Apple – Früher mal Problemlöser

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tl;dr

Ich mag Technik, ich mag Apple, ich bin etwas bekloppt und gebe viel Geld aus um modernes Zeug auszuprobieren. Früher hat Apple viele Probleme gelöst und einfach mal Dinge richtig gemacht – jedenfalls passte es stets zu meinen Anwendungsfällen. In den letzten Jahren driften Apples Vorstellungen immer weiter ab und was sie mit dem neuen MacBook und der Apple Watch gebracht haben, lässt mich fragend zurück.

Es gab eine Zeit, da hat Apple Produkte gemacht, die sich vorher keiner vorstellen konnte. In den Anfangszeiten hatten sie einen Computer angeboten, den sich jeder – mit genug Geld – zu Hause oder ins Unternehmen stellen konnte und tatsächlich sofort etwas damit machen konnte. Er hatte ein Betriebssystem, er konnte mit einer Tastatur bedient und programmiert werden. Vorbei die Zeiten von wilden Kabelbrücken, Schalterkombinationen und Lochkarten.

Apple nahm Xerox-Ideen wie die Maus und die grafische Benutzeroberfläche, machte sie für den normalen Anwender nutzbar und legte immer Wert auf gute Qualität. Die Software war möglichst konsistent, lies sich immer gleich bedienen, vieles war intuitiver als beim Mitbewerb, es gab schnell Software für die Profis im Bereich Grafik und Layout, es funktionierte einfach.

Irgendwann hatte sich Apple aber auch verrannt, das Produktangebot war schwer überschaubar, mit dem Newton hatten sie ein Tablet, dass von den Ideen her seiner Zeit um mindestens eine Dekade voraus war, die Technik zu der Zeit hatte aber kein wirklich praktisches Gerät ermöglicht. Apple stand kurz vor dem Ende als man Steve Jobs zurück holte.

NeXT – Das Mac-System

Jobs hatte zwischenzeitlich eine neue Firma – NeXT – aufgebaut und dort viele seiner Ideen und Visionen umgesetzt. Man muss sich das mal reinziehen: Als Apple noch mit dem alten Betriebssystem unterwegs war, als wir noch mit Windows 3.x gearbeitet haben, da wurde bei NeXT schon ein System geschaffen, dass wir Heute als OS-X kennen. Es war Netzwerkfähig, man konnte Dokumente mit mehreren Leuten bearbeiten, eingebettete Objekte wie Bilder oder Tabellen haben sich automatisch aktualisiert wenn sie geändert wurden, es gab ein E-Mail-System und ein Chat-Programm für die Mitarbeiter in einem Netz und und und. So etwas kannte man vorher nicht wirklich und wenn die Preise attraktiver gewesen wären, hätte sich das System sicher durchsetzen können – es lief aber nur auf NeXT-Hardware, wenn ich mich recht erinnere und die war sehr teuer.

Jobs räumte bei Apple dann auf. Weniger Produkte, klare Kategorien, Konzentration auf das Wesentliche.

iPod

InMotion mit iPodUnd dann brachte Apple den iPod. Ein MP3-Player mit Festplatte. Es gab zu der Zeit viele MP3-Player und trotzdem hatte ich nie einen. Ich fand sie alle gruselig. Sie hatten alle ein winziges Display, merkwürdige Bedienungen, Umgang mit Playlisten war oft schwierig oder schlicht ein Kompromiss.

Und nun kam der iPod. So groß oder klein wie ein Kartenspiel, klare Form, ein Display, dass mehr als nur zwei Zeilen anzeigt, Firewire-Anschluss um viele Songs in kurzer Zeit auf das Gerät zu bekommen und eine ganz neue Bedienlogik mit Drehrad. Wow!

Trotz des hohen Preises wurde das Gerät ein riesiger Erfolg, weil es einfach ein Problem löste. Plötzlich konnte man, zusammen mit iTunes, wirklich extrem einfach auch riesige Musik-Sammlungen verwalten und komplett unterwegs dabei haben. Ich stieg mit dem iPod der 3. Generation ein und war sofort verliebt. Was für ein geiles Teil. Es lief einfach, ich fand jeden Song den ich hören wollte, ich konnte Hörbücher hören und der Player merkte sich die letzte Abspielposition, gleiches funktionierte mit Podcasts die damals aufkamen. Hammer! Nie wieder einen anderen Player – Problem gelöst!

PowerBook, MacBook, …

Ich probierte schließlich mal ein Notebook von Apple aus, es war ein PowerBook mit 12″ Das Gerät war für ein 12″ Notebook zu seiner Zeit gar nicht mal übertrieben teuer. Ähnlich klein war mein IBM X40 und bei dem musste ich den DVD-Brenner als externes Gerät mitschleppen, beim PowerBook war alles integriert.

