{"id":935,"date":"2007-10-28T11:39:41","date_gmt":"2007-10-28T09:39:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nsonic.de\/blog\/2007\/10\/okm-stereo-war-gestern\/"},"modified":"2007-10-28T12:41:07","modified_gmt":"2007-10-28T10:41:07","slug":"okm-stereo-war-gestern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/2007\/10\/okm-stereo-war-gestern\/","title":{"rendered":"OKM &#8211; Stereo war Gestern"},"content":{"rendered":"<div class=\"img_shadow_left\"><a href='https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/okm-1.jpg' title='OKM Schachtel geschlossen'><img src='https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/okm-1.thumbnail.jpg' alt='OKM Schachtel geschlossen' \/><\/a><\/div>\n<p>Als Podcaster ist man immer interessiert an neuen Entwicklungen im Bereich der Audio- und Video-Technik. Angefangen habe ich z.B. mit einem einfachen Gesangsmikrofon. Dann folgte ein hochwertiges Gro\u00dfmembran-Kondensatormikrofon und schlie\u00dflich fand ich ein <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/de.m-audio.com\/products\/de_de\/MicroTrackII-main.html\">mobiles Aufnahmeger\u00e4t mit Stereomikrofon<\/a> um auch unterwegs Stimmungen einzufangen oder Reportagen vor Ort durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Das mitgelieferte Stereo-Mikrofon sorgt schon f\u00fcr eine ziemlich gute Qualit\u00e4t (zu h\u00f6ren in den &#8220;On Tour&#8221;-Folgen meines Podcasts) aber es hat doch einen Nachteil: Man muss das Ger\u00e4t immer in der Hand halten oder irgendwo hinlegen. F\u00fcr Interviews v\u00f6llig OK. F\u00fcr reine Soundseeings aber hinderlich da man nur noch eine Hand frei hat und die andere u.U. ziemlich kalt wird bei den aktuellen Temperaturen.<\/p>\n<p>Dann stolperte ich \u00fcber die OKM &#8211; die Original-Kopf-Mikrofone von <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.soundman.de\">Soundman<\/a><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><u2>R\u00e4umlich h\u00f6ren<\/u2><br \/>\nDiese OKM sehen im Grunde aus wie gew\u00f6hnliche Ohrh\u00f6rer und man tr\u00e4gt sie auch genau so &#8211; in den eigenen Ohren. Die Idee dabei: Ger\u00e4usche erreichen unsere beiden Ohren niemals zur gleichen Zeit mit derselben Lautst\u00e4rke. Die Ohren liegen ja ein St\u00fcck auseinander und dazwischen ist unser Kopf. Au\u00dferdem schirmen unsere Ohren den Schall unterschiedlich in verschiedene Richtungen ab. Die Ohrmuschel sorgt wiederum f\u00fcr verschiedene Reflektionen des Schalls. Aus diesen kleinen Unterschieden (Laufzeit des Signals, Frequenzspektrum, etc.) kann unser Gehirn nun ermitteln, ob eine Ger\u00e4uschquelle links oder rechts von uns ist. Aber damit nicht genug! Au\u00dferdem k\u00f6nnen wir ermitteln, ob sich die Quelle vor oder hinter uns befindet und ob sie sich eher oberhalb oder unterhalb unserer Ohren bemerkbar macht.<br \/>\nMit anderen Worten: Wir h\u00f6ren unsere Umgebung r\u00e4umlich. <\/p>\n<p>Um diese R\u00e4umlichkeit f\u00fcr hochwertige Aufnahmen, z.B. Orchesteraufnahmen, zu nutzen hat man schon recht fr\u00fch einen sogenannten Kunstkopf entwickelt. Man hat viele K\u00f6pfe und Ohren von Menschen vermessen und dann quasi einen &#8220;statistischen Normalkopf&#8221; entwickelt. In diesem Kopf befinden sich dann die Mikrofone um ein Konzert aufzunehmen. Das Ergebnis sind unglaublich lebendige und r\u00e4umliche Aufnahmen &#8211; so, als w\u00e4re man selbst im Konzertsaal anwesend.