Gesucht? Gefunden! Schlüsselfinder extraordinär

01.04.2013 Nachtrag zur Batterieleistung am Ende des Beitrags

„Der muss hier irgendwo sein…“, „Ich hatte den doch Gestern noch in der Jackentasche, wo ist denn der jetzt?“, „Den hast DU doch zuletzt gehabt!“, „Ich habe schon überall gesucht…“

Wenn Ihr solche Sätze häufiger hört oder sogar selber von Euch gebt, dann wisst Ihr, was es für ein Gefühl ist, wenn mal wieder das wichtige Schlüsselbund nicht auffindbar ist. Bei uns ist das über die Jahre ein richtiger running Gag geworden: Sie dreht gerne mal die Augen, wenn ich auf die Frage: „Wo ist Dein Garagenschlüssel?“ die Antwort gebe: „Lederjacke, rechte Außentasche – Wo er immer ist!“ smile Ich drehe gerne mal die Augen wenn Sie fragt: „Hast Du meinen Haustürschlüssel gesehen?“ wink

Ablagestrategien

Der Unterschied zwischen uns beiden: Bei mir haben Schlüssel einen festen Platz. Natürlich wechsele ich schon mal die Hose oder Jacke aber dann sind die Schlüssel immer wieder gleich angeordnet. Rechte Hosentasche, rechte Jackentasche. Genau wie Portemonnaie, Handy, Brille – alles hat seinen Platz. Bei Ihr ist das anders. Der Ablageort von Schlüsseln richtet sich nach der jeweiligen Situation und dem gerade verfügbaren Transportmittel und dem Platzangebot. Das Schlüsselbund kann in der Jackentasche sein aber auch in einer Handtasche, einem Korb, in der Fototasche oder dem Rucksack, im Schlüsselkasten, auf dem Sideboard, dem Nachttisch, der Arbeitsplatte in der Küche, im Wohnzimmer auf dem Klavier, im Auto… Die Möglichkeiten sind scheinbar endlos.

Nun könnte man mit spitzer Zunge sagen, dass ich, als Mann, einen festen Aufbewahrungsort benötige, weil ich sonst überfordert bin, eine Frau hingegen flexibler denken kann und somit variable Ablageorte kein Problem darstellen. Ich möchte jetzt nicht verallgemeinern aber in unserem Fall stimmt zumindest der zweite Teil der Aussage nicht smile Und nach der letzten, langen und erfolglosen, Suche nach einem Schlüsselbund sagte ich zu mir: „Das kann so nicht weiter gehen. Ein Lösung muss her“.

Wie diese Lösung aussieht und wie sie funktioniert, dass erfahrt Ihr nach dem Klick

Schlüsselfinder

Ich erinnerte mich an meine frühe Jugend. Da gab es doch diese Schlüsselfinder. So kleine Plastik-Anhänger, die laut piepten wenn man in einer bestimmten Tonlage pfiff. Schlüsselfinder, so etwas musste her!

Ich suchte also etwas im Internet und wurde auch schnell fündig. Allerdings kamen beim lesen verschiedener Rezensionen auch weitere Erinnerungen wieder, z. B. daran, dass diese kleinen Dinger oft nur dann Lärm machten, wenn irgendwelche Geräusche auftraten aber genau dann nicht, wenn man pfiff smile Ich wollte aber kein zufälliges Gepiepe in der Wohnung sondern eben nur ein Geräusch, wenn der Schlüssel auch gesucht wird.

Dafür gibt es inzwischen eine Lösung: Funk. In diesem Fall gibt es einen Sender und einen Empfänger. Am Sender drückt man einen Knopf, der Empfänger am Schlüsselbund piept, man sucht, findet, alles wird gut. Der Haken ist natürlich der Sender, den man jetzt tunlichst nicht verlegen sollte smile Bei uns kein Problem, da ich mich persönlich um diesen Sender kümmern werde.

