Beats Studio3 Wireless – Ausprobiert

Ich möchte einen kabellosen Kopfhörer haben aber ich mag die Bluetooth-Kopplung mit verschiedenen Geräten nicht. Es ist immer fummelig, gerne schaltet der Mac auf lausige Audio-Übertragung wenn der Kopfhörer nicht unter den ersten BT-Geräten war …

Apple möchte verschiedene Probleme mit dem eigenen W1-Chip löschen. Die BT-Verbindung soll damit einfacher, stabiler und stromsparender sein. Die ersten Geräte mit diesem Chip kommen von Apple bzw. Beats, was inzwischen ja auch zu Apple gehört.

Die Beats Studio3 Wireless klangen verlockend: W1-Chip, Over-Ears, Noise-Cancelling, lange Laufzeit, Schnellladung. Schön… und wie ist der Klang?

Mein Hintergrund

Also habe ich mir den Beats Studio3 Wireless geholt und ausprobiert und ich möchte mal schildern, wie ich den Klang einschätze und wie er sich vom Tragekomfort bei mir verhält.

Ich habe in der Vergangenheit selbst Musik gemacht, ich produziere Podcasts und ich mag Lautsprecher & Kopfhörer, die selbst neutral, also ohne “Färbung” daher kommen, ich habe viel mit AKG-Studio-Monitor Kopfhörern gehört, ich habe neutrale In-Ears mit für meine Ohren gegossenen Ohrteilen etc.

Bass? Bass!

Diese Beats sind definitiv basslastig und zwar deutlich! Es ist zwar nicht so, dass der Sound dumpf, stumpf, mumpfig wäre, das nicht – Mitten und Höhen sind absolut vorhanden und, wie ich finde, durchaus differenziert. Aber der Bass ist wirklich heftig. Das fiel mir schon bei Jazz Stücken von Gregory Porter auf, bei Alanis Morissette wurde es dann streckenweise echt heftig und bei Seeed… Aua!

Am Ende habe ich am iPhone über die Einstellungen den EQ auf “weniger Bass” gestellt – dann war der Bass immer noch kräftig aber deutlich ausgewogener. Und das, obwohl ich diese EQ-Einstellungen am iPhone eigentlich gar nicht leiden kann, vom Klang her.

Wer auf neutralen Sound steht, der sollte sich nach anderen Kopfhörern umschauen.

Umgebungsgeräusche ausschalten

Noise-Cancelling ist vorhanden und es funktioniert auch – Allerdings nicht so perfekt, wie es wohl die Bose schaffen… Hier fehlt mir allerdings der direkte Vergleich, da ich nicht beide gleichzeitig im Zugriff habe.

Bei den Beats ist es so, dass vor allem die höheren Frequenzen weiterhin hörbar bleiben. Telefoniert jemand im selben Raum, kann man das bei leiser Musik noch wahrnehmen, es stört aber weniger. Das Rauschen eines Föhns ist deutlich reduziert aber nicht gänzlich weg. Tippen auf der Tastatur ist aber quasi weg, Klopfen auf dem Tisch auch, und ein laufender Fernseher störte mich beim lesen und schreiben am Computer überhaupt nicht mehr.

Ein deutliches Rauschen ist bei aktiviertem Noise-Cancelling zu vernehmen wenn die Umgebung schon recht ruhig ist oder die Musik relativ leise gespielt wird. Die Kopfhörer isolieren aber auch ohne NC ganz gut von der Umgebung und man spart Akku.

Koppeln mit W1-Chip

Mein iPhone 6S hat die Kopfhörer automatisch erkannt und diese, sogar in korrekter Farbe, am Display angezeigt. Fertig. Läuft. Schalte ich die Kopfhörer an, bin ich mit dem iPhone verbunden, ohne Diskussionen. Klasse. Die Reichweite ist dabei enorm. Ich hatte das iPhone in meinem Büro in der entferntesten Ecke liegen, bin aus dem Raum gegangen, durch den Flur in die Küche und habe ohne Aussetzer weiter gehört – Sagt Euch jetzt nichts, für mich war das eine neue Erfahrung. Weitere Reichweitentests kann ich noch machen, allerdings benötige ich gar nicht mehr smile

Mal eben an MacBook oder iMac koppeln, oder ans AppleTV? Das habe ich leider verpennt: Der W1-Chip wird erst ab macOS Sierra unterstützt – ich bin aber noch mit El Capitan unterwegs… Tja. Man kann die Kopfhörer zwar auch auf herkömmliche Weise koppeln, aber das war und ist ja nicht mein Ziel wink Ich muss noch überlegen, ob ich inzwischen auf Sierra oder High Sierra aktualisieren kann. Ein AppleTV 4 oder höher habe ich auch noch nicht und mit meiner Version 2 funktionieren noch keine Bluetooth-Kopfhörer – Diese Erfahrungen muss ich also zu einem späteren Zeitpunkt machen.

Fazit

Pro: Die Bedienung über die Schaltflächen – kein Touch, richtige Druckflächen – funktioniert, die Verbindung ist gut und stabil, die Ohrpolster sind weich, der Kopfhörer trägt sich gut.

Contra: Der Sound ist sehr gefärbt, der Bass ist heftig. Die Tasten an der Seite fühlen sich nicht sehr hochwertig an. Noise-Cancelling funktioniert, ist aber weniger effektiv als erwartet. Nach einer Stunde werden meine Ohren recht warm, die Belüftung ist nicht sehr gut oder gar nicht vorhanden.

Wäre ich nicht ein wenig bekloppt – Ich möchte nach und nach verschiedene Kopfhörer ausprobieren und vergleichen – würde ich die Kopfhörer zurück schicken, weil sie nicht die perfekten Hörer für mich sind. Ich werde sie dennoch behalten, weil sie im Grunde funktionieren und ich oft Podcasts und keine Musik damit höre, da fällt der Bass dann nicht so sehr ins Gewicht.

5 Kommentare zu “Beats Studio3 Wireless – Ausprobiert

  1. Auf dem Workshop übernächstes Wochenende kannst du mal die Sony MDR1000x ausprobieren wenn du magst. Ich weiss zwar das die für dich keine Option sind mangels W1-Chip, aber vielleicht willst du sie trotzdem mal antesten.

    Gruß
    Daniel

  2. Hallo Boris, schöner Test, danke dafür. Hast Du Dir einmal die Sony MDR 1000x angehört? Klanglich finde ich sie sehr gut. Im direkten Vergleich zu den Bose QC 35 ist der Sound wesentlich klarer und differenzierter. ANC ist qualitativ ebenfalls auf dem Niveau der Bose. Leider gibt es keine App und die BT Kopplung funktioniert immer nur mit einem Gerät. Nach einigem Ausprobieren habe ich mit den Sony endlich meine Hörer gefunden. Allerdings höre ich meist Musik in Verbindung mit einem S8 Plus.

  3. Ich kann die Teufe Mute BT noch mit in’s Rennen werfen.
    Das ANC ist zwar (was man so liest) nicht mit den Bose vergleichbar, aber laut Teufel ist das absichtlich so, damit man nicht komplett von der Aussenwelt abgeschnitten ist. (Sind also eher fuer die taegliche Benutzung auf der Strasse und weniger fuers Buero gedacht.)

    Die Akkulaufzeit von den Teilen is phantastisch und – dass es sowas heutzutage noch gibt! – die haben dazu noch einen wechselbaren Standard-Akku.

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