{"id":2255,"date":"2010-05-02T00:02:23","date_gmt":"2010-05-01T22:02:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nsonic.de\/blog\/?p=2255"},"modified":"2010-05-02T12:03:15","modified_gmt":"2010-05-02T10:03:15","slug":"flattr-kultur-flat-zum-selber-mit-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/2010\/05\/flattr-kultur-flat-zum-selber-mit-machen\/","title":{"rendered":"flattr &#8211; Kultur-Flat zum selber (mit-)machen"},"content":{"rendered":"<p>Vorher bezahlen, alles kostenlos oder gibt es noch etwas dazwischen?<\/p>\n<h2>Schwarz\u2026<\/h2>\n<p>Texte, B\u00fccher, Anleitungen, Musik, Videos &#8211; Alles mit digitalem Rechtemanagement versehen, anschauen bzw. anh\u00f6ren erst nach Bezahlung? Das ist der Weg, den die Verlage und Platten-Labels favorisieren. Erst zahlen, dann gucken, &#8220;gestundet&#8221; wird nicht.<br \/>\nDiese Idee, zu &#8220;bewundern&#8221; bei vielen online MP3-Angeobten, eBooks und auch dem tollen HD+ im Fernsehen, hat nur den Haken, dass man oft nicht nur mehr Inhalte bezahlen muss als man ben\u00f6tigt, sondern auch, dass man auch nach dem Kauf noch geg\u00e4ngelt wird und den bezahlten Inhalt nicht immer st\u00f6rungsfrei konsumieren kann.<\/p>\n<h2>\u2026und Wei\u00df\u2026<\/h2>\n<p>Auf der anderen Seite sind die Vertreter der &#8220;alles ist frei&#8221;-Generation. Wer Musik macht, macht dies schlie\u00dflich weil es Spa\u00df macht, warum sollte er also Geld daf\u00fcr verlangen? Soll er doch Konzerte geben und damit verdienen. Buchautoren sollen doch die ersten Kapitel frei verf\u00fcgbar machen und dann Geld sammeln bis genug zum weiter schreiben gesammelt wurde. Und Podcaster oder Blogger machen das ja eh aus \u00dcberzeugung, Geld daf\u00fcr lehnen sie nat\u00fcrlich ab, schlie\u00dflich geh\u00f6rt das Wissen der ganzen Welt. F\u00fcr Miete und Verpflegung m\u00fcssen sich all diese Betroffenen im Zweifel einen anderen Job suchen.<br \/>\nDas klingt, wenn man es etwas ausf\u00fchrlicher schreibt als ich an dieser Stelle, auch oft plausibel und vern\u00fcnftig. Es bleibt nur der Haken, dass vielleicht viele einfach aufh\u00f6ren Ihre Inhalte \u00f6ffentlich zu publizieren weil sie wegen des anderen Jobs gar keine Zeit oder Lust mehr dazu haben. Vielleicht erkennen Sie f\u00fcr sich aber auch eine Art &#8220;Schmarotzer&#8221;-Mentalit\u00e4t und haben keine Lust st\u00e4ndig nur geben ohne etwas zu bekommen. Auch wenn das hart klingen mag, ich k\u00f6nnte es verstehen.<\/p>\n<h2>Grau?<\/h2>\n<p>Gl\u00fccklicherweise ist die Welt nicht schwarz\/wei\u00df &#8211; Das war sie nie. Es gab schon immer Schattierungen von Grau\u2026 Genau in so eine Schattierung hat sich <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/flattr.com\">flattr<\/a> geschlichen.<\/p>\n<p><em>mehr nach dem Klick<\/em><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h2>Die Kulturflat-Idee<\/h2>\n<p>Bevor ich auf flattr n\u00e4her eingehe, lasst mich eine Idee beschreiben, die oft als Kulturflatrate bezeichnet wird. Die Idee, u.a. von der <a href=\"http:\/\/www.piratenpartei.de\/\">Piratenpartei<\/a>, geht u.a. davon aus, dass im Grunde jeder bereit w\u00e4re, einen kleinen Obolus f\u00fcr Kultur zu zahlen. Kultur in jeder Form, also B\u00fccher, Musik, Video, Theater, \u2026<br \/>\nEs wird dem Konsumenten aber schlicht viel zu schwer gemacht zu bezahlen: <\/p>\n<ul>\n<li>Kauft er Musik, dann darf er sie oft nicht h\u00f6ren wo\/wie\/womit er m\u00f6chte, darf sie nicht tauschen oder verschenken, etc. <\/li>\n<li>Kauft er eine DVD, so muss er elend lange Belehrungen und Filmtrailer \u00fcber sich ergehen lassen &#8211; auch wenn er diese DVD in 5 Jahren noch einmal einlegt.