Die Unterschiede

Bei den Funk-Findern gibt es aber eine große Bandbreite an Geräten in allen Preisklassen. Bei den ganz günstigen handelt es sich immer nur um ein Pärchen aus Sender und Empfänger, mit jedem Gerät kann man also genau einen Schlüssel finden. Außerdem, so ist aus den Rezensionen zu erfahren, gehen diese Pieper gerne mal einfach so los, vermutlich weil in der Nähe irgendein passendes Funksignal auftritt. Mobiltelefone, WLAN, Autoschlüssel, Garagenöffner, … alles funkt heutzutage und ein Schlüsselfinder sollte sich da möglichst etwas weniger Anfällig für zeigen. Mein Tipp ist also, nicht zu wenig zu investieren, sonst nimmt man am Ende genervt die Batterie raus und dann kann man auch gleich das ganze Gerät entsorgen.

Mir war klar, dass ich mehr als einen Schlüssel finden möchte wink Allein dieses Kriterium schränkte die Auswahl deutlich ein. Übrig blieben zwei Geräte, die nicht nur mehr als einen Schlüssel finden können sondern die auch einfach zu bedienen sein sollten. Außerdem sollten sie laut Anwendermeinung keine Fehlalarme produzieren.

Das eine Gerät nennt sich Doro MemoryPlus 335. Es hat vier große Tasten am Suchgerät und kommt mit vier Tags, den Anhängern, die piepen wenn am Sender die entsprechende Taste gedrückt wird. Drei Tags sind für Schlüsselanhänger konzipiert, der vierte ist etwa so groß wie eine Scheckkarte, dabei aber deutlich dicker. Die Anhänger sind verhältnismäßig groß. Mit um die €44,- ist das Gerät verhältnismäßig günstig.

Das andere Gerät nennt sich Loc8tor Pet. Die 8 steht dabei für die englische eight, es wird also wie Locator (Loc-eight-tor) gesprochen. Das Gerät kann bis zu vier Tags finden, wird aber nur mit zwei Tags geliefert. Das Suchgerät ist sehr flach und die Tags sind sehr klein.  Mit um die €80,- ist das Gerät eher in der oberen Preisklasse angesiedelt aber es kann dafür auch etwas mehr. Der Empfänger, also der Tag, fängt nicht nur an zu piepen wenn er gesucht wird, das Suchgerät weiß auch, wie weit der Tag entfernt ist! So kann man sich langsam im Kreis drehen und feststellen, in welche Richtung man gehen muss um den Schlüssel zu finden.

Bei youtube fand ich übrigens zwei tolle Videos, in denen verschiedene Geräte ausführlich vorgestellt und verglichen werden, darunter auch die zwei genannten. Teil 1 und Teil 2.

Loc8tor

Das hatte mich dann überzeugt. Trotz des hohen Preises habe ich den Loc8tor bestellt, in der Hoffnung, dass ich dann später auch mal einen Schlüssel finde, wenn ich nicht genau weiß, ob er irgendwo in der Wohnung oder vielleicht doch noch im Auto liegt. Auch wenn der Schlüssel mal bei einem Reitausflug verloren gehen sollte oder irgendwo auf der großen Weide liegt, habe ich die Hoffnung ihn wieder zu finden, weil ich mit Gerät auch merke, wenn ich mich dem Schlüssel nähere oder mich entferne.

Aber der Reihe nach.

Das Gerät nennt sich Loc8tor Pet, weil es wohl ursprünglich dafür konzipiert wurde, die Tags an seinen Haustieren zu befestigen, z. B. am Halsband der Katze. Ist aber egal, es funktioniert mit Schlüsseln und anderen Gegenständen genauso gut wink

Lieferumfang

Im Karton findet man:

  • Das Suchgerät
  • Zwei Tags
  • Zwei Kunststoffgehäuse für die Tags, die Wasserdicht sein sollen
  • Zwei Gummibändchen zur Befestigung der Tags
  • Eine Halteschale für das Suchgerät, dass entweder an die Wand geschraubt oder mit dem mitgelieferten Klebemagneten an metallischen Oberflächen befestigt werden kann
  • Eine Anleitung in mehreren Sprachen
Ich habe für das Foto eine handelsübliche SD-Karte neben die Tags gelegt, damit man mal einen Eindruck von der Größe bekommt.

Einrichtung

Das Setup ist wirklich simpel. Damit die Geräte nicht mit leeren Batterien ankommen, schützt jeweils ein kleiner Papierstreifen die Batterie. Diese Streifen zieht man einfach heraus, dafür muss kein Gerät geöffnet werden, und schon piepsen sie einmal freudig und sind Bereit für den Einsatz.

