YNAB – Budgetplanung ist leichter als man glaubt

YNAB, englisch gesprochen ähnlich wie why-nap, steht für You Need A Budget. Es handelt sich dabei um eine Software, die verspricht, Budgetplanung wirklich schnell und einfach zu gestalten. Versprechen ist dabei noch zurückhaltend ausgedrückt denn die Software kommt aus den USA und typisch amerikanisch wird nicht geflüstert sondern mit stolzer Brust gerufen. Große Worte, große Versprechen, große Überzeugung vom eigenen Produkt – Im Grunde super, so soll es ja auch sein aber für die deutsche Mentalität eben doch gerne etwas zu viel Pathos.

Ich schreibe in diesem Beitrag darüber, wie ich über diese Software erst gelästert habe und sie nun doch selbst einsetze. Darüber, wie sie funktioniert und warum sie für mich besser funktioniert als eine Numbers-Tabelle.

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Phase 1: Lächeln und lästern

Und so geschah es, dass ich, als ich zum ersten Mal von dieser Anwendung hörte, einen schnellen Blick auf die Seite warf und sofort ein Urteil bildete. $60 sollte die Anwendung kosten. $60 für eine Anwendung ausgeben, die einem dabei helfen soll nicht zu viel Geld auszugeben? Meine Synapsen zogen blank und schnell war der Vergleich zu Glücksspiel und Banken gezogen, weil auch in diesen Bereichen das Geld auf der Anbieter-Seite geschaufelt wird und nur selten auf Seiten der Nutzer.

Ich lächelte also anerkennend über die Idee und lästerte über die Sinnlosigkeit so einer Anwendung. Sein Geld hat man ja wohl auch ohne solche Hilfsmittel unter Kontrolle, richtig? Man gibt doch nicht blind aus was auf dem Konto ist sondern hat doch ein Gefühl dafür, welche Rechnungen am Ende des Jahres auf einen warten, stimmt’s? Und natürlich weiß man auch jederzeit ungefähr, was man für Lebensmittel, Versicherungen, Auto, Kinobesuche und ähnliches ausgibt, ist doch so?!

Ich hatte jedenfalls bisher kein Problem damit, mich ohne Planung verschulden zu müssen. Einfach nicht mehr ausgeben als man einnimmt. Ganz einfach.

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Phase 2: Neugier

Aber ganz so einfach scheint das ja wohl doch nicht zu sein. Wäre es alles so simpel, dann gäbe es kaum so viele Programme auf dem Markt, die einem versprechen den finanziellen Überblick zu bewahren. Außerdem hörte ich in meinem Umfeld jetzt häufiger von diesem YNAB. Wozu sollte man als Privatmensch eine Budgetverwaltung benötigen? Gab es wirklich so viele Menschen da draußen, die nicht verstanden haben, dass man für langfristige Rechnungen kontinuierlich ansparen muss – oder zumindest sollte? Ich wurde neugierig.

Ich sprach mit verschiedenen Leuten über das Thema und staunte. Grob zusammengefasst scheint es drei Typen zu geben:

  • Der durchgeplante Typ. Diese Leute haben ihre Finanzen wirklich im Griff. Die meisten von ihnen protokollieren dabei alle Einnahmen und Ausgaben. Viele machen ihre Steuererklärung selbst, auch wenn diese etwas komplexer wird.
  • Der Bauchgefühl-Typ. Auch diese Gruppe hat keine finanziellen Probleme oder sie finden immer wieder schnell heraus aus einem Tief. Das Konto ist zwar regelmäßig im Blick und es gibt auch ein ungefähres Gefühl für die Verträge und Rechnungen die auf einen warten, ohne dabei aber exakte Zahlen nennen zu können. Eine grobe Hausnummer genügt, der Rest wird spontan geschoben.
  • Der planlose / euphorische Typ. Personen dieser Gruppe rutschen schneller ins Minus als die anderen. Ein hübscher Kontostand verführt dazu, sich sofort etwas zu gönnen. Rechnungen, die in zwei, drei oder sechs Monaten kommen? Um die kann man sich dann ja noch kümmern. Es wird also immer nur das bezahlt, was auf dem Tisch liegt, der Rest an Geld geht oft sofort für die Erfüllung persönlicher Wünsche drauf.

Ich selbst sah mich dabei irgendwo zwischen der ersten und der zweiten Gruppe. Ich hatte schon immer ein ganz gutes Bauchgefühl dafür, wie viel Geld auf dem Konto sein musste, um sich zwar am Jahresende / Jahresanfang über einige größere Posten zu ärgern aber eben nicht dran zugrunde zu gehen. Ich ließ mich nicht von größeren Kontoständen verleiten sondern wusste, dass mir das Geld nicht mehr wirklich in voller Höhe zur Verfügung stand. Wirklich exakte Zahlen hatte ich aber nur wenige. Vieles waren eher grobe Werte.

Phase 3: Das geht doch auch mit…

Natürlich wäre es hilfreich, wenn man wirklich einen kompletten Überblick über seine Finanzen hätte. Das würde nicht nur helfen, um wirklich genug Geld auf dem Konto zu haben wenn die jährlichen Versicherungsrechnungen eintrudeln sondern auch dabei, um bei den nächsten Verhandlungen mit Banken und Versicherungen zu wissen, in welchem Bereich man besonders einsparen sollte.

