Schere öffnet sich weiter – Kostenloses WLAN in Berlin

Ein großartiges Projekt wurde in Berlin gestartet. Zunächst kann man in Teilen von Berlin für 30 Minuten kostenlos per WLAN ins Internet gehen. Möglich macht dies eine Zusammenarbeit von Kabel Deutschland und der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Derzeit sind 44 Hotspots in Berlin Mitte und Prenzlauer Berg am Start, 100 sollen es werden.

Das Projekt ist schon spannend, weil in diesem Zusammenhang auch das Problem der Störerhaftung geklärt werden muss und soll. Solange der Anbieter des WLAN dafür haftet, wenn ein Nutzer illegale Daten sendet oder lädt, wird sich so ein Modell kaum durchsetzen können. Es ist also durchaus zu begrüßen, dass ein paar große Unternehmen dieses Projekt starten.

Auf der anderen Seite kann man nun weiter zusehen, wie sich die Schere zwischen Stadt und Land, in Bezug auf Breitbandzugang zum Internet, weiter öffnet. In den Städten gibt es oft schon vDSL mit 50-100 mbit/s gleich von mehreren Anbietern, Internet über Kabel mit 30+ mbit/s, mobiles Internet über 3G (UMTS/HSDPA/etc.) und 4G (LTE). Wimax wurde in Städten ausprobiert und nun eben auch WLAN.

Am Stadtrand und dem ländlichen Bereich sieht es oft ganz anders aus. Es gibt noch immer viele Bereiche ohne DSL, die Betroffenen müssen über ISDN mit 64 kbit/s (=0,06 mbit/s) ins Netz. Wer DSL bekommen kann, der kennt Leistungen von 0,3 bis 2 mbit/s. Wer Mobilfunkempfang hat, der kann mit Glück mit UMTS satte 300 kbit/s (0,3 mbit/s) bekommen, oft aber zu horrenden Preisen oder eben mit sehr engen Volumen-Limits von ein paar 100 MB/Monat. LTE wird zwar ausgebaut, allerdings zum einen auf anden Frequenzen als in der Stadt und somit mit aktuellen Mobilgeräten nicht zu nutzen, zum anderen wieder mit Verträgen, die ein Volumen-Limit mit sich bringen, bei der Telekom wird derzeit nach 10 GB/Monat auf 0,3 mbit/s gedrosselt. Immerhin könnte man, mit etwas Glück, bis zu 7 mbit/s bekommen, wenn man nicht zu weit entfernt vom Funkmast ist, keine Häuser oder Bäume im Weg sind und nicht zu viele Kunden gleichzeitig online sind.

Natürlich ist es einfacher, ein neues Netz in dicht besiedelten Bereichen aufzubauen. Ich frage mich nur, warum dort, wo es bereits eine sehr gute Infrastruktur gibt, immer weiter aufgerüstet werden muss, während dort, wo es allen Ecken und Enden klemmt, nicht wirklich für Lösungen gesorgt wird.

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