Podcastclub schließt die Türen

Podcast Award 2007
Traurig aber wahr: Der Podcastclub ist Geschichte. Georg Schneider hat die Sache beendet und widmet sich nun anderen Aufgaben zu.

2006 hatte der Club den Podcast-Award noch erfolgreich organisiert und nicht nur für diese Veranstaltung sicherlich viel Zuspruch erhalten.
2007 sollte es nun wieder eine Award-Verleihung geben. Doch es kam anders. Im Gegensatz zum letzten Jahr konnte man bei der Publikumsabstimmung diesmal das Ergebnis direkt nach dem abstimmen sehen. Aber man konnte nun natürlich auch die Abstimmung direkt beobachten. Und so kam es, dass sehr deutlich zu sehen war, wie einige Podcaster plötzlich im Sekundentakt massenhaft Stimmen bekamen. Dass dies nicht mit rechten Dingen zugehen konnte war schnell klar: Das Voting-System wurde also „gehackt“.
(ob dies auch letzte Jahr schon geschah kann man schwer sagen – denn zu der Zeit konnte man das Ergebnis ja nicht beobachten)

Schuldige waren schnell gefunden. Der CC2 hatte die Generalschuld. Hatten die zwei Wolfangs doch in Ihrem Blog darauf hingewiesen, dass man bitte keine Anonymisierungsdienste wie TOR oder ähnliche verwenden möge weil das Voting-System mit jeder neuen IP erneut eine Stimme zulassen würde.
Happy Shooting hatten auch schnell mit einigen Anfeindungen zu kämpfen. Schließlich wurde auch dort im Blog (in den Kommentaren) und im Forum auf die IP + Cookie Absicherung hingewiesen.

Nun ist es aber doch so, dass in der Podcast-Szene – und zwar sowohl bei den Produzenten als auch bei den Hörern – ein großes technisches Know How vorhanden ist. Dass so ein Voting-System auf IP + Cookie basiert dürften einige zig tausend Hörer innerhalb von Minuten durchschaut haben. Der Hinweis darauf ist also mitnichten eine Anleitung zur Manipulation.

Im Podster-Forum wurde sogar die verwendete Software, WP-Poll 2.0, genannt. Nun ist es also eine Frage der eigenen Fähigkeiten eine Suchmaschine zu bemühen oder PHP-Quellcode zu lesen.

Chris und ich, vom Happy Shooting Podcast, haben keine Manipulationen an der Wahl vorgenommen und wir haben auch nicht dazu aufgerufen. Bob von Fahrenheit 404 hat sich sogar schon sehr früh davon distanziert – er hatte sich gewundert wo die vielen Stimmen hergekommen sein sollen. Und auch Wolfgang & Wolfgang vom CC2 sind sicher nicht scharf darauf einen Preis „erschummelt“ zu bekommen.

Genau so etwas wurde aber auf der Award-Seite mehr oder weniger unterschwellig behauptet und auch die Schließung des Clubs wird nun recht eindeutig auch auf diesen Umstand hin begründet. Nicht ganz korrekt wie ich finde.

Im Podcastjournal hat Georg Schneider in einem Interview noch ein paar Details erzählt. Und was dort, sicherlich aus großer Enttäuschung und privaten Belastungen heraus erzählt wird kann ich leider kaum fassen.
Die Podcast-Szene sei ein Haufen von „privaten Leuten die etwas in ein Mikrofon erzählen möchten“ aber das sei ihm nicht genug.
Jeder Tonschnippsel und jede Videodatei werde bereits Podcast genannt.
Es hätte kaum Kommentare zum Ende des Awards gegeben (ich persönlich habe allerdings auch auf der Webseite keine Kommentarfunktion sehen können) und es habe kaum Reaktionen auf die Schließung des Clubs gegeben (was meiner Meinung aber an vielen Dingen liegen kann. Weihnachtszeit, viele sind verreist oder im Vorfeiertagsstress, kaum einer guckt täglich auf die Club-Seite, andere möchten sich vor einem Kommentar erst einmal informieren etc.)

Es ist allerdings doch auch nicht so, dass ein Podcaster haufenweise Feedback bekommt! Warum sollte es also einem Club besser gehen? Podcaster sehen das Interesse der Hörer an den Download-Zahlen. Der Club womöglich an den Seitenbesuchen oder daran, wie oft „die Szene“ in Foren oder auf Treffen darüber spricht oder wie präsent Podcast in den bekannten Medien werden etc.

Ich finde es schade, dass der Club diese manipulierte Wahl zum Award als Vorwand nimmt um die Türen zu schließen und dann in einem Interview auf breiter Front alle Podcasts über einen Kamm geschoren als „minderwertig“ (meine Interpretation der Aussagen) bezeichnet werden.

Vielleicht brauchen alle Beteiligten aber auch nur mal eine Auszeit, der Club war schließlich eine ehrenamtliche Geschichte die alle Gründer und Mitglieder neben Ihrem Job am laufen hielten. Es wäre schön, wenn 2008 ein Podcast-Club V2 gegründet würde und es mit neuen Ideen und neuer Energie weiter in die Zukunft geht.

Podcast ist nicht tot. Auch wenn einige nicht müde werden so etwas zu erzählen.

Mögen sich die Gemüter also beruhigen und in ein paar Tagen vielleicht klarer darüber berichten können.

2 Kommentare zu “Podcastclub schließt die Türen

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