{"id":5936,"date":"2016-07-15T13:39:15","date_gmt":"2016-07-15T11:39:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nsonic.de\/blog\/?p=5936"},"modified":"2016-07-15T13:39:15","modified_gmt":"2016-07-15T11:39:15","slug":"nest-cam-outdoor-indoor-mit-folgekosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/2016\/07\/nest-cam-outdoor-indoor-mit-folgekosten\/","title":{"rendered":"Nest Cam Outdoor &#038; Indoor \u2013 \u00dcberwachung mit Folgekosten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/fernglas-am-zaun.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-5939\" src=\"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/fernglas-am-zaun-1024x1024.jpg\" alt=\"fernglas-am-zaun\" width=\"660\" height=\"660\" \/><\/a><\/p>\n<p>M\u00f6chte man seine eigenen vier W\u00e4nde \u00fcberwachen, gibt es prinzipiell zwei technische Herangehensweisen \u2013 Entweder zeichnet man die Videos der Kameras lokal auf oder die Kameras schicken die Aufnahmen ins Internet. Beide Varianten kann man noch unterschiedlich realisieren aber darum soll es in diesem Beitrag nicht gehen.<\/p>\n<p>Hier soll es um die Google Nest Kameras gehen, eine Kamera die nach dem zweiten Prinzip funktioniert, also das Internet als Datenspeicher nutzt und darum, dass\u00a0ich mich etwas wundere, dass diese Produkte \u00fcberhaupt gekauft werden.<\/p>\n<p>Google hat schon vor einiger\u00a0Zeit <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/uebernahme-von-nest-labs-google-kauft-sich-ein-bisschen-zukunft-1.1862323\">die Firma Nest aufgekauft<\/a>, die zum Beispiel durch einen Thermostat oder einen Rauchmelder bekannt geworden waren. Mit der <a href=\"https:\/\/nest.com\/camera\/meet-nest-cam\/\">Nest Cam Indoor<\/a> hatte man schon l\u00e4nger eine \u00dcberwachungskamera im Programm und nun wurde die Outdoor-Version davon vorgestellt, die <a href=\"https:\/\/nest.com\/camera\/meet-nest-cam-outdoor\/\">Nest Cam Outdoor<\/a>.<\/p>\n<p>Vorweg: Die Nutzung kann ganz sch\u00f6n teuer werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h1>Besondere Funktion<\/h1>\n<p>\u00dcberwachungskameras f\u00fcr zu Hause gibt es von vielen Herstellern und jeder versucht nat\u00fcrlich irgendein Alleinstellungsmerkmal einzubauen. Bei den Nest-Kameras ist es die intelligente Bewegungserkennung.<\/p>\n<p>Damit nicht jedes Haustier oder Auto, jede wackelnde M\u00fclltonne oder jeder\u00a0Baum im Wind einen Bewegungsalarm ausl\u00f6st, werden die Videos mit Hilfe von Googles Deep-Learning-Algorithmus untersucht. Nur wenn es wirklich ein Mensch im Bild war, soll Alarm ausgel\u00f6st werden. Auch Gesichter sollen erkannt werden, vermutlich wird man einstellen k\u00f6nnen, dass nur bei unbekannten Gesichtern ein Alarm gemeldet wird. Klingt doch ganz gut.<\/p>\n<h1>Google, Cloud, Sicherheit<\/h1>\n<p>Hat aber einen Haken \u2013 Die Analyse findet nicht lokal in der Kamera oder im eigenen Netzwerk statt sondern auf Googles Servern in der Cloud. Damit das funktioniert, muss die Kamera ununterbrochen einen Video-Stream ins Netz stellen. Laut Google erfolgt die \u00dcbertragung verschl\u00fcsselt, wie sicher das auf Dauer ist?