Herausforderungen meistern macht glücklich

„Ohne Ziel ist auch der Weg egal“, so sagt man. Das kann zwar auch schön und entspannend sein, ist aber nicht messbar und führt am Ende zu nichts. Bitte? OK, langsam…

Es ist ziemlich egal welche erfolgreiche Person man fragt oder auf welchem Gebiet diese Person erfolgreich ist. Fragt man nach dem Geheimnis des Erfolges, hört man fast immer dieselbe Antwort: Ziele setzen. Dabei können diese Ziele auch ziemliche Herausforderungen sein. Aber ob einfacher oder schwerer, näher oder ferner, eines haben diese Ziele immer gemeinsam: Sie sind ganz klar messbar und das ist wichtig.

Ein Ziel ist also nicht: „Ich möchte fitter werden“ oder „Ich möchte mich mehr bewegen“. Wie fit ist denn fitter? Wieviel mehr ist denn mehr?

Ein Ziel ist: „Ich möchte in den nächsten 6 Monaten 10kg Fett abbauen“ oder „Ich möchte im Oktober einen Halbmarathon mitlaufen“. Klare Ansagen. Ganz klar messbar. Entweder man hat es geschafft oder nicht.

„Tue es oder tue es nicht – Es gibt kein versuchen“ (Yoda)

Bei mir hatte es letztes Jahr klick gemacht. Ich hörte von Slow Carb und war fest entschlossen, endlich wieder zu meiner alten Form zu gelangen. Konkretes Ziel: Ich wollte in den nächsten 12 Monaten wieder zurück auf 65 kg und ich wollte meine alten Hosen wieder anziehen können. Klares Ziel. Gewicht zeigt die Waage und Bauchumfang misst die Hose. Ich stellte meine Ernährung um, verlor den Japp auf süßes und erreichte das Ziel viel früher als gedacht. 10 kg waren in etwa 4 Monaten verschwunden und mein Ziel war erreicht. Es war sogar mehr als erreicht, denn die alten Hosen, die ich nur 4 Monate vorher nicht einmal mehr zumachen konnte, rutschten mir jetzt über den Hintern smile Ich kaufte neue Hosen und trage diese bis Heute mit Freude. Kein Jojo-Effekt, da ich bei der Ernährungsweise geblieben bin.

Herausforderung angenommen: Brötchen holen zu Fuß, knappe 9 km
Herausforderung angenommen: Brötchen holen zu Fuß, knappe 9 km

Ich fing während der 4 Monate langsam an mich etwas mehr zu bewegen. Ich installierte mir Runtastic-Apps für Kniebeugen, Liegestütze, Klimmzüge, … und ich installierte eine Klimmzugstange in einer Zimmerecke. Die Apps gaben wiederum klare Ziele vor. So und soviel Kniebeugen und nach 2 Tagen ein paar mehr etc. Ich nahm die Herausforderung an und meisterte sie – naja, bei einigen bin ich noch dabei smile Mehr als 13 Klimmzüge am Stück werde ich aber noch schaffen.

Was passierte war, dass ich immer mehr oder auch immer mal wieder den Drang verspürte mich zu bewegen. Einfach mal so 100 Liegestütze am Abend – OK, nicht am Stück aber immerhin. Fühlt sich gut an. Die Zahl habe ich mir gesetzt. Ein klares Ziel, dass ich bald nach oben korrigieren werde.

Und dann passierte es. Neulich während der Fahrt zum Bäcker dachte ich mir, dass man die Strecke bei gutem Wetter doch auch mal zu Fuß zurück legen könnte. So weit wäre das doch gar nicht, dachte ich. Ich schaute mir Strecke in den Google-Maps an und fand heraus, dass es einen Weg abseits der Hauptstraße gibt. Am Waldrand und an Feldern vorbei. 4,4 km eine Strecke, also 8,8 km in allem. Hm, ja, mehr als ich dachte. Auf der anderen Seite: Warum denn nicht?

