Tablet statt Notebook?

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So so, Steven Sinofsky schreibt – in epischer Länge – dass er nun komplett auf ein Tablet, in diesem Fall in iPad, gewechselt ist.

Wer ist Steven Sinofsky? Er war Geschäftsführer in der Microsoft Devision, die sich unter anderem mit Windows und Internet Explorer befasst haben wo er die Teams für Windows 7 und Windows 8 leitete.

Steven schreibt nun recht lang und detailliert, wie er das Thema sieht und es ist durchaus interessant zu lesen – Im Gegensatz zu vielen jungen Bloggern hat er Erfahrungen die bis zu den mächtigen Großrechnern reichen. Er hat also schon viele Veränderungen erlebt und mitgemacht. Bei seinem Bericht musste ich aber trotzdem schmunzeln smile

Nun habe ich schon viele Berichte gehört und gelesen von Leuten, die auf ein Tablet gewechselt sein wollen. Oft waren dies aber Journalisten, die dies nur taten, um einen Testbericht oder Blogbeitrag zu verfassen. Hörte man diese User später in Podcasts oder las Kommentare in Foren, klang häufig durch, dass sie wieder weg wären vom Tablet als 100%-Arbeitsgerät.

Steven ist schon etwas älter und hat schon viele Technik-Entwicklungen mitbekommen und vollzogen. Ich war also gespannt auf seinen Umstiegsbericht.

Leider entpuppt sich sein langer Beitrag nur als Sammlung vieler ähnlicher Ansichten. Seine Absätze zur inneren Einstellung sind wichtig und interessant – Natürlich muss man sich selbst freimachen von eingefahrenen Lösungen und Workflows, es ist nicht sinnvoll, eine Arbeitsweise eins zu eins vom Notebook auf ein Tablet zu übertragen. Diese Geräte funktionieren anders, die Software ist anders konzipiert.

Es bleibt aber die alte Erkenntnis, dass ein Tablet nicht für jeden ein kompletter Ersatz des Notebooks sein kann. Es genügt schon die eine wichtige Software, die es so nicht für das Tablet gibt – Zack – schon ist die komplette Nutzung möglicherweise in Frage gestellt.

Ja, E-Mail geht gut auf diesen Geräten. Auch ich organisiere meine E-Mail zunehmend lieber am iPhone statt am Notebook, einfach weil die Software auf dem dem mobilen Gerät bequemere Möglichkeiten bietet und stabiler Läuft. Das muss man auch erst mal einen Augenblick sacken lassen wink

Auch Steven ist über einige Dinge gestolpert, die ihn nerven und die ihn in seinem Arbeitsfluss stören – Anwendungen mit Tastatur wechseln, Zwischenablage, Austausch der Daten zwischen den Apps, … – Er streicht diese Dinge gerne weg mit der Bemerkung, dass sich da sicher bald etwas verbessern würde. Das wollen wir wohl alle hoffen, ich stelle mir dann nur die Frage, warum ich dann schon jetzt umsatteln sollte und nicht einfach weiter beobachte und abwarte? smile

iPad für mich?

Ich überlege seit bestimmt zwei Jahren, ob ich mir mal ein iPad holen sollte. Einfach um es mal auszuprobieren. Immer wieder komme ich aber schon im nächsten Gedankengang auf die eigentliche Frage: Wofür den?

Sicher, manche Apps sind größer und mit mehr Informationen vielleicht bequemer als am iPhone. Browsen wird am Tablet auch sinnvoller funktionieren als am iPhone. Ist mir das genug um diese Anschaffung zu rechtfertigen?

Ich sehe dann ein iOS auf dem iPad laufen, dass App-Symbole mit gigantischen Abständen auflistet statt mehr Auswahl auf eine Seite zu bringen. Ein iOS, dass zwar nun zwei Anwendungen gleichzeitig auf einem Schirm laufen lassen kann, dies aber nicht für das Startmenü gilt… und nicht für Safari – Ich meine, ernsthaft? Keine zwei Webseiten parallel ansehen? Ja, Drittanbieter, zweite oder dritte Browser-App, ist klar.

Kleines Notebook sinnvoller?

Für mich persönlich bleiben die iOS-Geräte zusätzliche Geräte. Ich sehe sie weiterhin nicht als Ersatz für ein Notebook. Es gibt Dinge, die auf einem iPhone oder iPad besser funktionieren als unter OS-X, die richtige Software sei Dank. Es gibt so tolle Kamera-Apps, Video-Tools, E-Mail-Clients und natürlich gibt es für jede Social-Media-Plattform eine App für iOS – Nicht aber für OS-X. Hier erobern die hochmobilen Geräte ihre Aufgabenbereiche.

Für alles andere erscheint mir ein Notebook deutlich sinnvoller und die neuen MacBook sind ebenfalls extrem flach und leicht. So ein Notebook hat eine bessere Tastatur, das Display lässt sich im beliebigen Winkel positionieren, OS-X-Anwendungen laufen natürlich darauf, was ein großer Vorteil gegenüber den iOS-Geräten sein kann. Man ist nicht auf die Cloud angewiesen sondern kann mit seinen Dokumenten lokal arbeiten. Verbindung zu externen Geräten ist, auch mit nur einem USB-C-Anschluss, immer noch besser als mit einem iPad. Präsentationen laufen damit genauso gut, wenn nicht besser. Fullscreen ermöglicht ein störungsfreies Arbeiten wie am iPad wenn man möchte, man kann aber auch viele Fenster auf einen Schirm anordnen und der Wechsel zwischen diesen sowie der Datenaustausch ist bereits gelöst und funktioniert.