Aber das geht doch auch mit…

  • …einer Tabellenkalkulation. Excel oder Numbers zum Beispiel. Da kann man wunderbar mit planen und kalkulieren. Schon richtig. Wenn so eine Tabelle aber eine gewisse Komplexität angenommen hat, dann wird es immer schwieriger neue Zeilen oder Spalten einzubauen. Ein weiterer Monat, ein weiteres Jahr, etc. Oder man möchte seine Ausgaben neu gruppieren um sinnvollere Gesamtsummen zu erhalten. Nicht unmöglich aber je nach Vorplanung schwierig oder zeitraubend. Hinzu kommt, dass sich kleine Fehler in Formeln und Bezügen einschleichen können die nicht sofort erkannt werden müssen.
    Ich habe das in der Vergangenheit ein paar mal angefangen und immer wieder fallen gelassen, weil es einfach keinen Spaß machte.
  • …einer Banking-Anwendung. Star-Money, MoneyMoney, OutBank, Pecunia und wie sie alle heißen. Kann ich sehr empfehlen, denn so hat man jederzeit Zugriff auf seinen aktuellen Kontostand. Allerdings bieten die meisten Anwendungen nur eine Bestandsaufnahmen. Man kann seine Umsätze kategorisieren und je nach Anwendung mal mehr oder weniger gut analysieren. Man sieht also, was man in der Vergangenheit ausgegeben und eingenommen hat. Einen Blick in die Zukunft bieten die meisten Programme nicht oder nur unvollständig und eine echte Planung gibt es meines Wissens bei keinem dieser Programme – Ich habe sie mir jetzt aber nicht alle in aktuellen Versionen angesehen. Sollte es hier also etwas sinnvolles geben, dann ab damit in die Kommentare smile

Von Neugier getrieben fing ich mal wieder an eine Tabelle zu erstellen und laufende Kosten einzutragen. Ich kam von Hölzchen auf Stöckchen und ließ es wieder bleiben. Wie sollte das alles mit YNAB besser laufen?

Phase 4: Ausprobieren

Mir war nach einiger Recherche klar, dass die meisten Menschen, die erfolgreich waren und keine größeren Probleme im Umgang mit Ihrem Geld hatten, stets einen guten Blick auf ihre Finanzen hatten. Es war dabei irrelevant, ob es sich um Millionenbeträge oder um eine wirklich knappe Kasse handelte. Natürlich gibt es auch die Fälle, wo wirklich so wenig Geld zur Verfügung steht, dass man kaum eine andere Chance hat als Schulden aufzunehmen. Wichtig sind allerdings mindestens zwei Dinge:

  • Den Überblick behalten. Offenbar nutzen viele Amerikaner eine Kreditkarte wirklich so, wie es der Name suggeriert. Sie holen sich eine Kreditkarte um damit Schulden zu tilgen. Und dann nehmen sie die nächste Kreditkarte, um den Kredit der ersten abzubezahlen. Was für die meisten Leser ziemlich unsinnig klingen dürfte, ist offenbar für einen größeren Teil der Bevölkerung normales Denken.
    Wer aber wirklich einen Überblick über seine Kredite und Konditionen hat, der hat überhaupt erst die Voraussetzungen für den zweiten wichtigen Teil
  • Ziele. Wer sich keine Ziele setzt wird sie auch nie erreichen. Ein Ziel kann sein, aus seinen Schulden raus zu kommen. Ein Ziel kann eine neue Kamera sein oder eine Reise oder tolles Grillfest mit Freunden. Wer jetzt wirklich genau weiß, was er monatlich ausgibt und einnimmt und wie viel davon übrig bleibt, der weiß auch, wann er wie viel und wofür ansparen kann.

Und wenn nichts übrig bleibt, dann sieht man zumindest sehr genau, wo die größten Posten sind und kann überlegen, ob es wirklich der teure Handyvertrag sein muss, nur weil das Smartphone dann so günstig war oder ob es in der aktuellen Situation überhaupt ein Smartphone sein muss.

Ich wollte es jetzt wissen. Was war so toll an YNAB, dass so viele so begeistert davon sprachen. Ich installierte mir die Demo-Version und war schon mal begeistert, dass der Testraum über 34 Tage lief. Clever, denn nur so kann man sicher stellen, dass man auch einen Monatswechsel testen kann.

Phase 5: Überzeugung

Die Ausgangssituation ist die folgende: Ihr installiert das Programm und startet es. Jetzt, genau zu diesem Zeitpunkt habt Ihr eine gewisse Menge Geld auf Eurem Konto und in der Brieftasche. Alle Konten, Kreditkarten etc. werden also mit ihren aktuellen Beständen erfasst. Das ist das Geld, was zur Verfügung steht.

Nun legt man sich die Kategorien an für die man Geld ausgibt.

YNAB funktioniert, typisch amerikanisch, nach wenigen und einfachen Regeln:

  1. Gib jedem Euro eine Aufgabe. Give every Dollar a job Die Idee ist, in seine Budgets, also in die Kategorien einzutragen, was das derzeit vorhandene Geld zu tun hat, bevor es das nächste Mal Geld gibt. Ich habe also Kategorien für diverse Versicherungen angelegt. Außerdem verschiedene Kategorien für das Auto, für Lebensmittel, Restaurantbesuche, technische Ausrüstungen, usw. Dabei half eine Online-Banking-Anwendung sehr.
  2. Spare beizeiten… Save for a Rainy Day Es gibt Dinge, die man nicht wirklich planen kann. Waschmaschinen gehen ohne Vorwarnung kaputt. Dasselbe gilt für andere Haushaltsausstattungen. Es ist also sinnvoll, sich mindestens eine Kategorie anzulegen, um für solche unvorhersehbaren Ereignisse zu sparen.
  3. Nicht verzweifeln sondern beweglich bleiben. Roll with the Punches Es sollte nicht glauben, dass man jeden Cent exakt planen und vorhersehen könnte. Es wird immer etwas dazwischen kommen. Kann ja sein, dass Ihr für diesen Monat nur ein angespartes Budget von 50,- Euro für Kleidung habt. Wenn es aber ein Jacke für 75,- im Angebot gibt, die nächsten Monat wieder bei regulären 180,- Euro liegt, sollte man dann nicht zuschlagen? Wenn ihr eine neue Jacke benötigt, lautet die Antwort Ja! Es fehlen laut Budget 25,- Euro. Aber vielleicht ist das Budget für Kinobesuche schon etwas gewachsen oder man nimmt ein paar Euro vom Posten für den neuen Computer. Wenn ihr die 25,- Euro nicht aus anderen Kategorien zusammen bekommt, dann geht es halt nicht ohne ins Minus zu rutschen. Das kann OK sein – Solange Euch klar ist, dass dieser Minusbetrag als aller erstes im nächsten Monat ausgeglichen werden muss.
  4. Leben vom Geld des letzten Monats. Live on Last Month’s Income Das ist vermutlich das härteste Ziel. Die Idee ist, dass man sich, Stück für Stück, so viel Geld zur Seite legt, dass dieser Puffer irgendwann genügt, um einen ganzen Monat davon bestreiten zu können. Hat man das erreicht, kann das sehr beruhigend sein, weil man mit Geld plant, das bereits vorhanden ist. Für selbstständige ist diese Regel vermutlich noch wichtiger als für Angestellte, die jeden Monat ein geregeltes Einkommen haben. Bei Selbstständigen können die monatlichen Einkünfte extrem stark schwanken. Hat man diese Regel umgesetzt, so stochert man bei seiner Monatsplanung nicht im Nebel sondern weiß bereits, wie bei einem Angestellten, wie viel Spielraum vorhanden ist.

