Archiv für Mai, 2009


Über 50.000 Mitzeichner!

Freitag, 8. Mai 2009

Es ist geschafft!
In knappen 5 Tagen haben über 50.000 Mitbürger die Petition gegen die Internetzensur unterschrieben.

Ich weiß gar nicht, ob diese Zahl jemals von irgendeiner Petition auf bundestag.de erreicht wurde? 50.871 sind es zu diesem Zeitpunkt, an dem ich diese Zeilen schreibe. Vielen Dank für Eure Mithilfe!

Jetzt muss Franziska Heine, sie hat die Petition angestoßen, im Bundestag angehört werden. Sie hat nun die Chance unsere Argumente zu nennen und alle Anwesenden wissen, dass aus Ihrem Mund inzwischen schon 50.905 Stimmen aus dem Volk sprechen. Und sie sollten wissen, dass dies nur die Mitbürger sind, die

  • Internet haben,
  • die von dieser Petition überhaupt erfahren haben,
  • die sich mit den Argumenten beschäftigt haben
  • und die dann die Hürde der Registrierung beim bundestag.de-Server genommen haben obwohl dieser teilweise unter der Last der vielen Anfragen fast zum Stillstand gekommen war (und sogar mal kurzzeitig ausgefallen war).

Das ist jetzt aber kein Grund aufzuhören! Wenn Ihr es noch nicht getan habt, dann unterschreibt diese Petition. Je mehr Stimmen zusammen kommen, desto gewichtiger die Aussage. Also macht mit!

Links
Internetzensur – Lesung im Bundestag und mehr
Petition gegen Internetzensur – Macht mit

Dieser Artikel ist eine Ergänzung zu diesem (Petition gegen Internetzensur)

Die Geschichte geht weiter. Hier einige Links die ich Stück für Stück ergänzen werde:

  • am 6.5.2009 wurde im Bundesttag eine erste Diskussion um das die Erweiterung des Telemediengesetzes geführt. Es gibt nun tatsächlich einen Mitschnitt davon. Hier der Link zur Lesung im Bundesttag (Youtube)
  • Im übrigen droht der Bundestag gerade mit der Schließung des Forums zur Petition wegen Störerhaftung. Die Hintergründe lest Ihr hier.
  • Es gibt inzwischen mehrere Anzeigen u.a. gegen Ursula v.d. Leyen wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornografischem Material (Die Hintergründe stehen im verlinkten Beitrag). Wer ebenfalls eine Anzeige einreichen möchte: Ein Aktenzeichen ist 74 AR 23/09. Wer den verlinkten Thread weiter liest findet auch Links wo man so eine Anzeige einreichen kann.
  • Ein schöner Bericht in der Berliner Morgenpost zur Petition
  • Golem berichtet ebenfalls und zitiert die Union aus der ersten Debatte zur umstrittenen Erweiterung des Telemediengesetzes: “Wer gegen eine Handlungspflicht der Internetprovider ist, hat die moralischen Wertmaßstäbe verloren oder weiß nicht, worum es geht.” (Ingo Wellereuther) Mein Kommentar dazu: Sehr geehrter Herr Wellereuther, solche derart platten Sprüche haben in einer so brisanten Diskussion nichts verloren. Oder möchten Sie sich sagen lassen: “Wer für dieses Vorgehen bei der Einführung der Sperrliste ist, der ist auch für die Abschaffung der Demokratie und Meinungsfreiheit – oder er hat schlicht keine Ahnung wovon er spricht und begreift die Tragweite der Maßnahmen nicht.”? Das mag, jetzt noch, sehr übertrieben formuliert klingen – aber Ihre Aussage steht dem ja auch in nichts nach. Pauschalverurteilung aller, die zwischen Schwarz und Weiß auch noch Graustufen sehen?
  • sehr schöner Artikel im Handelsblatt zu diesem Thema.
  • Golem berichtet weiter: Die ersten Politiker schlagen vor die Einwände (mit Verweis auf inzwischen über 45.000 Unterzeichner der Petition) ernst zu nehmen. Das sehen allerdings nicht alle so. Noch immer steht die Meinung: “Wer nicht sperren will, der möchte dass Kinder leiden”. Mit Verlaub, liebe Politiker: Was für ein ausgemachter Blödsinn. Politik darf nicht aus dem Bauch gemacht werden. Schaltet mal Euer Gehirn ein bevor Ihr das Volk, das Euch gewählt hat, pauschal kriminalisiert!
  • So sollen die Internetsperren funktionieren – Erklärung mit Lego (Youtube)
  • Ausweitung der Sperre auf Urheberrechtsverstöße nicht ausgeschlossen! Heise-Online über die Sperre und Zitate von Zypris. Es ist unfassbar! Da laufen noch die Grundsatzdiskussionen und schon werden die ersten Stimmen nach einer Ausweitung laut. Genau DAS ist es, was wir befürchten und genau deshalb kämpfen wir gegen so eine Zensur-Struktur! Heute ist es das Zugpferd Kinderpornografie, dagegen traut sich ja niemand etwas zu sagen weil wir uns ja einig sind, dass so etwas verabscheuungswürdig ist. Dann sind es Urheberrechtsverstöße wobei je nach Auslegung und vor allem bei mangelnder Kontrolle fast jede Seite mit Text und/oder Grafiken ganz schnell auf so einer Liste landen kann.
  • Inzwischen wurden die Anzeigen gegen Ursula v.d. Leyen (leider?) wieder eingestellt.
  • Unter Chaosradio.ccc.de sind zwei interessante Audio-Beiträge zu der Thematik zu finden. Zum einen die Folge #142 die über das Thema diskutiert bevor alles ins rollen kam. Und die Folge #145 die das Thema erneut aufgreift nachdem die ersten Internetprovider die Verträge zur freiwilligen Sperrung unterzeichnet hatten. Danke an kamerakata (Twitter) für den Hinweis.
  • Video: Eine sehr schöne Reportage. “Zur Person von der Leyen”. Sehenswert.

