iPod: Immer und überall: Scheibenweise oder darf es etwas mehr sein?

Im letzten Artikel habe ich beschrieben wie einfach es ist seine CD-Sammlung auf den Computer zu bekommen und mit iTunes zu verwalten. Der eigentliche Clou kommt aber jetzt erst: Die komplette Sammlung immer und überall. Wird das nicht ziemlich unübersichtlich? Nein! Die Lösung heißt: Apple iPod

Um meine Euphorie zu verstehen hole ich zunächst etwas weiter aus.

Kennt Ihr noch die portablen Kassettenspieler aus den 80er Jahren? „Walkman“ hießen die kleinen Zauberkisten. Plötzlich waren wir in der Lage unsere Musik überall zu hören. Mit kleinen Kopfhörern, später mit Ohrhörern. Sie konnten Kassetten abspielen. Immer eine zur Zeit. Zum Glück gab es Leerkassetten zum selber aufnehmen. So konnte man sich seinen persönlichen Mix mitnehmen. Einige nahmen dann gleich einen ganzen Rucksack Kassetten mit auf Klassenfahrt oder in den Urlaub. Da kam schon einiges Zusammen. Und dann musste im Bus oder am Urlaubsort irgendwann die Frage kommen: „Mach noch mal das Stück von Sting an“ … was jetzt kam war ein kleiner Horror. Auf den Kassettenhüllen suchen, wo das Stück drauf ist (hoffentlich hatte man das notiert inklusive Zählerstand). Dann die Kassette zur Hülle finden. Dann spulen bis das Stück endlich gefunden war.

Mit den CDs kamen natürlich auch portable CD-Player. Die waren, prinzipbedingt, größer als ein Walkman (die CD musste irgendwo hin). Das Größenproblem wurde auch von der Industrie erkannt und so gab es bald die „Single-Disk“ die nur 8 cm Durchmesser hatte und kleinere Player ermöglichte. Dafür ging natürlich auch deutlich weniger Musik auf eine Scheibe.

Zum Vergleich: im Walkman hatte man, je nach Kassette, 60 bis 90 Minuten Musik am Stück (wenn man ein Autoreverse Gerät hatte – sonst musste man nach 30 bzw. 45 Minuten die Kassette drehen).

Auf einer Musik-CD sind max. 60 bis 80 Minuten möglich. Dafür in sauberer Qualität und ohne umzudrehen.

Auf eine Mini-CD passen dann noch 20 bis 30 Minuten… sehr schwach.

Man musste also so oder so einen Haufen CDs mitnehmen – wie Früher eben auch schon mit den Kassetten. Die Leer-CDs (Rohlinge) um eigene Mixe zu erstellen kamen auch erst etwas später, aber sie kamen.

Die Suche nach einem Bestimmten Stück war etwas einfacher. Aber noch immer suchte man die Cover nach einem Song ab und suchte die CD. Das Spulen entfiel allerdings – jeder Song war nun direkt ansteuerbar. Auch eine Zufallswiedergabe über eine CD war möglich.

Dann setzte sich das MP3-Format durch. Es war nun möglich ein Musikstück mit Tricks auf etwa 1/10 der ursprünglichen Größe einzudampfen. Auf eine Leer-CD bekam man nun also bis zu 10 CDs. Sollte die Qualität etwas besser sein, so waren es dennoch 5 bis 6 CDs pro Scheibe. Allerdings taten sich die CD-Player schwer diese Daten abzuspielen. Es gab dann ein paar Geräte die das einigermaßen konnten. Aber jeder kochte sein eigenes Süppchen. Man mussten alle Stücke in einem Verzeichnis liegen, andere konnten mit einer einfachen Verzeichnisstruktur umgehen…. Fuhr man mit mehreren Freunden in den Urlaub, dann konnte eben nicht jeder jede CD abspielen. Dafür musste man nicht mehr so viel CDs mitnehmen.

Es folgten dann MP3-Player die mit Flash-Speicher arbeiteten. Speicher war aber sehr teuer. Und so hatten diese wirklich kleinen und leichten Geräte 64 MB. Das reichte dann wieder für genau eine Musik-CD in durchschnittlicher Qualität. Wer viel Geld hatte, der hatte einen 128 oder gar 256 MB Player. Inzwischen gibt es auch Player mit 512 MB. Das reicht dann für bis zu 8 CDs.

Der Haken ist hier aber: nun hat man kein Cover mehr das man nach einem Song durchsuchen könnte. Dafür sieht man bei den besseren Playern den Songtitel (so er eingepflegt wurde) in einem Display. Man kann also hier Stück für Stück durchsuchen… auch nicht die wahre Freude.

Ein weiterer Haken: Im Urlaub kann man nur den ganzen Player ausleihen… dann aber selber nichts mehr hören. Da waren Walkman und Diskman im Vorteil.

Eine neue Ära der MP3 Player: Der iPod

iPod Packung Inhalt

Jetzt kommen wir zum iPod. Er ist im Prinzip die logische Weiterentwicklung der MP3-Player.