<\/p>\n<p>Googles Server ben\u00f6tigen das Bildmaterial f\u00fcr die Analyse und ich gehe nicht davon aus, dass die Kamera selbst das Bildmaterial aufbereitet um nur abstrakte Tags oder Vektoren auf die Server zu laden. Dagegen spricht auch die Tatsache, dass man sich als Nutzer seine Aufzeichnungen jederzeit von Googles Server ansehen kann. Die Cloud als Datenspeicher f\u00fcr die \u00dcberwachungskameras \u2013 Was soll da schon schiefgehen? <span class=\"wp-smiley emoji emoji-wink\" title=\";)\">wink<\/span> <\/p>\n<h1>Einfache Montage oder Konzeptfehler<\/h1>\n<p>Wie die Indoor-Kamera wird auch die Outdoor-Version magnetisch befestigt. Hat man also bereits eine Metallplatte an einer Au\u00dfenwand, kann man die Kamera dort einfach anhaften lassen. F\u00fcr die Stromzufuhr meint\u00a0Google, dass man nicht durch W\u00e4nde bohren m\u00fcsste, sie denken\u00a0also\u00a0vermutlich an\u00a0Au\u00dfensteckdosen \u2013 Ist ja einfacher als umst\u00e4ndlich Stromkabel durch die Au\u00dfenw\u00e4nde zu legen. Die \u00dcbertragung ins Netzwerk erfolgt ausschlie\u00dflich \u00fcber WLAN.<\/p>\n<p>Zugegeben, die Installation d\u00fcrfte damit sehr leicht fallen. Aber ist das auch gut?<\/p>\n<p>Jemand sieht die Kamera, folgt dem Kabel bis zur Steckdose, zieht den Stecker, fertig. Hat der Eindringlich die Kamera schon von Weitem sehen k\u00f6nnen stehen die Chancen gut, dass er nicht auf dem Video zu sehen ist.<\/p>\n<p>Da die Kamera au\u00dferdem einfach abgezogen werden kann \u2013 sie klemmt ja nur magnetisch \u2013 k\u00f6nnte sie danach einfach weg sein. Selbst wenn die Stromzufuhr nicht von einer Au\u00dfensteckdose kam und das Stromkabel fest verlegt wurde, so ein Stromkabel ist doch recht schnell durchgeschnitten\u2026<\/p>\n<p>So richtig \u00fcberzeugen kann mich die Installation nicht.<\/p>\n<h1>Schwachstelle Bauform<\/h1>\n<p>Ich habe diese Nest Cam Outdoor noch nicht selbst im Einsatz gehabt und kenne auch niemanden, daher basiert dieser Abschnitt nur auf den Produktbildern.<\/p>\n<p>Die Outdoor-Kamera hat keine Schutzkappe oben. Wenn die Kamera also nicht unter einem Vordach installiert wird, d\u00fcrften sich bei Regen viele Tropfen auf der Optik sammeln was wiederum die Bildqualit\u00e4t beeintr\u00e4chtigen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Sollte im Lieferumfang keine aufsteckbare Schutzkappe sein, w\u00e4re das ein echter Designfehler in meinen Augen.<\/p>\n<h1>Kostenfalle<\/h1>\n<p>Die Nest Cam Indoor und die Nest Cam Outdoor sollen jeweils $199\u00a0kosten. Das ist am oberen Ende der Mitbewerber wie Netgear, Netatmo und anderen aber f\u00fcr eine Full-HD-Kamera mit Gegensprechanlage durchaus nicht \u00fcberzogen, wie ich finde.<\/p>\n<p>M\u00f6chte man die Kamera im vollen Umfang nutzen, also mit dem Alleinstellungsmerkmal der Personen- und Gesichtserkennung, ist die Google-Cloud daf\u00fcr notwendig und die gibt es nicht kostenlos.<\/p>\n<p>M\u00f6chte man die letzten 10 Tage Video speichern, werden $10\/Monat bzw. $100\/Jahr f\u00e4llig. Sollen es die letzten 30 Tage Video sein, ist man bei $30\/Monat bzw. $300\/Jahr. <a href=\"https:\/\/store.nest.com\/product\/security\/camera\">Quelle: Nest-Store<\/a>. Ich finde es durchaus nicht gut, dass man diese Daten erst im Store sieht und nicht auf der Produktseite, wo f\u00fcr mich auch beim zweiten und dritten Durchscrollen und Lesen nicht klar war, dass Folgekosten f\u00e4llig w\u00fcrden.<\/p>\n<p>An diesen Abo-Preisen irritiert mich aber etwas. Im Store ist zu lesen, dass die 24\/7 Full-HD-Aufzeichnung bei 140 GB\/Monat liegen soll.