Was mich aber begeisterte waren zwei Dinge:

Irgendwie ging das System sinnvoller mit Festplattenzugriffen um. Irgendwie schaffte es das Gerät, dass eine Anwendung auf die Platte schreiben konnte und ich trotzdem schnell andere Programme starten konnte. Das klappte unter Windows nicht immer so reibungslos.

Zum anderen war der Rechner und das OS-X 10.3 extrem stabil. Meine Windows-Geräte fuhr ich immer komplett runter am Abend (Desktops) oder musste sie sehr häufig neu booten (Laptops/Notebooks), weil nach dem Aufwachen aus dem Standby immer mal wieder etwas nicht lief – WLAN weg, Sound weg, Netzwerk weg, Bluescreen… Das PowerBook war teils über viele Wochen immer nur im Standby, war beim Aufklappen sofort einsatzbereit, inklusive angeschlossenem Firewire-Audiogerät, koppelte über Bluetooth problemlos mit meinem Handy und stellte beim synchronisieren der Kontakte sogar fest, dass es einen Boris Nienke schon auf dem System gab und führte die Kontakte zusammen nach Rückfrage.

Problemlöser!

iPhone

iPhone 3G

Wahnsinn. Der erste Hersteller, der mal wirklich einen schnellen Prozessor verwendete. Butterweiches scrolling, Bedienung mit dem Finger, … Hammer, einfach umwerfend. Das Gerät löste so viele Sorgen auf einmal, dass Apple die komplette Smartphone-Industrie in eine neue Richtung lenkte. Mein Pocket-PC war sofort vergessen und mit T9-Wörterbuch wollte ich nie wieder etwas zu tun haben.

Das iPhone ersetzte bei mir in kürzester Zeit das Telefon, meinen Terminplaner, meinen Pocket-PC, das Adressbuch, die Straßenkarten, … Es ermöglicht mir seither unterwegs auch per E-Mail in Kontakt zu bleiben, selbst PDF kann ich nun unterwegs lesen, Navigation läuft darüber, Podcasts laufen so gut darauf, dass das iPhone inzwischen auch meinen iPod verdrängt hat.

Man mag über den einen oder anderen Punkt am iPhone jammern und meckern, man sollte aber nie vergessen, wo wir vor dem iPhone standen. Das gilt übrigens auch für die Android-Nutzer.

Ein echter Problemlöser

Apple Heute – Chic statt Funktion?

Ich würde mich schon als Apple-Fan bezeichnen. Ich nutze die Geräte gerne und ich habe auch viel Software von Apple eingesetzt. Doch nach und nach meide ich Apple Software und auch die Hardware-Entwicklung verfolge ich etwas traurig oder enttäuscht.

Ich habe früher viel mit Garageband gemacht. Das Softwarepaket, was Apple den Macs beilegte war echt stark! Multitrack-Recording, Kapitelmarken für Podcasts, tolle Filter und Effekte ein geiles Werkzeug. Bis der Ärger anfing. Anfangs war nach 999 Takten Schluss. Eine komplette Themen-CD am Stück produzieren war unmöglich – ist aber auch ziemlich seltener Anwendungsfall, gebe ich ja zu smile Allerdings konnte man dadurch auch keine längeren Podcast-Folgen aufnehmen und das war schon übel. Später wurde das Limit erhöht aber Garageband brach zunehmen ab mit Meldungen wie “Disc too slow” – Die Platte war eben nicht zu langsam sondern es handelte sich um einen bekannten Bug in der zugrunde liegenden Audio-Engine. Selbes Problem übrigens auch in Apples Pro-Software Logic. Ich suchte lange nach Alternativen, setzte dabei aber nicht mehr auf Apple.

iPhoto nutzte ich Anfangs auch, es war mir aber schnell zu träge und zu eingeschränkt. Lightroom ersetzte es bei mir komplett bzw. für die kleinen iPhone-Bilder zwischendurch habe ich noch immer keine gute Lösung.

