iMovie’09 – Ein erster Eindruck

Ich habe es gewagt: Ich habe mir das iLife’09-Paket für schlappe 79,- Euro gegönnt und, nach einem vollständigen Backup des Systems, auf meinem iMac installiert. Hauptgründe für das Paket waren für mich:

  • GarageBand. Ich habe noch die ’06 Version. Die Nachfolger-Version konnte bereits mehrere Effekt-Inputs pro Spur verwalten und, ganz wichtig, die (auch noch erweiterten) Automationen mit einem Clip gemeinsam verschieben.
  • iMovie. Die ’06 Version (auch iMovie HD genannt) ist zwar sehr mächtig, hat mich aber immer wieder mit kuriosen Fehlern genervt. Da wurde nach einem Übergang plötzlich ein Stück Audio vom Clip-Anfang wiederholt und andere Dinge.

In diesem kurzen Bericht soll es mal um iMovie’09 gehen. Bisher habe ich z.B. die Mac-Video-Folgen im nSonic-Podcast mit iMovie HD geschnitten. Die aktuelle Mac-Folge wurde bereits mit iMovie’09 erstellt. Wie hat es sich dabei geschlagen?


iMovie’09 ist gewöhnungsbedürftig und hat Vor- und Nachteile gegenüber iMovie HD AKA iMovie’06.

Komisch ist es z.B., dass man per Drag&Drop keine Videos nach ’09 bekommt. Hallo? Ich dachte ich habe hier einen Mac mit OS-X stehen? Videos kommen nur über das Import-Menü hinein. Nur eine Kleinigkeit die aber ziemlich nerven kann (je nach Workflow).

’09 ist beim grundsätzlichen Import offenbar nicht langsamer als ’06 (Ich habe überwiegend Apple Intermediate Formate die ohnehin sehr gut zum Schnitt geeignet aber sehr groß sind). Allerdings muss ’09 nach dem Import ein „kleines“ Vorschau-Video rendern. Vermutlich um die vielen Vorschaubilder als Storyboard zeigen zu können und um das Audio-Skimming sauber zu unterstützen? Das ist natürlich eine Wartezeit die man in Kauf nehmen muss und die ziemlich nervig werden kann bei längeren Clips. Da sitzt man dann mehrere Minuten und wartet – denn parallel schon mal mit clips markieren/aussortieren anfangen ist nicht drin.

’09 fragt beim Import „großer“ Dateien (ich hatte 720p) gleich mal, ob man nicht doch lieber in einer reduzierten Auflösung importieren möchte weil das doch viel schneller und plattenschonender wäre und überhaupt im Grunde gar kein Qualitätsunterschied vorhanden wäre bigsmile Man kann aber auch die volle Auflösung wählen. Letzteres tat ich dann auch denn ich wollte ja nicht noch mal auf ein komplettes Rendering des Videos warten. Ich muss mal ausprobieren, ob der Import dann wirklich (wie vermutet) langsamer läuft weil das Video ja in geringer Auflösung neu erstellt werden müsste, oder ob das so schnell passiert, dass man es problemlos machen könnte? Für meine Podcast-Videos wären nämlich 720p gar nicht notwendig – Das mache ich nur um am Ende eine möglichst gute Qualität erreichen zu können.

Beim „zur Verfügung stellen“ des fertigen Videos gibt es allerdings ausschließlich arg reduzierte Auflösungen! Volle Auflösung bekommt man nur über den eigenen „Export mit Quicktime“ Menüpunkt – dann aber ist das Video nicht über den Media-Browser in anderen Anwendungen verfügbar. Wirkt etwas undurchdacht.

Großer Vorteil ist aber die Geschwindigkeit (erkauft durch die Wartezeit beim rendern des Vorschau-Videos!) beim Schnitt. Das hat mich echt überrascht!
Man fliegt mit der Maus über das Storyboard, markiert, schneidet, verschiebt – quasi ohne Verzögerung (älterer, weißer iMac mit 2GB) und bei all den Aktionen hat man auch immer eine Audio-Vorschau (beim skimmen hört man den Ton und kann so bei verschiedenen Szenen recht gut nach Gefühl Schnittpunkte setzen)

Jeder Schnitt lässt sich im Detail-Modus noch fein bearbeiten. Gleiches gilt für die Übergänge. Es gibt da einige – aber eben andere als bei ’06 und ich meine auch weniger – aber ich habe nicht gezählt. Diese Übergänge sind aber ohne Rechenzeit sofort verfügbar was ein echtes Plus ist.

Leider gibt es keinen Menüpunkt zum „senden an GarageBand“ mehr. verstehe ich überhaupt nicht, denn vernünftig nachvertonen geht meiner Meinung nach auch in ’09 einfach nicht (was schon mit dem fehlen der mehreren Spuren zu tun hat – also alles was über einen Audiokommentar + Hintergrundmusik hinaus geht… => Garageband). Ich habe also mit QuickTime exportiert (wieder im Apple Intermediate Format) und manuell ein GarageBand-Projekt angelegt und das Video per Drag&Drop reingezogen (über Media-Browser geht ja nicht – dazu hätte ich es „zur Verfügung stellen müssen“ was aber nur in geringer Auflösung klappt.

iMovie’09 legt das Projekt auch „irgendwo“ ab. Also die Clips, die Vorschau-Renderings etc. landen in einem Projekt-Browser. Clips und Projekte können einen Namen/Beschreibung bekommen aber man legt nicht wissentlich eine Projektdatei an wie es noch in iMovie’06 war. Ich muss noch mal suchen wo das alles liegt denn ich brauche die Projekte nicht dauerhaft sondern nur für den einmaligen Schnitt und möchte sicher gehen, dass auch wirklich alles gelöscht wird (um Platz auf der Platte frei zu bekommen).

