Apple Remote

Apple Remote

Es geht um das Thema Präsentationen oder Vorträge. Im ersten Teil hatte ich schon erwähnt, dass man bei seinem Vortrag möglichst nicht hinter einem Rednerpult stehen sollte. Um den Kontakt zum Publikum zu bekommen muss man sich frei bewegen können. Damit man seine Präsentation aus der Ferne steuern kann gibt es verschiedene Möglichkeiten. Im ersten Teil hatte ich den Kensington Wireless Presenter vorgestellt, den ich mir selbst für meine Vorträge angeschafft habe.

In diesem Teil geht es nun um die Apple Remote. Für Mac-Anwender ist diese Lösung ziemlich naheliegend und sie ist auch günstiger als die Funk-Lösung von Kensington. Sie hat aber durchaus ihre Tücken. Was sie kann und wo diese Haken liegen – Ihr erfahrt es wenn Ihr auf den Link klickt…

Kostenlos oder nicht
Vor einiger Zeit führte Apple Infrarot-Empfänger in die Produktpalette ein. Damit diese sinnvoll genutzt werden konnte lag jedem neuen Mac auch eine Fernbedienung, eine Apple Remote bei. Wer zu diesem Zeitpunkt einen neuen Mac gekauft hat, der hat das gute Stück also quasi kostenlos dazu bekommen. Nun wäre Apple aber nicht Apple wenn man bei Erfolg einfach mal den Lieferumfang beschneidet. Aktuelle Macs haben zwar noch den Empfänger eingebaut, eine Fernbedienung gibt es aber nicht mehr dazu. Wer noch keine hat, der kann für 19,- Euro eine bei Apple einkaufen.
19,- Euro klingt schon sympatischer als die 39,- Euro für die von Kensington. Mal gucken wie sie funktioniert.

Wenig Tasten und viele Möglichkeiten
Sie sieht sehr übersichtlich aus und hat doch mehr als 4 Tasten:
– Play/Pause
– Menü
– Lauter
– Leiser
– Zurück
– Vor
Ganze 6 Tasten also und diese werden in verschiedenen Mac-Anwendungen auch genutzt. Sei es nun Frontrow, iTunes, Keynote und viele andere Anwendungen auch von Drittanbietern.

Angeordnet sind diese Tasten auf einem sehr kompakten Gehäuse:
Länge: ca. 8,5 cm
Breite: ca. 3 cm
Höhe/Dicke: nur 8 mm

Sie ist übrigens auf der Rückseite magnetisch und kann so an den älteren (weißen) iMac an der rechten Seite „befestigt“ werden. Das ist ziemlich praktisch und es ist schon erstaunlich wie weit man mit 6 Tasten kommen kann wenn die Anwendung diese sinnvoll nutzt. Bei den neuen iMac geht das allerdings nicht mehr.
Für Präsentationen mit Keynote wird man eher wenig Tasten nutzen. Man kann die Präsentation starten und die Folien vor und zurück schalten. Wer Töne oder Videos einsetzt kann diese lauter oder leiser schalten. Mit der Menütaste wird eine Übersicht der Folien eingeblendet und man kann schnell zu einer bestimmten Folie springen.

Aber Achtung: Während eines Vortrags sollte es niemals notwendig sein auf diese Weise zu einer bestimmten Folie zu springen. So etwas wirkt sofort sehr improvisiert und das Publikum wird die Verbindung sofort verlieren. Zum Glück ist es ziemlich unwahrscheinlich die Menü-Taste an der Apple-Remote versehentlich zu drücken.

Licht statt Funk
Wie eben schon erwähnt arbeitet die Apple Remote mit Infrarot-Licht. Wie nahezu jede TV-Fernbedienung. Das funktioniert im Prinzip auch sehr gut, setzt aber eine Sichtverbindung zum IR-Empfänger im Rechner voraus. Zu Hause, in kleineren Räumen, funktioniert das zwar häufig auch ohne direkte Sichtverbindung weil das Licht von Wänden und Gegenständen reflektiert wird und so quasi über Bande spielt, in größeren Räumen oder Sälen klappt das allerdings nicht mehr zuverlässig.

Nun gibt ja verschiedenste Szenarien auf die man trifft, wenn man einen Vortrag hält. Hat man seinen Rechner z.B. irgendwo vor sich, vor der „Bühne“ stehen, dann kann so eine IR-Bedienung ganz gut funktionieren. Nutzt man allerdings ein Notebook und steht dieses auf einem Pult irgendwo auf der Bühne, dann wird dieses Pult oft hinter einem stehen. Das ist ohnehin schon suboptimal weil man so keine Notizen auf dem Display ablesen kann aber für eine IR-Steuerung bedeutet dieses Szenario in der Regel das aus.
Wenn der IR-Empfänger des Notebooks dann noch vorne im Gehäuseboden angebracht ist, dann ist endgültig Schluss mit IR. Die meisten Pulte haben nämlich vorne einen kleinen Vorsprung gegen das Notebook auf die Schräge Oberfläche gelegt wird damit Unterlagen nicht herunter fallen. Und genau dahinter ist dann der IR-Empfänger versteckt. Dieses Handicap hat man z.B. mit den aktuellen MacBook und MacBook Pro Geräten von Apple. Ein IR-Empfänger im Display-Deckel wäre hier deutlich sinnvoller gewesen. Wir werden wohl nie erfahren, warum Apple ihn in den Gehäuseboden gelegt hat – und dann auch noch nach vorne.