  • Er bietet viel mehr Platz als die Flash-Geräte. Mit Kapazitäten zwischen 10 und 60 GB ist er zu bekommen.
  • Er hat ein relativ großes Display um Songtitel, Interpret, Albumname und noch mehr Informationen anzuzeigen
  • Der Clou ist aber die Navigation. Der iPod arbeitet, genau wie iTunes, mit einer Datenbank. So ist es sehr einfach unterwegs alle Blues-Stücke zu spielen oder zu finden. Oder alle Oldies. Oder seine Lieblingssongs. Oder eigene Playlisten für jeden Anlass.
  • Und so ganz nebenbei kann man ihn natürlich auch als externe Festplatte für den Computer verwenden.

Der Haken, dass man unterwegs die Stücke nicht CD-Weise ausleihen kann bleibt allerdings bestehen. Hier sind Walkman und Diskman weiter im Vorteil.

Ich konnte also nicht widerstehen. Ich orderte einen iPod der 3. Generation mit 40 GB.

iPod 3G

Wenige Tage später kam das Gerät in einem Quaderförmigen Karton. Allein das Auspacken war schon ein Reiz für die Sinne. Apple hat das Gerät in einem Würfel verpackt. Sehr stylish. Dieser Würfel lässt sich dann in der Mitte aufklappen. Tut man dies, so wird man erstmal von einer dezenten Aufschrift begrüßt: Enjoy. Ja, Spaß werden wir haben bigsmile

Je weiter man auspackt, desto größer wird das Lächeln im Gesicht. Alles ist in strahlendem Weiß gehalten und sehr sauber verpackt. Der iPod trägt eine Aufschrift auf der Verpackung in mehreren Sprachen: „Bitte klauen Sie keine Musik“. Na, wenn man so nett gebeten wird.

Im Lieferumfang ist natürlich der iPod selbst und eine Dockingstation für den Computer. Bei der 3. Generation ist das Verbindungskabel zum Computer ein Firewire-Kabel. Das sollte man bedenken. Diese Schnittstelle ist beim Apple Macintosh Standard, beim Windows-PC eher nicht. Ich wusste das vorher und hatte damit kein Problem, da ich eine solche Schnittstelle an der Grafikkarte habe.

Besonders pfiffig finde ich das Netzteil zum Laden des Gerätes (soweit man es nicht in der Dockingstation laden möchte oder kann, z.B. weil der Firewire-Port keinen Strom liefert, wie bei mir der Fall). Das Netzteil hat nämlich kein eigenes Kabel. Es hat eine Firewire-Buchse. Man zieht also das Kabel aus dem Computer und stöpselt es in das Netzteil. Man braucht sich also nur um ein einziges Kabel zu kümmern wenn man das Gerät in den Urlaub nimmt und kann damit Laden oder eben Kontakt zu anderen Computern aufnehmen.

iPod 3G mit CDs

Ich befolgte die Anleitung und installierte zunächst die mitgelieferte Software. Ich habe nämlich einen Windows-PC und dafür gibt es dann einen Treiber für den iPod der später dafür sorgt, dass iPod und iTunes automatisch Verbindung aufnehmen können.
Die Installation war in wenigen Minuten erledigt (vielleicht auch schneller wenn ich weniger gelesen hätte ;))

Nun ging es los. Erstmal den Schreibtisch aufgeräumt. Docking aufgestellt und mit PC verbunden. Den iPod in die Docking gesteckt… nix passiert. Hm. Hier wusste ich dann, dass mein Firewire-Port leider stromlos ist. Schade. Also erstmal das Gerät mit dem Netzteil aufgeladen. So hatte ich Zeit ein paar weitere CDs in iTunes einzupflegen.

Ein paar Stunden später ein neuer Versuch. „Pödelöt“ quickt der iPod und der PC rödelt. iTunes startet und fängt an alle meine Stücke zu übertragen (ich hatte eingestellt, dass ich einen automatischen Abgleich wünsche). Wer nicht so viel Platz auf seinem iPod hat, der kann auch einen manuellen Abgleich einstellen und dann das Gerät Playlistenweise befüllen/abgleichen lassen. Ich wollte aber ALLES bigsmile

iPod 3G mit mehr CDs

Es ist erstaunlich zu sehen wie schnell die Songs kopiert werden! Es dauerte nur ein paar Minuten und die 18 GB Songs waren auf dem iPod. „Das Gerät kann jetzt getrennt werden“ steht im Display. Na, dann tue ich das doch mal.

Nun halte ich die nicht mal 160g in meiner Hand. Ich sehe ein Menü. Das Gerät hat keine mechanischen Teile als Bedienelemente. Alles reagiert auf Berührung. Der Kreis ist der dabei der Hammer. Streichelt man im Uhrzeigersinn bewegt man den Auswahlbalken nach unten. Entgegengesetzt nach oben. Man kann langsam oder schneller streicheln bigsmile … das macht Spaß wink

Ganz oben der Menüpunkt „Wiedergabelisten“. Keine Überraschung. Er zeigt eben die Listen an, die in iTunes angelegt wurden. Man kann nun entweder auf eine Liste positionieren und auf Play drücken (spielt die ganze Liste) oder in die Liste hineingehen und einzelne Songs abspielen.

