Online-Galerien mit Verkaufsoption – Übersicht


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Für die Schnellsucher: Es geht hier um einen Vergleich von FotoPortoPro.de, Pictrs.com und Fotograf.de. Es folgt ein ausführlicher Vergleich in Textform. Ganz am Ende gibt es eine umfangreiche Vergleichstabelle smile

22. November 2016 – Ein Nachtrag mit Änderungen und Erweiterungen von Pictrs.

Die Aufgabe

Wer schon mal Fotos gemacht hat die er dann an viele andere Personen verteilen wollte, der kennt die Herausforderung. Man kann unmöglich jedem eine eigene DVD brennen – das funktioniert bei einer Hand voll Freunden aber nicht mehr bei zig oder hunderten Gästen. Kontaktabzüge drucken und eine Sammelbestellung für Abzüge organisieren? Abgesehen vom Aufwand die Bestellungen zu organisieren, die Abzüge zu verteilen und das Geld einzusammeln ist es oft unmöglich jeden Gast nachträglich noch einmal aufzusuchen.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Man macht auf einer Veranstaltung Fotos, drückt den Gästen eine Visitenkarte mit einer Web-Adresse in die Hand, stellt die Fotos nach oder während der Veranstaltung in einer Online-Galerie zur Verfügung und jeder, der mag, kann sich die Fotos nicht nur anschauen sondern auch Abzüge, Poster, Leinwände, Puzzles oder andere Fotogeschenke bestellen. Damit der Fotograf nicht hunderte Ausdrucke selbst anfertigen muss übernimmt das alles ein Dienstleister. Der Kunde bezahlt, bekommt seine Abzüge und der Fotograf den Gewinn ausgezahlt.

Das klingt so einfach und es haben sich auch gleich mehrere Anbieter aufgemacht um diese Aufgabe zu lösen. Bei meiner Suche nach so einem Anbieter stellte sich aber heraus, dass die Aufgabe entweder zu einfach oder doch viel kniffliger ist als man annehmen möchte, denn erstaunlicherweise stolpern alle Anbieter über die ein oder andere Hürde und bei einigen muss ich sogar anzweifeln, dass sie die Aufgabe bzw. die Zielgruppe wirklich verstanden haben.

mehr nach dem Klick

Die Kandidaten

Für mich war es wichtig, dass das gesamte Kundenerlebnis in deutscher Sprache präsentiert wird. Das bedeutet nicht nur eine deutschsprachige Galerie und entsprechendes Impressum, Kontaktformular und Produktnamen sondern auch Bestelldialoge, Warenkorb und Rechnungen in deutsch. Außerdem ist ein deutscher Support von Vorteil, wenn es eben doch mal irgendwo klemmt. Den Lieferzeiten der Produkte ist es auch zuträglich, wenn deutsche Labore genutzt werden oder zur Verfügung stehen.

Nicht erfüllt wurden diese Anforderungen von

Für oypo.de gilt das inzwischen offenbar nicht mehr da die deutsche Übersetzung auf den ersten Blick mittlerweile besser aussieht. Ich habe oypo allerdings für diesen Bericht nicht erneut angesehen. Vielleicht hole ich das noch nach – ansonsten einfach selbst mal nachschauen und mit den einzelnen Punkten aus diesem Bericht vergleichen.

Erfüllt wurden diese grundlegenden Anforderungen von

Genau diese drei Kandidaten habe ich mir genauer angesehen und möchte sie Euch hier vorstellen.

Wem der Text zu lang ist, der kann direkt ans Ende springen, wo eine Vergleichstabelle wartet smile

Ich beleuchte hier im Text verschiedene Aspekte und Funktionen und vergleiche dann diese Anbieter. Ich kann im Text allerdings nicht auf jedes einzelne Detail eingehen, der Text ist auch so schon sehr lang, daher stehen in der Tabelle unter Umständen wichtige Informationen für Euch, die Ihr im Text vermisst habt.

Rechtliches

Die Anbieter unterscheiden sich in der Art wie bzw. wer die Fotos verkauft. Das ist ein feiner und wichtiger Unterschied für den Fotografen.

FotoPortoPro.de tritt als eigenständiger Dienstleister auf. Die Kunden bestellen bei FotoPortoPro und bekommen auch die Rechnung von dort. Der Vertragspartner für den Kunden ist also FotoPortoPro. Der Fotograf bekommt dann regelmäßig die Provision ausgezahlt. Der Vorteil für den Fotografen ist, dass er sich nicht um Zahlungsprobleme kümmern muss und keinen Aufwand bei Reklamationen zu fürchten hat. Er muss sich nicht um eine AGB oder sonstige Details kümmern sondern lädt einfach Fotos zum Verkauf auf die Seite.

Pictrs.com und Fotograf.de haben einen aufwendigeren Weg gewählt um den Wünschen vieler Fotografen gerecht zu werden. Bei ihnen tritt der Fotograf selbst komplett in den Vordergrund. Hier kauft der Kunde über die Plattform des Anbieters direkt beim Fotografen. Vertragspartner für den Kunden ist der Fotograf. Der Vorteil ist der durchgängige Kontakt der Kunden zum Fotografen. Auf den Kundenrechnungen taucht das eigene Logo auf. Allerdings muss der Fotograf jetzt auch eine eigene AGB bereit stellen oder aus einer Vorlage übernehmen. Bei Reklamationen und Zahlungsausfällen ist prinzipiell der Fotograf in der Pflicht. Beide Anbieter versicherten allerdings, dass es bislang extrem wenig Probleme gab und in diesen Fällen immer der Anbieter kulant eingesprungen ist. Dennoch ist es ein Punkt der zu bedenken ist, gerade wenn die Zahlungsformen, wie bei Pictrs.com, nicht frei gewählt werden können.

