iPod: On The Road – Ins Auto, aber wie?

Wenn man sich erstmal die Mühe gemacht hat seine komplette CD-Sammlung in iTunes einzulesen und sie nun auf dem iPod immer zur Verfügung hat, dann stellt sich einem schnell die Frage: „Wie bekomme ich das jetzt ins Auto?“. Nun, dafür gibt es verschiedene Lösungsansätze.

Die CD-Sammlung ist also auf dem iPod angekommen. Nun kann man seine Lieblingssongs bequem hören – entweder unterwegs mit den Ohrhörern oder über die Dockingstation die an einer Stereoanlage angeschlossen ist.
Aber was ist mit dem Auto? Wie kann man auch im Auto seine Stücke genießen?

Lösungen dafür gibt es viele. Alle mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Ich zähle einfach mal ein paar auf. Sollte ich einige vergessen, dann schickt mir einfach eine Mail – ich ergänze dann gerne.

Wo kommt der iPod hin?
Das ist die erste Frage die man sich stellen sollte. Das Auto ist zwar groß, aber wo soll der iPod hinkommen? Soll er ans Armaturenbrett? Soll er an die Mittelkonsole? Oder ins Handschuhfach?

Wichtig ist auch der unterschied zwischen einer aktiven und einer passiven Halterung. Mit „aktiv“ meine ich, dass der iPod in die Halterung gesteckt wird und dann automatisch mit Strom und Audio verbunden ist. Mit „passiv“ meine ich, dass es eine „nackte“ Halterung ist. Um etwas zu hören muss man noch manuell ein Kabel an den iPod stecken.

Eine aktive Halterung sehe ich auf alle Fälle als großen Vorteil. Es erspart einfach das zusätzliche „Gefummel“ mit einem Kabel (und glaubt mir, am Anfang ist das noch alles einfach und toll, aber nach dem 20sten Mal Kabel stecken ist man genervt – ich kenne das von meinem PocketPC der als Navigationssytem dient)

Handschuhfach
Am einfachsten ist die Handschuhfach-Lösung. Klappe auf, iPod rein, Klappe zu. bigsmile Aber schön ist es nicht. Außerdem rutscht er dort womöglich umher und wir wollen nicht vergessen, dass das Gerät eine Festplatte hat – Stöße sind also nicht unbedingt willkommen.

Dennoch kann man sich natürlich etwas basteln um den iPod sicher im Handschuhfach unterzubringen. Die Idee wäre, dass ein Kabel (Strom, Audio) von hinten ins Fach geführt wird und dann im Fach eine kleine Dockingstation verbaut wird.

Ich bin nicht so der große Bastler, daher habe ich von dieser Lösung Abstand genommen. Abgesehen davon ist mein Handschuhfach voll wink
Vorteile:

  • versteckter Einbau (von außen nicht sichtbar für Langfinger)
  • Saubere Kabelverlegung da alles versteckt ist
  • Je nach Basteltalent wäre eine aktive Halterung möglich

Nachteile:

  • Mir ist keine Fertiglösung bekannt. Es ist also nur was für echte Bastler
  • Das Display ist während der Fahrt nicht ablesbar (wer hat schon ein gläsernes Handschuhfach?)
  • Das Gerät ist nicht bedienbar (zum nächsten Titel springen oder ähnliches ist nicht drin ohne gefährliche Akrobatik)

Cup-Holder – Becherhalter

iPod Cup Holder

Viele Autos haben sogenannte „Cup-Holder“ – eben einen Becher-Halter. Man soll es nicht glauben, aber auch hierfür gibt es eine iPod-Lösung. Eine iPod-Halterung in Becherhalter-Form. Ob und wie praktisch das nun ist, das hängt natürlich sehr stark vom Becherhalter im Auto ab. Ich habe z.B. solche Halter im Deckel vom Handschuhfach – ich müsste also das Fach die ganze Zeit offen haben. Für mich also nix, denn dann würde alles aus dem Fach herausfallen.
Andere Autos haben solche Halter in der Mittelkonsole. Das ist natürlich deutlich praktischer.

