Werde ich zum Kaffeetrinker?

Ich mag Tee. Ich mag Tee sogar sehr gern. Früher trank ich gerne aromatisierten Schwarztee, bis mir die Aromen nicht mehr gefielen und ich puren Schwarztee bevorzugte. Dazu gesellte sich gerne mal ein Earl Gray mit seiner ganz speziellen Note. Dann entdeckte ich Grüntee für mich. Zunächst wieder mit Aroma wie z. B. beim Jasmintee aber dann sehr schnell pur. Seit einigen Jahren trinke ich gerne den grünen Darjeeling der Teekampagne, da ich hier sehr sicher sein kann, dass er frei von Schadstoffen ist.

Kaffee – Schmeckt nicht wie er duftet?

Aber Kaffee? Als Kind bin ich häufig mit meiner Mutter und meiner Oma zum Einkaufen gefahren. Richtig toll fand ich es dann immer, wenn Kaffee gekauft wurde. Früher gab es kleine Läden oder extra Abteilungen in größeren Geschäften, wo man seinen Kaffee aussuchte und ihn auf Wunsch gemahlen bekam. Der Duft in diesen Läden war immer klasse. Ich mochte diesen Kaffee-Duft in der Nase und so probierte ich seither immer mal wieder einen Schluck Kaffee – und seither schüttelte es mich. Es schmeckte mir so gar nicht und es schmeckte überhaupt nicht wie die frisch gemahlenen Bohnen rochen. Ich probierte später auch Cappuccino und Espresso, ohne jedoch überzeugt zu sein.

Der Zufall – Lederhalfter ansehen, Kaffee probieren

Interessant wurde es dann vor kurzem, als ich Michael Epke-Wessel in Essen besuchte. Chris und ich hatten ihn mal bei Happy Shooting als Gast (In Folge #078 direkt und in #185 noch einmal indirekt) und ich wusste, er ist Hochzeitsfotograf und hatte gerade einen schicken und praktischen Lederhalfter entworfen, den ich mir mal persönlich ansehen wollte.

Lederhalfter

Ich fuhr also mit Tanja nach Essen und wir lernten Michael kennen. Zufällig erfuhren wir, dass er so ganz nebenbei auch noch Hobby-Barista ist. Er erzählte uns so einiges über Kaffee und, da wurde ich hellhörig, über das Thema Duft vs. Geschmack. Ihm ging es nämlich früher auch so, dass er den Duft der gemahlenen Bohnen sehr mochte und dann völlig enttäuscht war, dass der fertige Kaffee nicht auch so schmeckte.

Der Punkt ist dabei wohl, dass es darauf ankommt, wie man den Kaffee denn zubereitet. Es geht dabei um den Mahlgrad des Kaffeepulvers, man kann Kaffee fein bis grob mahlen, mit gleichmäßigen oder ungleichmäßigen Körnern, die Temperatur des Wassers spielt eine Rolle, man kann mit Druck arbeiten oder einfach aufgießen, es gibt Vollautomaten, Kaffeemaschinen oder Handaufguss, es gibt Papierfilter und Porzellanfilter.

Papierfilter hält Aromen zurück

So erfuhr ich, dass die Technik, den Kaffee einfach von Hand aufzugießen, gar nicht so schlecht sein soll. Schon mal gut, denn so macht Tanja das seit Jahren. Natürlich sollte man seinen Kaffee frisch mahlen, weil sich viele Aromen ansonsten schnell verflüchtigen. Leider ist unsere elektrische Kaffeemühle seit einiger Zeit defekt. Ein Haken ist aber wohl auch der Papierfilter. Dieser saugt nämlich mit dem Wasser auch ätherische Öle und somit viel Geschmack auf. Das klang logisch aber ich fragte mich, wie man das denn ohne so einen Filter machen soll, wenn man das Kaffeepulver nicht in der Kanne haben möchte?

Karlsbader Kanne war die spontane Antwort. Diese Kanne ist dafür konzipiert, dass man seinen Kaffee von Hand aufgießt. Statt eines universellen Papierfilterhalters gibt es einen Porzellanfilter. Er hat sehr feine Schlitze und wird oben auf die Kanne gesetzt. Auf den Filter kommt ein weiterer Porzellaneinsatz mit ein paar groben Löchern an der Seite. Kippt man nun das heiße – aber nicht kochende – Wasser oben hinein, so verteilt es sich durch die Löcher im ersten Einsatz bevor es auf das Kaffeepulver trifft. Dadurch wird verhindert, dass sich ein großes Loch in der Mitte des Pulvers bildet. Das Pulver wird dann gleichmäßig getränkt und das Wasser wird durch den Porzellanfilter geschmacksneutral gefiltert, ohne dass Aromen in einem Papierfilter hängen bleiben.

Übrigens gibt es das Prinzip auch in einem etwas moderneren Design als Bayreuther Kanne smile

Während ich mir seinen Kamerahalfter ansah, machte Michael uns einen Kaffee. Allerdings nicht mit dem oben beschriebenen Verfahren sondern mit einer Kaffeemaschine, die direkt aus der Weltraumforschung zu kommen schien. Ein großer, chromglänzender Kasten mit allerlei analogen Anzeigen, Röhrchen und Halterungen. Er mahlte den Kaffee – bei dem es auch mehr Unterschiede gibt als nur Robuste und Arabica – und füllte ein kleines Chromschälchen, presste es behutsam, spannte es in die Maschine, … naja, am Ende bekamen wir einen Cappuccino mit Muster und einen Espresso.

Espresso der mir geschmeckt hat

Mein erster Kaffee der mir schmeckte

Dieser Espresso schmeckte… gar nicht mal so schlecht! Er hatte fast etwas nussig-schokoladiges. Nur hinten am Gaumen ein etwas intensiver, bitterer Beigeschmack – Kaffee eben. Allerdings war es immerhin schon ein sehr starker Kaffee, ein kleines Tässchen Espresso. Michael machte mir direkt noch ein solches Tässchen fertig und fügte etwas Milch und Zucker hinzu. Nun war dieser Beigeschmack komplett weg und es schmeckte richtig lecker, fast wie ein kräftiger Kakao. Unglaublich, so etwas hatte ich noch nie zuvor trinken können.

Neue Ausstattung

Michaels Tipp folgend habe ich nun also zwei Dinge bestellt: Eine Kaffeemühle und eine Bayreuther Kanne. Als Kaffeemühle empfahl er uns eine Porlex JP-30. Sie ist klein und handlich, wird manuell betrieben – ist also leise und braucht keinen Strom, soll ein gutes Mahlwerk haben und sich gerade für Handaufguss eignen. Ich bin gespannt, wie sich der Geschmack des Kaffees aus dieser Kanne unterscheiden wird.

Und wie seid Ihr zum Kaffee gekommen? Wie macht Ihr Euren Kaffee?

11 Kommentare zu “Werde ich zum Kaffeetrinker?

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