Und wer immer noch glaubt, dass das alles harmlos ist und ausschließlich auf Kinderpornografie abzielt, der soll mal versuchen diese Suche aufzurufen: Bei search.live.com nach “Strumpfhose” suchen. Hier der Link.
Bei mir (über T-Online) kommt da nur die lapidare Meldung:
“Der Suchbegriff strumpfhose führt möglicherweise zu sexuell eindeutigen Inhalten.
Ändern Sie Ihre Suchbegriffe, um Ergebnisse zu erhalten.”

Nachtrag 06.05.2009 (2): Es gab eine Diskussion im Bundestag zum Gesetzentwurf und zur Sperrung im Allgemeinen. Was CDU/CSU da erzählen ist unfassbar. Einen Mitschnitt habe ich nicht gefunden aber eine (Stichwortartige) Mitschrift auf mrtopf.de. Hier noch ein Link: Warum Ursula von der Leyen Glückspielseiten nicht sperren wollte.
Nachtrag 06.05.2009: Alternativen: Keine. Am Ende des Beitrags habe ich den Link zum Gesetzentwurf (PDF-Datei) ergänzt. Jetzt kann jeder nachlesen was die Regierung vor hat und wie unter dem Deckmantel der Kinderpornobekämpfung die Demokratie eingeschränkt werden soll.

Nachtrag 05.05.2009: Es ist alles noch schlimmer! Siehe Nachtrag am Ende des Beitrags.

Von der Leyen möchte ja gerne eine Internetzensur einführen – äh – beziehungsweise sie nennt es “Sperrliste” und diese soll sich, zumindest vorerst, ausschließlich gegen Seiten richten die Kinderpornografie zeigen.

Nun ist der Kampf gegen Kinderpornografie durchaus zu begrüßen. Vor allem sollte etwas zum Schutz der Kinder getan werden (Vorsorge, wie Aufklärung, öffentlich reden über angebliche Tabu-Themen, Ansprache in Schulen etc.) aber auch Opfer sollten betreut werden. Blöd nur, dass unsere (Zens)Ursula genau in diesen Bereichen drastische Einsparungen vornehmen möchte. Wie nun aber aber eine Sperrliste auch nur ein einziges Kind schützen soll, das muss mir noch mal jemand erklären. Zumal es nicht einmal den Handel mit solchem Material wirklich behindern wird – Gab es doch so etwas schon vor dem Internet. Außerdem sind solche DNS-Sperren nun wirklich keine große Hürde und das “wie man es umgeht” dürfte in einschlägigen Fachzeitschriften schon bald zu finden sein.

Statt also die Provider anzuhalten solchen Seiten vom Netz zu nehmen und z.B. an globalen Kontakten gegen Kinderpornografie zu arbeiten (bitte wo ist so etwas denn legal? Jeder wird so etwas vom Netz nehmen, oder?) soll es eine Sperrliste richten. Solche Sperrliste weckt aber Begehrlichkeiten und da solche Liste offenbar niemand wirklich einsehen darf ist der Zensur Tür und Tor geöffnet. Ob nun durch ein Versehen (wer erinnert sich noch wie schnell Google alles als gefährlich eingestuft hatte weil ein “*” zuviel in einem Link stand?) oder aus Absicht.