<\/li>\n<li>F\u00fcr g\u00e4ngige eBooks gilt das gleiche wie f\u00fcr die Musik.<\/li>\n<li>Bei unbekannten K\u00fcnstlern wird es noch schwerer. Oft kann man h\u00f6chstens \u00fcber PayPal eine Spende schicken aber nicht jeder hat oder m\u00f6chte ein solches Konto haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was w\u00e4re nun, wenn jeder B\u00fcrger einen monatlichen Betrag in einen gro\u00dfen Topf einzahlt und er daf\u00fcr die Inhalte, die ihn interessieren, frei konsumieren darf. Frei nach dem Motto, vereinfacht gesagt: &#8220;Die elektronischen Daten werden sowieso wild kopiert, warum dies nicht zur bezahlten, legalen Aktion machen?&#8221;<\/p>\n<p>Man zahlt also einen monatlichen Betrag f\u00fcr Kultur &#8211; Eine Kulturflat.<\/p>\n<p>Die Idee hat schon etwas f\u00fcr sich aber sie wirft nat\u00fcrlich einige Fragen auf:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie hoch ist der Beitrag f\u00fcr so eine Kulturflat?<\/li>\n<li>Wohin wird der Beitrag eingezahlt? Wer verwaltet das?<\/li>\n<li>Wie wird der gro\u00dfe Topf aufgeteilt? Wie kann ein unbekannter K\u00fcnstler genauso viel bekommen wie ein Star, wenn nur genug seine Werke m\u00f6gen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Fragen sind wichtig und essentiell und leider steht zu vermuten, dass so etwas in Deutschland niemals entstehen wird. Man w\u00fcrde es \u00fcber Jahre, in unz\u00e4hligen Sitzungen von Politikern so lange verkomplizieren, bis m\u00f6glichst jeder Lobbyist zufrieden und die Idee komplett zerredet ist. Nimmt man dann noch die GEMA oder GEZ als Beispiel f\u00fcr \u00e4hnliche Prinzipien, dann wird wohl klar: DAS ist mit der Kulturflat-Idee nicht gemeint.<\/p>\n<h2>Jetzt kommt Flattr<\/h2>\n<p> Flattr ist ein Wortspiel aus &#8220;Flatrate&#8221; und &#8220;to flatter&#8221; <em>(engl.: schmeicheln)<\/em> und greift die Kulturflat-Idee auf rafinierte Weise auf. Flattr kommt aus Schweden und wurde u.a. gegr\u00fcndet von Peter Sunde der in den Medien bekannt wurde wegen der Prozesse um Piratebay.<\/p>\n<p>Es geht im Kern darum, dass jeder in die Lage versetzt werden soll, m\u00f6glichst einfach auch kleine Geldbetr\u00e4ge f\u00fcr Inhalte zu zahlen. Gef\u00e4llt Dir also ein Lied, dann kannst Du es flattrn. Gef\u00e4llt Dir ein Blogbeitrag, ein Kommentar, etc. &#8211; flattr ihn einfach.<\/p>\n<p>Damit das funktioniert, braucht man sich nur bei <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/flattr.com\">flattr.com<\/a> zu registrieren. Zum Zeitpunkt, zu dem ich das hier schreibe, ist flattr in einer Beta-Phase und man bekommt einen Zugang nur durch Einladungen die flattr verteilt. Ab und an k\u00f6nnen flattr-Nutzer ebenfalls Einladungen verteilen. Hat man einmal einen Zugang erhalten geht es ganz einfach:<br \/>\n&#8211; Konto aufladen<br \/>\n&#8211; ab sofort flattrn<\/p>\n<h2>und so funktioniert es<\/h2>\n<p>&#8211; Du zahlst einen Beitrag auf flattr Konto. Das geht derzeit leider nur mit einem PayPal-Konto. Vermutlich wird es in Zukunft aber alternative Wege geben. PayPal hat den Vorteil, dass die Zahlung in Richtung flattr anonym ist und man \u00fcber diesen Weg sowohl Kreditkarten als auch Bank\u00fcberweisungen nutzen kann.