Ich fragte Arbeitskollegen, die erfahren im Laufen sind, wie lange man denn wohl brauchen würde. Die Antworten starteten bei 1,5 Stunden und landeten dann nach Diskussionen bei 45 Minuten… Hätte die Mittagspause länger gedauert, wären einige die Strecke wohl in Nullzeit gelaufen smile

Egal, ich ging mal von 1,5 Stunden aus, schließlich war ich seit meiner Schulzeit keine Langstrecke mehr gelaufen. Ich setzte mir das Ziel: Wenn es nicht friert, stürmt, schneit, werde ich die Brötchen zu Fuß holen. Ein organisatorisches Problem musst außerdem ins Bild passen: Normalerweise wartet zu Hause jemand darauf, dass ich mit den Brötchen wieder komme. Ich müsste also entweder sehr früh los oder eben doch das Auto nehmen.

Was man so alles sieht wenn man den kleinen Waldwegen folgt
Was man so alles sieht wenn man den kleinen Waldwegen folgt

Diesen Samstag war es aber soweit. Meine Frau hatte einen Reitkurs und war sowieso früh aus dem Haus, also niemand da, der auf Brötchen wartet. Das Wetter meinte es gut und ließ die Sonne lachen.

„Wenn nicht Heute, wann dann?“

Turnschuhe an, Freizeithose an. Bauchtasche mit Schlüssel, etwas Geld und iPhone umgeschnallt. Ohrhörer rein zum Podcast hören und los. Google Maps sagte mir über die Kopfhörer den Weg an und ich ging los. Erst im Schritt, dann im strammen Schritt zum warm werden, dann leichtes Laufen. Wow. „OK, bis zu diesem Baum dort schaffst Du das noch“, der Baum kam näher und lag schließlich hinter mir. „Bis zu dem Busch da vorn noch“, „Bis zu der Abzweigung“, „Jetzt bist Du soweit, jetzt schaffst Du es auch noch bis zur Brücke“. So ging es weiter und weiter. Bei einer Steigung fiel ich in den Schritt zurück und erholte mich dabei etwas, dann ging es durch Wald weiter. Ein tolles Gefühl. Als es recht steil bergab ging, ging ich auch lieber langsam, das war schonender für die Gelenke. und plötzlich war ich schon da. Geschafft. 4,4 km in 35 Minuten. Ich war stolz auf mich.

Auf dem Weg zurück an Feldern vorbei bei tollem Wetter.
Auf dem Weg zurück an Feldern vorbei bei tollem Wetter.

Zurück mit Brötchentüte in der hand war es etwas unbequemer aber zu meiner Verwunderung brauchte ich trotzdem nur etwa 37 Minuten bis ich zu Hause war. Richtig aufgeheizt, am schwitzen und voller Glücksgefühl kam ich an. Ich hatte es geschafft. Einfach so. Die Brötchen schmeckten an diesem Tag ganz besonders lecker smile

Wenn Ihr etwas erreichen wollt, dann setzt Euch Ziele und packt es an. Wenn Ihr das Ziel nicht auf anhieb erreicht, dann nehmt das nicht als Misserfolg. Nehmt es als Training, als Vorbereitung. Das Ziel läuft nicht weg, ihr werdet es Erreichen. Setzt Euch ein oder zwei Zwischenetappen und geht es noch mal an, dann klappt das.

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6 Kommentare zu “Herausforderungen meistern macht glücklich

  1. Erst mal Respekt für den zurückgelegten Weg! :-)
    Toller Beitrag über SMART-Ziele, genau die fehlende SMARTness ist bei den meisten Zielformulierungen das Problem.

  2. Wow, Respekt!
    Ich wünschte so sehr ich könnte auch einfach so laufen.
    Das mit den Zielen sollte ich auch mal wieder versuchen…

    • Was spricht dagegen? Such Dir eine schöne Strecke in Deiner Nähe – Google-Maps hilft – und dann geh einfach los. Völlig egal, ob Du die komplett joggst oder einfach spazieren gehst. Wichtig ist: Ziel abstecken – Losgehen! Nur wenn Du los gehst, wirst Du auch ankommen ;)

  3. Und wie so oft hat Meister Yoda recht. Somit du auch. Kompliment für deinen Willen und viel Spaß beim Flow…

  4. Hi Boris,

    ein sehr schöner Beitrag. Du hast im letzten Jahr wirklich viel in deinem Leben verändert. Alle Achtung! Da gehört ne Menge Durchhaltevermögen dazu. Zielsetzung ist dabei einer der wichtigsten Faktoren. Und wie du schon schreibst, ist die Messbarkeit der Ziele besonders wichtig, das übersehen viele. Herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg.

    Viele Grüße
    Michael, DL2YMR

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