Disziplinen im Vergleich

Kosten

Auch wenn keiner der Anbieter aus purer Nächstenliebe arbeitet, unterscheiden sich die Kosten, die auf den Fotografen zukommen, deutlich:

  • FotoPortoPro.de verlangt keine monatlichen Grundgebühren. Das bedeutet, dass dem Fotografen keine Kosten entstehen, wenn er in einem Monat mal kein Bild verkaufen sollte. Gerade für die Gelegenheitsaufgaben ist das natürlich ideal. Wird dann doch ein Foto verkauft, so bekommt FotoPortoPro 20% vom eigenen Verkaufspreis. Wird ein Foto also für 5,- verkauft, so bekommt der Anbieter 1,- – von den restlichen 4,- müssen die Grundkosten (Produktionskosten) gedeckt werden. Was danach übrig bleibt, bekommt der Fotograf. 10 GB stehen für die Bilder zur Verfügung. Mehr Platz gibt es auf Anfrage.
  • Pictrs.com war zu Beginn meines Tests ebenfalls ohne monatliche Grundgebühr unterwegs. Das hat sich inzwischen aber geändert. Neukunden zahlen nun 10,- pro Monat und erhalten dafür 10 GB Platz. Wer mehr Platz benötigt kann für 40 Cent pro GB pro Monat aufrüsten. Wird dann ein Foto verkauft, so bekommt Pictrs.com 20% vom gewählten Verdienst. Es wird also nicht vom Verkaufspreis aus gerechnet sondern von der Spanne zwischen Produktionskosten und Verkaufspreis. Je nach Konstellation entspricht dies ca. 10%-17% vom Verkaufspreis.
  • Fotograf.de verlangt ebenfalls eine monatliche Grundgebühr, bietet aber gleich mehrere Pakete an. Die Provision beim Verkauf von Fotos für Fotograf.de bezieht sich hier, wie bei Pictrs.com, auf den errechneten Verdienst. Zum Zeitpunkt meines Tests gab es die Pakete Basis (4,90/Monat, 1 GB, 20%), Standard (14,90/Monat, 10 GB, 15%), Pro (29,90/Monat 50 GB, 13%) und Plus (59,90/Monat, 150 GB, 11%). Wer monatlich mehr bezahlt, der spart also bei der Provision für den Anbieter.

FotoPortoPro gewinnt hier augenscheinlich, da der Fotograf kein finanzielles Risiko eingeht. Von den kostenpflichtigen Anbietern ist Pictrs.com der günstigere und Fotograf.de der teuerste. Diese Aussage alleine wäre aber zu einfach da sich die gebotenen Leistungen auch stark unterscheiden. Man muss im Einzelnen prüfen was man für sein Geld bekommt und was man benötigt. Ob ein Anbieter nun teuer oder am Ende doch preiswert wirkt hängt natürlich auch stark davon ab, wie viele Fotos man verkaufen wird.

Verkaufen

Alben

Alle drei Anbieter unterstützen geschützte Alben. Man kann also einzelne Foto-Sammlungen mit einem Passwort schützen, damit nur bestimmte Kunden Zugriff erhalten. Einzige Ausnahme ist der Basis-Tarif bei Fotograf.de.
Möchte man ein Album richtig unsichtbar machen, so dass es nur über einen bekannten Link aber nicht über die Galerie-Oberfläche aufgerufen werden kann, so gibt es Unterschiede in der Vorgehensweise:

  • FotoPortoPro.de hat eine Option um eine Galerie auf Privat zu setzen. Sie ist dann nur über einen bestimmten Link erreichbar.
  • Pictrs.com hat keine direkte Option für diese Funktion. Man kann Alben zwar unsichtbar machen indem man den Wartungsmodus für ein Album aktiviert, solche Alben sind dann aber auch nicht mehr aufrufbar. Es gibt aber einen Work-Around: Man setzt ein Album auf Wartungsmodus und legt dann sichtbare Unteralben an. Die Unteralben werden nun zwar nicht angezeigt (weil das übergeordnete Album ja unsichtbar ist), sind aber über direkten Link erreichbar.
  • Fotograf.de zeigt Alben generell nicht an, solange sie nicht auf eine bestimmte Seite verlinkt werden. Man braucht also nur einen oder mehrere Alben-Zweige anzulegen die man nicht auf Seiten verlinkt und kann so umfangreiche Privat-Galerien verwalten.

Wasserzeichen

Wasserzeichen gibt es bei allen Anbietern. Bei FotoPortoPro kann es ein Text oder eine Grafik sein, wobei ein PNG-Alphakanal für sanfte Transparenzen nicht unterstützt wird. Bei Pictrs.com kann man einen Text eintragen der dann über das gesamte Bild semitransparent verteilt wird. Fotograf.de bietet die Möglichkeit einen Text oder eine Grafik einzustellen. Außerdem kann man hier pro Album einstellen, ob man ein kleines Wasserzeichen (winzig, unten rechts), ein großes Wasserzeichen (mittig mit Kreuz über dem Bild) oder gar keines möchte.

Foto-Abzüge

Bei allen Anbietern gibt es Fotoabzüge, Poster und Leinwände und alle bieten auch Sonderformate für Panoramen oder Quadrate an.
Fotograf.de bietet auch Acryl, Alu-Dibond und Forex-Platten an, das hat keiner der anderen im Angebot.

Geschenkartikel

  • Bei Geschenkartikeln hat FotoPortoPro die Nase vorn. Tasse, Puzzel, Herzpuzzle, Handytasche, Untersetzer, Schlüsselanhänger, T-Shirt, Babylatz etc. Wer Geschenke anbieten möchte, der bekommt hier viel geboten.
  • Pictrs.com bietet ebenfalls viele Geschenkartikel wie Tasse, Puzzle, Mousepad. Hier gibt es sogar Bierkrüge, Sticker, Textilkalender, Grillschürze und anderes. Allerdings eher weniger Textilprodukte als bei FotoPortoPro.
  • Fotograf.de hat die geringste Auswahl an Geschenkartikeln. Hier gibt es Puzzles und Foto-Sticker. Allerdings auch Passbilder und Bewerbungsbilder.

Download

Für viele Fotografen wichtig: Der Verkauf des digitalen Bildes als Download. Dies funktioniert bei allen Anbietern wobei Fotograf.de hier am flexibelsten ist. Hier kann der Fotograf eigene Download-Produkte anbieten und aus 20 Größen von 100 Pixel bis zur Originalgröße wählen.
FotoPortoPro.de stellt immerhin 7 Größen von 640×480 bis 5000×5000 Pixel zur Verfügung aus denen man wählen kann.
Bei Picts.com gibt es nur 4 Größen von 800 bis 5000 Pixel Kantenlänge zur Auswahl.

Eigene Artikel

Eine Besonderheit bietet Fotograf.de. Hier kann man komplett eigene Artikel einstellen. Bestellt ein Kunde so einen Artikel, so leitet Fotograf.de dies an den Fotografen weiter so dass dieser die Produktion und Lieferung übernehmen kann. Auf diese Weise kann man also alles mögliche anbieten. Entweder besondere Artikel wie Gravuren in Glas oder Holz, Stickereien oder sogar eigene Dienstleistungen wie z.B. ein Fotoshooting oder komplizierte Bearbeitungen von Bildern.