Ich habe viele Kategorien angelegt, habe wieder welche gelöscht, habe andere verfeinert oder zusammen gefasst. Ich habe sie zu neuen Oberkategorien zusammengefasst oder neu aufgeteilt. Das alles ist mit YNAB per Drag&Drop und wenigen Mausklicks möglich. Zu jeder Kategorie und zu jedem Betrag kann man einen Kommentar hinterlegen was sehr hilfreich ist um sich zu hinterlegen, wie man zu bestimmten Planungsbeträgen gekommen ist.

Ich hatte nicht nur den aktuellen Monat vor mir sondern auch den nächsten. Inzwischen habe den letzten, den aktuellen und den nächsten Monat im Blick. Die Erfassung von Transaktionen geht sehr leicht von der Hand. Die Erfassung mit der Tastatur ist recht gut durchdacht. Zum Beispiel kann man bei der Budgetplanung nicht nur fixe Beträge eintragen sondern den vorhandenen Beitrag einfach erhöhen oder erniedrigen. Mal angenommen, man hat für einen Monat 50,- Euro für eine Kategorie eingeplant. Jetzt möchte man 7,83 von dieser Planung abziehen um damit eine Lücke zu stopfen, die durch eine unerwartete Ausgabe in einer anderen Kategorie entstanden ist. Nun kann man natürlich sein Kopfrechenkünste trainieren und direkt 42,17 eintragen – oder man stellt sich auf das Feld mit den 50,- Euro und tippt dann -7,83 gefolgt von der Eingabetaste. Fertig. Auf der anderen Kategorie tippt man dann +7,83 Enter und alles passt.

Das alles war extrem einfach. Der Umgang mit der Kreditkarte war auch nur zu Beginn etwas unverständlich aber dann hatte ‚klick‘ gemacht. Ich hatte zum ersten Mal eine ziemlich präzise Übersicht über meine Ausgaben und war durchaus überrascht über die Zahlen die ich dort sah – trotz gutem Baugefühl sahen die Aufwendungen für jeden Monat doch anders aus als zunächst angenommen.

Phase 6: Verfeinern und optimieren

Im Laufe der nächsten Tage und Wochen erfasste ich wirklich jeden Geldeingang in YNAB, ich erfasste jede Ausgabe für Parkzettel, Tankstellen, Bäcker, Amazon-Einkäufe, Kickstarter-Projekte und so weiter. YNAB könnte solche Transaktionen wohl über ein CSV-Datei einlesen, ich bin inzwischen aber gerne von Hand dabei. So habe ich alle Umsätze noch einmal vor Augen und setze mich bewusst damit auseinander. Da ich mehrmals in der Woche auf das Konto und auf den Kreditkarten-Umsatz schaue, sind es auch jeweils nur wenige Posten die dann extrem schnell erfasst sind. YNAB ergänzt die Eingaben dabei automatisch. Tippe ich zum Beispiel „Ar“ ein, so wird mir schon „Aral“ vorgeschlagen. Bestätige ich das mit Enter, ist die Kategorie direkt mit „Tanken“ vorbelegt, weil ich dies beim ersten Mal manuell gewählt hatte. Noch mal Enter und ich stehe auf dem Ausgaben-Feld. Selten habe ich solche Daten so schnell erfasst.

Regelmäßige Posten kann man ebenfalls erfassen. Man gibt das Intervall an und YNAB erfasst diese Transaktionen dann zum jeweiligen Termin automatisch für einen. Man kann sie dann manuell noch ändern oder löschen.

Man kann den tatsächlichen Kontostand jederzeit mit den erfassten Transaktionen abgleichen und es ist wichtig, dass diese Konto-Beträge immer stimmen. Man sieht so schnell, wenn man vergessen hat etwas zu erfassen.

Und ja, es passiert die ersten Wochen immer wieder, dass man Ausgaben für Kategorien hat, die man vergessen hat zu erfassen. Ich habe mir dazu eine Kategorie „vergessene Kategorien“ angelegt und ein kleines Budget dafür bereit gestellt. In zwei oder drei Monaten wird dieser Eintrag wohl wieder entfernt werden, hoffe ich. Bis dahin sollten alle regelmäßigen Ereignisse mal aufgetreten sein. Und ja, man wird merken, dass man manche Kategorien zu grob oder andere zu fein definiert hat. Vergesst nicht, dass das Ganze einfach und übersichtlich bleiben soll. Macht es also nur so komplex wie nötig aber so simpel wie möglich. Ich habe eine Kategorie für Lebensmittel aber eben keine für Bäcker, Schlachter, Supermarkt, Knabberein, … Wenn das für Euch aber wichtig ist um zu sehen, wo genau ihr sparen könnt, dann macht es eben genauer – dann müsst Ihr halt den Kassenbon von Hand auseinander pflücken. Fangt lieber einfach an als es schon am Anfang zu komplex werden zu lassen.