Vorteile:

  • Je nach Automodell ist der iPod gut platziert. Man kann ihn dann ablesen und bedienen
  • Sehr einfache Montage. Reinstecken fertig. Kein schrauben und kein bohren

Nachteile:

  • Je nach Automodell kann der iPod auch sehr schlecht platziert sein
  • Sieht nicht unbedingt sehr Schick aus
  • Kann wackelig sein
  • Es ist nur eine passive Halterung.

Mittelkonsole / Armaturenbrett
Für diese beiden Orte gibt es mehrere Lösungen zu kaufen. Bei den meisten muss man die Halterung irgendwo festschrauben. Dazu muss man natürlich Löcher bohren. Das ist schlecht in Firmenwagen oder wenn man vorhat das Auto ohne diese Halterung mal wieder zu verkaufen.

iPod Holder Brodit Armaturenbrett

Diese Probleme hat die Firma Brodit vor langer Zeit erkannt und hat ein geniales Prinzip entwickelt. Brodit-Halterungen (http://www.brodit.com) bestehen eigentlich immer aus zwei Teilen, die man getrennt bestellt. Zum einen den ProClip und zum anderen die eigentliche Halterung.

Der ProClip ist dabei die eigentliche Montageplattform für die Halterung. Die Halterung (es muss keine von Brodit sein) wird also auf diesen ProClip verschraubt – man muss also nicht am Armaturenbrett bohren!

ProClips gibt es für die allermeisten Fahrzeugtypen und jeweils für verschiedene Positionen. Das ist zwar bei der Bestellung sehr aufwendig (erstmal den Richtigen finden) aber nötig. Denn diese ProClips werden wiederum ohne bohren im Auto befestigt. Dabei nutzt Brodit vorhandene Schlitze in den Verkleidungen aus. Die ProClips werden also gesteckt und/oder geklemmt. Ein kleiner Klebestreifen (von außen nicht sichtbar) fixiert das ganze.

Nun kann man sich vorstellen, dass es ja ziemlich viele Automodelle gibt die alle irgendwie anders im Innenraum aussehen. Dadurch müssen auch extrem viele verschiedene ProClips produziert werden. Das führt nun wieder dazu, dass diese Teile nicht wirklich billig zu nennen sind. Aber glaubt mir: es lohnt sich wirklich! Ich habe vieles versucht und bin jetzt bei Brodit geblieben. Es hat mich einfach überzeugt.

iPod Holder Brodit

Brodit bietet auch eine passive iPod-Halterung an. Diese habe ich nicht selber probiert. Ich denke aber, dass sie dem üblichen Qualitätsstandard dieser Firma entspricht und daher durchaus empfehlenswert sein sollte.

Also um einen Brodit ProClip zu kaufen muss man:

  • Sein Automodell (mit Baujahr) kennen
  • Dann bei Brodit suchen welche Möglichkeiten es gibt (links vom Lenkrad, rechts davon, Lüftungschlitze, neben der Schaltung, etc…)
  • Sich für eine entscheiden und bestellen.

Der Clip ist extrem einfach zu installieren (einfach nach Anleitung einklemmen). Anschließend kann man darauf schrauben was man möchte. Z.B. auch die iPod Halterung.

Vorteile:

  • man muss nichts bohren und schrauben am Auto
  • Je nach Position ist der iPod gut sichtbar und bedienbar

Nachteile:

  • die Brodit-Halterung ist nur eine passive Halterung. Kabel müssen manuell gesteckt werden
  • Nicht immer gibt es für das eigene Automodell einen ProClip für die Position die man gerne hätte

Den iPod anzapfen – wo kommt die Musik her?
Nach den oberen Abschnitten sollte einem jetzt also klar sein, wie und wo man seinen iPod befestigt haben möchte. Ich habe mich dafür entschieden ihn rechts vom Schaltknüppel an der Mittelkonsole zu haben. Ein passender Brodit ProClip war auch schnell gefunden.

Die nächste Frage ist jetzt natürlich: Wie bringe ich die Musik an die Lautsprecher des Autos? Und auch hier gibt es natürlich wieder viele Lösungen.