Preise konfigurieren

Bei allen Anbietern kann der Fotograf seine eigenen Preise für gewählte Produkte hinterlegen.

  • Bei FotoPortoPro.de kann man mehrere Preisprofile hinterlegen und diese dann einem Album zuweisen. Erfasst wird der eigene Verkaufspreis, den eigenen Gewinn bekommt man dann angezeigt.
  • Bei Fotograf.de funktioniert es ganz ähnlich. Hier kann man neben einem Haupt-Preisprofil auch pro Album ein Profil anlegen. Unteralben erben das jeweils übergeordnete Profil. Auch hier erfasst man den Verkaufspreis und bekommt den eigenen Verdienst angezeigt.
  • Am elegantesten kann man die Preise bei Pictrs.com konfigurieren. Man kann den Verkaufspreis eintragen und den Verdienst ausrechnen lassen oder man trägt seinen Verdienst ein und lässt sich den Verkaufspreis berechnen. Man kann aber auch pauschal kalkulieren und entweder einen fixen Euro-Betrag oder einen Prozentsatz als Verdienst hinterlegen. In diesem Fall kann man allerdings nicht mehr wählen welche Produkte man anbieten möchte – man bietet dann pauschal alle Produkte an.

Reine Galerie

Manchmal möchte man nur Bilder zeigen aber nicht verkaufen.

  • Fotograf.de bietet hier eine einfache Option um ein Album als unverkäuflich zu definieren. Man bekommt dann die hübsche Fotogalerie ohne Kauf-Knöpfe.
  • Bei Pictrs.com gibt es so eine Funktion nicht. Der Work-Around ist die Anlage eines komplett leeren Preisprofils welches man dann einem Album zuordnet.
  • FotoPortoPro.de bietet diese Möglichkeit nicht.

Zahlungsoptionen

  • Bei FotoPortoPro kann der Kunde per Rechnung, Vorkasse oder PayPal bezahlen wobei der Fotograf pro Album einstellen kann welche Optionen er anbieten möchte. Bei Downloads gibt es grundsätzlich keine Rechnung.
  • Pictrs.com bietet Rechnung, Lastschrift und PayPal. Bei Downloads keine Rechnung dafür aber noch die Option Vorkasse. Der Fotograf hat darauf keinen Einfluss. Wer also nicht auf Rechnung verkaufen möchte, der hat hier ein Problem. Wie gesagt: Bei Pictrs.com ist der Fotograf der Vertragspartner für den Endkunden und bei Zahlungsausfällen auf die Kulanz von Pictrs.com angewiesen oder eben selbst in der Pflicht.
  • Fotograf.de bietet Vorkasse, Lastschrift und PayPal. Der Fotograf hat keinen Einfluss auf die Optionen wobei das hier etwas unkritischer ist als bei Pictrs.com, da alle Optionen bedingen, dass erst das Geld da ist bevor etwas produziert wird.

Registrieren oder nicht

Es ist ungeheuer wichtig, dass ein Bestellprozess für den Kunden so einfach wie nur möglich abläuft. Jeder Klick, jeder Extra-Weg setzt die Hürde höher und verhindert Verkäufe.

  • Hier bildet FotoPortoPro.de das Schlusslicht. Ein Kunde kann hier erst etwas kaufen, wenn er sich registriert hat. Er muss sich ein Passwort ausdenken und die Registrierung abschicken. Dies ist eine extra Schleife im Bestellprozess. Nun weiß ein Kunde aber später sein Passwort nicht mehr, muss dieses erneut anfordern oder sich erneut registrieren etc. Mal eben einen Abzug bestellen ist nicht drin. Das ist die größte Hürde für den Kunden und verhindert meiner Meinung und Erfahrung nach wirksam den Verkauf von Fotos.
  • Pictrs.com und Fotograf.de machen es anders. Hier trägt der Kunde seine Rechnungsdaten ein (Name, Anschrift, Zahlungsart) und bestellt einfach. Keine aufwendige Registrierung, kein Passwort, einfach einkaufen. Vorbildlich.

Guthaben auszahlen

FotoPortoPro zahlt den Verdienst automatisch einmal im Monat aus. Bei Pictrs.com und Fotograf.de kann man die Auszahlung jederzeit manuell anfordern, auch mehrmals im Monat. Pictrs.com schreibt, dass sie innerhalb von 10 Werktagen auszahlen, bei Fotograf.de ist von 3 Werktagen die Rede.

Besonderheiten

Pictrs.com bietet eine besondere Funktion für die Arbeit mit Redakteuren. Hier ist es so, dass Redakteure durchaus mal mehrere Bilder herunter laden um zu prüfen, was am besten zum Text oder ins Layout passt aber am Ende nur ein oder zwei Bilder verwenden. Nun möchten sie natürlich nur diese verwendeten Bilder bezahlen. Pictrs.com bietet für diese Vorgehensweise eine Lösung die wohl erst rudimentär ist aber noch ausgebaut werden soll, wenn genügend Rückmeldungen gekommen sind. Wie das ganz genau abläuft kann ich nicht sagen, da ich diese Funktion weder benötige noch wirklich testen kann.

Präsentieren

Die Präsentation der Bilder ist wichtig und an diesem Punkt unterscheiden sich die Anbieter drastisch.

