Kensington Wireless Presenter

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Ich erlebe es immer wieder, dass fachkundige Leute mühevoll ausgearbeitete Präsentationen vor kleinem oder großen Publikum halten. Sehr oft kommen dabei PowerPoint oder Keynote „Folien“ zum Einsatz. Dass nun viele dieser PowerPoint-Präsentationen in sich eher anstrengend oder gar ermüdend sind ist ein Thema für sich und soll zu einem anderen Zeitpunkt betrachtet werden.

Schade ist es nur, wenn die Präsentation an sich wirklich gut vorbereitet wurde, der Redner sich dann aber hinter einem Pult und seinem Notebook versteckt weil er ständig auf die Cursortasten drücken muss um die Folien weiter zu schalten. So ist es schwer bis unmöglich als Redner eine Verbindung zum Publikum aufzubauen – genau das ist aber hilfreich um ein Thema interessant oder gar emotional vermitteln zu können.

Es gibt nun mehrere Möglichkeiten seine Präsentation aus der Ferne zu steuern. Einige davon möchte ich hier in den nächsten Beiträgen vorstellen. Hier stelle ich meine neueste Anschaffung vor: Den Kensington Wireless Presenter with Pointer

Dieser etwas ungelenke Produktname sagt eigentlich schon fast alles. Würde er „Wireless Presenter with Pointer and USB-Dongle that fits inside the case and acts as a switch“ heißen, wäre wirklich alles gesagt smile

Aber langsam.

Warum kein Bluetooth?
Das Gerät ist eine Funk-Fernbedienung. Es ist also im Gegensatz zu Infrarot keine direkte Sichtverbindung notwendig und man kann das Gerät im Prinzip auch in der Hosentasche bedienen. Wie fast alle Fernbedienungen dieser Art setzt auch diese von Kensington nicht auf Bluetooth. Ja, mich hat das auch lange geärgert bis ich mal etwas länger darüber nachgedacht hatte. Bluetooth-Geräte halten ja eine permanente Verbindung zum Computer aufrecht – sie sind gekoppelt, wie ein kleines Netzwerk. Die Funkverbindung bei Bluetooth funktioniert quasi wie ein unsichtbares Kabel das immer eingesteckt ist. Nun kann so eine Verbindung zwar einigermaßen Stromsparend gehalten werden, das kennen wir ja von Mäusen und Tastaturen, aber dennoch wird permanent Strom verbraucht, egal ob man eine Taste auf der Fernbedienung drückt oder nicht.

Verzichtet man nun auf Bluetooth und benutzt eine „herkömmliche“ Funktechnik, also Sender und Empfänger, kann man sehr viel sparsamer vorgehen. Die Fernbedienung dient dabei als normaler Funksender der immer nun ein kurzes Signal sendet wenn man eine Taste drückt. Danach geht der Stromverbrauch auf Null zurück. Ein kleiner USB-Dongle enthält den Empfänger. Dieser muss natürlich ununterbrochen nach Signalen lauschen was hier aber kein Problem ist, da er über USB mit Strom versorgt werden kann.
Es ist also durchaus sinnvoll auf Bluetooth zu verzichten.

Mitgedacht – Transport-Kleinigkeiten

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Es gibt zwei grundsätzliche Schwierigkeiten bei solchen Funkfernbedienungen die mit dem Transport zu tun haben:
1.) Wo ist der USB-Dongle? Kaum hat man die Fernbedienung gefunden fragt man sich wo der verdammte USB-Empfänger geblieben ist. Hatte man ihn nicht in dieselbe Tasche geworfen? Oder doch in der Hosentasche… Moment mal – war die Hose nicht Gestern in der Waschmaschine?