Der nächste Menüpunkt „Übersicht“ ist viel interessanter. Hier funktioniert es jetzt wie in iTunes. Ich kann mir jetzt alle Interpreten anzeigen lassen, alle Alben, alle Titel, alle Musikrichtungen und alle Komponisten – je nachdem, was und wonach ich gerade suche.

Ich gehe also z.B. auf „Musikrichtungen“, scrolle – äh – streichele runter bis zu „Blues“ und drücke auf Play. Nun höre ich alle Blues-Stücke. Genial. Wähle ich auf „Blues“ die Select-Taste (in der Mitte vom Kreis) so sehe ich alle Musikstücke aufgelistet die zu Blues gehören.

Im Einstellungsmenü kann man z.B. wählen, ob die Stücke der Reihe nach oder per Zufall gespielt werden sollen. Ob der Zufall nach Titel (Albenübergreifend) oder nach Album laufen soll.

Auf dem iPod kann man auch ein Datum und eine Uhrzeit hinterlegen – hier gehe ich in einem der nächsten Titel näher drauf ein, denn dadurch hat der iPod bei mir inzwischen den Radiowecker ersetzt!

Ich habe es nicht ausprobiert. Aber man kann auf dem iPod auch Kontakte, Termine und Notizen speichern. Mit einem Mac sicher kein Problem. Mit Outlook habe ich es nicht probiert da ich für sowas einen PocketPC habe.

Der iPod ist aber nicht nur rein zum konsumieren der Musikstücke. Nein. Er ist interaktiv.

Playliste On-The-Go
Man kann am iPod selbst eine Playliste erzeugen. Die nennt sich „On The Go“ und ist nach dem Sync mit iTunes erstmal leer. Nun kann man durch seine Songs browsen (hab ich ja weiter oben schon beschrieben). Wenn man einen Künstler, ein Album oder ein einzelnes Musikstück findet, dass man gerne in einer neuen Playlist hätte (weil man sich z.B. schnell ein paar Stücke zusammenstellen möchte die man auf der Arbeit hören mag) dann hält man einfach die Select-Taste 2 Sekunden lang fest. Der markierte Titel blinkt kurz und ist dann in der „On the Go“ Liste aufgenommen. Das geht auch mit einem ganzen Album oder allen Stücken eines Interpreten.

Nun kann man diese Playliste natürlich auswählen und anhören. Durch halten der Select-Taste bekommt man auch Stücke wieder heraus.

Steckt man den iPod zu Hause dann wieder in die Docking wird diese Playliste mit iTunes synchronisiert. Sie steht einem dann also in iTunes zur Verfügung. Sie wird dabei automatisch umbenannt „On The Go 1“, „On The Go 2“ und so weiter (natürlich kann man sie dann selber auch umbenennen) und ist als solche auch auf dem iPod wiederzufinden. Die ursprüngliche „On The Go“ Liste ist am iPod dann wieder leer und steht für die nächste Zusammenstellung unterwegs bereit.

Songs bewerten
Während man unterwegs ein Musikstück hört kann man sich dieses bewerten. Es gibt eine Skala von 0 bis 5 Sterne. Einfach während das Stück läuft zweimal die Select-Taste getippt und dann am Kreis gestreichelt. So kann man Sterne vergeben oder entziehen.

Diese Bewertung wird natürlich auch wieder mit iTunes synchronisiert. Und da man auch „intelligente Playlisten“ erzeugen kann kann man sich so schnell alle Lieblingstitel in einer Playliste sammeln. Eine intelligente Playliste hatte ich ja schon kurz im Bericht über iTunes angesprochen. Man stellt einfach ein, dass man alle Titel mit 5 Sternen haben möchte. Gibt man nun einem Titel unterwegs 5 Sterne – zack – schon ist er in dieser Liste aufgenommen. Alles dynamisch. Sehr nett!

Sowas ist für Parties sicher auch gut. So könnte man z.B. über eine intelligente Playliste alle Dance-Songs heraussuchen lassen, die man mit mindestens 4 Sternen bewertet hat (um so die langweiligen Stampf-Den-Beat-Stücke außen vor zu lassen).

Auf diese Art und Weise wird die eigene CD-Sammlung also immer besser. Ich bewerte immer mal wieder ein Stück was mir besonders gut gefällt. Gefällt es mir nicht mehr so sehr ziehe ich einen Stern ab. Die Sammlung lebt also jetzt mit mir und passt sich meinem aktuellen Geschmack an.

Man könnte ganz sicher noch viel mehr erzählen. Aber für Heute soll es genug sein.

Ich würde mich über Kommentare zu diesem Bericht freuen. Vielleicht habt Ihr auch noch Fragen oder Fehler gefunden? Ich nehme alle Fragen und Kommentare gerne auf und werde diese dann in einem Folgebericht abhandeln.

Bis zum nächsten Bericht in dieser Serie

© nSonic

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