iWorks war der Knüller. Numbers war zwar träge bei größeren Tabellen und konnte Excel nicht in allen Belangen ersetzen, für mich war es aber genau die Lösung die ich suchte. Noch cooler war Pages, mit dem ich sogar Auftragsarbeiten erledigte. Nach iWorks ‘09 war allerdings Schluss. Nutzer warteten auf Updates, nichts kam. Dann kam ein komplett neues iWorks. Schicker, im iOS-Look – Aber mit drastischen Einschränkungen im Funktionsumfang. Pages, Layout, zwei Textboxen miteinander verbinden um Text weiter fließen zu lassen? Geht nicht – ja, probiert es aus, Ihr könnt die Kästen verbinden, danach aber nie wieder getrennt anpassen. Eine Grundlage eines Layoutprogramms einfach mal so weg gelassen. Dafür ist es nun kompatibel mit den iOS-Versionen… mal abgesehen von meinen Schriftarten. Ich arbeite weiter mit iWorks ‘09 und hoffe im Layoutbereich auf einen Affinity Designer… Für die Tabellenkalkulation weiß ich noch nicht wohin ich gehen soll… Doch Office für Mac kaufen? Ich möchte aber auch mehrere Tabellen auf den Seiten anordnern und… ach lassen wir das

Die iCloud… Ganz ehrlich? Ich behaupte seit Jahren: “Apple kann kein Internet” und inzwischen gehe ich soweit zu sagen: “Apple kann kein Netzwerk”. Die Entwickler stöhnen über iCloud-Bugs, Apps syncen unzuverlässig, es ist träge oder fällt mal wieder aus. Es hat schon Gründe, warum viele Entwickler auf eigene Server-Lösungen setzen. Und nun sollen wir alle Fotos auf die iCloud schieben, bekommen aber nicht mal genügend Platz für ein komplettes iPhone-Backup von Apple – also im Kaufpreis meine ich?

Und Netzwerk? Apples iTunes-Privatfreigabe? Ja schön, wenn im Büro mein iMac läuft und iTunes gestartet ist, dann kann ich im Wohnzimmer auf dem AppleTV meine Musik hören. Meine. Die meiner Frau nicht, denn die liegt auf ihrem MacBook und das hat natürlich ein anderes Konto und eine andere Freigabe. Eigentlich möchten wir alles an einer Stelle speichern. Aber Tanja kann über die Privatfreigabe zwar auf meine Songs zugreifen, damit aber nicht eigene Listen anlegen um Ihr iPhone oder iPod zu füllen. iTunes selbst ist nicht Netzwerkfähig, ich kann die Bibliothek nicht auf ein Netzwerklaufwerk legen, damit mehrere Macs diese gleichzeitig nutzen könnten – Das würde nämlich das Problem lösen. Es gibt auch keine wirklich praktikabel Server-Lösung für iTunes-Musik. AppleTV geht auch nur auf Privatfreigaben von iTunes – es wäre so toll, wenn man einfach eine Bibliothek im Netzwerk angeben könnte auf die alle voll zugreifen könnten. Geht aber nicht.

Ein Programm möchte auf eine Datei im Netz zugreifen, der Pfad ist sogar in der Anwendung hinterlegt. Wenn man aber vorher im Finder nicht eine Verbindung hergestellt hat geht gar nichts. Verknüpfungen beim Booten automatisch wiederherstellen? Nur schwer möglich, ja, Startobjekte, klappt aber nicht in jedem Fall. Mal eben

und die Hardware?

AppleTV-2.jpg

AppleTV schwebt zwischen den Welten. Ja, man kann damit leicht auf seine eigenen Daten zugreifen… Hat man aber eine Familien mit mehreren Konten wird es schon wieder kompliziert. Eigenen Content mit AppleTV abspielen? Aufwendig.

iPad? Apple möchte jedem in der Familie ein eigenes verkaufen. Und wenn die Familie nicht aus Egoisten besteht? wenn man einfach im Wohnzimmer ein Pad haben möchte, mit dem jeder mal seine Mail checken oder ins TV-Programm schauen kann? Multi-User? So naheliegend… Mit dem Fingersensor wäre es sogar noch leichter umzusetzen, stattdessen wird die Multiuser-Nutzung dadurch weiter erschwert, wenn man den Sensor denn zum entsperren nutzen möchte.

iMac? Warum muss der jetzt am Rand nur noch wenige Millimeter dünn sein wenn er hinten ohnehin einen Bauch bekommt? Damit das DVD-Laufwerk nicht mehr rein passt? Nicht mal mehr ein Kartenleser an der Seite Platz findet? Wer fummelt denn gerne Karten von hinten ans Gerät? Festplatten, die man nicht mehr selbst tauschen kann weil das Gehäuse komplett verklebt ist? Beim kleinen Modell kommt man nicht mal mehr an den Arbeitsspeicher.

Thunderbolt? Gleicher Fehler wie mit Firewire? Hohe Lizenzgebühren als Hürde? 50 Euro für ein Kabel? Versteht mich nicht falsch, die Technologie finde ich grandios, nur wie Apple damit umgeht entzieht sich meinem Verständnis.