  • FotoPortoPro.de ist hier am simpelsten gestrickt. Man kann auf der Startseite einen eigenen Text (html) unterbringen. Alben können in Unteralben geschachtelt sein wobei man den „Ordnern“ eigene Fotos zuweisen kann. Die Darstellung der Alben und der Fotos in den Alben wirkt allerdings sehr antiquiert. Ein einfaches Thumbnail-Gitter ohne besonderen Anspruch auf Stil. Unter jedem Thumbnail gibt es eine Bestelloption wobei nur die Fotoabzüge schnell erreichbar sind. Poster, Leindwand, Download sind über extra Symbole zu erreichen. Hier hat sich bei mir gezeigt, dass die meisten Kunden nicht auf die Idee kommen dort zu klicken und somit die Geschenkartikel gar nicht finden.
  • Pictrs.com zeigt ebenfalls Thumbnail-Gitter, sieht dabei aber hübscher aus. Auf der Startseite kann man neben einem eigenen Text (html) auch Alben anzeigen lassen wobei man die Wahl hat einfach alle Alben der Hauptebene zu zeigen, ob es die neusten sein sollen oder ob man bestimmte Alben zeigen möchte um diese zu bewerben. Einen Patzer gibt es bei der Darstellung von Hierarchien da man den „Ordnern“ kein eigenes Bild zuweisen kann sondern stattdessen nur ein grauer Platzhalter gezeigt wird. Dafür werden Alben mit einem wählbaren Titelbild gezeigt und wenn man mit der Maus drüber fährt, so wechselt die Ansicht durch die Bilder des Albums, so wie es Apple auch in der MobileMe-Gallery macht. Unter einem Thumbnail gibt es eine aufklappbare Liste aller Produkte, so dass auch Geschenkartikel in derselben Liste wie die Abzüge und Poster stehen. Das erhöht die Chance deutlich, dass ein Kunde die besonderen Artikel auch findet.
  • Fotograf.de bietet die umfangreichsten Möglichkeiten der Präsentation. Es ist eigentlich mehr ein Baukasten für eine eigene Webseite. Schon bei der Startseite kann man sich entscheiden, ob man nun eine Diashow, eine Galerieübersicht oder Text mit Bildern etc. anzeigen möchte. Man kann Seiten für Alben anlegen und diese beliebig im Haupt- oder Untermenü einsortieren und beliebig tief schachteln. Bei Hierarchien kann man zwar ebenfalls kein Ordner-Bild wählen, hier wird aber automatisch ein Mosaik aus den Titelbildern der untergeordneten Alben erzeugt. Ein Album zeigt die Thumbnails wahlweise als Gitter, als Gitter mit nebenstehendem größeren Bild oder als Fotowall. Es gibt dabei keine Seiteneinteilungen sondern die Seite lädt beim scrollen automatisch nach. Ein Kunde kann so einfach immer weiter nach unten rollen um immer mehr Fotos zu sehen. Die bestellbaren Artikel erscheinen nach Laboren getrennt (Namen dafür können selbst vergeben werden) aufgelistet auf einer extra Bestellseite auf der auch Zuschnitte einfach vorgenommen werden können.


Mobile Geräte

  • FotoPortoPro ist am iPhone im Grunde nicht bedienbar. Die Seiten werden zwar angezeigt aber wirklich bestellen wird man auf diesem Wege eher nichts.
  • Pictrs.com hat derzeit ebenfalls keine spezielle mobile Seite. Prinzipiell ist die Bedienung am iPhone möglich aber es ist dermaßen unhandlich, dass man so wohl eher nichts bestellen wird. Eine optimierte Ansicht soll aber im Ausbau sein.
  • Fotograf.de ist derzeit am iPhone nicht nutzbar. Die Galerie lässt sich zwar anzeigen und selbst eine Diashow am Startbildschirm läuft mit Übergangsanimationen. Die Bestellseite ist aber unbenutzbar auf einem iPhone. Allerdings ist eine richtige mobile Ansicht in Arbeit die dann sehr schnell lädt und für kleine Displays angepasst ist. Ich durfte einen ersten Blick darauf werfen und es sah sehr vielversprechend aus.

Einbindung in eigene Webseite

Einige Fotografen haben bereits eine eigene Webseite und möchten ihre Fotos darüber vertreiben. Oder es gibt Webseiten von Veranstaltern über welche die eigenen Fotos verkauft werden sollen. Es stellt sich also die Frage, ob und wie man seine Alben mit Bestellfunktion in andere Webseiten einbinden kann. Da ich diese Funktion bisher nicht benötigt habe, kann ich nicht aus eigener Erfahrung berichten sondern nur wiedergeben, was die Anbieter schreiben.

  • FotoPortoPro.de bietet diese Möglichkeit nicht. Die Galerie ist über (Name).fotoportopro.de oder über (Name).ilovephotos.de erreichbar.
  • Pictrs.com bietet die Möglichkeit über iFrame oder über ein Frameset wenn die eigene Domain genutzt werden soll. Ansonsten ist die Galerie erreichbar über www.pictrs.com/(name). Eine eigene Domain soll auf Anfrage machbar sein.
  • Fotograf.de bietet ebenfalls die Möglichkeit eines iFrame. Außerdem die Möglichkeit einer DNS-Weiterleitung zur Nutzung der eigenen Domain. Ansonsten ist die Galerie über (Name).fotograf.de erreichbar.

Werbung vom Anbieter

Alle Anbieter bringen irgendwo auf der Galerieseite, mal mehr mal weniger prominent, einen Hinweis auf sich selbst unter. Diese Eigenwerbung kann man bei allen Anbietern auch entfernen.

  • Bei FotoPortoPro.de genügte eine Verlinkung zum Anbieter von einer meiner anderen Webseiten. Ein kurzer Hinweis an den Support und die recht plakative Eigenwerbung (ein Banner im Seitenfuß) war verschwunden.
  • Pictrs.com möchte für diese Funktion zusätzlich €10 pro Monat haben. Da diese Option bereits zur Zeit des kostenlosen Angebots bestand habe ich extra noch einmal angefragt, ob es jetzt trotz monatlichen Grundbetrags weitere €10 kostet um den Link zu pictrs.com zu entfernen. Die Antwort war eindeutig: Ja. Wer also jetzt bei Pictrs.com einsteigt und keinen Link zum Anbieter in der eigenen Galerie sehen möchte, der zahlt schon €20 im Monat.
  • Fotograf.de hat zwar bisher keine Option zum ausblenden des Links im Seitenfuß aber man kann diesen per CSS ohne Extrakosten ausblenden. Zukünftig könnte es eine Option dafür geben oder der Link entfällt komplett.

CSS-Text um den Fotograf.de-Link am Seitenende auszublenden:

a.fotograf {
display: none;
}

span.fotograf {
display: none;
}

Suche

  • FotoPortoPro.de sucht nur nach Album-Namen und den selbst hinterlegten Stichwörtern pro Album. Fotos können nicht direkt gefunden werden. EXIF, IPTC werden nicht unterstützt.
  • Pictrs.com findet sowohl Alben als auch Fotos und zwar anhand von Album-/Bildname und von Stichwörtern aus IPTC
  • Fotograf.de unterstützt ebenfalls die Stichwörter aus IPTC, findet Alben und Fotos auch nach Namen und bietet die Möglichkeit eigene Stichwörter für Alben zu hinterlegen. Die Suche kann dabei optional auf bestimmte Alben begrenzt werden. Sehr clever gelöst.