Funk – der eigene Radiosender

iTrip

Es gibt Erweiterungen für den iPod zu kaufen die die Musik an das Radio funken. Dabei stellt man am iPod oder an der Erweiterung (je nach Modell) eine UKW-Frequenz ein. Stellt man dann am Radio dieselbe Frequenz ein, so hört man seinen iPod.

iPod mit iTrip

Klingt ganz einfach, hat aber in der Praxis einige Haken. Der Größte: es ist in Deutschland verboten. Und mit Verlaub: das finde ich auch OK so! Ich würde mich jedenfalls bedanken wenn ich an in einer Stadt plötzlich irgendwelche Musik höre statt des Radiosenders den ich eigentlich eingestellt habe – nur weil vor, neben oder hinter mir so ein Störsender mitfährt.
(Nachtrag: Inzwischen sind diese Geräte auch in Deutschland zulässig)
Vorteile:

  • Einfache Installation ohne Kabel
  • Am Radio muss nichts angeschlossen werden (kein Ausbau nötig)
  • Mobile Lösung, kann also z.B. mit einer Cup-Holder-Halterung schnell in ein andere Auto transportiert werden

Nachteile:

  • In Deutschland (und anderen Ländern) verboten
  • Man benötigt eine freie Frequenz. Das kann in großen Städten schwierig werden. Während langer Fahrten kann eine ehemals freie Frequenz von einem großen Sender genutzt werden. Dann muss man sich eine neue Frequenz suchen
  • Man hat keinen Verkehrsfunk mehr. Schließlich liefert der iPod als Radiosender ja keine Verkehrsmeldungen

Adapter-Kassette

Kassette als Musikadapter

Wer noch ein Autoradio mit Kassettendeck hat, für den ergibt sich diese einfache Lösung. Es gibt Adapterkassetten. Das ist im Prinzip eine Audiokassette ohne Band, stattdessen mit einem Kabel. Das Kabel wird in den Kopfhöreranschluss des iPod gesteckt, die Kassette ins Radio geschoben. Fertig.

Es ist nur zu beachten, dass es auf dem Markt viele solcher Adapterkassetten gibt. Sie haben aber nicht alle dieselbe Qualität! Hier hilft nur probieren. Ist die Qualität erschreckend schlecht, dann einfach einen Adapter einer anderen Firma versuchen. Diese sind nicht teuer und normalerweise sollte es klingen, wie eine sehr sehr gute Kassettenaufnahme.

Vorteile:

  • Sehr günstige Lösung
  • Keine aufwendige Montage notwendig
  • Mobile Lösung, kann also mit einer passiven Halterung schnell in ein anderes Auto transportiert werden (auch die Handschuhfach-Lösung wäre möglich)
  • Verkehrsfunk weiterhin möglich

Nachteile:

  • Klappt nur, wenn das Autoradio ein Kassettendeck hat
  • Frei rumfliegendes Kabel (sieht nicht gut aus und kann stören)
  • Man kann Pech haben wenn man einen schlechten Adapter erwischt (Qualität)

Aux-In

Kabel AUX

s gibt Autoradios, die haben einen sogenannten „AUX“-Eingang. An so einen Eingang kann man natürlich auch den iPod anschließen. Das sollte auch entweder über den Kopfhörerausgang des iPod funktionieren oder, besser, über den Line-Out des iPod. Für letzteres ist allerdings ein Adapter aus dem iPod-Zubehör erforderlich (entweder ein Kabel mit Line-Out oder so ein aufsteckbarer Adapter der dann eine Line-Out-Buchse zur Verfügung stellt)

iPod LineOut Kabel

Viel Glück haben jetzt alle, deren Autoradio einen AUX-Eingang an der Front zur Verfügung stellt. Kabel vorne rein stecken und gut ist. Die perfekte Alternative zur Adapterkassette.

Ansonsten bleibt nur der Anschluss von hinten ans Radio. Dazu muss man das Radio natürlich ausbauen und dann ein Kabel verlegen. Man sollte nur vorher klären, ob das Radio so einen Eingang hat.