MacBook Pro, MacBook Air? Werden auch immer dünner und leichter, was man ja schick finden kann. Aber zu welchem Preis? RAM erweitern, Platte/SSD wechseln? Teils deutlich erschwert wegen anderer und ständig wechselnder Anschlüsse, teils unmöglich wo alles mit dem Board verlötet ist.

Ganz aktuelles Event lässt mich mit Fragezeichen zurück

AppleTV wurde nicht weiterentwickelt, dafür günstiger.

MacBook wird wieder eingeführt, ist jetzt dünner und leichter als das Air, hat dafür aber vieles nicht mehr: Kein Magsafe, kein Kartenleser, kein USB, kein Thunderbolt, kein Netzwerkanschluss, kein Displayport, keine Möglichkeit zum RAM- oder SSD-Upgrade, Akkulaufzeit ist auch nicht länger als beim kleinen Air, das große Air kann sogar länger. Der verbaute Core M mag sparsam sein, Rechenwunder wird man aber nicht erwarten dürfen. Das Air war ein echtes mobiles Arbeitstier, das neue MacBook ist hauptsächlich schick. Und ja, es gibt für 80 Euro Adapter für einiges… aber nicht für alles und mal ehrlich, das Ding kostet über 1400 Euro und man soll für 80 Euro einen Mehrfachadapter dazu holen, nur weil man so verrückte Sachen machen möchte wie eine externe Festplatte anklemmen, ein größeres Display nutzen oder einen USB-Stick einstecken?

Das MacBook hat nur noch einen Kopfhörerausgang und eine USB-C Buchse. OK, den neuen USB-C-Anschluss finde ich von der Idee erst mal toll, ich konnte ihn bisher nirgends antreffen um zu sehen, ob die Stecker und Buchsen stabiler als die Micro-USB-Verbrechen sind. Der Typ ist brandneu und deshalb kaum verbreitet, geschenkt, wird kommen.

Aber kein Thunderbolt mehr? Was bedeutet das in Zukunft? Möchte Apple Thunderbolt wieder streichen? Oder nur bei den MacBooks? Wer sich so etwas als Zweitgerät holt kann seine Thunderbolt-Geräte in der Firma nicht nutzen?

Und die Watch?

Darum schreibe ich meinen ganzen Gedankenkram hier überhaupt. Die Watch. Apple bzw. Tim Cook mag noch so oft auf der Bühne stehen und erklären, wie persönlich diese Uhr doch ist, und dass nur Apple solche Produkte und Materialien in Einklang bringen kann…

Was bleibt denn am Ende? Welches Problem löst die Uhr? Eine Uhr, die keine 24h Laufzeit hat? Auch nach der Keynote blieb ich mit einem trockenen “ja und?” zurück. Alles, was in den tollen Beispielen gezeigt wurde, kann ich auch direkt am iPhone machen, dass ich ohnehin in der Hosentasche dabei haben muss. Außer vielleicht das Fitness-Tracking, was mit der Uhr besser funktionieren könnte – Allerdings gibt es da Fitness-Tracker, die für viel weniger Geld viel mehr können oder es zumindest für viele Tage können. Die Watch macht ja nicht mal GPS-Tracking ohne das iPhone.

Ich gebe ja zu, ich könnte bekloppt genug sein um mir doch eine Watch zu kaufen, einfach um es mal auszuprobieren. Ich mag Technik, ich finde auch, man muss Dingen eine Chance geben.

In den letzten Jahren ist es aber bei mir in Bezug auf Apple immer wieder so, dass ich mich immer seltener als Zielgruppe wieder finde. Und ich schreibe hier über 2000 Wörter, weil ich darüber frustriert bin. Ich möchte nicht zurück zu Windows, ich weiß warum ich OS-X mag. Ich fand die Geräte toll aber ich habe nunmal kein schnelles Internet um alles in der Cloud zu machen, ich habe externe Geräte und Speicherkarten oder Beamer die ich anschließen möchte oder muss… Ich möchte nach zwei Jahren die Geräte mit dann günstigeren SSD aufrüsten können statt für tausende Euros neu kaufen zu müssen…

Ach Apple… und dann kommst Du und bietest ein und die selbe Uhr mit Preissprüngen an, die durch die Materialien allein längst nicht zu rechtfertigen sind. Wir sollen für eine Edelstahluhr mit Armband über 1000 Euro bezahlen? Mehr als für das notwendige iPhone um einen kleinen Bildschirm am Arm zu tragen? bigsmile

Also bei aller Liebe, was reitet Apple da gerade? Entweder Apple dreht gerade frei oder “Ich werde zu alt für diesen Scheiß” – Ich möchte beides nicht ausschließen bigsmile