Bilder Upload

  • Bei FotoPortoPro.de kann man Bilder entweder einzeln über eine http-Oberfläche hochladen oder ein ganzes Album mit vielen Bildern über einen Java-Uploader im Browser-Fenster füttern. Beides funktionierte bei mir zuverlässig.
  • Pictrs.com bietet pro Album einen Flash-Uploader mit dem ich unter Google-Chrome aber so meine Probleme hatte, da hier nicht beliebig viele Dateien gewählt werden können. Wählte ich zu viele Bilder (ich habe sie nicht gezählt aber es waren über 100), so geschah einfach gar nichts. Mit Firefox gab es keine Probleme.
    Besonders gut gefallen hat mir aber der FTP-Upload. Hier kann man auf einen Schwung mehrere Ordner mit vielen Fotos hoch laden. Das FTP-Verzeichnis kann dann im Admin-Interface auf einer Album-Ebene importiert werden. FTP-Ordner werden dann zu Unteralben des gewählten Albums.
  • Fotograf.de bietet derzeit (September 2011) nur einen Flash-Uploader im Browser auf Album-Ebene mit dem es unter Google-Chrome die gleichen Probleme gibt wie bei Pictrs.com, mit Firefox läuft alles. Ein FTP-Upload soll laut Fotograf.de voraussichtlich im Oktober 2011 folgen. Worauf ich mich auch schon besonders freue ist ein direkter Lightroom-Export zu Fotograf.de der ebenfalls voraussichtlich im Oktober 2011 folgen soll. Das wäre ein Komfort-Plus gegenüber Pictrs.com und FotoPortoPro.de. Ich bin gespannt wie dieser Export aussehen wird.

Design

Alle Anbieter sind durchgängig mit deutscher Oberfläche verfügbar. Einzig Pictrs.com bietet zusätzlich noch eine englische Oberfläche. Der Fotograf kann auch seine Alben zweisprachig anlegen.

  • FotoPortoPro.de bietet 3 einfache Layoutvorlagen die sich mit 10 Farbvorlagen variieren lassen. Die Farben können aber auch selbst eingestellt werden. Man kann einen eigenen Seitenkopf (Grafik) hochladen.
  • Picts.com hat mit der Version 2 in die Vollen gegriffen und bietet 32 Layout-Vorlagen an, die sich größtenteils in Farbe und Hintergrundgrafiken unterscheiden. Diese Vorlagen können direkt in der Galerieansicht variiert werden indem man aus verschiedenen Farb-, Hintergrund- und Schrift-Variationen wählt. Eigene Farben kann man allerdings nicht mehr definieren und auch der Zugriff auf CSS ist entfallen. Der Seitenkopf kann geändert werden (Text oder Bild).
  • Fotograf.de bietet 7 Layoutvorlagen die man jeweils anpassen kann in Schriftfarbe, Kontrastfarbe, die Schriftart und -Größe kann gewählt werden und das Hintergrundbild kann optional abgeschaltet werden. Ein eigener Seitenkopf ist möglich (Text oder Grafik). Außerdem kann man über CSS Einfluss auf das Design nehmen um bestimmte Dinge auszublenden oder einzufärben etc. Wem das nicht genügt, für den gibt es auch einen Design-Service. Für €750 Netto kann man sich sein komplett individuelles Design erstellen lassen. Klingt für den Hobby-Fotografen vielleicht teuer, für den Profi ist das eher ein traumhaft günstiges Angebot wenn man mal normale Tagessätze berücksichtigt

Statistik

Natürlich möchte man wissen ob man etwas verkauft. Interessant ist es aber auch zu wissen wann und was man so verkauft. Wann sind die umsatzstarken Monate? Welche Fotos gehen besonders gut? Welche Galerien ziehen gar nicht?

  • FotoPortoPro.de zeigt einfache Umsatzzahlen für die letzten zwei Tage und Gesamt. Der letzte Monat ist als Balkengrafik zu sehen und ein 30 Tage Umsatztrend als Kurvengrafik ist verfügbar. Insgesamt nicht viel, aber besser als nichts. Man sieht allerdings keine Details und weiß nicht, welche Galerien oder Fotos besonders gut laufen.
    Es gibt aber eine schöne Übersicht über die Kunden die bisher etwas gekauft haben.
  • Pictrs.com hat die umfangreichsten Statistiken. Umsatzzahlen sind für den letzten Tag, die letzte Woche und den letzten Monat verfügbar, es gibt eine Liste der meist verkauften Bilder und der umsatzstärksten Alben wobei der Auswertungszeitraum frei gewählt werden kann. Eine Kurvengrafik zeigt verschiedene Daten für den Tag/Woche/Monat an. Optional kann noch Google-Analytics eingebunden werden.
    Eine Kundenübersicht gibt es bisher nur im Beta-Stadium, eine einfache Liste der E-Mail-Adresse der Kunden.
  • Fotograf.de muss hier noch kräftig aufholen denn Statistiken gibt es im Grunde gar nicht. Es gibt nur den aktuellen Kontostand aber keine Übersicht über verschiedene Zeiträume oder gar für Alben oder Fotos. Fotograf.de ist sich dieses Mankos allerdings bewusst und wird sicher zukünftig auch Statistiken anbieten. Welche und wann ist mir allerdings nicht bekannt.

Support

  • FotoPortoPro.de ist per E-Mail und telefonisch erreichbar wobei die Telefonnummer eine normale, berliner Nummer ist, also keine teure Sondernummer. Der Support war immer sehr schnell und sehr nett. Vor allem aber auch wirklich hilfreich. Wird mal ein Produkt bestellt, dass gerade nicht lieferbar ist, so ruft der Support beim Kunden an und klärt mit ihm direkt, wie vorgegangen werden soll. So waren z.B. bestimmte T-Shirt-Farben nicht mehr verfügbar und es wurde direkt am Telefon geklärt, ob eine andere Farbe gewünscht ist oder ob der Artikel storniert werden soll. In einem Fall wurden sogar extra die gewünschten T-Shirt-Farben besorgt, obwohl sie eigentlich nicht mehr lieferbar waren… Das ist zwar ein sehr netter Zug gewesen, das eigentlich Problem war aber, dass die Farbe überhaupt noch zur Wahl stand. Es scheint also etwas am Abgleich des Produktangebotes mit den Daten in der Online-Galerie zu fehlen. Man muss aber fairerweise sagen, dass dies nicht an der Tagesordnung ist.
  • Pictrs.com ist nur per E-Mail bzw. Kontaktformular auf der Webseite zu erreichen. Die Antworten kamen immer schnell und meine Fragen wurden auch alle hilfreich beantwortet. Weitere Erfahrungen habe ich noch nicht, da ich diesen Dienst bisher nur kurz genutzt habe.
  • Fotograf.de ist per E-Mail und telefonisch erreichbar. Wer das Plus-Paket gebucht hat, der bekommt sogar die Handy-Nummern der Firmengründer und hat so einen direkten Draht. Das habe ich vorher auch noch nirgends gesehen. Meine Fragen wurden schnell und hilfreich beantwortet, Fehler, die ich gemeldet habe, wurden sehr schnell behoben. Insgesamt wirkt Fotograf.de derzeit sehr aktiv und dankbar für Vorschläge. Kundenerfahrungen habe ich noch keine, da ich diesen Anbieter als letztes in meine Testreihe aufgenommen habe und das Angebot noch nicht beworben habe.