<br \/>\n&#8211; Du definierst, wie viel Geld Du jeden Monat &#8220;flattrn&#8221; m\u00f6chtest. Das ist Dein Flatrate-Beitrag. Kleinstm\u00f6glicher Betrag ist 2 Euro.<br \/>\n&#8211; Nun triffst Du im Internet auf Inhalte von Nutzern, die ebenfalls bei flattr angemeldet sind und die untere ihre Inhalte einen Flattr-Button gesetzt haben. Gef\u00e4llt Dir der Inhalt, dann klickst Du einfach auf diesen Button &#8211; zack &#8211; schon hast Du geflattrt.<br \/>\n&#8211; Du kannst auf so viele Buttons dr\u00fccken wie Du m\u00f6chtest.<br \/>\n&#8211; Am Ende des Monats wird der Monatsbeitrag aufgeteilt auf jeden flattr-Klick. Angenommen Du hast monatlich 10 Euro festgesetzt und Du hast im Monat auf 10 Buttons gedr\u00fcckt, dann bekommt jeder von Dir &#8220;geschmeichelte&#8221; genau 1 Euro. Hast Du 20x geflattrt, dann bekommt jeder 50 Cent, und so weiter<\/p>\n<p>Flattr hat also eine Antwort auf die oben genannten Fragen gefunden:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Wie hoch ist der Beitrag f\u00fcr so eine Kulturflat?<\/em> DU bestimmst Deinen monatlichen Beitrag und Du kannst es jederzeit \u00e4ndern. Derzeit liegen die Stufen bei 2, 5, 10, 20 Euro<\/li>\n<li><em>Wohin wird der Beitrag eingezahlt? Wer verwaltet das?<\/em> flattr bekommt das Geld, sammelt die klicks und nimmt die Auszahlungen vor. F\u00fcr diese Verwaltung bekommt flattr pro Monat 10% von Deinem monatlichen Einsatz.<\/li>\n<li><em>Wie wird der gro\u00dfe Topf aufgeteilt? Wie kann ein unbekannter K\u00fcnstler genauso viel bekommen wie ein Star, wenn nur genug seine Werke m\u00f6gen?<\/em> Jeder Klick wird ja nicht nur einem K\u00fcnstler sondern sogar speziell einem Werk zugeordnet. Sollten pl\u00f6tzlich viele tausend Leute ein eBook eines unbekannten Autoren gut finden und dies \u00fcber flattr kund tun, so bekommt dieser auch von tausenden Lesern einen kleinen Betrag.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und das Prinzip ist clever!<br \/>\nZum einen wird die Hemmschwelle gesenkt. Man hat ja bereits einmal Geld aufs Konto gezahlt und man hat ein festes Limit f\u00fcr einen Monat. Egal wie viel man klickt, es kostet niemals mehr als dieses Limit. Da klickt man doch viel schneller mal um &#8220;Danke&#8221; zu sagen, richtig?<\/p>\n<p>Zum anderen <strong>unterscheidet flattr nicht zwischen Zahlern und Empf\u00e4ngern!<\/strong> Das finde ich sympathisch. Wer also Geld von Euch bekommen m\u00f6chte, der muss selber auch etwas einzahlen und ebenfalls flattrn. Es gibt also keine Zweiklassen-Gesellschaft in diesem System sondern nur ein Geben und Nehmen auf Gegenseitigkeit. Abzocker m\u00fcssen drau\u00dfen bleiben.<\/p>\n<h2>H\u00fcrden nehmen<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend die Politik also noch tagt und verklausuliert, legt das Internet einfach los. Aber es gibt nat\u00fcrlich auch hier offene Punkte:<\/p>\n<ul>\n<li>Traut man einer privaten Firma mit einem Firmengr\u00fcnder der auch Piratebay gr\u00fcndete um gesch\u00fctzte Inhalte auszutauschen? Man muss nat\u00fcrlich dazu sagen, dass er inzwischen nicht mehr bei Piratebay ist und warum sollte jemand nicht seine Einstellung \u00e4ndern oder pr\u00e4zisieren? Dennoch vertraut man sein Geld einer privaten Firma an die bisher wenig bekannt ist.