Kein “entweder oder”

Für mich ist es keine Frage, ob ein iPad ein Notebook ersetzen kann. Es gibt Nutzer, die sich darauf einlassen und deren Anwendungsfälle es auch bequem ermöglichen. Das allein ist doch schon eine tolle Entwicklung smile

Komplett auf iOS-Geräte verzichten weil doch auch alles am Notebook geht? Das sehe ich auch schon länger nicht mehr so. iOS-Apps werden zunehmend besser während ich unter OS-X eher einen Stillstand wahrzunehmen glaube. Warum also nicht ein iOS-Gerät dort einsetzen, wo es seine Stärken ausspielen kann? Und wenn Airdrop mal wieder nicht funktionieren möchte, um die Daten vom iOS-Gerät zum Mac zu transportieren, dann empfehle ich Instashare wink

Mit dem größeren Display am iPhone ist ein iPad für mich aber noch weiter nach hinten verschoben. Geldeingänge kontrollieren oder Geld überweisen, E-Mails sichten und viele direkt erledigten, Twitter, Instagram, das kurze Video zwischendurch, … Das geht alles besser, schneller, bequemer am iPhone. Ob es an einem iPad noch bequemer ginge? Ich weiß es nicht – Das iPhone habe ich immer in der Tasche, ein iPad würde irgendwo auf dem Couchtisch liegen…

Und Ihr so?

Habt Ihr einen Wechsel zum Tablet – iOS oder Android – gemacht? Seid Ihr wieder zurück zum Notebook gekommen oder beim Tablet geblieben? Wie läuft das bei Euch?

7 Kommentare zu “Tablet statt Notebook?

  1. Davon mal ab das ich einen iMac als Festplatzrechner seit Jahren zurieden nutze, musste mein Shooting Macbook Pro altersbedingt ausgetauscht werden. Es ist dann ein Microsoft Surface pro 2 geworden. Für mich verbindet diesen Gerät 2 Systeme in einem. Auch wenn ich eigentlich nie wieder ein Windows System wollte ist es beeindruckend was in diesem Win10 Tablet mit i5 Prozessor und schneller Grafikkarte so geht. Unterwegs ein Tablet und daheim an einem Monitor ein vollständiger lautloser Rechner mit. Also würde Apple so ein Gerät anbieten mit nativem OSX würde ich auch komplett auf ein Tablet wechseln.

  2. Mein Notebook hab ich schon ein paar Jahre durch ein Tablet ersetzt und bin damit sehr glücklich – allerdings ist das Tablet ein Surface Pro 3, was eigentlich wieder ein vollwertiges Notebook ist. Sprich, es läuft die gleiche Software die ich auch auf dem Notebook nutzen würde. Und dann ist das Teil genial für meine Zwecke.
    Was es aber nicht ersetzt ist meinen Desktop-Rechner (HexaCoreXeon). Für manche Sachen ist das Tablet einfach nicht Leistungsstark genug.

    • Haha ein Surface gilt bei mir nicht als Tablet. Das ist im Grunde ein ultrakompaktes Notebook (ohne Tastatur, mit Touchscreen) :)

      • Das is aber jetz gaaanz schwer Auslegungssache. Nen iPad ist auch nen ultrakompaktes Notebook (ohne Tastatur, mit Touchscreen). Einzig das Betreibssystem ist „offener“ gehalten. Wenn du nen Surface Pro nimmst…z.B. das Lüfterlose 4er und blendest dir nur die Kacheln ein…was unterscheidet es da noch von einem iPad ausser das es offener ist was native Programme wie Photoshop als Beispiel angeht?

        • Stimmt so gesehen auch wieder: Der Unterschied zwischen dem Surface Pro und einem iPad ist ja eigentlich nur ein „vollwertiges“ Betriebssystem drauf ist.
          Wenn man nun sagt, das sei kein Tablet, das iPad aber schon, begründet sich das dann darin, dass das iPad kein „richtiges“ OS hat?

          • Jep. Zumindest in dem Kontext der meinem Beitrag zugrunde lag. Es ging ja um neue Arbeitsweisen – diese sind mit bekanntem (altem) OS nicht erforderlich (egal welchem Formfaktor der Computer dann hat)

            Tatsächlich glaube ich eher an ein OS-X-Tablet, das auch iOS-Anwendungen laufen lässt als andersherum

  3. Wieso muß das iPad ein Gerät ersetzen? Bei mir läuft es außer Konkurrenz auf dem Sofa. MacBook ist mir dort zu unbequem und nicht robust genug (das iPad werfe ich auch mal von 1-2m Entfernung auf die Couch).
    Meine bessere Hälfte hat 0 Ahnung von dem ganzen Computerzeug, das iPad ist ihr einziger Zugang zum Internet. Damit kann sie alles tun was sie will und braucht Email, Banking, shoppen.
    Für mein Kind (4 Jahre) gibt’s ein paar einfache Spiele und YouTube, wieder mit dem Vorteil der Robustheit und das gilt für Hard- und Software!
    Ich selbst benutze es wenn ich im Wohnzimmer bin um mal schnell was im Netz nachzuschlagen oder ähnliches.

    Allgemein dient es noch per AirPlay und Apple TV zum Musik streamen im Wohnzimmer.

    Das alles kann sicher auch ein iPhone aber der große Bildschirm ist bei diesen Anwendungen für mich ein deutlicher Vorteil. Außerdem ist das iPhone zu Hause meistens im Dock oder liegt im falschen Zimmer, das iPad liegt immer in der nähe der Couch.

    Als Ersatz für ein anderes Gerät habe ich das iPad nie gesehen, allein schon weil ich dort nicht vernünftig Daten rein und raus bekomme und Multitasking für mich ebenfalls ein Krampf ist, von mangelndem Speicherplatz ganz zu schweigen.

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