Lob und Kritik: Mobile App und Sicherheit

Ich habe mir dann auch sofort die passende iPhone-App installiert. So kann ich unterwegs Ausgaben sofort erfassen. Sehr klasse ist die dabei die GPS-Unterstützung. So habe ich einmal eine Ausgabe beim Bäcker erfasst, einmal bei der Post, einmal bei Netto, … Als ich dann erneut bei der Post war, lief die Erfassung wie folgt: Ich erfasste 6,90 – was in der iPhone-App ganz simpel ohne Komma erfolgt, also einfach 690 tippen und dann auf NEXT. Nun war als Empfänger die Post bereits vorbelegt, außerdem wurde also Konto „Bargeld“ vorbelegt genau wie die Kategorie „Post/Porto“. Alles schon fertig, ich musste nur auf speichern klicken. Gleiches beim Bäcker: 843, Next, Save. Schon wurden 8,43 für den Bäcker auf Lebensmittel vom Bargeld verbucht. Cool.

Der Abgleich dieser mobil erfassten Daten zu YNAB auf dem Mac kann dabei über die Dropbox erfolgen. Es darf aber nicht verschwiegen werden, dass diese Daten absolut unverschlüsselt auf die Dropbox geworfen werden. Mit unverschlüsselt meine ich, dass sie nicht zusätzlich verschlüsselt werden. Wer jetzt der Dropbox selbst vertraut, die sagen, dass die Daten verschlüsselt auf deren Servern liegen, der hat kein Problem. Wem das aber nicht genug ist, auch im Hinblick darauf, dass diese Daten auf jedem Rechner landen, der mit dieser Dropbox verbunden ist, der wird das nicht so lustig finden. Die YNAB-Macher scheinen für das Thema auch nicht sonderlich sensibilisiert zu sein, wie eine Supportanfrage zu dem Thema zeigte. Die Antwort kam schnell und war nett, klang aber nicht danach, als ob dieses Thema allzu bald näher betrachtet würde.

Wen das stört, der kann die iPhone App trotzdem nutzen und dann lokal über WLAN synchronisieren.

Inzwischen soll es auch eine Android-App geben.

Fazit

Nach aller anfänglichen Skepsis bin ich inzwischen wirklich überzeugt von YNAB. Die Software läuft gut, hat eine gut durchdachte Erfassung, ist übersichtlich und viel einfacher als eine normale Tabelle. Man hat nämlich einfach endlos neue Monate zur Verfügung und kann jederzeit die Kategorien umstellen und überall Notizen hinterlegen. Ich habe jetzt einen präzisen Überblick über meine Kosten und kann neue Anschaffungen viel besser planen als vorher. Es ist ein tolles Gefühl, wenn eine Monatsplanung aufgeht und es wird zu einem persönlichen Spiel, seine Planung ein klein wenig zu unterschreiten um wieder ein paar Euro mehr in den nächsten Monat zu nehmen.

Tipps

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Auf der Webseite des Anbieters gibt es viele Videos und es gibt regelmäßig kostenlose Webinare.

Es gibt sogar einen Podcast. Hier erzählt der Gründer, Jesse, viele Hintergründe zur Geschichte von YNAB, zu den Regeln, über sein Leben und wie er diese Methode entwickelt hat um mit wenig Geld klar zu kommen, es gibt interessante Interviews und mehr.

28 Kommentare zu “YNAB – Budgetplanung ist leichter als man glaubt

  1. Sehr ausführlicher Artikel, dickes Lob dafür mal wieder. Mein Banking Programm kann auch sehr schön Ausgabekategorien zusammen fassen und gegen ein Budget rechnen. Durch Autokategorisierung bei online geführten Konten und das ebenfalls vorhandene Autofill, wenn man z. B. Bargeld-Ausgaben und -Einnahmen zuordnen will, ist die Handhabung nach gewisser Zeit easy. Im Prinzip finde ich alles, was du über YNAP schreibst. Schade, dass Du „mein“ Programm bei Deinen Reviews links liegen lässt, nur weil Du in der Anfangszeit (wie ich auch) schlechte Erfahrungen damit gemacht hast. Um was es geht? Um Bank X. Bei mir seit 10 Jahren im Einsatz und seit 9 Jahren habe ich den totalen finanziellen Überblick. Reporting, Budgetplanung auf Monats-, Quartals- oder Jahresbasis, Autobuchungen usw. alles da und alles brauchbar. Dazu Elster, Sepaassistent, Aktienverwaltung, zahlreiche Export- und Importmöglichkeiten. Regelmäßige Updates und einen guten Support gibt’s dazu. Die iOS App kannste vergessen, die kann man getrost links liegen lassen. Für den Mac gibt’s aber nix vergleichbares.

  2. Irgendwie verstehe ich nicht, wozu das Ganze gut sein soll.
    Ich zahle 60 Euro, damit ich dann mühselig jeden Kleinstbetrag, den ich ausgebe, in ein Programm reintippen muss?
    Vielleicht habe ich meine Finanzen dann besser im Überblick, aber das habe ich doch genauso, wenn ich Kontostand, Kreditkartenkonto und Geldbeutel zusammenrechne, oder?

    Wo ist der Mehrwert?

    Ich verfahre übrigens nach einem sehr einfachen Prinzip:
    Das, was direkt nach Lohneingang über das Doppelte meines Nettolohnes auf dem Girokonto ist, wird kurzfristig verfügbar angelegt.
    Wenn weniger als das Doppelte meines Nettolohnes auf dem Konto ist, habe ich über meine Verhältnisse gelebt und muss im nächsten Monat kürzer treten.
    Wenn ich in Richtung 0 komme, greife ich auf die kurzfristig verfügbaren Reserven zurück.
    Im nächsten Monat geht das Spiel von vorne los.

    • Wenn Du Kontostand + Kreditkonto + Geldbeutel addierst, dann hast Du einen Betrag. Ja. Diesen Betrag hast Du in YNAB auch.
      Was Du aber bei Deiner Methode nicht hast, ist der Überblick über das Geld, dass Dir tatsächlich zur Verfügung steht.