Vorteile:

  • Sehr gute Klangqualität möglich (besser als mit Adapterkassette)
  • Einfache Montage wenn Radio den Anschluss an der Front hat.
  • Mobile Lösung wenn das Radio den Anschluss an der Front hat.
  • Verkehrsfunk weiterhin möglich
  • Mit einer aktiven Halterung und einem Anschluss hinten am Radio eine perfekte Integration mit versteckten Kabeln möglich

Nachteile:

  • Frei umherfliegendes Kabel. Und zwar in jedem Fall. Entweder von der Front des Radios zum iPod oder von irgendwo aus dem Armaturenbrett oder Fußraum wenn der Anschluss am Radio hinten ist.
  • versteckte Kabel (s. o. mit aktiver Halterung) erfordern etwas Geschick und Wissen um das Auto.

Anschluss als CD-Wechsler

iPod iceLink Docking

Diese Möglichkeit möchte ich als „Königsklasse“ bezeichnen, denn sie bietet viele Vorteile…. allerdings bei gleichzeitig sehr hohem Preis.

Die einzige mir bekannte Lösung für diesen Anschluss ist der „Ice:Link“ von der Firma Dension. Ich werde diesem Gerät einen eigenen Bericht spendieren, denn genau für diese Lösung habe ich mich entschieden.

Daher hier nur kurz: Der Ice:Link kommt mit einer aktiven Halterung die z.B. auf einen Brodit ProClip geschraubt werden kann. Die Elektronik gaukelt dem Radio einen CD-Wechsler (mit eingeschränkten Funktionen) vor. Daher kann man auch über das Autoradio und ggf. über Fernbedienungen am Lenkrad durch die Songs einer Playliste skippen. Etwas, was keine andere Lösung bietet.

Vorteile:

  • Nahezu perfekte Integration in die Auto-Hifi-Anlage
  • Durch aktive Halterung sehr einfach Benutzung (iPod einstecken, fertig)
  • Alle Bedienungen am Autoradio, Lenkrad, … zum schalten durch die Titel möglich. Stummschaltung = Pause etc..
  • Verkehrsfunk weiterhin möglich

Nachteile:

  • Sehr teuer (wohl auch deshalb, weil es für unterschiedliche Radios angepasste Elektronik gibt; man muss also passend bestellen)
  • Nicht mobil. Einmal einbaut bleibt es in dem Fahrzeug (bis man es wieder ausbaut) Mal eben in ein anderes Auto geht nicht (schon deshalb, weil der Radiotyp vermutlich nicht passen würde). Eigentlich kein echter Nachteil – ich will es aber erwähnen; denn wer z.B. für sein Werksradio den Ice:Link kauft und dann nach 1 Jahr ein Alpine-Radio (oder was anders) einbaut, der braucht auch einen neuen Ice:Link.
  • Mehr zur Ice:Link Lösung in meinem nächsten Bericht.

    Wie man sehen kann gibt es also viele Möglichkeiten seinen iPod ins Auto zu bekommen. Von sehr einfach bis sehr luxuriös ist alles dabei.

    Man könnte auch den umgekehrten Weg gehen und sich ein Auto zum iPod kaufen bigsmile – hier schießt SMART den Vogel ab. Eine bessere Integration gibt es wohl derzeit nicht. BMW bietet ebenfalls eine Integration an, diese scheint aber nicht zu Ende gedacht (im Werbevideo wird der iPod einfach lose ins Handschuhfach geworfen nachdem man manuell ein Kabel eingestöpsel hat)

    Welche Lösung für Dich am besten ist, dass musst Du selbst entscheiden. Nur eines ist klar: Es macht auf alle Fälle Sinn. Wozu hat man sonst Gigabytes an Lieblingsmusik, wenn man sie auf Reisen nicht hören kann?

    © nSonic

3 Kommentare zu “iPod: On The Road – Ins Auto, aber wie?

  1. Hy
    Ich möchte eine iPod Docking am liebsten fix im Armaturenbrett einbauen. Ich mache also ein Loch ins Armaturenbrett und versenke dort eine passende Dockingstation.
    Gibts irgendwo solche Dockings?

  2. äh – naja, siehe Bericht oben… Mal gucken bei Brodit und Dension – oder eine originale Dock von Apple – je nachdem was Du brauchst :)

  3. Pingback: Autowunsch » Blog Archiv » Re: Festplatte im Auto ? - Noch mehr MP3 fürs Auto

Schreibe einen Kommentar zu nSonic Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.