<\/li>\n<li>Das ganze kann erst gut funktionieren, wenn gen\u00fcgend Leute mitmachen. Das Henne-Ei-Problem sollte einfach ignoriert werden! Einfach anmelden und mitmachen, so knackt man die Nuss am schnellsten.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Alternativen<\/h2>\n<p>In diesem Beitrag sollte es um flattr gehen. Es soll aber nicht unerw\u00e4hnt bleiben, dass es mit <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.kachingle.com\/\">Kachingle<\/a> eine ganz \u00e4hnliche L\u00f6sung gibt. Bei Kachingle zahlt man seinen monatlichen Beitrag aber nicht f\u00fcr einzelne Inhalte sondern immer f\u00fcr ganze Angebote, also z.B. einer ganzen Webseite. Dies l\u00e4uft dabei offenbar auch automatischer ab &#8211; es gen\u00fcgt z.B., wenn man eine Seite besucht, man muss nur vorher einmalig geklickt haben, dass man diese Seite zuk\u00fcnftig unterst\u00fctzen m\u00f6chte.<br \/>\nDas Prinzip mag einfacher sein, aber ob man jeden Besuch honorieren m\u00f6chte, auch wenn man dann auf der Seite nichts neues oder hilfreiches gefunden hat? Leider macht Kachingle offenbar auch weniger Werbung f\u00fcr sich.<br \/>\nFlattr hat da das geschicktere Marketing und durch Peter Sunde nat\u00fcrlich auch viel Aufmerksamkeit von den Medien, das hilft das System bekannt zu machen.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Ich finde diese Idee gut. So gerne ich Inhalte im Internet zur Verf\u00fcgung stelle, so sehr freue ich mich auch, wenn Ihr mir ein wenig daf\u00fcr gebt damit ich die Server- und Stromrechnung daf\u00fcr bezahlen kann. An dieser Stelle ein gro\u00dfes Dankesch\u00f6n an alle, die dies bereits getan haben.<br \/>\nIch wei\u00df, was f\u00fcr ein Aufwand hinter guten Inhalten steckt und sehe flattr als eine tolle M\u00f6glichkeit, dass ich zuk\u00fcnftig auch schnell und einfach Danke sagen kann &#8211; und zwar so, dass der Autor auch etwas auf seinem Konto hat. Genauso m\u00f6chte ich Dir in Zukunft eine einfache M\u00f6glichkeit geben um Danke zu sagen.<\/p>\n<p>Ich habe mein flattr-Konto aufgeladen und bereit zu nehmen &#8211; und zu geben! Flattrst Du auch schon? Wo finden wir Deine Beitr\u00e4ge, Musik, Videos? Schreib mir einen Kommentar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorher bezahlen, alles kostenlos oder gibt es noch etwas dazwischen? Schwarz\u2026 Texte, B\u00fccher, Anleitungen, Musik, Videos &#8211; Alles mit digitalem Rechtemanagement versehen, anschauen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":""},"categories":[1],"tags":[640,605,106,541],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p71Tml-An","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2255"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2255"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2255\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2258,"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2255\/revisions\/2258"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2255"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2255"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nsonic.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2255"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}