      In YNAB legst Du z.B. eine Kategorie für Kfz-Versicherung an. Sagen wir mal, die ist jährlich fällig und im Januar buchen die Dir 300,- ab.
      Ich lege mir nun jeden Monat 300 / 12 = 25,- in diese Kategorie. Das Budget wächst also monatlich um 25,- bis es nach 12 Monaten auf 300,- gewachsen ist. Im 12. Monaten zeigt mein Kontostand z.B. 300,- an. YNAB sagt mir aber, dass ich in diesem Monat kein freies Geld mehr habe, weil die 300 für die Versicherung sind.

      Das machst Du nun mit allen Ausgaben und sparst so regelmäßig das notwendige Geld zusammen – und siehst, wieviel Geld Du wirklich(!) jeden Monat ausgibst (auch wenn die gesamten Ausgaben tatsächlich erst in ein paar Monaten erfolgen).

      Genauso legt man sich eine Kategorie für Haushalt-und-Technik an und legt sich, wenn Geld übrig ist, etwas zur Seite. Wird mal eine Reparatur der Waschmaschine fällig, hat man etwas dafür zur Seite gelegt und kommt nicht in Versuchung das Geld auszugeben, nur weil der Kontostand so toll aussieht :)

  3. So. Habe nun YNAB etwas ausgiebiger angeschaut und 3 Wochen lang parallel zu meiner Banking-App getestet.

    Den Ansatz „give every dollar a job“ finde ich erstmal nicht verkehrt. Und eine Finanzplanung zu erstellen ist für die meisten unter uns sehr sinnvoll. Aber so ganz ohne Online-Anbindung an die Bankkonten ist die Erfassung viel zu aufwändig. Gut, bei mir ist’s auch nicht die einfache Kombi aus Bargeld/Kreditkarte/Girokonto. Da gäbe es noch Sparkonten (z. B. VL, Konten der Kinder, Tagesgeldkonto, ein kleines Aktiendepot), Bau-Darlehen, eine Ehefrau mit eigenen Konten… Das alles von Hand einzutippen ist mir zu zeitintensiv. Als Photovoltaikanlagen-Betreiber muss man auch noch regelmäßig seine Umsatzsteuervoranmeldung per ELSTER machen… Für das alles ist Bank X die bessere Wahl. Das kostet leider etwas Zeit bei der Einrichtung – das war auch bei mir anfangs eher holprig (bei YNAB auch…). Aber wenn’s sauber eingerichtet ist und läuft, dann läuft’s ohne viel Aufwand und Tipperei.

    Aber wie gesagt, den Ansatz und die Leitsätze von YNAB finde ich prinzipiell gut und es ist sicherlich für den ein oder anderen die richtige Wahl.

  4. Du sprichst an, dass der Umgang mit der Kreditkarte anfänglich etwas unverständlich war. Könntest du dies bitte etwas genauer erläutern? (Ich nehme an, du verwendest die KK im „europäischen Sinn“ – also als Bezahlkarte, deren angehäuften Kreditbetrag du monatlich per Rechnung oder Überweisung an die KK-Firma begleichst)

    • Genau.
      Wenn man in YNAB ein KK-Konto anlegt und dann den aktuellen Stand einträgt (der zu diesem Zeitpunkt in der Regel negativ sein wird), dann legt YNAB automatisch ein Budget für diese Karte an mit dem negativen Vortrag.
      Ich dachte nun Anfangs, ich müsste jede KK-Bezahlung auf dieses Budget buchen. Das ist aber falsch. Einfach beim nächsten Abgleich des KK-Kontos dieses Budget auflösen – also einmal den Betrag vom Girokonto auf dieses KK-Budget buchen, so dass es ausgeglichen ist. Ab dann kann man es einfach verstecken und alles ist wieder simpel.

  5. Wie kann man eigentlich, wenn z.B. in der Kat. „sparen“ 1000€ gespart hat, einen Teil (200€) in eine andere Kat. wie z.B. „Autoreperatur“ verschieben, weil das verfügbare Guthaben nicht reicht. Habe bei Google leider nichts finden können. Vielleicht kann mir jemand helfen ob das geht.

    • Hallo Heiko, das ist einfach: Du stellst Dich auf die 1000,- Kategorie und tipps auf der Tastatur -200 (also Minuszeichen und dann die 200) gefolgt von Enter. Zack, schon sind nur noch 800,- in der Kategorie. Dann auf die Ziel-Kategorie gehen und +200 Enter tippen. Fertig.
      Die Regel heißt übrigens: „Roll with the Punches“ – also auf unvorhergesehenes reagieren oder die Planung anpassen wenn man merkt, dass es nicht passt :)

  6. Pingback: Finanzen im Griff mit You need a budget - Der LeuMund.ch

  7. Hallo Boris,

    zum Jahreswechsel 2013/14 machtest Du bei Happyshooting auf YNAB aufmerksam. Mich nervte oft das schlechte Gefühl evtl. zuviel Geld z.B. für das das Hobby auszugeben.
    Seit Januar 2014 nutze ich intensiv YNAB mit ca. 20 Konten (teils virtuelle wie z.B. BAR) mit insgesamt ca. 80 Kategorien. Installiert auf Desktop/Laptop + app auf Smartphones, sync über Dropbox.
    Vorgehensweise:
    – Alles, aber auch wirklich alles was mir irgendwie einfiel wird budgetiert. (Basis: alte Auszüge und Erfahrungswerte (Versicherungen, Reifen, Inspektionen, Tüv, Reparaturen, Weihnachtsgeschenke, Geburtstage, Lebensmittel, Restaurant, Urlaub, Strom…..)
    – Alle Beträge auf die Monate verteilt. (Raten-budget)
    – Sonderzahlungen in ein off-budget Konto geführt und von dort mit mtl. Anteil als Einkommen zurückkommen lassen. (machte es mir einfacher)

    Nach einem Jahr kann ich folgendes Fazit für mich ziehen:
    – eine der besten Investition die ich bisher getätigt habe
    – ein wenig Kopfakrobatik gehört manchmal doch dazu (siehe Sonderzahlungen)
    – Keine unangenehmen Überraschungsausgaben für die nicht vorgesorgt war
    – ruhiges Gewissen bei Ausgaben wenn das Budgets da war. (Hobby, Urlaub…)
    – Manchmal Überraschung über tatsächliche Ausgaben in einzelnen Kategorien (Geburtstage :-) )
    (Kleinvieh macht auch Mist)
    – Man kann Überschuss erzielen, der in das Budget „Reserve“ fliesst bis etwas ungewöhnliches ansteht.