Nur ich – und alle anderen
Gut, nehmen wir mal an Ihr haltet eine Präsentation in einem kleineren Raum. Der IR-Empfänger am Notebook ist nicht verdeckt und die Sichtverbindung (direkt oder über Bande) funktioniert einwandfrei. Dann habt Ihr jetzt grundsätzlich zwei Dinge die Euch beim Arbeiten mit der Apple Remote stören können:

1. Euer Mac hört auf jede Apple Remote. Ein Scherzkeks aus dem Publikum kann also Eure Präsentation steuern wenn der Raum klein genug ist und das IR-Signal gut funktioniert. Sprich: Wenn Eure Remote gut läuft, dann kann es auch jemand aus dem Publikum schaffen.

2. Die Macs in Eurem Publikum hören auch auf Eure Apple Remote! Wann immer Ihr also eine Folie weiterschaltet können auf den Macs in Eurem Publikum merkwürdige Dinge passieren.

Zum ersten Punkt gibt es allerdings eine Lösung. Man kann seinen Mac an eine bestimmte Remote koppeln. Das funktioniert in den Systemeinstellungen unter dem Punkt „Sicherheit“. Hier kann man ablesen, ob der Mac noch auf jede Fernbedienung reagiert oder nur auf eine bestimmte. Möchte man seinen Mac an eine Remote koppeln, dann hält man die Bedienung gezielt auf den Mac und hält Menü + „weiter“ gedrückt bis ein Kopplungs-Signal auf dem Bildschirm erscheint. Sollte es mit Menü + „weiter“ nicht klappen, dann probiert mal Menü + „Play/Pause“ (das musste ich an einem älteren iMac machen)
Hat man seinen Mac auf diese Weise trainiert, kann einem schon mal niemand mehr aus dem Publikum einen Streich spielen.

Allerdings wird bei diesem Vorgang der Mac trainiert – Nicht die Fernbedienung. Der Mac hört nur noch auf diese eine Remote. Alle anderen Macs, die nicht an eine andere Fernbedienung gekoppelt wurden, hören trotzdem noch auf die eigene. Ihr könnt also von der Bühne aus unabsichtlich eine Aktion auf den Macs im Publikum ausführen.

Es gibt auch nichts was Ihr dagegen unternehmen könnt. Aber man kann natürlich auch den Standpunkt vertreten: Das Publikum möge bitte aufmerksam zuhören und zuschauen und nicht am eigenen Mac spielen smile Und wer es doch tut, der sollte wissen wie er seinen Mac unempfindlich gegen IR-Bedienungen macht wink Wenn Ihr so ein Publikum seid: Das geht auch in den Systemeinstellungen unter Sicherheit. Dort könnt Ihr den „Infrarotempfänger für Fernbedienungen deaktivieren“
IR1IR2IR3IR4

Fazit
Die Apple Remote ist mit 19 Euro deutlich günstiger als die Wireless Remote von Kensington und sie hat mehr Funktionen. Allerdings funkt sie nicht sondern leuchtet mit Infrarot-Licht. Das allein ist für mich schon ein K.O.-Kriterium weil ich die Voraussetzungen bei einem Vortrag nicht vorhersagen kann. Es kann funktionieren wenn die Gegebenheiten vor Ort stimmen. Es kann aber komplett versagen. Und selbst wenn es im Prinzip funktioniert muss man immer wieder sehr genau auf den Rechner zielen was ein lässiges weiterschalten im Redefluss zumindest schwierig macht.
Und gerade dann, wenn es im Prinzip gut funktionieren kann, ist die Wahrscheinlich wieder recht hoch, dass man aus versehen auch die Rechner im Publikum beeinflusst.

Ich finde die Apple Remote gut wenn es darum geht seine Musik- oder Videosammlung oder Frontrow oder andere Programme zu bedienen. Das klappt ja auch mit dem iPod wenn man das Universal-Dock mit dem IR-Empfänger hat. Also für zu Hause eine tolle Sache. Für Präsentationen und Vorträge vor Publikum ist die Apple Remote meiner Meinung nach nicht gebaut und kann hier allenfalls als Notlösung dienen. Das hängt natürlich vom Bühnenaufbau und Eurem Präsentationsstil ab. Für mich passt sie nicht.

3 Kommentare zu “Apple Remote

  1. Hi Boris,

    da fehlt mir aber noch was. Wenn wir von Präsentation sprechen, dann ist im geschäftlichen Umfeld PowerPoint nicht weg zu diskutieren. Und nun, wie kann unser lieber Mac uns jetzt behilflich sein? Erst einmal von Haus aus leider nicht.

    Aber wozu gibt es Freeware für diese unsere Kisten? Und sieh da … http://www.filewell.com/iRedLite/

    Beste Grüße

  2. @dedel: Den Einwand kann ich nicht ganz nachvollziehen. Jeder, der selbst(!) Präsentationen/Vorträge hält baut sich diese doch mit der Software seiner Wahl. Wenn im Unternehmen PowerPoint vorgegeben ist, dann benutzt man dieses eben. MS-Office und eben auch PowerPoint gibt es für Mac und PC. Aber was hat das mit der Apple Remote zu tun?

  3. Boris, Du schreibst selbst in der Einleitung: „Es geht um das Thema Präsentationen oder Vorträge … Damit man seine Präsentation aus der Ferne steuern kann gibt es verschiedene Möglichkeiten“
    Und bei diesem Deinem Artikel geht es um Apple Remote, mit welcher die Präsentation oder der Vortrag gehalten werden kann, um „Kontakt zum Publikum zu bekommen“.
    Auch schreibst Du: „Ich finde die Apple Remote gut wenn es darum geht … andere Programme zu bedienen“.

    Und genau hier habe ich angesetzt! Versuch mal ein anderes Programm, in meinem Beispiel war es PowerPoint, mit Apple Remote zu bedienen. Was ich sagen will ist, dass die meisten Programme eben nicht von Haus aus mit Apple Remote zusammen arbeiten. Das es hierfür kleiner, zusätzlicher Helfer bedarf…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.