Insgesamt bin ich aber positiv von iMovie’09 überrascht und kam recht schnell damit klar. Der Installer lässt die ’06er Version aber auf der Festplatte was auch gut so ist. Denn ich konnte ich noch keine Import-Tests von einer Firewire-Kamera machen – Wie wird sich iMovie’09 beim Import von DV-Material schlagen? Oder auch bei HD-DV Material? Derzeit habe ich keine Kamera um das auszuprobieren.

7 Kommentare zu “iMovie’09 – Ein erster Eindruck

  1. Mich interessiert mal, welchen Mac Du verwendest?
    jr

  2. Das mit dem fehlenden Drag&Drop ist echt zum K*. Was soll das?

  3. Pingback: iPhoto 09 - nun mit "Faces" und "Places" - Seite 3 - canikon

  4. Hallo Boris !

    Wir hatten schon mal ein paar kurze Berührungspunkte – in Sachen iMovie 09. Darum geht’s immer noch. Ich sammle und sammle weiterhin Informationen und habe nach Deinen ‚Ersten Eindrücken‘ (vom 3.2.) fast wieder eine Kehrtwende zurück zum FCE gemacht. Ende des Monats – wohl kaum früher!! – erwarte ich mein 17″-MBP und verbinde damit die Hoffnung, durch eigenes ‚learning by doing‘ vielleicht etwas klarer zu sehen.

    Wie dem auch sei – eigenes AVCHD-Rohmaterial habe ich schon, nachdem ich mir die neue Kamera (HDC-SD100) ja bereits Ende November v.J. gekauft hatte. Und damit zum eigentlichen Grund dieser Mail. Beim Durchstöbern Deiner Seiten habe ich festgestellt, dass Du auch eine grossartige Sprecherstimme hast – so etwas suche ich !

    Zum besseren Verständnis : Meine ersten (richtigen) Aufnahmen sind vom 4.12.2008. Wir wollten an dem Tag nach Stuttgart fliegen. Und waren per Zufall die ersten Gäste im Airport-Plaza in Fuhlsbüttel – einem neuartigen DutyFreeShop. Und hatten dabei auch noch Glück im Spiel – beim Roulette. Die 4 oder 5 aufgenommenen Clips haben nur eine Gesamtlänge von etwa 2 Minuten. Du wirst mir beipflichten – um daraus etwas ‚Anschauenswertes‘ zu machen, muss man sich schon etwas einfallen lassen – mir schwebt da etwas vor – gewissermassen als Vorspann hätte ich gern diesen kleinen Textbeitrag umgesetzt in eine Tonspur :

    Glücklicherweise gibt es im Leben immer mal wieder Tage, die anders sind als ’normal‘. Irgendwie schöner, erfreulicher, besser. Und manchmal sogar noch kombiniert ‚mit einem bisschen Glück. Vielleicht, weil die Sterne gerade günstig stehen – oder man morgens mit ‚dem richtigen Fuss‘ zuerst aufgestanden ist – wer weiss. Selten zwar – aber, wie gesagt, ab und an gibt es das – wie damals am 4. September 2008.

    Abgesehen davon, dass ich gerne experimentiere, möchte ich diesen kurzen Kurzfilm aber auch für einen ganz interessanten Mann, den ich an dem Morgen während der ‚Dreharbeiten‘ kennen gelernt hatte, haben. Eine kleine ‚Danke schön‘-Geste für den Chef der young promotion GmbH, die das dortige Event organisiert hatte. Apple-begeistert, wir wir beide waren/sind, hatte ich ihm vorgeschwärmt, was für grossartige Gestaltungs-Möglichkeiten sich heute schon für einen engagierten Amateur ergeben. Was zu beweisen wäre !!

  5. Hi Boris,

    hatte auch ein Aha-Erlebnis mit iMovie 09 und war positiv überrascht. Ich fragte mich, wie wohl ein Insert-Schnitt durchgeführt wird. Aus iMovie ab Version 2 kannte ich die Vorgehensweise, den Wunschclip zu kopieren und damit den Zielclip zu überschreiben (quasi copy & paste). Dabei wird die Audiospur an der betreffenden Stelle vom ursprünglichen Clip extrahiert. Sehr umständlich war das, weil man auch aufpassen musste, dass die Länge des Zielausschnitts mit der Länge der kopierten Sequenz übereinstimmte.

    Und in iMovie 09? Lange hat’s gedauert, bis ich drauf gekommen bin: Einfach per Drag&Drop die Ziel-Sequenz auf den zu überschreibenden Clip ziehen, hernach erscheint ein Kontext-Menü mit vielen Möglichkeiten, u. a. auch der Insert.

    Was mir fehlt ist eine Archivierungsfunktion. Ich möchte mein geschnittenes Filmmaterial auf eine grosse Platte separat so archivieren, dass man das Material auf Wunsch wieder in iMovie importieren und weiterbearbeiten kann, also nicht nur Links zu den Dateien, sondern ein Archiv, das alle erforderlichen Originale enthält – ähnlich wie das Projektarchiv in iDVD. Dafür scheint es momentan keine Lösung zu geben.

    Schönen Gruss
    Napfekarl

  6. Auf Archiv-Suche

    Hallo,
    auch ich suche händeringend nach einer archivierungs-Funktion. Geht es wirklich nicht ?

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