    Ich werde es auch 2015 weiter fortsetzen weil die Bedienung durch Gewöhnung immer leichter wird und auch die neue App (Android) extrem gut gelungen ist.

    Anfängliches Misstrauen in der Familie (Kontrollwahn) wurde durch den Erfolg in Überzeugung gewandelt.

    Warnung: Es steckt natürlich Zündstoff für Partnerkrach drin. Man sollte es also vorsichtig angehen. Aber es klappt wirklich hervorragend.

    Dir ein Dankeschön an dieser Stelle. Flattr folgt noch.

    Klaus

  8. Pingback: Kurzbesuch der Olympus OM-D E-M1 | foto2.nsonic.de

  9. Hallo Boris,

    ich bin seit ca. 6 Monaten begeisterter YNAB-Nutzer, hab da aber ein spezielles Problem zu dem ich im Netz keine brauchbaren Infos gefunden habe.

    Ich bin nämlich Servicetechniker und manchmal recht viel im „Aussendienst“. Dabei entstehen Ausgaben (Hotel, Mautgebühren, Essen, Werkzeug, u.s.w.) die ich jeweils im darauf folgendem Monat von meinem Arbeitgeber ersetzt bekomme.

    Da diese Summen monatlich stark schwanken (0-800 Euro) möchte ich eigentlich keine Kategorie anlegen in der ich, sagen wir mal 1000 Euro dafür reserviere (bzw. „binde“, weil ich es nicht für Anderes verwenden kann).
    Irgendwie muss ich aber damit umgehen, damit die verschiedenen Kontostände in YNAB stimmen.

    Wäre super, wenn du mir dabei helfen könntest.

    Vielen Dank

    Rainer

    • Hm, so einen Fall hatte ich noch nicht. Wenn ich das recht verstehe, dann gehst Du mit den Auslagen in Vorleistung und bekommst die im Folgemonat wieder erstattet.
      Das bedeutet aber in letzter Konsequenz, dass Du tatsächlich jeden Monat einen gewissen Betrag „binden“ musst – Du brauchst ja das Geld um in Vorleistung gehen zu können :)
      Du wirst also vermutlich nicht umhin kommen, grob abzuschätzen wie viel Ausgaben Du im Monat haben wirst. Das legst Du als Budget an und bedienst Dich daraus. Wenn es mal weniger ist – prima, dann ist der Top für den nächsten Monat schon etwas vorgefüllt. Wenn es mal mehr ist – na gut, „roll with the punches“ und zieh den nötigen Betrag von einem andere Topf ab oder lebe damit, dass dieses Budget für ein paar Tage/Wochen im Minus steht.

      Ist halt immer die Frage wie kompliziert man es machen möchte… nicht dasselbe aber ähnlich ist mein Tanken-Budget. Ich kann ungefähr abschätzen, wie oft ich tanken muss im Monat. Ich habe also ein Budget dafür festgelegt. Wenn ich mal weniger fahre freue ich mich, dann muss ich im nächsten Monat weniger Geld zum Budget hinzufügen. Ich passe den Topf aber nicht ständig an – auf Deinen Fall bezogen würde ich vermutlich 800 Euro „binden“ – weil diesen Puffer bräuchte ich ja jeden Monat. Ich habe außerdem einen großen Topf für Notfälle. Da drin binde ich ganz bewusst einen großen Notgroschen. Da kann ich mich bedienen, wenn ich wirklich mal außerplanmäßig viel Geld brauche (Waschmaschine, etc.) Du könntest also auch weniger Geld auf „Außendienst“ budgetieren wenn die 800 eher die Ausnahme sind. Nimm einen Durchschnittswert und bei Ausreißern nimmst Du kurzfristig etwas vom Notgroschen (legst den aber zurück wenn Du bezahlst wurdest!)

      „Binden“ ist ja auch nur eine Sache im Kopf – Du weißt ja, dass das Geld wieder kommt, sprich, ab dem zweiten Monat füllt sich der Top ja von selbst, wenn Dein Arbeitgeber Dir die Auslagen erstattet.

      Wenn Du die 800 Euro nicht „binden“ möchtest, weil Du ja weißt dass Du die auslegst… dann könnte man über ein eigenes Konto nachdenken, das wie eine Kreditkarte ins Minus läuft bis der AG dir das Geld wiedergibt. Aber wie Du es auch drehst: Wenn Du von Deinem Geld etwas bezahlst, dann musst Du dafür vorbereitet sein. Wenn Du weißt, dass Du bis zu 800 Euro im Monat auslegen musst, dann solltest Du einen Puffer dafür haben. Baue ihn Dir langsam auf… nach ein paar Monaten YNAB wirst Du den Puffer haben ;)

      • Hallo Rainer,

        Ich habe gleiches Problem folgendermassen gelöst:
        Im Moment der Ausgabe weiss ich schon, dass ich das Geld von meinem Arbeitgeber zurückerhalten werde:
        Ich buche die Ausgabe gegen mein Firmenbudget, bucht aber gleichzeitig mit der Spesenabrechnung mir selbst das Geld gegen ein virtuelles Konto gut, welches ich dann cleare, wenn es tatsächlich da ist.
        Das hilft mir zudem zu checken, ob das Geld überwiesen wurde.
        Als Puffer hab ich 1000 Euro eingestellt in das Firmenkonto eingestellt, das reicht bei mir (meistens).

  10. Hi,
    meine Kategorie dafür ist verliehen/vorgestreckt. Und wie Boris schon sagt, entweder man hält einen Startpuffer auf dem realen Konto dafür vorrätig oder nimmt das zeitweilige Minus in Kauf.
    Ideal wäre eine Firmenkreditkarte. Aber wer hat sowas schon.
    Gruß

  11. Hallo und erstmal DANKE für diesen tollen Blogeintrag!
    Meine Frage zu YNAB die Du mir vielleicht beantworten kannst.