<br \/>\nSo ein Kunstkopf ist nicht gerade billig und es w\u00e4re auch sehr umst\u00e4ndlich ihn immer mit sich herum zu tragen. Der Vorteil ist aber, dass recht viele Menschen in den vollen Genuss des 3D-Erlebnisses kommen.<\/p>\n<p>Die OKM setzen nun auf genau das selbe Prinzip. Die Mikrofone kommen in die eigenen Ohren und ab sofort zeichnet das Aufnahmeger\u00e4t genau das auf, was man selbst h\u00f6rt &#8211; und zwar genau so wie man es selbst auch h\u00f6rt. Statt eines teuren Kunstkopfes kommt der eigene Kopf zum Einsatz. Das ist ziemlich praktisch, denn den eigenen Kopf hat man meistens immer dabei und er kostet nichts extra <span class=\"wp-smiley emoji emoji-smile\" title=\":)\">smile<\/span> <\/p>\n<p><u2>Es funktioniert wirklich<\/u2><br \/>\nDie Skepsis, ob diese Aufnahmetechnik wohl wirklich funktionieren w\u00fcrde, verflog sehr schnell. Ich m\u00f6chte dazu eine kleine Geschichte erz\u00e4hlen die schon etwas zur\u00fcck liegt. Im Jahr 2006 war ich in <a href=\"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/2006\/05\/nsonic-61-on-tour-52-kurzfilmtage-oberhausen\/\">Oberhausen bei den Kurzfilmtagen<\/a>. Dort traf ich unter anderem Frank Tentler und eben jener hatte diese OKM bei sich und lies sie mich testen. Wir sa\u00dfen in einem Caf\u00e9. Ich setzte mir die OKM in die Ohren und schloss sie an meinen MicroTrack an. Die Aufnahme lief. Ich sa\u00df einfach nur so da. Nach einigen Sekunden stoppte ich die Aufnahme und setzte mir nun einen kleinen Kopfh\u00f6rer auf und spielte die Aufnahme wieder ab. UNGLAUBLICH! Ich war nicht in der Lage die aktuellen, echten Ger\u00e4usche von der Aufnahme zu unterscheiden. Ich h\u00f6rte jemanden an mir vorbeigehen und drehte mich reflexartig um da ich niemanden sah &#8211; das war aber die Aufzeichnung!<br \/>\nDieser 100%ige Realismus ist nat\u00fcrlich gegeben, wenn man sich selbst beim anh\u00f6ren der eigenen Aufnahme auch in derselben Umgebung wiederfindet. H\u00f6rt man sich die Aufzeichnung zu Hause an, dann ist es zwar immer noch r\u00e4umlich und &#8220;echt&#8221; &#8211; aber man wei\u00df nat\u00fcrlich, dass man gerade nicht einem Caf\u00e9 sitzt.<br \/>\nDennoch &#8211; ich h\u00f6rte mir eine Aufnahme zu Hause in Ruhe an und \u00e4rgerte mich unheimlich dar\u00fcber, dass nun gerade jetzt drau\u00dfen so viele Autos fahren m\u00fcssen, wo ich doch in Ruhe der Aufnahme lauschen wollte. Ich stoppte den MP3-Player um die Fenster zu schlie\u00dfen &#8211; doch sofort waren die Autoger\u00e4usche auch weg. Sie waren nur in der Aufnahme vorhanden und doch klangen sie f\u00fcr meine Ohren so real. <\/p>\n<p>Es funktioniert also tats\u00e4chlich. Das, was man selbst h\u00f6rt, wird ziemlich exakt auch so konserviert.