2.) Waren die Batterien nicht voll bevor ich losgefahren bin? Ja, waren sie. Nur dummerweise lag die Fernbedienung so unglücklich im Rucksack, dass die ganze Zeit eine Taste gedrückt wurde. Schade eigentlich…

Beides hat Kensington einfach genial gelöst. Der USB-Dongle wird zum Transport einfach in die Fernbedienung gesteckt und funktioniert dabei auch gleich als Aus-Schalter! Steckt der Dongle in der Fernbedienung, dann ist diese deaktiviert. Tastensperre. Kein Strom wird versehentlich verbraucht und hat man die Bedienung gefunden hat man automatisch auch den Dongle dabei. Nimmt man den Dongle wieder heraus ist sie aktiviert. Genial einfach – einfach genial smile Ich liebe diese „Kleinigkeiten“

4 Tasten, 3 Funktionen
Für viele mag es seltsam anmuten, dass man viel Geld für nur 4 Tasten ausgibt. Es kann auch durchaus sein, dass diese Fernbedienung nicht für jeden Vortrag 100%ig geeignet ist. Für meine bisherigen Vorträge reicht sie allerdings völlig aus.

Es gibt eine Taste für „zurück“ und eine für „weiter“. Eine weitere Taste um die Präsentation „schwarz“ zu schalten. Die vierte Taste aktiviert den roten Laserpointer. Die Tasten sind dabei logisch angeordnet (links, rechts; unten für schwarz, oben für Laser) und sie lassen sich dadurch auch leicht finden ohne hin zu gucken. Der Laserpointer ist recht hell und funktioniert auch gut über größere Distanz (Ich habe auf ca. 9-10 Meter probiert).

Das war’s. Nicht mehr, nicht weniger. Aber man braucht im Grunde auch nicht mehr. Im Idealfall braucht man nur eine einzige Taste: Weiter. Ein „Zurück“ ist praktisch falls man mal aus Versehen zu weit geschaltet hat oder falls Fragen aus dem Publikum zu einer vorherigen Seite kommen sollten. Die „Schwarz“-Taste kann genutzt werden um die Aufmerksamkeit komplett auf den Redner zu lenken um ein Thema zu diskutieren ohne dass das Publikum auf die Folie starrt. Das ist allerdings auch nur in besonderen Fällen notwendig weil bei einem vorbereiteten Vortrag entsprechende „leere“ Seiten bereits eingefügt sein sollten.
Wenn Ihr jetzt allerdings viele Vorträge habt bei denen Ihr z.B. die Lautstärke regeln oder den Mauszeiger steuern müsst, dann ist diese Fernbedienung nichts für Euch.

Wie eine Tastatur
Der USB-Dongle verhält sich gegenüber dem Computer wie eine normale Tastatur. Ich weiß nicht wie es bei Windows läuft, aber wenn man ihn an einen Mac steckt, dann versucht OS-X die Tastatur zu erkennen indem man aufgefordert wird eine bestimmte Taste zu drücken. Diese Taste gibt es natürlich nicht smile
Die Lösung ist aber einfach: Man drückt ein paar mal eine beliebige Taste auf der Bedienung und erhält dann die Meldung, dass die Tastatur nicht identifiziert werden konnte. Man stellt dann einfach eine Standardtastatur ein und beendet den Dialog. Das war es auch schon. Ab jetzt funkt die Bedienung normale Tasten-Kommandos an den Rechner so als ob man diese auf einer richtigen Tastatur drücken würde.
Es werden einfach die Tasten Bild-Rauf/-Runter und die „b“ an den Rechner geschickt. Damit funktionieren sowohl PowerPoint als auch Keynote auf Anhieb. Natürlich kann man so auch alle anderen Programme steuern solange sie auf Bild rauf/runter und „b“ hören smile Ein umprogrammieren der Tasten ist nicht möglich da die Fernbedienung komplett ohne Software kommt.
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Groß oder klein?
Ein „Clicker“ für Präsentationen sollte möglichst klein und unauffällig sein. Gleichzeitig aber auch groß genug um ihn bequem bedienen zu können. Der Kensington Wireless Presenter ist ungefähr so groß wie ein kleines Handy – nur dicker.

In Zahlen:
ca. 10cm lang,
ca. 4,5cm breit an den breiten Stellen, ca. 3,5 in der Mitte,
ca. 2,5cm hoch an der dicksten Stelle, in der Mitte etwas weniger

Das sind sehr angenehme Proportionen die sehr gut in der Hand liegen ohne dick aufzutragen. Sie greift sich „satt“ und man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl sie verlieren zu können. Das Gehäuse fühlt sich an der Unterseite „gummiert“ an, dadurch rutscht sie auch nicht in der Hand.