Die Tags müssen dem Suchgerät bekannt gemacht werden, schließlich möchte man ja genau seine Tags finden und nicht irgendwelche fremden, nur weil in der Nachbarschaft zufällig jemand dasselbe Geräte nutzt. Diese Anmeldung funktioniert so:

Das Suchgerät einschalten, einen Tag nahe neben das Gerät legen, alle anderen Tags mindestens eine Armlänge entfernt legen, am Suchgerät eine der vier Suchtasten für drei Sekunden gedrückt halten und dann warten, bis das Tag piepst. Fertig. Das wiederholt man für jedes Tag. Zwei Stück werden wie gesagt mitgeliefert, weitere kann man nachkaufen.

Benutzung

Die Anwendung ist nicht nur sehr einfach, sie macht auch noch Spaß smile Gerät einschalten, eine der vier Tasten drücken um den gewünschten Tag zu lokaliseren und kurz warten. Ist der Tag in Reichweite, dann fängt dieser an zu piepsen und das Suchgerät zeigt mit seinen Leuchtdioden an, wie nah man dem Tag bereits ist. Das Suchgerät kann dabei auch mit Pieptönen akustisch anzeigen, wie nah man sich befindet. Die Tonhöhe steigt an und das Intervall wird kürzer, je näher man dem Tag kommt. Das ganze geht in zwei Lautstärken oder, was ich besonders nett finde, auch stumm, denn das Piepen kann schnell nerven. wink Zum einstellen der Lautstärke bzw. zum abstellen des Pieptones genügt ein Druck auf die linke Taste des Suchgerätes.

Man sieht nun also z. B. zwei rote Leuchtpunkte. Nun dreht man sich einmal langsam im Kreis und sieht, wie ein Punkt verschwindet oder sogar ein dritter hinzu kommt. So kann man schon mal die grobe Richtung bestimmen und losgehen. Kommt man dem Tag näher, leuchten immer mehr Dioden. Zu den roten kommen gelbe und schließlich grüne, spätestens jetzt sollte man das zirpenähnliche Piepen des Tags auch hören können und schon hat man den Schlüssel gefunden.

WAF

Der Woman Acceptance Factor scheint bei diesem Gerät sehr hoch zu sein. Als ich das Gerät zu Hause vorstellte, waren die Tags noch vor dem Frühstück mit großer Begeisterung an Schlüsselbund und Autoschlüssel befestigt und wurden auch sofort in der Wohnung versteckt, so dass ich sie gleich einmal zum ausprobieren suchen sollte/durfte. smile Wenn Ihr dieses Gerät also für Eure Frau/Freundin als Geschenk kaufen möchtet, so sehe ich da kein Problem. Sollte bei Euch eher der Mann/Freund der Schussel sein, so macht Ihr ihm mit dem Gerät sicher eine Freude, da es trotz der einfachen Bedienung technisch genug ist, um als tolles Spielzeug durchzugehen. Leuchtdioden in mehreren Farben die leuchten und blinken… und es piepst! smile

Fazit

Wir sind begeistert. Die Zeit wird zeigen, wie lange die Batterien halten, denn wenn diese leer sind, findet man natürlich auch nichts mehr wieder. Ich werde das im Auge behalten und mir zukünftig einfach eine Terminserie zum bestellen von Batterien anlegen – wenn ich erst mal das notwendige Intervall kenne smile

Ich werde nun vielleicht noch einen stärkeren Magneten für die Halteschale suchen, damit ich diese an unserer Magnetfarbenwand befestigen kann. Der mitgelieferte Magnet ist ein normaler Magnet der super an Metall hält, für die schwächere Magnetfarbe aber nicht genug Kraft hat.

Das Gerät ist zwar nicht billig aber für uns immer noch günstig. Wenn ich überlege, wie viele Stunden schon für Schlüsselsuchen verloren gingen und wie oft Schlüssel dann doch nicht gefunden wurden. Diese Zeiten sind nun hoffentlich vorbei und statt Stress gibt es nun etwas Spaß wenn ein Schlüssel gesucht werden soll. Sollte ich über weitere Gegenstände stolpern, die regelmäßig nicht gefunden werden, dann hole ich einfach noch zwei zusätzliche Tags.