Fazit

Schaut man sich die Systeme, vor allem das Admin-Interface für den Fotografen und die Darstellung der Fotos für den Kunden an, so stellt man fest, dass die Anbieter auch nicht zaubern können. Web-Entwickler kosten Geld und wenn ein Anbieter keine festen Grundeinnahmen hat, dann geht dies deutlich zu Lasten der Software und somit der Bedienung.

FotoPortoPro.de wirkt antiquiert und es gab seit gut einem Jahr kein Update. Das letzte Update davor brachte überhaupt erst u.a. Untergalerien und die Suchfunktion. Der Bestellvorgang hat immer wieder das Problem, dass nach einer Produktwahl die Seite ganz nach oben springt und der Kunde so wieder nach unten scrollen muss. Je nach Sicherheitseinstellungen im Internetexplorer funktioniert die Kundenregistrierung oder -Anmeldung gar nicht. Dass sich Kunden überhaupt erst registrieren bzw. später wieder einloggen müssen wirkt abstoßend für viele Kunden. Ich mag es selbst nicht, wenn ich ein kleines Kabel oder einen Stecker online kaufen möchte und mich dafür erst umständlich registrieren muss. Ich hasse es daher, dass ich meinen Kunden genau das vorsetzen musste, was ich selbst nicht mochte. Das war für mich dann auch der Ausschlag nach Alternativen zu schauen.
Auf der anderen Seite gibt es bei FotoPortoPro.de kein finanzielles Risiko. Verkauft man keine Fotos, so hat man auch keine Kosten. Außerdem gibt es das größte Angebot an Geschenkartikeln.

Pictrs.com wirkte schon in Version 1 viel moderner und hat jetzt, mit Version 2, noch mal einen Schub nach vorne gemacht. Offenbar arbeitet man gerade stark an der Oberfläche und so etwas kostet Geld. Daher wohl auch die Entscheidung für den monatlichen Grundbetrag. Die Darstellung von Untergalerien ist schlecht gelöst, da hier nur Platzhalter-Bilder verwendet werden die man nicht tauschen kann. Das Admin-Interface wird hoffentlich auch in Angriff genommen denn es wird schnell unhandlich wenn man eine große Anzahl von Galerien einstellt. Das Produktangebot ist gut, könnte aber umfangreicher sein. Sehr gut gelöst ist der Bestellvorgang für Kunden. Der Support antwortet schnell auf Anfragen.
€10 pro Monat ist allerdings schon eine Hausnummer. Es hängt wirklich vom Kundenkreis und den eigenen Verkaufspreisen ab, ob sich das für den einzelnen Fotografen rechnet. Ich habe den Vorteil, dass ich mit dem Test kurz vor der Version 2 angefangen habe und so als Bestandskunde zähle. Als solcher zahle ich zunächst einmal nur €1 pro Monat und damit kann ich leben. Zumindest kann ich so heraus finden, ob zukünftig mehr Leute bestellen wenn sich erst einmal herum gesprochen hat, dass der Vorgang sehr viel einfacher geworden ist – so ganz ohne Registrierung und mit Lastschrift muss der Kunde außer Bilder anklicken nichts mehr tun.
Ein großer Patzer im Angebot ist meiner Meinung nach, dass noch mal zusätzlich €10 pro Monat fällig werden, wenn man den Werbelink zu pictrs.com von den eigenen Seiten entfernen möchte.

Fotograf.de ist der jüngste Anbieter und hat die modernste und flexibelste Oberfläche. Ein Fotograf wird vermutlich gar keine eigene Webseite mehr benötigen sondern kann alles über seine Seiten bei Fotograf.de realisieren – Fehlt eigentlich nur noch eine Blog-Funktion und es würde mich nicht wundern, wenn so etwas bereits auf der ToDo-Liste von Fotograf.de steht. Das Admin-Interface ist aufgeräumt und auch mit sehr vielen Galerien noch bedienbar. Allerdings kann Fotograf.de nicht in allen Punkten so weit sein wie der Mitbewerb, hier ist der Anbieter aber dabei das Angebot Stück für Stück auszubauen und zu verbessern und man hört sehr genau auf die Wünsche der Fotografen. Das Produktangebot für den Kunden könnte umfangreicher sein, die Konfiguration der Angebote über die verschiedenen Labors könnte transparenter sein. So gibt es z.B. Poster und Leinwände bei zwei Labors die aber unterschiedlich viel kosten und zu unterschiedlichen Versandkosten führen. Mir als Fotograf war beim konfigurieren der Preise und Produkte nicht klar worin der Unterschied besteht und wofür ich mich entscheiden soll.
Beim Bestellvorgang gibt es einen großen Patzer im Arbeitsablauf der aber laut Fotograf.de behoben werden soll: Klickt man auf ein Bild um dieses zu Bestellen, gelangt man auf eine neue Seite. Hat man Produkt und Stückzahl gewählt und möchte nun zurück zur Galerie, so landet man wieder ganz oben in der Galerie und nicht dort, wo man zuletzt war. Da die Galerie keine Seiteneinteilung hat sondern dynamisch endlos nachgeladen wird, ist dieser Umstand doppelt problematisch weil man so unter Umständen sehr weit scrollen muss und nicht genau weiß, wie weit man schon war.
Statistiken und Kundenlisten gibt es im Grunde noch nicht aber hinter den Kulissen wird kräftig gearbeitet und der Support reagiert schnell. FTP-Upload, Lightroom-Export, mobile Webseite und viele andere Dinge sind offenbar gerade in der Pipeline und werden hoffentlich zeitnah umgesetzt.
Bleibt, wie bei Pictrs.com, der Preis. für ca. €15 pro Monat hat man denselben Platz wie bei den anderen beiden Anbietern. Allerdings kann man seine ganze Galerie dabei sehr flexibel mit beliebigen Seiten aufbauen und zusammenstellen, Menüs konfigurieren etc. Für viele Fotografen könnte das bedeuten, dass sie gar keine eigene Webseite mehr benötigen sondern alles über Fotograf.de erledigen. Wenn das zutrifft, dann erscheint der monatliche Preis plötzlich nicht mehr so hoch.