<br \/>\nNun muss man allerdings bedenken, dass der 100%ige Effekt nur f\u00fcr einen selbst zutrifft. F\u00fcr einen selbst klingen die Aufnahmen also absolut real. Andere Menschen haben aber andere K\u00f6pfe und andere Ohren und somit eine ganz andere H\u00f6rgewohnheit. Hat jemand anders eine \u00e4hnliche Kopf- und Ohrform, dann wird es auch f\u00fcr ihn ein extrem realistisches H\u00f6rereignis sein. F\u00fcr alle anderen klingt es zwar nicht so real als w\u00e4re man selbst dabei gewesen, aber, so die Erfahrungen, es klingt immer noch um l\u00e4ngen plastischer als eine normale Stereoaufnahme. Schon alleine deshalb, weil die beiden Mikrofone deutlich weiter auseinander liegen als bei einem normalen Stereomikrofon. <\/p>\n<p><u2>Was man f\u00fcr sein Geld bekommt<\/u2><\/p>\n<div class=\"img_shadow_right\"><a href='https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/okm-2.jpg' title='OKM Schachtel ge\u00f6ffnet'><img src='https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/okm-2.thumbnail.jpg' alt='OKM Schachtel ge\u00f6ffnet' \/><\/a><\/div>\n<p>Wer sich auf der <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.soundman.de\">Soundman-Seite<\/a> umsieht wird feststellen, dass wir bei diesen OKM nicht von Spielzeugmikrofonen reden. Es sind hochwertige und professionelle Ger\u00e4te die auch ihren Preis haben. Ich habe mich nach einer sehr guten Beratung von Soundman f\u00fcr die <em>OKM II Klassik<\/em> entschieden.<\/p>\n<p>Geliefert wurde eine kleine Schachtel in der wiederum eine kleine Kiste steckte. Eine edel aussehende Schmuckschatulle mit Messingverschluss. Schick. \u00d6ffnet man diese Kiste so wird der noble Eindruck durch eine samtrote Innenverkleidung noch verst\u00e4rkt. Diese Kiste geh\u00f6rt eigentlich ge\u00f6ffnet ins Regal <span class=\"wp-smiley emoji emoji-smile\" title=\":)\">smile<\/span> <br \/>\nIn der Kiste findet man eine runde Kunststoff-Kabeltrommel in der die Mikrofone mit aufgewickeltem Kabel liegen &#8211; so, wie man es von unz\u00e4hligen Ohrh\u00f6rern auch kennt. Die Mikrofone sind mit Stoffpolstern abgedeckt. Hier wird auch der Unterschied zu normalen Ohrh\u00f6rern deutlich: Die OKM sehen wie ein Sandwich aus. Statt eines Stoffpolsters auf jeder Seite gibt es auf jeder Seite zwei. In der Schachtel liegt au\u00dferdem f\u00fcr  jedes Polster ein Ersatzpolster bereit. Die beiden Kan\u00e4le sind \u00fcber das Polster farblich markiert: Rot = Rechts, Blau = Links (Eselsbr\u00fccke: Rot mit R wie Rechts, bLau mit L wie Links). Darauf sollte man achten wenn die Mikrofone tr\u00e4gt!<br \/>\nDie Farbmarkierung zeigt dabei nach innen &#8211; man l\u00e4uft also nicht mit bunten Ohrh\u00f6rern herum. F\u00fcr Au\u00dfenstehende sieht es aus wie schwarze Ohrh\u00f6rer.<\/p>\n<p>Ich habe au\u00dferdem einen kleinen Vorverst\u00e4rker bestellt &#8211; den A3. Die Mikrofone brauchen n\u00e4mlich, wie alle Elektret-Kondensator-Mikrofone, etwas Strom und nicht jedes Aufnahmeger\u00e4t stellt diesen zur Verf\u00fcgung. Am MikroTrack ist es kein Problem, ich h\u00e4tte den Verst\u00e4rker also nicht wirklich gebraucht, aber sollte ich mal ein g\u00fcnstigeres Aufnahmeger\u00e4t einsetzen wollen k\u00f6nnte das Ger\u00e4t praktisch werden. Eine zweite Batterie f\u00fcr das Aufnahmeger\u00e4t lag ebenfalls dabei.<\/p>\n<p><u2>Technische Daten<\/u2><\/p>\n<div class=\"img_shadow_left\"><a href='https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/okm-3.jpg' title='OKM Schachtel ausger\u00e4umt'><img src='https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/okm-3.thumbnail.jpg' alt='OKM Schachtel ausger\u00e4umt' \/><\/a><\/div>\n<p>Diese Daten kann ich nur aus den Unterlagen abschreiben da mir die Messger\u00e4te fehlen um das zu pr\u00fcfen.