<\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcr $100\/Jahr soll man 100+ GB bekommen (was auch immer das + bedeutet). Warum soll dieser Platz dann nur f\u00fcr 10 Tage reichen?<\/li>\n<li>Warum sollen 300+ GB f\u00fcr 30 Tage n\u00f6tig sein?<\/li>\n<li>Was f\u00fcr eine Internetleitung muss man wohl haben, damit das \u00fcberhaupt funktioniert?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Den letzten Punkt habe ich mal \u00fcberschlagen. 140 GB\/Monat entsprechen etwas \u00fcber 3,3 MB\/Minute. Das w\u00e4ren dann etwa 0,44 MBit\/s Upload! Meine 2-MBit-Leitung schafft das schon mal nicht mehr <span class=\"wp-smiley emoji emoji-bigsmile\" title=\":D\">bigsmile<\/span>  Und was passiert, wenn Ihr mehr Kameras nutzt? Zum Beispiel zwei drau\u00dfen und zwei drinnen? Fast 1,8 MBit\/s Upload reserviert f\u00fcr die Kameras &#8211; Das macht auch dickere Leitungen ziemlich dicht? Die monatlichen bzw. j\u00e4hrlichen Kosten gehen dann auch die H\u00f6he, $5\/Monat f\u00fcr jede weitere Kamera, also noch mal $15\/Monat oben drauf.<\/p>\n<p>Wenn ich das richtig verstehe, werden auch tats\u00e4chlich st\u00e4ndig Daten auf die Server geladen f\u00fcr die Mustererkennung. Es scheint keinen lokalen Puffer f\u00fcr einige Sekunden zu geben, um die reine Bewegungserkennung lokal zu machen und erst im Meldungsfall Daten zum Server zu schicken \u2013 man k\u00f6nnte dann ja immer noch nachsehen, ob es ein unbekannter Mensch war, ohne 24\/7 Videos hochzuladen.<\/p>\n<h1>Fazit<\/h1>\n<p>Das Konzept \u00fcberzeugt mich nicht. Sehr teures Abo-Modell um seine privaten Aufnahmen speichern und ansehen zu k\u00f6nnen. Wenn ich es richtig verstehe, dann braucht man eine verdammt dicke Leitung f\u00fcr eine sinnvolle Nutzung. Der Diebstahl der Kamera ist sehr einfach.<\/p>\n<p>Da erscheint mir das Konzept der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.netatmo.com\/de-DE\/produkt\/camera\">Netatmo Welcome<\/a> durchdachter. Die Indoor-Kamera analysiert das Video lokal auf Bewegung und Gesichter. Die Aufzeichnungen werden auf Wunsch auf eigene FTP-Server oder Dropbox gestellt und der Cloud-Zugriff \u00fcber das Netatmo-Konto beschr\u00e4nkt sich auf die Vermittlung zur lokalen Kamera, die Kommunikation selbst l\u00e4uft immer zwischen Endger\u00e4t und Kamera \u2013 so habe ich die Beschreibung jedenfalls verstanden. Eine <a href=\"https:\/\/www.netatmo.com\/de-DE\/produkt\/presence\">Outdoor-Kamera<\/a> ist auch bereits angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chte man seine eigenen vier W\u00e4nde \u00fcberwachen, gibt es prinzipiell zwei technische Herangehensweisen \u2013 Entweder zeichnet man die Videos der Kameras lokal auf&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5939,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":""},"categories":[9],"tags":[863,70,862],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/fernglas-am-zaun.jpg","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p71Tml-1xK","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5936"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5936"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5936\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5942,"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5936\/revisions\/5942"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5939"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}