16 Kommentare zu “Apple – Früher mal Problemlöser

  1. asraelvudogel

    Ganz meiner Meinung! Ich hab mir 2011 ein MacBookPro gekauft. Später dann das DVD-Laufwerk rausgeschmissen und eine SSD eingebaut… zusätzlich zur HDD. Nannte sich damals dann Fusion-Drive. Die Älteren unter uns erinnern sich ;-)
    Nun hab ich mittlerweile panische Angst davor, das mein geliebtes MacBook irgendwie den Geist aufgibt. Ich will keins der neuen! Seit langem nur noch SSD und dann auch noch teuer. Was will ich mit 128 GB in meinem Hauptarbeitsgerät?
    Und klar, das neue MacBook schlägt dem bereits desolaten Fass dann ganz ohne Mühe den Boden aus. Was will man denn mit nur einem Anschluss? *Kopfschüttel*
    Apple war schon immer etwas teuerer, aber dafür hat man dann gute Hardware und einen sehr gut angepasst Software erhalten, mit der man adhoc viele Probleme des Alltags lösen konnte.
    Aber wie du bereits sagtest: Warum soll ich für eine Uhr, die keine 24h durchhält mehr als 1000€ ausgeben?
    Mir stellt sich seit langem auch die Frage, warum ich für ein Smartphone mit 64GB 800€ ausgeben soll? Ich liebe meinen Mac, aber an das iPhone bin ich nie rangekommen. Naja, jeder nach seinem Geschmack.

    Also hoffen wir mal das Beste, dass Apple noch zur Vernunft kommt!

  2. Also das Problem mit der iTunes-Bibliothek kann man ganz einfach damit lösen, dass man zum Beispiel ein NAS von Synology einsetzt.
    Da kann man den iTunes-Server starten und die gesamte Musik aufs NAS speichern.
    Auf diese Bibliothek kann dann jeder Nutzer im Netzwerk zugreifen. Steht dann unter „Freigegebene Mediatheken“ oder so ähnlich.

    Nur ist es halt eben keine Lösung von Apple, das ist leider das Problem. Wobei… Kann man nicht vielleicht auch bei der TimeCapsule vielleicht die komplette Bibliothek drauf abspeichern und dann mit jedem Gerät darauf zugreifen?

    Sonst muss ich dir aber leider in allen Punkten voll zustimmen. Ich mag Apple, aber schön langsam fehlen mir ebenfalls viele Dinge, oder viele Dinge funktionieren einfach nicht mehr so, wie man es gewohnt war.
    Die letzten größeren Updates waren teilweise immer eine Katastrophe.

    Der neue USB-C-Anschluss ist einfach nur ein Schlag in die Fresse für Leute, die sich sündhaft teure Thunderbolt-Festplatten gekauft hatten um jetzt dann vermutlich in Zukunft wieder teure Adapter kaufen zu müssen um sich nicht schon wieder neue Festplatten kaufen zu müssen.
    Von den Monitoren mit Thunderbolt mal ganz zu schweigen.

    Das Problem ist noch immer die fehlende Konkurrenz. Wieder zu Windows? Wäre durchaus überlegenswert. Zumal die Xbox One – welche ich daheim hab – immer mehr mit Windows 10 verknüpft wird. Leider sind die mobilen Geräte sehr teuer (Surface Tablets), oder aber kaum sinnvoll zu nutzen aus Mangel an Apps (Windows Mobile).

    Und genau deswegen kann Apple sich das auch alles noch erlauben, weil die Leute eh im System gefangen sind und ein Wechsel sich noch nicht lohnt.

    • Zu Synology: Dieser „Server“ ist nur ein statischer Zuspieler für Endgeräte. Versuch mal über diesen Server verschiedene iPods/iPhones mit jeweils eigenen Playlisten zu befüllen (oder eben komplett zu syncen), oder von verschiedenen Geräten neue Songs hinzuzufügen etc.
      Dieser iTunes-Server ist am Ende nicht mehr als eine Privat-Freigabe im Sinne von Apple. Leider keine Lösung (oder ich habe etwas entscheidendes übersehen?)

      • Hm, weiß ich leider auch nicht. Ich hab ihn nur mal kurz getestet. In meinem Haushalt wird alles über meinen Account/Kreditkarte eingekauft und dank iTunes Match hat man die Musik auf jedem unserer Geräte jederzeit in der Cloud, bzw. kann sie dann schnell mal runterladen.
        Leider hat so aber jeder auch immer alle Wiedergabelisten des anderen. Aber damit können wir leben.
        Meistens hören wir eh per Spotify.

