkt das zwar, fällt aber nicht automatisch auf Port 80 zurück. Bedauerlich. Ergänzt man den Aufruf in der URL um ein ?html=1 funktioniert es dann endlich.
  • Wo sage ich dem System, was mir gefällt? Stile, Interpreten, etc.? Scheint es nicht zu geben. Ich könnte bei jedem Stück, das gerade spielt, ein Like setzen, die Playliste soll das dann zunehmend berücksichtigen um sich besser an mich zu anzupassen. Das ist ja schön, aber wenn ich Musik höre, möchte ich sie nicht bedienen, ich bin vielleicht nicht mal vorm Rechner…
  • Also wähle ich die Radio-Funktion, wenn ich mich recht erinnere, suchte einen Song der mir gefiel und lies dann dafür eine Liste bauen. Ich weiß leider nicht mehr die einzelnen Schritte aber es war mir klar als ich davor saß. Das Problem: Es war ein ruhiger Country Song mit weiblicher Sängerin. Was nun folgte waren ausschließlich ruhige Songs mit weiblichen Interpreten… Keine echte Abwechslung – Ich wollte doch nur ein paar unterhaltsame Country-Pop-Songs hören… seufz

Bestimmt habe ich etwas wichtiges übersehen oder man müsste wirklich einige Tage/Wochen einzelne Songs bewerten, eigene Listen bauen etc.

Dann kam Apple Music

Ich habe es die letzten Tage mal ausprobiert, am iPhone. Die App ist schon recht dicht gepackt mit Knöpfen und Daten. Ist wohl eher für die größeren iPhone 6 gebaut.

Aber es hat funktioniert. Gut, den Beats1-Sender habe ich mal eingeschaltet aber nicht lange verfolgt. Ja es waren viele Stücke die sicher weniger Mainstream und trotzdem – oder gerade deshalb – gut waren, es traf nur gar nicht meinen Geschmack und natürlich wird auch im US-Radio mächtig zwischen die Songs gequatsch. Radio eben. Also auf zu den anderen Funktionen.

Man kann der App sagen, was man mag. Mit lustigen Blasen wählt man Genres, danach dann einzelne Interpreten. Daraus stellt einem der Server dann diverse Listen und Sender zusammen mit verschiedenen Schwerpunkten. Ich habe zwei Listen angespielt – die trafen durchaus meinen Geschmack, enthielten viele Songs die ich kannte, die Auswahl schien mir schlüssig und logisch zu sein aber es war nicht das, was ich gerade hören wollte.

Das ist genau der Knackpunkt an diesen Diensten wenn man einen breiter gefächerten Musikgeschmack hat. Ich höre Rock, Pop, Country, Metal, Jazz, Funk, ja sogar Klassik. Natürlich mit Schwerpunkten und das kann ich über die Blasen auch definieren – nur wäre mir ein Mix über alles dann zu wild wink Außerdem gab es keine Blase mit Country.

Also weiter. Unter Radio findet man andere Playlisten. Irgendwelche Listen sollen angeblich von Menschen zusammengestellt werden – Ich habe nicht kapiert, ob diese unter Radio oder als Listen zu finden sind, den Unterschied habe ich ohnehin noch nicht ganz verstanden. Irgendwie kann man zu Songs ein Radio starten, man kann woanders aber auch Genius-Mixe erzeugen lassen lassen und es gibt anderswo auch Playlisten… Etwas verworren für Einsteiger.

Egal, ich habe mal nach Country gesucht und einiges gefunden. Irgendwie kam ich auf eine Connect-Seite zu einer Künstlerin, spielte einen Country-Pop-Song der mir gefiel und startete dann von diesem Song aus ein Radio – so heißt diese Funktion bei der immer nur der jeweils nächste Song zu sehen ist.

Die folgenden Songs orientierten sich an dem gewählten Song, wie bei Spotify auch nur offenbar wesentlich abwechslungsreicher. Alle Songs im ähnlichen Stil aber weibliche wie auch männliche Interpreten, zwischendurch mal etwas ruhiges dann wieder Tempo.

Was soll ich sagen – Ich habe ca. 2h Musik gehört, alles passend, zwei oder drei Songs habe ich übersprungen der Rest hat mir gefallen. Am nächsten Tag, wieder im Firmennetz *hüstel* mit der aktuellen iTunes-Version – unter Zuletzt Gespielt tauchte mein „Radio“ auf. Ich klickte drauf und sofort spielte die Liste weiter. Geil. Den halben Tag gehört. Dann zu Hause mit iPhone über AppleTV weiter gehört. Stunde um Stunde neue Songs, ab und an sogar etwas langsamer Jazz dazwischen aber nicht zu weit weg vom Genre. Passt, gefällt, nicht aufdringlich, toller Mix – Egal ob der jetzt von katalytischen Konvertern gemacht wird oder von einem Computer, bei Spotify hatte ich dieses Erlebnis nicht erreicht. smile

Mein einziger Wunsch war und ist: DIESES “Radio” dauerhaft für mich speichern! Oder die “Gespielt”-Songs markieren und in eine eigene Playliste werfen smile – Habe ich leider nicht gefunden

Den Connect-Bereich habe ich noch nicht ganz verstanden. Neulich war dort diese Country-Sängerin. Heute war da Micheal Bublé und Madonna. Wo sind denn die anderen? Wie finde ich diese Sängerin wieder und warum taucht die da nicht mehr auf?

Bleibt ein vorläufiges Fazit: Sehr toller Musik-Mix sehr einfach möglich – die Zeit muss zeigen, ob dies auch mit anderen Genres und Stimmungen so gut funktioniert. Aber die Funktionen sind nicht sonderlich übersichtlich oder verständlich – Radio, Listen, Genius-Listen, mal ein Sternchen mal ein Herzchen neben dem Song, Song in eigene Bibliothek legen, in eine Playlist legen, offline verfügbar machen und einiges mehr – Watt? Gibt es irgendwo eine Infografik? bigsmile

Nachtrag

Über Twitter erreichte mich ein Link von @Demon10 wo gut beschrieben ist, was Herzchen und Sterne bedeuten und wie das mit den Radio- und anderen Listen funktionieren soll.

1 Kommentar zu “Apple Music – Meine ersten Eindrücke

  1. Demon10

    Ich sehe das sehr ähnlich wie du. Die automatische Musikauswahl ist für mich auch sehr gut, allerdings komme ich so gar nicht mit dem Interface zurecht. Beispielsweise höre ich im Auto am Radio die Songs vom iPhone. Leider habe ich da noch null Gefühl für was online und was offline ist, geht also wahrscheinlich gut aufs Datenvolumen. Und auch die Sache mit den Herzen und Sternen habe ich nicht verstanden und vorsichtshalber erstmal nichts genutzt, wird hier ( http://www.loopinsight.com/2015/07/02/how-to-properly-use-likes-in-apple-music/?utm_source=loopinsight.com&utm_medium=referral&utm_campaign=Feed%3A+loopinsight%2FKqJb+(The+Loop)&utm_content=FeedBurner ) aber echt gut erklärt.
    Bisher werde ich wohl nach den 3 Monaten erst mal nicht verlängern, kann mir aber sehr gut vorstellen dass sich das noch ändert, gerade mit der Sonos-Integration dürfte das interessant werden.

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