iPad – Resumé nach erstem Test

Am Wochenende hatte ich mehrmals die Möglichkeit, ein iPad in die Hand zu nehmen und etwas damit zu Spielen. Auf dem Happy Shooting Hörertreffen in Berlin hatten von ca. 20 Personen immerhin 2 ihr iPad dabei und mindestens zwei andere besaßen eines, welche ich im Laufe des Berlin-Workshops zu sehen und auch in die Hände bekam. Ein guter Schnitt, der mich durchaus beeindruckt hat.

„Spielen“ ist dann aber auch schon das Stichwort – das geht nämlich richtig gut damit. Auch lesen von Dokumenten, Blogs, Mails… alles kein Thema und ich kann die Begeisterung inzwischen sehr gut nachvollziehen. Ganz sicher gibt es viele Käufer, die durchaus einen praktischen Nutzen in all dem sehen.

Ist aber alles relativ uninteressant für mich. Ich spiele wenig am Computer und ich schaue mir nicht ständig Fotos oder (ausschließlich für eine Zeitspanne) Blogs an. Am Frühstückstisch unterhalte ich mich mit meiner Frau und lese keine Zeitung oder Nachrichten, wobei das iPad dafür richtig gut sein kann.

Dort, wo es für mich interessant wird, bestätigte mir das iPad genau was ich schon schrieb: Es ist in dieser ersten Generation für mich völlig uninteressant. iWork auf dem Gerät ist sehr limitiert und unterm Strich zu kompliziert zu bedienen. Jeder Handgriff für sich mag ja toll sein, in der Summe bremst man sich aber schon ziemlich aus. Da ich oft mit mehreren Fenstern gleichzeitig arbeite um Daten abzulesen oder auszutauschen, bin ich am iPad eher verloren – man kann immer nur eine Anwendung zur Zeit auf dem Schirm haben.

Das ist keine große Überraschung aber es wird einem immer wieder bewusst, wenn man versucht im Alltag damit zu arbeiten. Man muss, oder sollte, sich dann eben auf jeweils ein Thema konzentrieren. Das ist zwar im Grunde auch gut so, klappt bei mir aber nur bei größeren Aufgaben die mit einer Anwendung zu erledigen sind. Mein Alltag sieht allerdings oft anders aus und so nutze ich viele kurze Wartezeiten in einer Anwendung, durch einen Blick in einer andere. Zwischendurch mal bei Twitter lesen oder schreiben während man ein kleines Video Verfolgt oder auf das öffnen/speichern eines Dokumentes wartet, etc. Mit einem MacBook kein Problem, ein iPad funktioniert aber ganz anders.

Keine eigenen Fonts, kein drucken, komplizierter Datenaustausch ohne echten Sync (da iWork-Dokumente gar nicht 1:1 dargestellt werden können würden bei einem auto-sync vermutlich Dokumente „kaputt“ gehen) – Da gibt es noch viel zu tun für Apple.

Fazit

Das iPad ist ohne Frage ein sexy Gerät, sehr „snappy“ und Flipper zocken darauf hat Spaß gemacht. Ich möchte auch gar nicht ausschließen, dass ich nicht doch irgendwann einen echten Nutzen für so ein Gerät habe, es wird ja sicher noch weitere Generationen mit mehr Funktionalität geben. Ich bin aber doch froh, dass ich hier kein „Haben Will“-Gefühl habe sondern das Geld voll ins neue iPhone4 investieren kann. DAS nutze ich nämlich wirklich smile

5 Kommentare zu “iPad – Resumé nach erstem Test

  1. „Ich bin aber doch froh, dass ich hier kein “Haben Will”-Gefühl habe sondern das Geld voll ins neue iPhone4 investieren kann. DAS nutze ich nämlich wirklich :)“

    Hehe, mir geht’s genauso. Das iPad wäre ein „nice to have“ aber bei der iPhone-Keynote gestern stellte sich bei mir sofort das „Haben Will“-Gefühl ein! ;)

  2. Also ich fand das iPad, als ich’s im M****M**** in der Hand hatte, irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Es ist von vielem etwas, aber nichts richtig. Für einen guten eBook-Reader ist das Display nicht wirklich passend, das längere Lesen dürfte schnell ermüden. Spielen, okay, das hat mir Spaß gemacht – aber wie Boris bin ich nicht (mehr) sooo der Zocker. Zum bequemen Surfen auf der Couch ist’s vielleicht interessant – aber mir ist es für die Art, wie ich es halten soll (schön in einer Hand) irgendwie zu schwer – mir würde wahrscheinlich nach einiger Zeit das Handgelenk weh tun. Zu guter Letzt die fehlende Möglichkeit, Dateien zu tauschen, sei es über USB oder Speicherkarte – ich schiebe öfters Daten hin und her, da wäre das nur praktisch.

    Wie gesagt, von Vielem etwas, aber nichts richtig. Apple hätte sich vielleicht auf ein paar Sachen beschränken sollen, und die dafür dann richtig durchziehen.