        Mich nervt es aber auch schön langsam, dass man sich immer irgendwelche halbgaren Lösungen basteln muss bei Apple, damit etwas funktioniert, wie man es sich vorstellt.
        Früher dachte Apple immer über all diese Dinge nach und setzte sie dementsprechend um.

        Die Familienfreigabe auf den iOS-Geräten ist ja auch nicht so wirklich eine gute Lösung, wie ich schon öfters gelesen hab. Wobei die Probleme da erst beginnen sobald man die Familienfreigabe wieder mal beendet bei einem Gerät.

  3. Tjaaa – ich bin kein Apple-User. 2009 habe ich einmal einen iMac ausprobiert. Den habe ich noch immer, ich benutze ihn wie andere evtl. ein Tablet: um am TV-Platz mal kurz im I-Net oder E-Mails o.ä.

    Ich hatte aber nie ernsthaft vor, von Win >Apple zu wechseln. Da ich seit meinen Computeranfängen (mit 55) zu Hause 2007 nur Allein-Nutzer (und nur privat zu Hause) bin, brauche/will ich auf gewisse Sachen eben nicht zu achten.

    Ob ein anderer mit mir Dokumente zusammenbearbeiten könnte, das kann mir völlig wurscht sein. Ob einer meine Playlisten nützen kann – ich nutze kein iTunes – usw, usw.

    „Wir sollen für eine Edelstahluhr mit Armband über 1000 Euro bezahlen?“

    Nochmal „tjaaa“: für eine Uhr schon – wenn Omega oder Rolex o.ä. drauf steht. Aber nicht für eine Fernbedienung für ein Smartphone…

    Ich bleibe bei Win, weil es für mich persönlich besser geeignet ist. Ein Apple-Teil frohen Herzens so zu nutzen, wie Apple sich das vorstellt – das kann nur jemand, der sich sehr viel mehr auf deren Philosophie einläßt, als ich dazu bereit bin.

  4. Du bist nicht allein, Boris. Mir geht’s genauso.

    Ich habe noch ein weiteres Problem. In meinem Haushalt gibt es inzwischen mehr als 5 iOS Geräte, die alle irgendwie „gebackupt“ werden müssen. Mir geht es in erster Linie um die Fotos. Jedes im Wechsel an den Rechner anschließen? Kann das nicht über WiFi gehen z.B . in der Nacht wenn ich schlafe auf die TimeCapsule. In der iCloud ist leider nicht genug Platz, wie Du ja schon schreibst.

    Wie machst Du das? Hast Du eine Lösung dafür?

    • Da habe ich auch keine Lösung dafür. Hatte bisher auch nicht den Druck eine finden zu müssen. Ist halt schade. Apples einzige Antwort dazu ist iCloud.

  5. napfekarl

    Mir geht’s da ganz ähnlich! Meinen ersten Mac hatte ich 1992 besessen und bin seither ein Freund von Apple. Beruflich habe ich mit (nahezu) allen Plattformen zu tun, inkl. Android, Windows in allen Ausprägungen und vielen Linux-/Unix-Systemen. Was mir an Apple nach wie vor gefällt ist die verteilte Nutzungsmöglichkeit aller Geräte innerhalb meiner Familie. Das finde ich in diesem Level der Integration sonst nirgendwo. Was Apple aber derzeit vorhat kann ich nicht nachvollziehen. Angefangen hat es damit, Pages und Numbers im Funktionsumfang zu reduzieren. Dann wird Aperture nicht weiter entwickelt. Jetzt die in der Preis- und Funktionsgestaltung nicht nachvollziehbare Apple Watch… Wann kommt eigentlich das iPhone mini? Ich will nicht so ein Riesending, das iPhone 5 war schon grenzwertig groß, kann aber gerade noch so von mir mit einer Hand bedient werden. Zum Glück bin ich nicht im Kaufzwang und harre jetzt erst mal der Dinge, die da kommen. Im Moment gibt es kein Apple Produkt, das mich „anmacht“.

  6. Uwe Schöneshöfer

    Ich muss Dir recht geben seid Onkel Steve das Ruder nicht mehr in der Hand hält geht es stetig bergab, was ich sehr bedauere. Nicht nur diverse Design Fauxpas die es mit Sicherheit unter Steve Jobs nicht gegeben hätte (man denke nur an die Kamera des iPhone 6) nein es wird irgenwie auch zunehmend in zwei Lager gespalten.
    Es wird der Super Pro bedient dem es egal ist wenn sein Rechner 10k kostet und der Low Consumer bei dem der Rechner nur gut aussehen muss im Wohnzimmer der aber sonst kaum über das surfen im Internet hinausgeht. Der ganzen Gruppe dazwischen wird kaum ein Werkzeug zum annehmbaren Preis angeboten. Also halten wir an unseren alten Rechnern fest solang es eben noch geht nur was kommt danach . . .
    Vieleicht dann doch wieder ein Hackintosh :( :( :(

  7. Lieber Boris,

    Du sprichst mir aus der Seele.