    Ich will das ganze auch probieren – bin aber selbständig und habe daher 2 Konten. Eines für meine Firma welches ich damals zum Start der Selbständigkeit neu aufgemacht habe und eines für mich privat – mein altes Girokonto sozusagen welches ich schon immer hatte.

    Jetzt meine Frage dazu: ich lebe vom Geld was ich mir (unregelmäßig) vom Firmenkonto auf das Privatkonto überweise. Daneben gehen aber auch viele Sachen direkt vom Firmenkonto weg. Z.B. Auto und die Versicherungen dazu, die Krankenversicherung, Kreditkarte auf der auch private Sachen drauf sind, Altersvorsorge, Handyvertrag usw…….

    Kann ich trotzdem mit YNAB arbeiten?
    Verstehst Du was ich meine?

    DANKE!

    • Natürlich geht das. Du kannst dir mehrere Konten in YNAB anlegen. Ich habe Bar / Master / Bank. Am ende ist es ja egal auf welchem Konto das Geld ist – so behält man aber einen guten Überblick.

      • OK danke schonmal für die Rückmeldung :-)

        Aber ist es nicht problematisch wenn ein Firmenkonto mit drin ist von dem nur einige Ausgaben relevant sind?

        Oder sollte ich alle Firmenausgaben auch noch damit budgetieren?
        Kaffee, Getränke, Reinigungsartikel, Druckerpapier, Software usw.?
        Bin selbständig mit einer kleinen 2-Mann Werbeagentur :-)

        Dann wirds ja ein Overkill sondergleichen, oder?

        Wie wäre Dein Tipp beim vorgehen?

        • Ich empfehle einen Blick auf die ynab Homepage. Da gibt es sehr viel Informationen, FAQ, es gibt online Seminare etc. ich kann Dir sagen, du bist nicht der erste selbständige – Jesse hat ynab gemacht WEIL er selbstständig wurde.

          Du musst die Budgets nicht als Buchhaltungskonto verstehen. Das wäre meistens zu fein. Aber ja, wenn Du selbstständig bist, dann sind das deine Einnahmen und Ausgaben. Ein Teil davon für das Unternehmen verplant und ein Teil privat. Ja, ich würde das komplett budgetieren!

  12. Ich habe eine deutsche YNAB Community gegründet und hoffe auf eure mithilfe.

    Die meisten Informationen zu YNAB gibts in deutscher Sprache eigentlich nur in 1-5 Foren Kommentarspalten.

    Ich hoffe wir können das gemeinsam ändern.

    https://www.ynabcommunity.de

  13. Hi Boris!

    Von HappyShooting her weiß ich ja, dass du YNAB verwendest. Ich überlege ja schon seit geraumer Zeit, doch irgendwie halten mich einige Dinge dann doch davon ab. Aber das ist an dieser Stelle mal nicht wichtig. :)

    Zunächst wollte ich dich fragen ob du vor YNAB auch schon mal Produkte wie zB MoneyWizz verwendet hast? Falls ja, ist Ynab diesen Produkten wirklich so überlegen?

    YNAB besitzt doch die Möglichkeit mehrere Konten zu verwalten. Kann man am Ende des Monats zB ein Reporting starten, mit dem ich die Belastungen der unterschiedlichen Konten vergleichen kann? Falls ja, in wie weit kann ich Vergleiche anstellen? zB wäre es möglich zu sehen, dass ich von Konto A zB 100 Euro für Lebensmittel bezogen hab und von Konto B zB nur 60?

    Ist die Software mehrplatzfähig? So wie ich verstanden habe, maximal über Dropbox und Co, oder?

    Ich sag schon jetzt Danke für deine Antwort :)

    Liebe Grüße aus Wien

    Thomas

    Ps.: Sollten meine Fragen den Rahmen deiner Kommentare sprengen, können wir gerne auch via E-Mail kommunizieren

    • Ich habe ja geschrieben, wie ich das bisher gemacht hatte (Bauchgefühl, im Kopf geplant, Excel-Tabellen). MoneyWizz und andere kenne ich nicht, da kann ich keinen Vergleich ziehen. Banking-Software hatte ich mehrere (mit Kategorisierung der Buchungen), die aber nur einen Blick zurück erlauben – eine Planung gibt es nicht oder nur eingeschränkt.

      YNAB ist auch keine Banking-App. Es ist nicht dafür gedacht zurück zu blicken (Von welchem Konto ist das Geld denn abgegangen?) – Dafür hast Du Deine Banking-Anwendungen.

      in YNAB kannst Du mehrere Konten anlegen um die Standorte Deiner Geldtöpfe abzubilden. Das ist nicht zwingend erforderlich, hilft aber beim Abgleich. Für das Budget ist aber immer nur die Summe aller Konten interessant. Egal ob die 1000,- für den nächsten Monat in der Brieftasche stecken oder über 5 Konten verteilt sind, 1000,- bleiben 1000,- die verplant werden können. Du planst also 1000,- auf verschiedene Posten für den nächsten Monat. Fertig.
      Es geht also nicht darum zu sehen, von welchem Konto Du Deine Lebensmittel bezahlst (Das erledigt normalerweise die Banking-Software wenn einen das denn interessiert) sondern sicher zu stellen, dass Du nicht mehr für Lebensmittel ausgibst als Du geplant hast (oder zu erkennen, dass man zu viel oder zu wenig kalkuliert hat um den Plan für den nächsten Monat anzupassen)

      Netzwerkfähig ist die App nicht – gilt so ziemlich für jede App die ich kenne. Über Dropbox ist ein Abgleich mit der iOS-App möglich (komplett unverschlüsselt).

      • Danke für deine ausführliche Antwort. :)

        Ok, ich dachte du hättest evt. im Vorfeld noch anderen Produkte angesehen.

        Wie ich sehe, dürfte YNAB dann meine Anforderungen an eine Finanzsoftware nicht erfüllen. Die Idee mit den Budgets finde ich sehr gut, doch wäre es für mich auch wichtig das Ganze historisch betrachten zu können und dementsprechende Reports zu starten. Vor allem der fehlenden Support von Multiuser übers Netzwerk ist für mich ein sehr großes Problem.