    Einen Vorteil hat das iPad gegenüber Smartphones aber: das größere Display ;-)

  3. was kann man insb als Fotograf alles mit einem iPhone anstellen?

  4. Ja, vorerst wird das Geld in das neue iPhone investiert, freu mich richtig drauf. Das ipad hätte ich gerne oder auch nicht, oder doch …. hmmm

    Ist wirklich etwas, wo ich noch nicht weiß wo so der eigentliche Nutzen für mich wäre. Surfen auf dem Balkon oder Sofa ist bestimmt damit bequem, aber zu dem Preis? Mein kleines Netbook hingegen nervt mich beim surfen mittlerweile doch etwas.

    Sehr unschlüssig… Hatte es aber auch noch nie selbst in der Hand. Vielleicht sollte ich das aber auch nie machen, sonst …..

  5. Hi,
    ich hab das iPad seit dem 5. April häufig im Einsatz. Gekauft hab ich es mir weil ich eigentlich alles von Apple kaufe, um mal ganz ehrlich zu sein. Das es mir gefallen würde dachte ich mir, aber dass ich es so intensiv nutzen würde hat mich überrascht.
    Ich bin Vertriebsdirektor (und Hobbyfotograf, Grüsse an die HappyShooter:-) und ich kann sehr wohl selbst meinen Sales Job damit erledigen, egal ob Excel-Sheets, PPT Präsentation, Word-Texte, selbst zip-files (braucht GoodReader, aber das ist eh genial) sind keine Problem. Dateien tausche ich selbst am Mac seit Jahren nicht über USB aus sondern entweder lokal im Netz oder über DropBox oder iDisk, das geht auch am iPad.
    Das immer nur eine App am Schirm sein kann hat auch Vorteile, man konzentriert sich besser drauf als wenn x-Fenster offen sind und man von einem zum anderen springt und dann doch ein paar irgendwo liegen bleiben. Und ich weiss von was ich spreche mit einem 24 und 30″ am MacPro und dann noch mit Spaces …
    Nicht dass ich das am MacPro missen möchte, da passt es.
    Das iPad ist aber schlicht eine andere Geräteklasse. Faktisch wie das iPhone aber mit mehr Bildschirmfläche. Das hat aber grösseren Einfluss auf die Arbeitsweise als man denkt. Man sieht nicht nur mehr sondern die Arbeit geht auch flotter und effizienter von der Hand, kann man schwer erklären muss man tun, ein paar mal anfassen reicht da nicht. Oft bin ich 2 Tage mit dem iPad (und iPhone) unterwegs, Kunden-Presis (auch Änderungen dran), kleine Kalkulationen, Text, E-Mail, Surfen, Zeitung lesen, RSS feeds, Twittern, Filme sehen, Video-Podcasts sehen, eine Unmenge an Dingen.
    Bin kein Spieler, aber am iPad hab ich da echt Spass mit z.B. Carcassonne, Flipper, Solitaire (hab ich am iPhone oder Rechner NIE gespielt, aber am iPad einfach ganz anders).
    Auf Multitasking freue ich mich aber, dann sind ein paar Mankos völlig weg.

    Klar, nächstes Jahr gibt es ein neues und das kann wieder mehr, aber für mich kommt warten nicht in Frage. Dann braucht man das iPhone 4 ja jetzt auch nicht holen, nächstes Jahr kommt das 4G :-)

    Noch zu Fotos: Mit dem Foto-Connection-Kit ist es ja easy selbst RAW files am iPad anzuzeigen (nicht nur JPEG, möchte mal einen anderen Bilder-Safe sehen der das bringt) und dann direkt in den Rechner zu importieren. Bearbeiten geht auch, hab ich aber kaum was gemacht.
    Zum Bilder zwischen Mac, iPhone und iPad hin- und herzuschieben gibt es Photo Transfer App. Via WLAN sind da einfach Dateien auszutauschen, damit ist es auch egal dass das iPad keine Kamera hat (würde auch etwas seltsam aussehen, schon wie eine 1880 Lochkamera ;-). Die Bilder sind easy vom iPhone aufs iPad gespielt ohne dass man einen Rechner oder E-Mail braucht mit dem Programm.

    Das es sehr angenehm ist damit auf der Couch zu twittern, die Links ins Web sauber betrachten zu können oder ein Buch zu lesen (nein, es strengt nicht an, man vergisst sogar dass man ein iPad in der Hand hat sobald man ins Buch eintaucht, ich will sogar immer das iPad zum blättern umdrehen …), eine Zeitung oder eben mal in youtube zu schauen. Das geht am iPhone auch, aber sorry, es ist NULL Vergleich zum iPad. Da ändert das Retina Display auch nix, aber das werde ich ja in einer Woche wissen ;-)

    Also es geht eine Menge mit dem iPad, mehr als man als Nicht-Besitzer sich vorstellen kann. Der Nutzen kommt mit dem nutzen. Wer aber gar nicht den Eindruck hat dass er es brauchen kann, der kauft auch besser keines, würde ich auch nicht empfehlen.

    My 2.5 cents
    Sepp

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