Training – nicht so wichtig wie man glaubt

Anfang des Jahres stand ich mal wieder vorm Spiegel und erschrak ein wenig. Eine ehemals recht weite/bequeme Hose wollte auch nur noch unter Anstrengung zu gehen. Es musst also etwas passieren. Ich fragte einige Leute aus meinem Bekanntenkreis und bekam fast immer dieselben Antworten:

  • Mehr bewegen
  • viel laufen – Jogging, mindestens 40 Minuten
  • weniger essen
  • Fitness-Studio, regelmäßig

Studio kannte ich schon. Ich war früher regelmäßig im Studio um etwas gegen meine Rückenschmerzen zu tun, ich sitze fast den ganzen Tag bei meinem Büro-Job. Das hatte auch geholfen aber:

  • Es war mir sehr schnell langweilig. Stumpfes abarbeiten des Trainingprogramms an Maschinen
  • Es war oft nervig. Die Geräte waren besetzt wenn man selbst ran wollte
  • Es war aufwendig. Hin fahren, umziehen, trainieren, duschen, umziehen, nach Hause fahren – 1-2h gingen da schnell drauf
  • und es war teuer. Egal ob Monatsbeiträge oder 10er Karten

Studio kam also für mich nicht wieder in Frage. Außerdem hatte ich in der Zwischen erfahren, dass man beim Training zwar Kalorien verbrennt aber bei weitem nicht so viel, wie manche gerne glauben. Trainiert man nämlich nicht sondern liegt nur bewegungslos auf dem Bett, verbrennt man auch Kalorien. Man darf also nur die Differenz zwischen diesen Tätigkeiten rechnen. Außerdem, wer liegt schon bewegungslos im Bett statt ins Studio zu fahren? Irgendetwas tut man ja, und sei es Staub saugen oder fotografieren gehen etc., wobei man mehr Kalorien verbraucht als beim liegen.

Sport ist fürs Abnehmen also überhaupt nicht so wichtig wie man glauben möchte.

Als ich jetzt abnehmen wollte, habe ich es anders gemacht:

  • Ernährung. Wichtigster Punkt. Man kann es nicht oft genug sagen. 10kg runter (auf mein altes Gewicht, dass ich mit 20 hatte) ganz ohne Sport und ohne zu hungern.
  • Jetzt, wo das Gewicht und die alten Hosen wieder passen, arbeiten mit meinem Körpergewicht. Ich mache derzeit Kniebeugen, Liegestütze, Klimmzüge. Mein Ziel ist es ein paar Muskeln aufzubauen. Natürlich der Optik wegen aber auch für meine Gesundheit. Gute Brust-, Bauch- und Rücken-/Schultermuskeln helfen mir im Bürojob. Ich habe keine Rückenschmerzen mehr und weniger Verspannungen.

Vielleicht hole ich mir bald eine Kugelhantel für ein paar Swings.

Vorteile

  • Das Training macht Spaß. Man sollte immer die Übungen machen, zu denen man auch Lust hat. Manche mögen Gerätetraining, ich fand es langweilig.
  • Ich kann die Übungen immer und überall machen. Zu Hause, im Büro wenn ich will, im Urlaub, …
  • Das Training dauert keine Stunden mehr sondern nur noch 15-20 Minuten
  • Ich kann nebenbei Podcasts hören, Fernsehen gucken, mich unterhalten, in den Intervallpausen E-Mails lesen und beantworten etc.

Fazit

Das Training muss Spaß machen. Macht also das, was Euch interessiert und zwingt Euch nicht zu etwas nur in dem Glauben, dass es sein müsste. Es gibt viele Menschen, die gehen gerne ins Studio, weil sie dort gute Anleitungen bekommen, Gleichgesinnte treffen etc. Wenn Ihr so ein Typ seid, dann macht auch genau das. Wenn Ihr das aber nicht mögt oder Euch die Zeit fehlt, dann macht etwas anderes. Teure Geräte benötigt Ihr nicht smile

Und wenn Euer vorrangiges Ziel ist ein paar Kilos zu verlieren, dann lasst Euch gesagt sein, dass Ihr das komplett ohne Sport schaffen könnt, wenn Ihr auf Eure Ernährung achtet. Ich erzähle Euch da nichts neues aber ich weiß wie das ist – Ich habe das auch nicht wirklich geglaubt aber satt essen und dabei abnehmen – das funktioniert.

2 Kommentare zu “Training – nicht so wichtig wie man glaubt

  1. Ja, Du hast natürlich recht, das Training muss Spass machen, sonst hat man überhaupt keine Chance darauf, irgendwie durchzuhalten. Ich habe lange gebraucht, bis ich verstanden habe, dass ich zusätzlich zum Sport tatsächlich auch meine Ernährungsgewohnheiten umstellen muss. Ein Kumpel hat mir zu Proteinriegeln gegen den kleinen Hunger geraten. Man darf nämich keinen Hunger haben, wenn man abnehmen will, das ist der absurde trick. Der Körper legt mehr Fett an, wenn er denkt, dass schwierige Zeiten kommen = Hunger haben. Wenn die Energieversorgung die ganze Zeit gewährleistet ist, dann legt der Körper scheinbar nicht so viel zu… Ich habe mich bei dooyoo nach den richtigen Lebensmitteln von anderen Usern erkundigt und seitdem 6 kg abgenommen und gehalten..
    ich drück die daumen,
    lg S

    • Jep, so ähnlich. Wenn der Körper glaubt, dass eine Dürreperiode kommt, dann fährt er den Stoffwechsel runter, verbrennt also weniger Kalorien. Wenn Du das eine Zeit lang machst und fängst dann wieder an normal zu essen, dann hast Du ein extremes Überangebot an Kalorien und die werden (…Blutzucker geht hoch, Insulin wird ausgeschüttet, Fettspeicher öffnen sich…) gleich als Dutzendware eingelagert. Nicht gut :)

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