Batterien

Nun haben wir den 1. April 2013 und es ist doch kein April-Scherz smile Die Batterien in den Empfängern sind nun leer. Das merkt man natürlich erst, wenn man einen Schlüssel suchen möchte wink In diesem Fall nicht ärgerlich, weil es mir vorher schon klar war – Das Intervall zum Wechseln der Batterien muss man erst einmal ausloten.

Ich würde also sagen, dass man spätestens alle 3/4 Jahr die Batterien in den Sendern erneuern sollte. Es sind Knopfzellen vom Typ AG10. Fallt bitte nicht auf die speziellen Angebote herein, die eine (EINE!) Knopfzelle für den Loc8tor-Sender für über 4 Euro anbieten! In jeden Sender gehören zwei Stück und es gibt Doppelpacks für unter 2 Euro. Sogar 10er Packs für unter 2 Euro habe ich schon gesichtet. Also Augen auf beim Kauf.

Leider machen sich die Sender nicht selbstständig bemerkbar, wenn die Batterien zu schwach werden. Kein Licht-/Ton-Signal. Das ist ein Minuspunkt und gibt Raum für Verbesserung bei neueren Versionen.

10 Kommentare zu “Gesucht? Gefunden! Schlüsselfinder extraordinär

  1. Hallo Boris,
    Sehr interessanter Artikel. Werde ich mir definitiv überlegen. Vielen Dank. Interessant wäre allerdings noch wie weit denn die Reichweite der Geräte ist? Oder hab ich das nur überlesen.

    Liebe Grüße Dominik

    • Die Reichweite konnte ich noch nicht testen. Sie soll zwischen 30 und 130 Metern liegen. Hängt davon ab, wie frei das Gelände ist.

  2. Mir persönlich wäre der Batterie-Bug zu gefährlich. Was ist wenn die Batterie mal vom Empfänger leer ist? Weil man sich doch recht blind auf die Technik verlässt merkt man sich seltener (unterbewusst), wo man den Schlüssel „versteckt“ hat. Dann hat man leicht ein verfrühtes Ostern.
    Ich hoffe natürlich, dass das euch nicht passiert.

    • Das Problem hast Du ja bei jedem Schlüsselfinder – egal ob der nun auf Pfeifen oder auf Funksignale reagiert.
      Daher schrieb ich ja, dass wir jetzt mal ausloten werden, wie lange die Batterien halten. Einfach regelmäßig mal testen. Danach kennt man das Intervall und kann rechtzeitig neue Batterien einlegen, bevor die alten aufgeben :)

      • Wenn sie schlau waren lassen sie die Tags sich irgendwie bemerkbar machen rechtzeitig bevor die Batterie leer ist. So ein Schlüssel (oder Haustier) ist ja die meiste Zeit irgendwo in der Nähe des Besitzers. So ein Tag vorher alle 5 Minuten zirpen oder ein ähnliches Verhalten sollte ja schon als Hinweis ausreichen.

  3. Ich hab da grad was interessantes entdeckt: http://www.thetileapp.com/

    Die Tatsache, dass man sich nach einem Jahr ein neues kaufen muss, weil man die Batterie nicht (selbst) wechseln kann, ist für mich aber ein absolutes no-go in finanzieller und ggf. ökologischer Hinsicht.

    Vielleicht wird es in ferner Zukunft ja mal eine Variante mit per Induktion ladbarem Akku geben…

    • Watt? $19 (jetzt. Später mehr?!) und nach einem Jahr wegwerfen? Übersehe ich da etwas entscheidendes oder ist das totaler Irrsinn? Interessiert das keinen? Wenn ich die erzielte Summe sehe, offenbar nicht.

  4. Gibt es sowas auch für Brillen? Also wo der Sender möglichst klein ist?

  5. Danke für den Beitrag. Leider kenne ich mich – ich verlege das Suchgerät. Für den Locator gibt es anscheinend keine App für iPhone & iPad…

    • Der Loc8tor ist Stand-Alone – ganz ohne Smartphone ;) Taugt also nicht um mit dem Schlüssel das iPhone zu finden :)

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