    Aber was machst Du nun, wenn Du Deinen iMac ersetzen musst. Apple den Rücken kehren, all die gekaufte Software ersetzen….würde mich mal interessieren

    • Ich bin an einem Punkt, an dem ich mindestens den alten iMac ersetzen muss. Wirtschaftlich arbeiten kann ich damit eher nicht mehr – die Software ist zu anspruchsvoll geworden und die Wartezeiten nerven zunehmend.
      Ich kann Dir noch keine Antwort geben. Vernünftigerweise würde wohl ein Mac Mini mit einem matten Display genügen, ich sehe aber die überzogenen Preise vom Mini nicht ein, da geht es mir ums Prinzip (der neueste ist ja auch magerer ausgerüstet als der Vorgänger, ist schwerer zu öffnen, keine Möglichkeit ab Werk für zweite Platte etc. – auch so ein Ding wo sie ein Produkt verschlechtert haben und ich weiß nicht warum)

  8. Ja, Du hast Recht.
    Mittlerweile geht es nur noch um den Schein – das zeigt die Goldvariation ziemlich gut. Das neue MacBook ist mangels Schnittstellen und aufgrund dem lahmen Innenleben für Foto und Video nichts, das ist klar. Wahrscheinlich werde ich mir dennoch ein neues MacBookPro kaufen, denn Alternativen hat man in deisem Bereich ja auch nicht so viel.

  9. Ich bin Apple User (zumindest als Zweitsystem) seit System 7 Zeiten und dann seit OS X 10.4 wieder. Vieles was Boris stört, stimmt zwar grundsätzlich, aber wenn wir ehrlich sind, war das bei Apple immer schon Programm, Dinge wegzulassen, die als unverzichtbar galten. (beim ersten iMac praktisch alle Standardports, dafür den damals noch überhaupt nicht verbreiteten USB Port).
    Dann das Weglassen von CD/DVD Drives. Wer braucht die heute wirklich noch? Ich weiß gar nicht, wann ich wirklich die letzte CD/DVD benötigt habe. Okay, ich hab letzthin alte Fotos von CD Sicherungen eingespielt, aber dafür halt temporär ein externes Laufwerk angeschlossen. Das will ich nicht in jedem Mac mitbezahlen (und schleppen) müssen, nur weil ich es alle halben Jahrzehnte mal benötige.
    Dass Apple Anwendungssoftware nicht mehr die Anforderungen erfüllt, mag zwar evtl. enttäuschend sein, dafür gibt es viele tolle Alternativen von unabhängigen Entwicklern. Und diese Software ist auf OS X zigfach besser (und auch schöner) zu bedienen als z.B. unter Windows oder auch Linux. (Und ja, ich verwende alle Systeme).
    Dass bei der Systemsoftware so Einiges im Argen liegt, kann und will ich nicht in Abrede stellen, aber da denke/hoffe ich, dass sie dieses Jahr mal nachlegen, nachdem jetzt die Apple Watch heraußen ist.
    Und zu den zwei Produkten noch ein paar Worte:

    das MacBook ist sicher nicht für Jedermann und reiht sich mMn in die selbe Kategorie wie das erste MacBook Air. Das war eigentlich auch nur teuer und nicht wirklich brauchbar (extrem langsame HDD, aber auch SSD; Überhitzungsprobleme). Aber es war der Wegbereiter für die ganzen Ultraportables und die aktuellen Airs.
    Das derzeitige MacBook ist nicht das Arbeitspferd, an das ich zig externe Geräte anschließen werde. Aber es ist ein Gerät für Leute, vom Gewicht etc. ein iPad wollen, aber trotzdem ein „vollwertiges“ Betriebssystem benötigen. (Aus welchen Gründen auch immer).
    Wer jeden Tag einen externen Monitor anschließen muss, der wird dieses Gerät nicht kaufen.
    Was leider überall übersehen wurde, ist dass die 13″ Retina Modelle jetzt wirklich runde Geräte geworden sind. Vernünftige SSD-Größen, CPU ausreichend und endlich auch 16GB RAM als Option.