        Eine Lösung mit zwei Produkten möchte ich auch nicht anstreben, vor allem weil Banking Software in Österreich nur bedingt Sinn macht. Schnittstellen zu den Banken sind leider nicht so vorhanden wie in Deutschland. Glaube von 2 Instituten gäbe es erste „Versuche“, doch in wie weit das auch funktioniert weiß ich leider nicht.

        Werde ich wohl nicht daran vorbei kommen, mir selber etwas zu „schnitzen“.

        • hehe – Dann viel Spaß beim Schnitzen :) Wenn Du da was tolles hast, dann zeig ruhig mal, vielleicht können das auch andere gebrauchen. Mir persönlich ist das egal von welchem Konto ich etwas bezahle und ich muss keine Historie haben die über das hinaus geht, was meine Banking-Software sowieso macht. Die ganzen „Altlasten“ zu Kategorisieren ist nur Zeitaufwendig, ändert ja aber nichts an der Finanzsituation. Die Planung der Zukunft ist mir weit wichtiger und hat mir viel mehr gebracht – Sehen was ich HABE oder was ich MÖCHTE und eben nicht was ich HATTE ;)
          Da muss man einfach definieren, welche Aufgabe man eigentlich lösen möchte – der Blick zurück kann ja hilfreich sein für Abrechnungen, Steuer, eigene Neugier (ich mag Statistik auch ;)) etc. – aber YNAB löst eine andere Aufgabe und sicher nicht auf alles die richtige Antwort :)

          • Na schau mal mal ob das dann überhaupt „massentauglich“ wäre, denn unsere Anforderungen sind dann doch sehr spezifisch. Vermutlich für viele Leute zu kompliziert, aber für uns funktioniert es sehr gut, bis jetzt mit zwei unterschiedlichen Excel Sheets. Aber ich kann mich wirklich mal melden wenn ich etwas zu zeigen hätte. :)

  14. Pingback: Fotografen fotografieren nicht – Reden wir mal über Finanzen | Ansichten

  15. Ich habe mal eine kleine Fanseite auf deutsch für YNAB eröffnet.
    Würde mich freuen wenn sich der eine oder andere dort hin verirrt

    https://www.facebook.com/groups/1438926766409296/

  16. Sehr guter Artikel, kann alles unterschreiben, nachdem ich Anfang Jahr mit der neuen WEB Version gestartet bin. Bin nach zwei Monaten total begeistert von der Lösung. Das blöde ist, ich weiss nicht so recht wie ich das WARUM erklären soll….

    Ich habe mit ALLEM herumgespielt was der Markt so her gibt und gab; MS-Money, Quicken, CashOrganizer, Moneydance, Money by Jumsoft, MoneyWizz, iFinance 3 und 4….

    Mir waren Dinge wie Reports, Splitts, Klassen usw wichtig, alles was ich zum Aufzeichnen und Auswerten von Daten benutzen konnte. Immer mal wieder habe ich auch bei YNAB reingeschaut, aber wieder verworfen, schon nur wegen der englischen Oberfläche und weil ich Einnahmen nicht kategorisieren konnte….

    Und nun habe ich Anfang Jahr gestartet, und kann gar nicht mahr anders als damit zu arbeiten… Es ist auch das erste Programm das ich verwende, bei dem ich den Drang verspühre, damit „missionieren“ zu müssen…

    Wae um ist das so? Das Ding kann zum Teil deutlich weniger als seine Konkurrenz und hat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mal Berichte…

    Was man aber sagen kann, um auf Fragen weiter oben zu antworten: Ja, es unterscheidet sich deutlich von allen anderen Lösungen: Der ganze Fokus von YNAB liegt auf dem Hier und Jetzt, und der unmittelbaren finanziellen Zukunft. Während ich mich früher an Auswertungen und Statistiken ergötzt habe, ist jetzt der Fokus nur noch der: Das Vergangene lässt sich nicht ändern, wie sieht mein aktueller Monat aus?

    Ich denke, dass ist das Geheimnis hinter dieser Software: Man gibt Rechnungen ein, die Ende Monat zu bezahlen sind, man setzt Ziele (Goals) für die vierteljährliche Hypothekarrechnung und die endjährliche Steuerrechnung. Zudem vielleicht die 15’000 Euro für den Kauf eines Wagens in 2.5 Jahren und die Abzahlung des des Hauses in 13 Jahren für die ich z.B. 300’000 CHF benötige.

    Auf der Einnahmenseite arbeitet man strikt nur mit dem Geld das man hat, also Anfang Monat nur den Saldo der verschiedenen Konti. Vorsorgekonten kann man dabei als „nicht budgetrelevant“ erfassen, so dass sie nicht in die Berechnung einbezogen werden:

    Und jetzt kommt das Magische:
    All diese kleinen Tagesausgaben, die Monatsrechnungen, die Jahresplanung und die Altersplanung fokusieren sich vor Dir auf den einen, aktuellen Monat. Wenn oben eine dicke „0“ steht, hat jeder Eure seinen Job, und wenn alle Kategorien grün sind, dann bist du ausbalanciert. Wenn es rote Zahlen gibt, dann musst du „Roll with the Punches“. Etwas Geld von überbudgetierten, Posten nehmen, Goals realistischer machen, what ever.

    Aber dieser Fokus auf den aktuellen Monat ist der Unterschied zu den anderen Programmen. Du siehst auf einen Blick, das dieser Spontankauf des Pullovers für 50 Euro Auswirkungen auf die Planung des aktuellen Monats hat. Ob du das Geld nun beim Restaurant „stielst“, oder den Kauf des neuen iMac einen Monat zurückstellst, du willst diese 0 wieder oben stehen haben und das hält bringt deine gesamte Finanzplanung wieder ins Lot.

    und glaubt mir: Es macht sogar Spass, bei mir löst es schon beinahe etwas Sucht aus…

    Thomas

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