Lassen sich die Deutschen das wieder gefallen? Lassen wir uns erneut an der kurzen “Leyne” führen weil es ja so bequem ist? Oder stehen wir auf und wehren uns gegen die Anfänge?

Wehrt Euch! Macht mit! Jetzt gibt es eine Online-Petition unter bundestag.de Meldet Euch dort an und unterzeichnet diese Petition. Es ist das mindeste was wir gegen diesen verblendeten Wahlkampf-Blödsinn unternehmen können.

Nachtrag 05.05.2009:
Und es kam noch schlimmer! Wie in der Folge #166 des CC2 zu hören hat man wohl festgestellt, dass man so eine Sperre, solche Verträge mit Providern, wohl besser mal auf eine Gesetzesgrundlage stellen sollte. Ach was?! Also schnell einen Entwurf erstellt und jetzt wird langsam klar wohin die Reise gehen soll. Peter Welchering hat sich den Entwurf durchgelesen und erklärt:

Es ist sogar noch schlimmer!

Nutzt man nur das Argument “DNS-Sperre taugt nichts” wird von der Leyen kontern: “darum ist es ja der Gesetzentwurf, um so eine Sperre überhaupt zu legalisieren(!), auch technik-offen gehalten”

Sprich:

  • Zunächst soll mit der DNS-Sperre eine unkontrollierbare Sperrliste (überhaupt die Handlungsweise an sich) eingeführt werden
  • Es folgt: IP-Sperre. Die lässt sich dann nicht mehr so einfach umgehen aber, dank Schritt 1, genauso wenig kontrollieren
  • Die Krönung stellt dann die Möglichkeit eines Zwangs-Proxy dar, der nur noch Inhalte zeigt die freigegeben wurden. Was mit diesem Instrument an Möglichkeiten der Zensur geschaffen werden traue ich mir nicht mal in meinen kühnsten Träumen vorzustellen :(

Fazit:

  • Wir müssen helfen, dass diese Petition öffentlich diskutiert werden MUSS – dazu sind 50.000 oder mehr Stimmen erforderlich
  • Die Idee der Internetsperre (gleich in welcher Form!) muss im Keim erstickt werden.
  • Es darf bei so einer Diskussion keine pseudo Aussagen (wie “Kampf dem KiPo”) geben denn die Maßnahmen nutzen diese populistischen und stimmungmachenden Themen nur als Aufhänger, als Legitimation, um breite Zustimmung ohne langes Nachdenken zu bekommen.

Als Bush zum Kampf gegen den Terror sagte: “Die Staaten der Welt sind entweder für uns oder für den Terrorismus” gab es breite Auflehnung. Jetzt geschieht mit dem Aufhänger der Kinderpornografie das selbe und viele ziehen ohne zu zucken mit.

Denkt nach! Stimmt ab!

Nachtrag 06.05.2009:
Hier der Link zum Gesetzentwurf (PDF-Datei)
Aufmerksam lesen – Und dann bitte die Hürde der Anmeldung nehmen und bei der Petition gegen diesen groben Unfug mitmachen.


Das mac at camp ist in diesem Jahr auch auf Tour gegangen und fand 2009 zum ersten Mal in Bielefeld statt. Ich war am 2. Mai vor Ort um einen Fotografie-Vortrag zum Thema “sehen lernen” zu halten der von Galileo-Press auf Video aufgezeichnet wurde (sobald ich den Mitschnitt bekomme wird das Video hier auch zu sehen sein).
Außerdem besuchte ich selbst einige Vorträge und Workshops – unter anderem auch einen der Fotocommunity. Hier wurde ein wenig über die Studiofotografie erzählt und es gab zwei schicke Models die alle, die wollten, fotografieren und anweisen konnten.

Anschließend schnappte ich mir mein Aufnahmegerät und fing ein paar Stimmen zu diesem Shooting und zum mac at camp in Bielefeld im Allgemeinen ein. Christian, der Veranstalter, erzählt etwas zu den Hintergründen, Michael und Michael (beides Happy Shooting Workshop Teilnehmer) erzählen von Ihren Eindrücken, Indira und René nahmen mich hinter die Kulissen in die Küche und noch einiges mehr.

Ich kann diese Veranstaltung wirklich empfehlen.

Links
Sedcard von MissBetty
Sedcard von Lilian Esperanza

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