<br \/>\nWie oben schon geschrieben handelt es sich um Elektret-Kondensator-Mikrofone mit Kugelcharakteristik. <\/p>\n<p>Die OKM II Klassik sollen laut Soundman folgende Daten aufweisen (OKM + A3):<br \/>\n\u00dcbertragungsbereich: 20 Hz &#8211; 20 kHz<br \/>\nPegeldifferenz links &#8211; rechts: typ. < 1,0 dB\nGer\u00e4uschspannungsabstand, Bezug 1 Pa: ca. 61 dB\n\u00e4quivalenter Ger\u00e4uschspannungspegel: ca. 33 dB\n\u00dcbertragungsfaktor: 300 mV \/ Pa\n\u00dcbertragungsfaktor mit Vord\u00e4mpfung: 30 mV \/ Pa\nGrenzschalldruck: 5 Pa (108 dB)\nGrenzschalldruck mit Vord\u00e4mpfung: 35 Pa (125 dB)\n\nKlingt alles sehr technisch. Ich kann nur sagen: Die Aufnahmen sind sehr ausgewogen und haben mehr Volumen als die Aufnahmen, die mit dem m-audio Stereomikrofon entstanden.\n\n<u2>Alternative Anwendungen<\/u2><br \/>\nMan muss die OKM nicht zwingend in den Ohren tragen. Man kann sie nat\u00fcrlich genauso gut als normale Stereomikrofone einsetzen.<br \/>\nZ.B. als Grenzflechenmikrofone. Dazu legt man die Mikrofone auf einen glatten Untergrund in einem Abstand von 5-10cm zueinander.<br \/>\nOder als Ansteckmikrofone. Man kann sie z.B. mit einer Sicherheitsnadel am Jackett befestigen.<\/p>\n<p>Beide Alternativen eignen sich gut, wenn die Aufnahme sp\u00e4ter \u00fcber Lautsprecher angeh\u00f6rt werden sollen.<br \/>\nTr\u00e4gt man die OKM im Ohr, so sollte man die Aufnahme sp\u00e4ter am besten mit einem Kopfh\u00f6rer genie\u00dfen. <\/p>\n<p><u2>Fazit \/ H\u00f6rbeispiel<\/u2><br \/>\nIch finde diese Mikrofone richtig klasse. Anfangs dachte ich, dass sehr viele St\u00f6rger\u00e4usche vom Kabel aufgenommen w\u00fcrden. Wen man sich n\u00e4mlich bewegt, dann h\u00f6rt man selbst die Bewegungsr\u00e4usche des Kabels sehr deutlich. Aber die Bef\u00fcrchtungen waren unn\u00f6tig, die Mikrofone scheinen perfekt entkoppelt zu sein.<br \/>\nDer Sitz in meinen Ohren k\u00f6nnte besser sein &#8211; aber meine Ohren sind da offenbar ohnehin etwas kritisch, ich habe n\u00e4mlich auch noch keinen Ohrh\u00f6rer gefunden der mir wirklich passen w\u00fcrde. Ich bekam von Soundman nun den Tipp die Ersatzstoffe noch zus\u00e4tzlich aufzuziehen. Das werde ich beim n\u00e4chsten Einsatz probieren.<br \/>\nIch kann die OKM jedenfalls uneingeschr\u00e4nkt und mit gutem Gewissen empfehlen.<\/p>\n<p>Aber schreiben ist Silber, h\u00f6ren ist Gold. Wenn Ihr wissen m\u00f6chtet wie Aufnahmen mit den OKM klingen, dann h\u00f6rt Euch die <a href=\"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/2007\/10\/nsonic-130-on-tour-subway\/\">Soundseeing-Folge #130<\/a> in meinem Podcast an.<br \/>\nHintergrundinformationen zu dieser Aufzeichnung:<br \/>\n&#8211; Aufgenommen mit MicroTrack, ohne A3 Vorverst\u00e4rker<br \/>\n&#8211; Aufnahmeformat war MP3, 128kbit, 44.1kHz<br \/>\n&#8211; Das MP3 wurde am Mac in Garageband importiert<br \/>\n&#8211; In Garageband wurde der Pegel etwas angehoben und ein leichter Kompressor hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Podcaster ist man immer interessiert an neuen Entwicklungen im Bereich der Audio- und Video-Technik. 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