Welchen Anbieter man nun also wählt hängt sehr vom eigenen Anforderungsprofil ab. Ich möchte weg von FotoPortoPro.de weil ich meinen Kunden die Zwangsregistrierung nicht mehr zumuten möchte und ich immer wieder Rückmeldungen erhalte von potentiellen Kunden die nicht in der Lage waren eine Bestellung dort aufzugeben.
Meine erste Wahl war dann Pictrs.com – als sie noch ohne monatlichen Grundpreis auskamen war es eine 1:1 Alternative zu FotoPortoPro, nur dass dort ohne Registrierung bestellt werden konnte. Nun, da es kostenpflichtig ist, kann man sich auch Fotograf.de mal anschauen, die vom Auftreten und Design noch moderner wirken. Allerdings fehlen bei Fotograf.de noch einige Dinge wie der FTP-Upload und gute Statistiken und der Bestellvorgang muss meiner Meinung nach noch etwas runder gestaltet werden.

In einigen Punkten ist also Pictrs.com vorne, in anderen Fotograf.de. Sobald Fotograf.de die fehlenden Funktionen nachliefert sind sie definitiv mein Favorit, da hier auch das Admin-Interface wesentlich handlicher ist mit vielen Alben.

Bonus

Nur ganz kurz zu den möglichen Alternativen:

  • Zenfolio.com. Kostet mindestens $100 bzw. $150 pro Jahr (entspricht $8,33 bzw. $12,50 pro Monat) wenn man selbst verkaufen möchte. Englischsprachig. Unbegrenzter Speicherplatz.
  • SmugMug.com. $150 pro Jahr (entspricht $12,50 pro Monat) wenn man zu eigenen Preisen verkaufen möchte. Englischsprachig. Unbegrenzter Speicherplatz.
  • photocrati.com WordPress Template mit Shop-Funktion; Gut, wenn man selbst die Artikel/Abzüge produzieren und versenden möchte; $89 mit einem Jahr Update-Garantie. Weiteres Jahr Updates für $39; Nicht klar, ob nur englisch, vermutlich schon

Nachtrag

Das Marketing von Pictrs ist auf Zack, hat diesen Beitrag gefunden und mich darauf hingewiesen, dass sich inzwischen einiges getan hat. Ich habe dies nicht überprüft bzw. die neuen und geänderten Funktionen nicht ausprobiert. Da dieser Beitrag aber noch immer häufig gefunden wird, möchte ich diese Information gerne weitergeben.

Zitat von Pictrs:

“Ich möchte dir gern mitteilen, dass sich in der Zwischenzeit bei uns viel getan hat!
Einige deiner Kritikpunkte im Vergleich zum aktuellen Stand habe ich hier noch einmal herausgestellt.

– Freetarif ist möglich, Speicherplatz: 2 GB
– Passwortschutz für Galerien: in jedem Tarif verfügbar
– Wasserzeichen: Text oder Grafik möglich, Transparenzstufen/Größe nach Wahl
– im Sortiment: Acryl, Alu-Dibond, Forex-Platten, FineArt Hahnemühle uvm.
– Downloads: 9 verschiedene Größen und Einsatzbereiche zur Auswahl
– reine Galerie zum Zeigen: Ist mit unserer Funktion „Feedback-Galerie“ möglich oder durch die Einstellung „unverkäuflich“
– Zahlungsoptionen: Fotograf wählt zwischen Rechnung, Lastschrift, PayPal, Kreditkarte (keine Mehrkosten)
– mobile Seite optimiert
– eigene Domain buchbar
– White Label Lösung im Profi- und Ultimate-Tarif inklusive

Zusätzliche Funktionen, in allen Tarifen nutzbar:

QR-Code-Tagging
Startnummernsuche
Zugang für Redakteure
Vorbereitungsmodus”

Vergleichstabelle


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33 Kommentare zu “Online-Galerien mit Verkaufsoption – Übersicht

  1. Boris, das ist der Hammer! – Sehr, sehr coole Übersicht. Vielen Dank, dass du das mit der Welt teilst!

  2. von mir auch ein großes Lob und Dankeschön

  3. Krass! Da hast Du Dich mal wieder selbst übertroffen!
    Danke für die Arbeit, die Du mir da abgenommen hast!

  4. WOAH! Arbeitest du jetzt bei Stiftung Warentest? Echt umfangreicher Vergleichstest! Danke!

  5. Pingback: #241 - Vierdreizittel | Happy Shooting - Der Foto-Podcast

  6. Sehr cool!!
    Danke für die viele Arbeit!

  7. Klasse Aufstellung ! Vielen Dank !
    Komme´ hier nun öfter vorbei :)

  8. Super Aufstellung,
    auch von mir „Vielen Dank“

  9. Wolfgang

    Ich schließe mich den anderen an und bedanke mich für die Mühe die Du dir gemacht hast.
    Suche seit mehreren Jahren nach einer Alternative für Zenfolio (weil die seit Jahren keine Möglichkeit zu Lokalisierung zustande kriegen, egal wie viele Fotografen danach fragen) und Fotograf.de scheint mir in Ansätzen eine solche zu sein.

    Bei der Preisgestaltung müsste sich noch etwas tun.

    Zum Vergleich:

    – Zenfolio Premium Business_€ 150/Jahr = € 12.50/Monat_unlimitierter Speicherplatz
    – fotograf.de Plus_€ 538,80/Jahr = € 44,90/Monat_begrenzter Speicherplatz

    Servicegebühren sind etwa gleich. Dieser Unterschied ist nicht unwesentlich zumal die Entwickler ja sowieso in ihrer Muttersprache arbeiten und das gesamte Konzept solcher Seiten mussten Sie auch nicht erst erfinden.

    Vielleicht entdecke ich ja noch Funktionen die den Preisunterschied rechtfertigen ;-)

  10. Hey Boris,

    auch von mir ein goßes Dankeschön für die Mühe. Ich stehe grad selbst vor der Wahl und habe so ziemlich die gleichen Ansprüche. Der Artikel ist schon was älter, gibt es inzwischen neue Erkenntnisse oder Erfahrungen?

    • pictrs.com war glaube ich 2x down (Wartungsarbeiten oder so) als ich es nutzen wollte. Ansonsten lief es gut. fotograf.de hatte keine Auffälligkeiten, FTP und LR-Plugin gibt es inzwischen, meine Erfahrungen damit sind aber durchwachsen, was aber auch an meinem FTP-Client (ForkLift) liegen kann. Dem bin ich noch nicht auf die Spur gekommen.

