Drip – Crowd-Unterstützung für Kreative?

Gerade flatterte mir eine E-Mail herein die ich sehr interessant fand: Kickstarter möchte mit der Plattform Drip eine weitere Crowd-Unterstützung möglich machen – Im Gegensatz zu Kickstarter selbst geht es aber nicht um abgeschlossene sondern um laufende Projekte.

Kickstarter ist gut um Produktionen von einem bestimmten Produkt zu finanzieren, ein Spiel, eine Lampe, eine Kamera, ein Gurtsystem, eine Tasche, so etwas eben.

Aber was ist mit Dingen wie Web-Comics, Podcasts, Videos, also Dingen, die mehr oder weniger regelmäßig produziert werden und über einen langen Zeitraum laufen?

Flattr? Patreon? Oder jetzt vielleicht Drip?

Drip könnte eine Alternative zu Flattr sein oder werden um Blogger, Podcaster, Youtuber regelmäßig und einfach zu unterstützen.

Flattr

Flattr kam in Deutschland ziemlich gut an. Das Konzept: Jeder bestimmt einen monatlichen Betrag der dann auf alle Angebote verteilt wird, die man selbst genutzt und für gut befunden hat. So war es egal, ob man im Monat nur einen Flattr-Button oder 20 geklickt hatte, man zahlte immer einen fixen Betrag. Super. Anfangs konnte man nur über PayPal Geld einzahlen, später auch per Überweisung.

Offenbar wurde es aber weltweit nicht genug genutzt. Flattr wurde verkauft und überarbeitet.

Flattr ist nun auf Dollar-Only gegangen – keine Euros mehr – und setzt eine Kreditkarte voraus. Das dürfte dazu führen, dass es für Deutschland extrem unattraktiv wird. Zudem setzen sie nun auf ein Browser-Plugin, dass sämtliche Webseiten-Besuche protokolliert um den Monatsbeitrag auf alle zu verteilen. Das dürften viele nicht prickelnd finden und für mobile Geräte wird es doppelt schwer werden so etwas zu unterstützen.

Patreon

Auf der anderen Seite gibt es Patreon für genau diesen Zweck – Kreative unterstützen. Dort setzt man aber auf exklusive Inhalte für Unterstützer. Sprich: „Wenn so-und-soviel zusammengekommen ist, dann gibt es einen neuen Comic etc. nur für Euch“ (oder eben früher als für alle anderen).

Das gibt zwar einen Anreiz zum Unterstützen, setzt den kreativen aber zusätzlich unter Druck. Für Podcasts ist das schwer zu nutzen – soll man etwas zusätzlich produzieren und die dafür notwendige Zeit vom regulären Programm abzwacken? Soll der Podcast für Patreons zusätliche Inhalte wie Kapitelmarken und Kapitelbilder beinhalten, so muss man jede Episode zweimal bearbeiten und getrennte Feeds anbieten wobei ein Feed nicht öffentlich zugänglich sein darf, was ohne Weiteres gar nicht möglich ist. Schwierig.

Drip

Mal gucken wie Drip das Thema angeht. Kickstarter schreibt: „Kickstarter is for projects, Drip is for People“.

Im Gegensatz zu Plattformen wie Patreon möchte Drip die Künstler nicht an eine Plattform binden. Man soll jederzeit die Möglichkeit haben, die Daten zu exportieren oder zu anderen Plattformen in der Zukunft zu übertragen und somit auch seine Unterstützer über andere Wege zu erreichen.

Die Idee scheint ansonsten ähnlich wie bei Patreon zu sein, also den Unterstützern zusätzliche Anreize zu geben wie einen Blick hinter die Kulissen, exklusive Inhalte, Zugang zu Bonus-Material und ähnlichem. Interessiere können dann in Form eines Abos den Künstler unterstützen.

Der Start eines neuen „Drips“ ist dann ähnlich wie bei Kickstarter: Der Kreative lädt zum Mitmachen ein und setzt einen Zielbetrag für den Start fest. Wer sich früh als Unterstützer meldet, kann wie bei Kickstarter besondere Dinge erhalten – Das kann jeder selbst festlegen was er anbieten möchte.

Noch funktioniert Drip nur auf Einladung, 2018 soll es aber offen für alle sein. Ich bin gespannt.

Würdet Ihr so etwas nutzen?

Würdet Ihr einen Podcast oder einen Blog auf diesem Weg unterstützen und was wäre Euer Wunsch als „Bonus“ dafür? Oder wäre es schon genug Bonus, wenn das Angebot durch die Unterstützung kontinuierlich fortgeführt wird?

 

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