Die Gummi-Tasten klicken sehr leise und spürbar. Das Klick-Gefühl dürfte aber trotzdem gerne etwas deutlicher sein.
Das Gehäuse ist schwarz. Die Tasten liegen in einem „verchromten“ Metallkreis. Das sieht wertig aus.

Für Strom sorgen zwei normale AAA Batterien (im Lieferumfang enthalten!) – Auch sehr praktisch! Zum Einen bekommt man diese Batterien fast überall (Supermarkt, Baumarkt, Tankstelle, …) zum Anderen bekommt man problemlos Akkus in diesem Format die sich dann gleich im selben Ladegerät speisen lassen wie die AA-Akkus für die Blitzgeräte die man als Fotograf so dabei hat smile Ich gehe davon aus, dass die Fernbedienung auch mit AAA-Akkus funktioniert – testen konnte ich das allerdings noch nicht. Passende Akkus werde ich erst bestellen.

Fazit
Ein echter Vortrag steht noch aus aber meine ersten Tests waren überzeugend. Keynote funktionierte sofort mit dem Presenter und schon nach wenigen Sekunden fühlte sie sich ganz natürlich an. Die Reichweite ist mit maximal 20m angegeben – Das dürfte allerdings nur ohne Mauern und andere Störende Einflüsse funktionieren. Knapp über 10m in der Wohnung habe ich aber geschafft. Dabei ging es quer durch mehrere Zimmer (außer der Funk wählte statt direkter Verbindung den Weg um die Ecke aus einem Zimmer und dann durch den langen Flur :))

Ach ja der Preis – Das ist im Grunde der einzige Kritikpunkt. Knapp 40,- Euro bezahlt man bei Amazon. Ist das nun zuviel für eine Fernbedienung mit 4 Tasten die durchdacht ist, einfach funktioniert, gut aussieht und gut in der Hand liegt? Da gehen die Meinungen ganz sicher auseinander. Ich persönlich bereue den Kauf nicht im Geringsten. Dennoch wäre natürlich ein Preis von vielleicht 20-25 Euro angenehmer. Es gilt wohl der alte Grundsatz: „kompakt, gut, billig. Wähle zwei“.

6 Kommentare zu “Kensington Wireless Presenter

  1. Im Lauf der Zeit habe ich einige (Powerpoint) Fernbedienungen gehabt und bin jetzt auch bei diesem Gerät. Stabil / robust, durchdacht und liegt gut in der Hand. Es gibt allerdings selten gelegentliche ‚Hänger‘ die leider nicht reproduzierbar sind. Dennoch ist das die bisher beste Fernbedienung die ich hatte.

  2. Wäre voll praktisch, wenn Webung im Blog auch entsprechend gekennzeichnet wird.

  3. Hey Hannes – Das ist ein guter Tipp!
    Sobald ich mal Werbung schalte werde ich das berücksichtigen :)

    Hast Du nicht gelesen? Ich habe mir das Ding gekauft(!) und werde es benutzen. Ich schildere Erfahrungen und erkläre wie und warum. Und ich werde weitere Möglichkeiten in späteren Artikeln vorstellen (wie im Artikel schon erwähnt)
    Vielleicht das nächste Mal genau überlegen, ob die Vorwürfe haltbar sind. Danke.

  4. @Hannes
    Was ist denn Webung?

  5. wallace_t

    Hallo Boris,

    ich finde solche Erfahrungsberichte sehr Wertvoll und ich hoffe, dass Du Dich durch sollche Kommentare nicht entmutigen läßt.

    Wir haben in der Firma den Logitech Cordless 2.4 GHz Presenter (oder so?) gekauft. Funktioniert gut mit Windows und Mac und mit PowerPoint und Keynote. Schön ist der Countdown, der die Fernbedienung vibrieren läßt, so dass man dies als Hinweis zum Folienwechsel nutzen kann. Nette Funktion. Dafür ist die Fernbedinung ein wenig teurer (Straßenpreis)!

    Übrigens läßt sich der USB-Stick auch in der Fernbedienung verstauen.

    Viele Grüße

    Thomas

  6. Pingback: Kensington Si600 Wireless Presenter - Kensington - Gimahhot

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