  11. Pingback: Mein eigener kleiner Laden | Just some word's and pictures...

  12. Dieses Jahr wird fotolia, indivstock, istock und ein Bildershop in Angriff genommen.
    Bei den Shopanbietern war ich total überfragt. Großes Dankeschön für den super Text.

  13. Ich dachte stets, dass es sich dabei um eine selbstprogrammierte Sache handelt und habe dabei auch eine selbst programmieren lassen. Naja, nun ist sie dafür genau wie ich es mir gewünscht habe!

  14. Vielen Dank für diesen super Vergleich! Gerade für mich als Hochzeitsfotograf stellt sich immer wieder die frage wie mache ich den Gästen die Daten zugänglich. In Deinem Vergleich hast Du echt ganze arbeit geleistet, jetzt fällt die Wahl nicht mehr ganz so schwer!
    1000 Dank & vg

    • Hallo Rüdiger,
      gerade für Hochzeitsfotografen stellen wir demnächst eine sehr praktische Funktion für alle Fotografen bereit, die den Hochzeitsgästen die Fotos kostenlos als Direktdownload anbieten möchten.

      Grüße
      Markus
      fotograf.de

  15. David Wendt

    Eine Alternative ohne Laboranbindung und Provision bieten wir unter portraitbox com.
    Könnt Ihr gerne mal ausprobieren.

    Gruß
    David

  16. Vielen Dank Boris, für diese Wahnsinns Arbeit, die du dir mit dem Vergleich gemacht hast. Ist zwar inzwischen schon etwas alt, aber immer noch hilfreich ;) Ich nutze fotograf.de als Hochzeitsfotograf für meine Kunden, und bin sehr zufrieden. Da dort ständig an Verbesserungen gearbeitet wird.

    Ich werd mal auf deiner Seite stöbern ;)
    Lieben Gruß,
    Frank

  17. Pingback: #344 – Digitale Sau | Happy Shooting - Der Foto-Podcast

  18. Hallo,

    supergute Info hier! Ich suche nach einer deutschen Alternative zu Zenfolio oder Smugmug – gibt es inzwischen eine?

    Seit wann gibt es Fotograf.de?

    Lieben Gruss,

    Christine

  19. Hallo Boris,

    auf der Suche nach einem geeigneten Shop-System (zum Verkauf von Wandbildern, Poster etc.) bin ich auf diesen fantastischen Artikel gestoßen! Vielen Dank für diesen umfangreichen Vergleich.

    Ich sehe, dass Du dich letztendlich für fotograf.de entschieden hast. Darf man fragen, was den Ausschlag gegeben hat bzw. wie Dein abschließendes Fazit ausfällt?

    Gruß Patrice

    • Ich habe seit langer Zeit nichts mehr darüber verkauft. Möglicherweise nutze ich das nächste Mal wieder Fotograf.de, ich habe aber auch Accounts bei pictrs und FotoPortoPro. Fotograf.de hat mir ein gutes Angebot gemacht, da wäre ich blöd gewesen, wenn ich es nicht genutzt hätte :) Es läuft gut und die Kunden kamen seinerzeit sehr gut damit zurecht.

  20. Ahh, danke für Deine Antwort! Habe ich das so richtig verstanden?

    „Ich habe seit langer Zeit nichts mehr darüber verkauft.“ Du meinst fotograf.de?

    „ich habe aber auchAccounts bei pictrs und FotoPortoPro.“ Wie geht das? Es geht doch nur ein Shop pro Webseite? Oder meinst Du, dass evtl. ein anderes Shop-System mehr zu Käufen animiert, als das andere?

    • „Nichts verkauft“ liegt nicht an der Plattform sondern daran, dass ich keine Aufträge mehr habe, die über diese Weise funktionieren. Ich hatte keine Veranstaltungen mehr bei denen ich darauf hoffe, dass irgendwer kauft :)

      Andere Accounts: du kannst doch so viele nutzen wie du magst? Du musst nur den Kunden den richtigen Link zu Deinen Kaufgalerien geben :)

  21. Vielleicht es nicht verkehrt einen Vergleich auch von https://fotografen-shopsystem.de hier mit aufzunehmen. Die machen das ganze ohne Servicegebühren, allerdings ist der Preis für die Software einmallg und nicht plattformgebunden. So wie ich das auf der Webseite gesehen habe eigent sich das System erst mal nur die Fotostudios, hat aber auch schon ne Menge an Funktionen.

    • Passt nicht zu meinem Test – Das Shopsystem muss auf eigenem Webspace installiert und gepflegt werden, für viele Fotografen nicht das, was sie machen möchten ;) Der Test beschäftigte sich mit einem kompletten Service bei dem der Fotograf nichts weiter zu tun hat, als Bilder hochzuladen und Preise einzustellen.

      Da verweise ich mal an Sven, der hat sich selbst gehostete Lösungen angesehen und vergleichen. Alle Links siehe: http://www.nsonic.de/blog/2013/10/welche-galerie-darf-es-denn-sein/

  22. Hey,

    unser Fotografen-Shop arbeitet jetzt auch mit integrierter Labor-Anbindung (xPressLAB und PixelFotoExpress) jedoch ohne prozentuale Servicegebühren und Umsatzbeteiligungen von bis zu 20%. Schaut Euch mal portraitbox an: http://www.portraitbox.com

    Gruß
    David

    • Das hätte ich normalerweise als Spam aussortiert – ich habe mal ein Auge zugedrückt.
      Günstig ist das allerdings nicht wirklich. Kostenlos ist arg begrenzt (500MB, 4 Kunden, keine Downloads, …) – Wirklich los geht es erst ab 19,-/Monat zzgl. 5,- für Labor-Anbindung?
      Das würde ich mal unter eher hochpreisig verbuchen. Für mich komplett uninteressant. Ich lass es aber mal drin – wenn jemand wirklich viel Umsätze/Verkäufe mit Foto-Verkauf hat, mag es ja eine gute Lösung sein.

  23. Hallo liebe Community,

    bei uns hat sich inzwischen Einiges getan, schaut doch mal wieder bei uns vorbei! :)

    Viele Grüße

    Sarah vom Pictrs-Team

  24. Vielen Dank für den Artikel,
    ich suche eher ein komplettes Paket – Blog mit Shopfunktion. Ich habe zwar eine Homepage mit WordPress, würde aber gerne auf einen Anbieter setzen der alles in einem hat.

    Vielleicht hast du einen Tipp für mich oder kannst etwas zu fotograf.de sagen (gibt es dort einen brauchbaren Blog)

  25. Schöner Artikel. Ganz herzlichen Dank dafür!!

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