    Und zur Watch noch ein Wort: ja klar kann sie vieles, was das iPhone auch kann. Aber das ist in der Tasche und die Watch direkt an der Hand. Ich muss nicht erst mühsam das Telefon herauskramen, entsperren und dann gehts erst los.
    Ich hab da schon einige Anwendungsfälle, die sicher mit dem iPhone alleine auch gehen, aber erst durch die Watch wirklich komfortabel werden.
    Und die ganzen Einschränkungen bezüglich Laufzeit etc. werden mit der Zeit sicher auch besser. Die erste Hardwaregeneration ist halt immer ein Ding für Leute, die was unbedingt haben wollen. Aber ausgereift ist die noch nie.

  10. +1, leider, und mit einer Träne im Knopfloch, wenn ich an die guten alten Apple-Zeiten denke…

  11. Die Antwort nach dem „Warum?“ und „Wieso?“ ist eigentlich ziemlich einfach. Der ganze Weg, den Apple in den letzten Jahren mit und ohne Steve Jobs gegangen ist, lässt sich auf den Tag und die Keynote zurückführen, in der Steve die Namensänderung von Apple Computer Inc. zu Apple Inc. bekannt gegeben hat. Und von daher bin ich auch davon überzeugt, dass wir den exakt selben Weg auch mit Steve hätten beobachten können. Apple ist keine Computerfirma mehr. Apple ist auch kein reines Technologieunternehmen mehr. Apple will und wird in zunehmendem Maße Technologien mit Lifestyle verbinden. Das Ziel ist es nicht länger, die geilsten Geräte für Tech-Heads zu bauen, sondern möglichst vielen Menschen möglichst einfach zu bedienende Technologie zur Verfügung zu stellen. Denn nur über die breite Masse etablieren sich neue Dinge. Und nur mit der breiten Masse im Rücken bist du finanziell solide aufgestellt.

    Die Probleme, auf die Anwender wie wir dadurch stoßen, sind bei der breiten Masse der Menschen da draußen A) nicht existent oder B) wissen sich nichts von diesen Problemen bzw. deren möglichen Lösungen. Und da die breite Masse sich eher über Statussymbole und Lifestyle definiert, ist es auch problemlos möglich, nachwievor solche Preise aufzurufen wie Apple es tut. Apple wird auch in Zukunft immer mehr in den Bereich Consumer Electronics gehen, und das Kerngeschäft von vor 10 Jahren wird bald nur noch ein nettes, schmückendes Beiwerk sein. Telefone, Uhren, Heimautomatisierung, Carplay, TV…es werden die Alltagsgegenstände sein, mit denen Apple Geld verdient. Und nicht mit High-End rechnern und Software für den geneigten Poweruser/Prosumer/wasauchimmer von nebenan. Und letztendlich ist es auch OK für mich. Es gibt kein besseres Telefon als mein iPhone 6(+). Es gibt kein besseres Tablet als das iPad Mini. Beide machen mir den Alltag als Konsument einfach.

    Was jetzt allerdings meine produktiven Bedürfnisse betrifft, so bin ich nach meinem MacBook pro 15″ aus 2008 seit 2011 wieder bei Windows gelandet, und damit mehr als zufrieden. Ich habe alles was ich brauche, kann viel konfigurieren, mir meine Dienste so zusammensuchen wie es für mich passt und auch die allgemeine Bedienung ist mit Windows 7 und, ja, auch mit Windows 8 deutlich besser geworden. Darüber hinaus kann ich meinen Rechner problemlos selbst aufrüsten, oder mir Bildschirme, NAS, etc. dranhängen so viel ich will. Genau genommen vermisse ich unter Windows nur eine einzige Anwendung (iA Writer), für die ich OS X benötigen würde. Und darüber hinaus kann sich auch mein Gamerherz nach Lust und Laune austoben. Für mich gibt es keinen Grund mehr, an Apple als Computer- und Softwarehersteller zu hängen. Es gibt längst bessere (und kostengünstigere) Alternativen.

  12. Hi Boris,

    ich nutze Windows und Android und kann die Nachteile der Apple – Produkte nicht objektiv beurteilen.
    Aber ich habe einen Vorschlag für Dich:

    da Du ja Technik magst, wie ich übrigens auch, kauf dir doch einfach für den Preis einer Apple-Uhr eine schöne mechanische Automatik-Uhr.
    Die braucht keine Batterie, ist wie Deine Mittelformat-Kamera ein Meisterwerk der Handwerkskunst und hält mindestens ein Leben lang.
    Die Apfel-Uhr ist in spätestens 4 Jahren sehr teurer veralteter Elektroschrott.
    Den Akku kann man nicht wechseln und er hält dann auch nur noch 12 Std.

    Nicht alles was neu ist ist auch besser nur weil es neu ist…..

    Manchmal ist es besser sich auf traditionelle Werte zu besinnen….Siehe Deine Mittelformat-Kamera……
    Ohne Batterie und rein mechanisch!

    Viele Grüße Michael

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